Beiträge von Mario22

    Hallo Ihr Lieben,

    vielen Dank. Nein, auch wenn es so klang, ich bin noch nicht in der "Ach, das war doch nicht so schlimm"-Phase. Ich befürchte, die wird kommen, aber mit Sicherheit nicht in diesen psychisch so fordernden Tagen. Eher wenn die ersten Erfolgserlebnisse eintreten, die Laune von alleine wieder besser wird...aber die Hürde will ich auch schaffen.

    Danke, guter Hinweis. Das ist glaube ich wieder dieser Versuch mit einem kleinen Späßchen einen möglichen Rückfall zu verharmlosen. Das wollte ich mir sowieso abgewöhnen. Ich habe zu lange mit flotten Sprüchen mein Getrinke vor mir selbst und anderen kleingeredet, weil "so lang man drüber lachen kann, ist es ja nicht ernst..."

    Huhu miteinander,

    will nur kurz ein Erfolgserlebnis teilen: Heute schickte ich einer alten Schulfreundin ein Bild von uns, das ich auf dem Handy entdeckt hatte. Sie schrieb das Übliche, u.a. "Wie gehts dir" - und als ich mit einem lässigen "So halbwegs" antwortete, versuchte sie direkt anzurufen und ihre Antwort klang irgendwie alarmiert.

    Dann dachte ich, okay, jetzt ruf mal zurück, damit sie sich nicht ernsthaft Sorgen macht. Und im ersten Moment des Gesprächs dachte ich "Bloooß nicht erwähnen, was dich gerade wirklich beschäftigt - das ist sonst echt peinlich, wenn sie dich nächstes Jahr beim Abitreffen mit nem Bier sieht."

    Naja, ich habe es dann im passenden Moment doch erzählt. Und gleich gesagt, wie sie es einzuschätzen hat, wenn sie mich beim nächsten Mal wieder fröhlich trinken sieht. Sie war sehr zugewandt, herzlich und hat trotzdem kein Drama draus gemacht.
    Gut, dass ich mir direkt danach am liebsten ein Bier "zur Belohnung" aufgemacht hätte, ist jetzt kein schöner Aspekt, aber den Aspekt hatte ich zum Glück dann auch selbst in der Hand ;)

    Wünsche Euch einen schönen Abend,
    Mario

    :) Ich sage nur wir sind überall ;)

    Ja. Und zwischendurch werde ich richtig wütend, dass diese Tatsache gefühlt immer noch gerne unter den Tisch gekehrt wird. Dass selbst Millionen sehr verantwortungsvolle Eltern glauben, sie müssten ihre Kinder "unter Beobachtung" zum Alkohol mitbegleiten, weil "der nun mal einfach in unserer Gesellschaft dazugehört". Jede Droge gehört zur Gesellschaft dazu, aber deswegen würde doch kein Vater sagen "Ich will wenigstens dabeisein, wenn meine Tochter sich den ersten Schuss setzt." Keiner würde sagen "Klar, koks ruhig, aber du musst einen verantwortungsvollen Umgang damit finden."

    Wenn ich aber auf einen Drink eingeladen werde, steigt noch immer eine Anspannung und Nervosität. Wie zu Beginn.... es hat sich in dem Punkt nicht oder nur kaum verbessert. Ich trinke natürlich nichts!!! Aber dieses "Nein" eventuelle Nachfragen.... keine Ahnung :/

    Da bin ich aktuell noch voll auf dem Laberflash und möchte am liebsten jedem sagen, dass ich nicht mehr trinke und warum und laaaaange Gespräche darüber führen. Komisch, aber dem Gegenüber geht es da in der Regel anders...;-)

    Herzlichen Glückwunsch! Und auf das die nüchternen Monate nun immer weiter wachsen, zu Jahren und Jahrzehnten. Das Rauchen wollte ich eine gute Woche nach der Nüchternheit ad acta legen, aber dann überkam mich doch die Sorge, dass ich mir da gerade ein bisschen viel zum Start auferlege. Aber die sind auch noch fällig!

    Neben all meinen Gedanken zum Alk bin ich gerade total krankheitspanisch. Jedes Ziepen und Wehwechen führt zu langen Internetrecherchen mit (wie üblich) anschließendem Todesurteil. Hatte ich schon in den Wochen vor meinem "Schluss mit Alk", hatte aber die dezente Hoffnung, dass sich das legt, wenn der richtige Schalter umgelegt ist. Kennt das jemand?

    Absolut!!!

    Wobei ich eine 100% Normalität nicht erreicht habe.

    Freiheit könnte man es vielleicht besser nennen.

    Glaube da ist noch eine Menge drin und wird nicht enden.

    Darf ich fragen, was 100% Normalität für Dich wären? Wie wahrscheinlich alle frisch Nüchternen beschäftige ich mich gerade gefühlt zu 98% mit allem rund um Alk, unter anderem meiner Trinkgeschichte. Als ich noch "nur Pausen" machte und "wieder entspannt trinken wollte" dachte ich, es hätte einen Punkt gegeben, an dem ich "Genusstrinker" war. Jetzt fällt mir auf, dass schon mein "Startpunkt" ein Rausch war und es mir wirklich nie darum ging, nur entspannt ein Glässchen zu trinken. War natürlich auch mal "nur" ein Glas, aber eigentlich ging es nie um Geschmack (seien wir ehrlich: Alles was vergoren ist, schmeckt nunnmal wie erbrochenes), immer um Effekt.

    Kurzes Update: Nun liegt schon über eine Woche hinter mir und immerhin habe ich mir nicht eingeredet "Ach, gerade ist der falsche Zeitpunkt". Ich habe wenig echte Begierde nach Alk, aber ich kämpfe sehr mit den ganzen Emotionen, die gerade auf mich einprasseln.
    Habt einen guten Tag,
    Mario

    Hallo Fibonacci,

    herzlichen Dank für Deine Erfahrungen. Ja, wenn sich da nichts ändern sollte, wäre natürlich ein Gang zum Arzt erforderlich. Aber gerade habe ich das Gefühl, meine Sucht feuert psychologisch aus allen Rohren, weil sie merkt, dass sie diesmal - anders als bei meinen tollen Trinkpausen, die ja nur dazu dienten, dann wieder beruhigt schnellstmöglich ins alte Muster zurückzukehren - diesmal wirklich gefährdet ist. Aber ich bleibe dran. Schönes Wochenende Euch allen.

    Ja, bei den Strategien gibt es gerade beim Punkt "Belohnungen" Schwierigkeiten. Bei Anlässen, die mir nicht passen, kriege ich "einfach gehen" recht gut hin, wenn ich nüchtern bin, schaffe ich auch die morgendliche Angstattacke deutlich früher zu beenden, indem ich einfach aufstehe statt noch verkatert mich ewig diesen Gefühlen hinzugeben. Bei alternativen Belohnungen fühlt sich aber alles nach "Betrug" an, da ich mir weder Sport noch Spaziergänge noch Süßigkeiten versage und wenn ich es damit versuche eigentlich nur denke "Grmpf, ich will kein Snickers. Ich will ein Bier!" Ich glaube, ich muss da das doch sowieso vorhandene Glücksgefühl, etwas überstanden/geleistet zu haben für sich wieder spüren und genießen können.

    Hallo und vielen Dank für die freundliche Aufnahme. Da ich eh nicht so eine Partymöwe bin, kriege ich die glaube ich gut vermieden. Wobei ich die auch in bisherigen Trockenwochen nie als die großen Triggermomente empfunden habe. Als wirklich gefährlich nehme ich eher die "Belohnungsdrinks" wahr - die Belohnung für den überstandenen doofen Arbeitstag, das unangenehme Gespräch oder auch weil ich wirklich mal was Tolles geschafft habe.Oder eben den Alk als Angstdämpfer, obwohl ich da komplett bei dir bin - die richtig, richtig fiesen Angstzustände waren bei mir, soweit ich mich erinnere, immer an Folgetagen von bösen Abstürzen. Insofern dürfte mir zumindest schon mal morgen kein Angstzustand ins Haus stehen...;-)

    Hallo Aurora,

    vielen Dank für den Artikel. Ich habe schon gemerkt, dass ich beim Einstieg wohl etwas knapp war. Viel habe ich auf dem Weg zum alkfreien Leben noch nicht geschafft, aber immerhin: Der Arztbesuch mit Ansprache des Alkoholproblems und Blutbild waren schon drin. Eine stationäre Entgiftung wurde hierbei nicht als notwendig erachtet, die Erreichbarkeit, falls es zu körperlichen Beschwerden kommen sollte, ist aber gegeben. Allerdings ist es mir körperlich auch bei den schon erwähnten Trinkpausen nie schlecht gegangen (eher im Gegenteil), daher rechne ich da nicht wirklich mit. Ich bin jetzt seit Sonntag ohne und fühle mich körperlich gut. Ich weiß nicht, ob es an meinem Trinkverhalten liegt, dass ich da nicht zu mehr körperlichen Reaktionen neige - ich habe nie täglich getrunken und 1-2 im Jahr gab es mehrwöchige Trinkpausen. Hat aber leider nichts daran geändert, dass ich mit schöner Regelmäßigkeit 2,3,4-mal die Woche dann einfach nicht aufhören kann, wenn ich das erste Glas intus habe.

    Hallo miteinander,

    ich bin Mario und ich habe - Überraschung - ein Problem mit Alkohol. Alle hübschen Versuche mit Trinkregeln, Trinkpausen usw. habe ich schon durch und gebe jetzt offen zu: Ich habe kein "kritisches Trinkverhalten" - ich habe es schlicht nicht unter Kontrolle. Ich trinke, um locker zu werden, ich trinke, um mich nicht zu langweilen, ich trinke, um meine Ängste zu verlieren. Klappt auch alles. Nur dummerweise kommen alle häßlichen Gefühle am nächsten Morgen doppelt und dreifach so stark zurück. Daher will ich jetzt endlich den Weg in ein Leben ohne Alk finden und hoffe, hier ein paar Mitstreiter zu finden.

    LG,

    Mario