Beiträge von Hera

    Willkomme Toscanelli.

    Hier sind Unterstützer, die sich Zeit für dich nehmen. Dein einziger Gegner ist die Sucht. Verwende deine Energie für dich, nicht gegen das Forum und die Art und Weise wie hier vorgegangen wird. Die hat nämlich Hand und Fuß.

    LG, Hera

    Hi Julia,

    "den Alkoholiker" gibt es nicht. Alle haben die gleiche Krankheit, aber trotzdem eine eigene Persönlichkeit. Er kann froh sein, dass du ihm eine Chance auf Entwöhnung und ein Zuhause bietest, dass du überhaupt noch da bist. Hast einen Hausrat für ihn im Keller, falls er gehen will. Das klingt gönnerhaft. Du erwartest, dass er dir Dankbarkeit zollt, für etwas, das noch in der Zukunft liegt und einen ungewissen Ausgang hat. Als ich mitten in der Sucht gefangen war, hatte ich zum Beispiel kaum Perspektiven. Du kannst (zum Glück) nicht nachvollziehen, warum ein Alkoholiker trinkt. Für einen Außssenstehenden klingt es so einfach, aufzuhören. Aber das ist es nicht.

    LG

    Dann weiß deine Frau ganz und gar nicht (über Alkoholismus) Bescheid, sonst würde sie sowas nicht raushauen. Entweder hast du es nicht drastisch genug geschildert oder sie will es nicht wahrhaben? Erfordert dringend Klärungsbedarf meinst du nicht auch?

    Das ich zu meinem Selbstschutz erst mal nur an mich denke, mich zurückziehe und viel Zeit für mich brauche. Sind im Januar auf zwei runde Geburtstage eingeladen und da wird definitiv getrunken, ich gehörte immer zu denen mit den man am meisten trinken kann. Ist Familie, absagen, hingehen und nichts trinken, betrifft ja nicht nur mich, habe Frau und Kids. Will meinen Kindern nicht sagen das wir absagen weil es da alkohol gibt und ich zu schwach bin.

    Sowas ist schon blöd, wenn die Leute nicht Bescheid wissen. Mein Mann war da auch nicht immer begeistert, alleine loszugehen, weil die immer ihn gefragt haben, wo ich bin und warum ich nicht mitgekommen bin. Ich hab auch immer eine passende Entschuldigung/Ausrede parat gehabt, da war mir auch egal, ob mir geglaubt wird oder nicht. Da haben die, die einfach kommunizieren, dass sie Alkoholiker sind und deswegen fern bleiben, definitiv die beste und ehrlichste Erklärung.

    Zum Glück nur ein einziges Mal, ziemlich am Anfang meiner Abstinenz. Ich hab ihn nicht mal direkt als solchen erkannt. Ähnlich wie bei Nayouk, innere Unruhe, Nervosität und komisches Bauchgefühl.

    Hab dann sofort hier geschrieben, parallel verschiedenes Essen gekocht (auch seltsam im Nachhinein) und danach recht lange mit einem damaligen Shg-Mitglied (reale Gruppe) telefoniert.

    Ich konnte ihn dann auch einordnen, wusste, warum ich ihn hatte - anstehendes Gespräch, auf das ich keinen Bock hatte - und die Erkenntnis hat mir dann schon mal was gebracht: Sowas in Zukunft zu lassen. Vor solchen Gesprächen hab ich mir jahrelang nämlich immer Mut angetrunken.

    Ich lenke mich derzeit ab, indem ich alte Sachen aussortiere. Hab mir vorgenommen Tagebuch zu schreiben. MIt positiven und negativen Gefühlen.

    Welche Strategien hast Du ?

    LG

    Carrie

    Ich hatte eine andere Ausgangslage, das Soziale betreffend. Ich musste mich da eher rausnehmen, nicht mehr an Veranstaltungen und Treffen im Freundeskreis teilnehmen. (Solch eine FirmenveranstaItung würde ich direkt canceln.) Dann hab ich hier viel gelesen und geschrieben. Ist auch wie ein Tagebuch.

    Das mit deiner Mutter ist natürlich sehr anstrengend, damit bist du wohl alleine?

    Es gibt auch genügend Egoisten, die keine Alkoholiker sind. Beim Saufen wurde ich zwangsweise zum Egoisten, weil die Sucht einen fernsteuert und ich diese als allererstes stillen musste, bevor ich mich anderen Dingen widmen konnte. Das beschließt aber irgendwann nicht mehr der Mensch selbst. Ist bisschen wie Depersonalisierung find ich.

    Beim Trockenwerden war das reiner Selbstschutz, irgendwo erstmal wegzubleiben oder auch bestimmte Menschen zu meiden. Hat nichts mit Egoismus zu tun.

    Was meinst du damit, dass trockene egoistisch werden?

    Willkommen hier bei uns und gut, dass du die Kurve kriegen willst.

    Ich lese heraus, dass du wegen viel Verantwortung angespannt bist und deshalb getrunken hast? Wie regelst du das jetzt nüchtern? Hast du Methoden, um schlechte Gefühle loszuwerden?

    LG, Hera (Alkoholikerin)

    Ich hab auch eine Münze im Geldbeutel. Mit einem Kamel und einem Spruch drauf, die hab ich in meiner realen Shg bekommen. Und die Zahlen auf meinem Nummernschild sind mein Geburtsjahr und das Jahr, in dem im aufgehört habe, zu trinken.