Mein Sohn , 27 , ist Alkoholkrank seit mindestens 5 Jahren . Er lebte bis letzte Woche mit seiner Freundin zusammen, die ihn nun endgültig vor die Tür gesetzt hat. Da er sich immer mehr von allen Freunden und Familie isoliert hat, ist sein einziger Unterschlupf nun meine Wohnung. Er hat mittlerweile 2 Ausbildungen abgebrochen und hätte nun eigentlich bei der 3. Anfang Mai Abschlussprüfung. Ich bezweifele stark, dass er das schafft.
Aber letztendlich wäre es das wichtigste, erstmal trocken zu werden. Er hat bereits einen Entzug in einer Klinik erfolglos hinter sich.
Am meisten erschreckt mich die Tatsache, dass wir angehörigen so machtlos sind . Mein Verstand sagt mir, dass ich ihn abweisen muss, damit er zur Einsicht kommt (oder auch nicht). Das es seine eigene Entscheidung ist, ob er trinkt oder nicht.
Ich weiß das alles und habe viel über diese Krankheit gelesen usw. und doch komme ich mit meiner Situation jetzt nicht mehr klar.
Unsere Geschichten der Angehörigen sind letztendlich alle austauschbar. Und gerade das ist das, was ich mittlerweile so unendlich schlimm finde.
Mein Verstand weiß was ich tun sollte, doch mein Herz bringt es nicht fertig ihn vor die Tür zu setzen. Gerade jetzt, weil ich immer noch die Hoffnung habe, dass er es doch irgendwie schafft diese Prüfung zu bestehen , um endlich finanziell unabhängig zu sein.
Ich bin fest davon überzeugt, ihn hier nur bis zum Ende seiner Ausbildung zu beherbergen. Ich weiß , dass ich mich sonst zugrunde richte.
Warum muss das alles so schwer sein? Warum hat er nicht die Einsicht sich Hilfe zu holen? Ich weiß er ist erwachsen und für sich selbst verantwortlich. Ich weiß es und dennoch versuche ich ihn zu beeinflussen….. Es ist wirklich so schwer…..