Uns gibt es 20 Jahre, wir sind m. W. das größte Alkoholikerforum. Und m. W. hat es noch nie bei einem Alkoholiker geklappt mit dem "kontrollierten Trinken", zumindest habe ich hier nie davon gelesen.
Von der "goldenen Nase" mal abgesehen. Kontrolliert Trinken ist meines Erachtens etwas für Masochisten. Ich habe das mindestens 20 Jahre lang, immer wieder versucht. Weil die Alternative, nichts mehr zu trinken, für mich natürlich gar nicht infrage kam.
Wenn ich z.B. nur drei oder vier Bier abends trinken wollte, fing der Stress schon beim ersten an. Wie lange muss ich jetzt an diesem trinken? Und "oje, jetzt sind es nur noch drei". Vielleicht mit Wasser strecken? Ich merke nichts und es schmeckt nicht. Und "oje, nur noch zwei und der Abend ist noch so lang". Dann waren sie doch viel zu schnell getrunken. Und dann hing ich da. Die Suchtstimme, die ganze Zeit "Eins noch. Wenigstens eins. Komm noch eins. Das wäre immer noch weniger als sonst. Eiiiiins..."
Wenn ich diesen Abend mit tatsächlich nur vier Bier überstanden hatte, war ich am nächsten Morgen total stolz auf mich. Auch wenn die Nacht nicht so toll war. Noch ein Abend und ich war für mich der Held und definitiv kein Alkoholiker. Am dritten Abend hatte ich keine "Kraft" mehr und "musste" es laufen lassen.
Trotz allem ging das sehr, sehr viele Jahre so. Darauf brauchst Du nicht zu warten. Er will reduzieren? Ich wollte das auch. Es war eine Quälerei.
Ich habe noch keinen "Willens-Monster"-Alkoholiker getroffen, der das durchhalten kann.
Zum Thema, ob er eine andere findet und wie das dann vielleicht läuft. Meine Frage dazu. Möchtest Du mit ihm zusammen bleiben, damit er womöglich keine Andere kennenlernt? Das wäre keine Lösung.
Übrigens vermute ich, dass er so kalt wirkt, weil er innerlich am Kämpfen ist. Ich war zu diesen Zeiten auch immer, sehr "ernst".