Das stimmt. Der Spruch stammt nicht von mir. Ich find ihn gut und passend, aber im wissenschaftlichen/ärztlichen Sinne ist das Wort "Heilung" natürlich falsch. Aber trotzdem danke für's drauf hinweisen.
Beiträge von Hera
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Du hast vom Freifahrtschein zuhause geschrieben und hältst dir damit eine Hintertür offen bzw. kannst es darauf schieben, dass du nicht unterstützt oder ernst genommen wurdest. Das ist gefährlich. War dein Rückfall überhaupt Thema?
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Dann weiß deine Frau ganz und gar nicht (über Alkoholismus) Bescheid, sonst würde sie sowas nicht raushauen. Entweder hast du es nicht drastisch genug geschildert oder sie will es nicht wahrhaben? Erfordert dringend Klärungsbedarf meinst du nicht auch?
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Das klingt kräftezehrend. Wer kümmert sich, wenn du auf Arbeit bist? Und die Firmenfeier absagen ist keine Option?
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Das ich zu meinem Selbstschutz erst mal nur an mich denke, mich zurückziehe und viel Zeit für mich brauche. Sind im Januar auf zwei runde Geburtstage eingeladen und da wird definitiv getrunken, ich gehörte immer zu denen mit den man am meisten trinken kann. Ist Familie, absagen, hingehen und nichts trinken, betrifft ja nicht nur mich, habe Frau und Kids. Will meinen Kindern nicht sagen das wir absagen weil es da alkohol gibt und ich zu schwach bin.
Sowas ist schon blöd, wenn die Leute nicht Bescheid wissen. Mein Mann war da auch nicht immer begeistert, alleine loszugehen, weil die immer ihn gefragt haben, wo ich bin und warum ich nicht mitgekommen bin. Ich hab auch immer eine passende Entschuldigung/Ausrede parat gehabt, da war mir auch egal, ob mir geglaubt wird oder nicht. Da haben die, die einfach kommunizieren, dass sie Alkoholiker sind und deswegen fern bleiben, definitiv die beste und ehrlichste Erklärung.
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Zum Glück nur ein einziges Mal, ziemlich am Anfang meiner Abstinenz. Ich hab ihn nicht mal direkt als solchen erkannt. Ähnlich wie bei Nayouk, innere Unruhe, Nervosität und komisches Bauchgefühl.
Hab dann sofort hier geschrieben, parallel verschiedenes Essen gekocht (auch seltsam im Nachhinein) und danach recht lange mit einem damaligen Shg-Mitglied (reale Gruppe) telefoniert.
Ich konnte ihn dann auch einordnen, wusste, warum ich ihn hatte - anstehendes Gespräch, auf das ich keinen Bock hatte - und die Erkenntnis hat mir dann schon mal was gebracht: Sowas in Zukunft zu lassen. Vor solchen Gesprächen hab ich mir jahrelang nämlich immer Mut angetrunken.
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Ich lenke mich derzeit ab, indem ich alte Sachen aussortiere. Hab mir vorgenommen Tagebuch zu schreiben. MIt positiven und negativen Gefühlen.
Welche Strategien hast Du ?
LG
Carrie
Ich hatte eine andere Ausgangslage, das Soziale betreffend. Ich musste mich da eher rausnehmen, nicht mehr an Veranstaltungen und Treffen im Freundeskreis teilnehmen. (Solch eine FirmenveranstaItung würde ich direkt canceln.) Dann hab ich hier viel gelesen und geschrieben. Ist auch wie ein Tagebuch.
Das mit deiner Mutter ist natürlich sehr anstrengend, damit bist du wohl alleine?
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Es gibt auch genügend Egoisten, die keine Alkoholiker sind. Beim Saufen wurde ich zwangsweise zum Egoisten, weil die Sucht einen fernsteuert und ich diese als allererstes stillen musste, bevor ich mich anderen Dingen widmen konnte. Das beschließt aber irgendwann nicht mehr der Mensch selbst. Ist bisschen wie Depersonalisierung find ich.
Beim Trockenwerden war das reiner Selbstschutz, irgendwo erstmal wegzubleiben oder auch bestimmte Menschen zu meiden. Hat nichts mit Egoismus zu tun.
Was meinst du damit, dass trockene egoistisch werden?
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Willkommen hier bei uns und gut, dass du die Kurve kriegen willst.
Ich lese heraus, dass du wegen viel Verantwortung angespannt bist und deshalb getrunken hast? Wie regelst du das jetzt nüchtern? Hast du Methoden, um schlechte Gefühle loszuwerden?
LG, Hera (Alkoholikerin)
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Ein ganzes halbes Jahr! Schön, dass du hier bist und alles Gute weiterhin

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2 Monate klingt nach wenig, ist für einen Alkoholiker aber so viel. Gratuliere dir!
Jetzt wird's klug: Sucht bedeutet, alles für eine Sache aufgeben, Heilung heißt eine Sache für alles aufgeben. -> du bist dabei!
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Ja, die kenne ich auch.

Ich habe mir zum ersten und zum zweiten Jahr selbst eine Münze besorgt. Mit 1. Jahr und dann 2. Jahr. Dann habe ich damit aufgehört. Die gilt ja immer nur ein Jahr

Genau wie bei mir. Ich hab noch die zweite. Aber von der Shg.
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Ich hab auch eine Münze im Geldbeutel. Mit einem Kamel und einem Spruch drauf, die hab ich in meiner realen Shg bekommen. Und die Zahlen auf meinem Nummernschild sind mein Geburtsjahr und das Jahr, in dem im aufgehört habe, zu trinken.
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Bit du darauf gekommen, warum du den Gedanken hattest? War irgendwas?
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vorweg: Hera , Dass du im Angehörigenbereich liest und dein erster Abstinenzversuch bis heute stabil geblieben ist, macht dich für mich zu einer Ausnahme. Ebenso scheint dein Umfeld deinen hohen Alkoholkonsum nicht in seinem tatsächlichen Ausmaß wahrgenommen zu haben – und hat deshalb wohl auch nicht so darunter gelitten, wie es viele Angehörige im entsprechenden Bereich schildern.
Alkoholiker, die den Angehörigen-Bereich nicht kennen, könnten nach den Gefühlen, Ängsten und Hoffnungen der Angehörigen fragen, um die Auswirkungen ihrer Sucht besser zu verstehen.
Hi!
Komme erst jetzt dazu zu antworten, stressiger Tag. Zunächst wollte ich wissen, wie du darauf kommst, dass meine Familie nicht gelitten hat? Hast du meinen Faden gelesen? Mein Mann hat das sowohl wahrgenommen, als auch sehr darunter gelitten. Ich habe bei der Menge getrickst, aber das war's auch. Ein großes Geheimnis habe ich nicht daraus gemacht. Alle in meinem Bekanntenkreis wussten, dass ich viel zu viel trinke.
Und ich verstehe nicht ganz was das Fragen nach Gefühlen usw. und den Auswirkungen der Sucht HINTERHER bringen soll? Ich hab doch gesehen, wie schlecht es meinem Mann ging. Und mir war bewusst, was ich alles auf's Spiel setze. Ich konnte nur viel zu lange nicht aufhören. Ich behaupte jetzt mal ganz forsch, dass jeder Alki sieht, wie schlecht es dem Partner oder den Kindern damit geht. Das KANN man gar nicht verdrängen.
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Dir nicht, manch anderen vielleicht schon. Wenn Probleme nicht angegangen werden, sondern weggespült mir Alkohol werden, heißt das für mich, dass derjenige darauf schauen sollte. Vorausgesetzt derjenige möchte das.
Ich weiß ja, warum. Und da ist ein Haken drunter, den hab ich vor fast 4 Jahren drangemacht. Aber ich zerdenke mich da jetzt nicht mehr oder halte mich daran auf. Weil es mir nichts bringt. Situationen oder Gründe zu trinken, findet man IMMER. Und den Joker, "es ist halt eine Krankheit/Sucht" ziehen irgendwann in den Diskussionen beide Parteien. Drückt aber nur Machtlosigkeit oder mangelnden Willen aus.
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Ich weiß, ich geh daran zu Grunde, wenn ich wieder trinke. Also, dass ich daran sterben werde. Ich hab gerade noch so die Kurve gekriegt. Das hab ich vor Augen. Meine Verantwortung liegt bei mir darin, dass ich da nie wieder hinkomme.
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Guten Morgen,
Meines Erachtens liegt die Verantwortung bei einem Co, genauso wie bei einem Alkoholiker, sich mit seinen eigenen Themen auseinanderzusetzen.
Nee, muss ich nicht. Zu ergründen, warum ich gesoffen habe, bringt mir persönlich nichts.
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Damit kann natürlich auch ein Nicht-Alkoholiker drohen, stimmt. Aber es spricht halt auch immer der Aspekt mit, wie klar jemand im Kopf ist, der mit so etwas droht. Und ein Alki hat halt seinen Pegel.
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Die Rückschau auf eine dysfunktionale Beziehung aufgrund von Alkohol ist für einen Co wichtig. Sie kann dem/der Betroffenen etwas für die Zukunft bringen. Aber mal ehrlich, welchen Alkoholiker hat es in seiner Saufzeit gejuckt, wie sich sein Partner fühlt? Mich nicht. Die Sucht galt es zu befriedigen und danach hab ich vielleicht mal nach den Belangen des Partners geschaut- im Suff, also auch nicht sonderlich produktiv. Eher dafür sorgen, dass er beschwichtigt ist, damit ich in Ruhe weiter saufen kann.