Beiträge von Alex_aufdemweg

    Auch, wenn das Endlosdiskussionen bedeutet, Angriffe etc. Das bin ich dem Kind schuldig.

    An sowas kann ich mich gut erinnern. Das ging jeden Abend so, als ich ein Kind war. Es war einfach nur schrecklich für mich.

    Ich hätte mir keine Diskussionen (die zu nichts geführt haben) von meiner Mutter gewünscht. Sondern, dass sie mit uns geht.

    Es wurde immer schlimmer. Viel schlimmer. Mehr dazu gibts hier im Öffentlichen nicht.

    Doch sie ging nicht. Und das kann ich ihr niemals richtig vergeben. Du hast die Chance das anders zu machen.

    Nach gut drei Wochen Nüchternheit hatte ich noch niemanden (Erwachsenen) gefunden, der auch keinen Alkohol trinkt. Und schon gar keinen "bekennenden" anderen Alkoholiker.

    Also mal eben "Alkoholiker" und "Forum" gegoogelt. Wollte etwas finden, bei dem ich Zeit mit den Antworten habe. Mal so zum alle paar Tage mal hineinschauen. Mit Leute, die mich verstehen. Die nicht sagen "Wir saufen uns alle einen. Aber kein Problem, für Dich gibts da auch Cola." So erlebt.

    Und wenn man das eingibt, kommt man hier raus. :) Siebzehn Jahre hat das Forum auf mich gewartet. 8)

    Und ich wurde verstanden und habe mächtig Input bekommen. Es war teilweise "unangenehm". Wenn die (noch) Partnerin weiter trinkt und auf einen sch...t, wird das mit dem alkoholfreien Zuhause zur großen Herausforderung.

    Aber ich hatte immer schonungslosen Rückhalt hier. Mir wurde eingebläut "Das muss so". (Und das stimmt auch) Und ja, ich habe auch mal mitten in der Nacht im Krisenmodus hier geschrieben und dann war z. B. Elly da. Phu.

    Von wegen "alle paar Tage mal reinschauen". Es wurde "jeden Abend" daraus. Bis heute.

    Ich ging dann auch in eine reale SHG. Das war im ersten Jahr sehr gut. Auch Leuten ins Gesicht zu sagen "ich bin Alkoholiker". Da kam es gut bei mir selbst an. Jetzt war ich wohl schon ein Jahr nicht mehr. Weil ich es nicht mehr brauche.

    Dieses Forum und meine Trockenheit sind eins. Ich kenne es gar nicht anders und möchte es auch nicht anders kennen. Denn es fühlt sich richtig an.

    Um es mit den Worten hier zu sagen: "Des g'hört so."

    Also mein Leben hätte sich auch verändert, selbst wenn ich weiter getrunken hätte.

    Allerdings. Der Weg führt immer nach unten.

    Ich möchte hier auch nicht zu viel erzählen. Aber ich konnte mich z. B. aus einer sehr langen toxischen Beziehung lösen. Ich musste es. Weil ich mich abends ja nicht mehr betäuben konnte. Das war/ist schon ein großes Ding. Dann ging es natürlich weiter. Räumliche Veränderung, usw.

    Uns gibt es 20 Jahre, wir sind m. W. das größte Alkoholikerforum. Und m. W. hat es noch nie bei einem Alkoholiker geklappt mit dem "kontrollierten Trinken", zumindest habe ich hier nie davon gelesen.

    Von der "goldenen Nase" mal abgesehen. Kontrolliert Trinken ist meines Erachtens etwas für Masochisten. Ich habe das mindestens 20 Jahre lang, immer wieder versucht. Weil die Alternative, nichts mehr zu trinken, für mich natürlich gar nicht infrage kam.

    Wenn ich z.B. nur drei oder vier Bier abends trinken wollte, fing der Stress schon beim ersten an. Wie lange muss ich jetzt an diesem trinken? Und "oje, jetzt sind es nur noch drei". Vielleicht mit Wasser strecken? Ich merke nichts und es schmeckt nicht. Und "oje, nur noch zwei und der Abend ist noch so lang". Dann waren sie doch viel zu schnell getrunken. Und dann hing ich da. Die Suchtstimme, die ganze Zeit "Eins noch. Wenigstens eins. Komm noch eins. Das wäre immer noch weniger als sonst. Eiiiiins..."

    Wenn ich diesen Abend mit tatsächlich nur vier Bier überstanden hatte, war ich am nächsten Morgen total stolz auf mich. Auch wenn die Nacht nicht so toll war. Noch ein Abend und ich war für mich der Held und definitiv kein Alkoholiker. Am dritten Abend hatte ich keine "Kraft" mehr und "musste" es laufen lassen.

    Trotz allem ging das sehr, sehr viele Jahre so. Darauf brauchst Du nicht zu warten. Er will reduzieren? Ich wollte das auch. Es war eine Quälerei.

    Ich habe noch keinen "Willens-Monster"-Alkoholiker getroffen, der das durchhalten kann.

    Zum Thema, ob er eine andere findet und wie das dann vielleicht läuft. Meine Frage dazu. Möchtest Du mit ihm zusammen bleiben, damit er womöglich keine Andere kennenlernt? Das wäre keine Lösung.

    Übrigens vermute ich, dass er so kalt wirkt, weil er innerlich am Kämpfen ist. Ich war zu diesen Zeiten auch immer, sehr "ernst".

    nicht wirklich überzeugt - durchschleppen. Fast ein bisschen, als würdest Du es nicht für Dich machen

    Ja, das ist mir auch gleich ins Auge gesprungen. Wahrscheinlich, weil mich das auf der Alkoholiker Seite triggert.

    Das Wort "Versuchen" (nichts zu trinken), ist bei einem Alkoholiker der Kopfsprung in den Rückfall. Frei übertragen. Mit der Faust in der Tasche nicht CO sein.

    Ich versuche es mit einer Tresor Übung, ich gehe gedanklich an einen Strand habe die Video Kassette mit dem "Film" und schließe sie ein.

    Steht an dem Strand ein Tresor? Da im Sand? Beschreib doch bitte kurz.

    Es gibt da viele Achtsamkeitsübungen. Im Großen und Ganzen geht es immer darum, die Rolle des Beobachters der eigenen Gedanken anzunehmen.

    Die STOP Methode hilft nur bedingt, für den Augenblick. Da die Gedanken sich immer wieder aufdrängen, wenn man ihnen keinen Raum gibt.

    Du kannst den Gedanken benennen. Z. B. in "Erinnerung" oder "Planung". "Kann ich ändern", "kann ich nicht ändern". "Fühlt sich unangenehm an", oder nicht. Und wo fühle ich das Gefühl im Körper und wie fühlt es sich an? (Dabei geht man auch von den Gedanken weg). Und wenn ich ihn betrachtet habe, lasse ich ihn gehen. Manchmal kann ich kurz die Stille genießen. Dann kommt der nächste.

    Mit der Zeit werden es weniger. Und dann ist mehr Stille. Ach ja, und wenn es etwas Wichtiges ist, sage ich mir NOTIZ und lasse ihn dann gehen. Dann wird er mir später wieder einfallen.

    Betrachten und gehen lassen geht besser, als abblocken. Ist wie bei Kindern. Die wollen Dir was zeigen. Danach sind sie zufrieden. Und wenn ich nicht hinschaue geht es nur noch Papa, Papa, Papa..." Hm, Gedanken sind wie kleine Kinder, die Aufmerksamkeit wollen.

    Was für eine Erkenntnis zu so später Stunde :/

    Trotzdem ist es am Ende sehr traurig zu sehen was Sucht mit und aus einem Menschen macht.

    Ja, vor allem aus Dir. Aus dem Grund ist es wichtig, dass Du jetzt auf Dich schaust.

    wie es in dem Menschen aussieht, dessen Gefühl/Empfindungen/Nöte

    Deine Aufgabe ist es wieder Deine Gefühle/Empfindungen und Nöte wahrzunehmen und dafür zu sorgen, dass es Dir besser, bzw. gut geht.

    Bei den anderen Angehörigen gibt es dazu auch einiges zu lesen.

    Hallo Micaela,

    Er hat in seiner Kindheit schlimmes erlebt.

    Ich auch. Das ist aber keine Ausrede. Dadurch wurde meine Kindheit auch nicht besser.

    Und natürlich habe ich gesehen wie schlecht es ihm in dieser Zeit ging

    Ich habe mal meine Trinkpause von vier Wochen eingelegt. Es super schwer und ich dementsprechend echt unglücklich. Das lag daran, dass ich eigentlich hätte trinken wollen und einen ständigen inneren Kampf auszufechten hatte. Das schlaucht sehr.

    Großen Respekt, dass er sieben Monate "geschafft" hat. Aber das war auch nur eine Trinkpause. Da er noch an dem Punkt ist, an dem er eigentlich trinken will und es sonst als Verzicht ansieht.

    Nachdem ich wirklich erkannt habe, dass ich Alkoholiker bin und es nicht kontrollieren kann, war der Kampf vorbei.

    An dem Punkt scheint er aber noch nicht zu sein. Darauf zu warten, kann lange dauern, oder für immer sein.

    im Grunde ist er gar kein Alkoholiker, sondern ich habe ihm das eingeredet, wegen mir hat er Depressionen, ich habe ihn eingeengt, da ich ihn gebeten habe etwas mit Menschen zu unternehmen die kein Alkoholproblem haben und seinen ebenfalls alkoholkranken Freunden kritisch gegenüber stand. Er möchte nun sein Leben genießen.

    Das ist einfach nur "nasses" Gerede. Jedes einzelne Wort ist für die Tonne. Nicht wert auch nur darüber nachzudenken.

    Und das sage ich Dir als Alkoholiker.

    So, erst mal willkommen hier. Hier bist Du richtig und kannst Dich mit anderen darüber austauschen.

    Hier ist der Bewerbungslink. Bitte draufklicken und einen Satz schreiben, damit wir Dich freischalten können.

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    VG

    Alex

    Der wurde immer so schnell kalt.

    Und mir war er immer zu lange zu heiß. Konnte ich gar keinen "ordentlichen" Schluck nehmen. ;)

    Habe mir mit meinem Freund jeder immer gleich fünf Bons geholt. Dann musste ich nicht ständig an der Kasse anstehen.

    Danach mussten wir erst mal ins Warme. Was trinken gehen. :/ Hm, seltsam, dass mir da nicht irgendetwas aufgefallen ist.

    Jedenfalls habe ich im ersten, nüchternen Jahr, Weihnachtsmärkte absolut gemieden.

    Letztes Jahr haben meine Freundin und ich dann einen gefunden, bei dem die Wurst- und die Glühweinstände alle an einer Stelle stehen. Da konnten wir entweder drumherum oder schnell durchgehen und hatten dann einen richtig guten Markt. Kann gut sein, dass wir da dieses Jahr nochmal hingehen.

    Habe ihr auch mitgeteilt, dass mein Vertrauen weg ist und sie sich nicht mehr bei mir melden soll.

    Das ist schon mal ein Schritt nach vorne.

    Sie muss mir nun erstmal beweisen, dass sie es ernst meint

    Das kann sie nicht. Denn sie will augenscheinlich nicht. Dann nützt es auch nicht viel, wenn sie hingehen würde.

    ja ok tschüss

    Bedeutet, dass sie dann "endlich" in Ruhe trinken kann.

    Wenn Du da tobst, führt das nicht zu mehr Einsicht. Es macht Dich nur fertig.

    Mir hilft Abstand gut. Und das schon seit vielen Jahren. Wenn Du ihr helfen willst, dann lass sie. Sie muss selbst an den Punkt kommen.

    Ich weiß, es ist schwer zu verstehen. Wieso sie es nicht begreift. Aber sie lebt in ihrer eigenen, nassen Welt. Und da kannst Du sie nicht raus holen.