Beiträge von mollyfisch

    Hallo PetraPetra, ohne den Alkohol hätte ich mich wohl nicht getrennt, weil die meisten Macken hatte er ja schon immer. Wir haben uns die letzten Jahre unterschiedlich weiter entwickelt. Das ist ja auch erstmal normal. Durch den Alkohol war ja die Stimmung eh schon schlecht und vielleicht stören einen die Macken dann umso mehr. Einiges an Veränderungen sind aber natürlich auch auf den jahrelangen Konsum zurückzuführen.

    Man weiß halt nicht wie es heute ohne Alkohol wäre.

    LG

    Das Problem ist, wenn der Alkohol nicht wäre hätte ich mich wahrscheinlich nicht getrennt. Ich Moment weiß ich ehrlich gesagt gar nicht wie meine Gefühle noch waren/sind. Ist es noch Liebe oder nur ein man hat ihn lieb und macht sich auch Sorgen wie es mit ihm weitergeht. Das schwankt bei mir im Moment von ich vermisse ihn und würde ihn am liebsten in den Arm nehmen bis zu ich möchte ihn nicht mehr haben. Erscheint er mir normal kommen sofort die Zweifel, habe ich das Gefühl er hat getrunken bin ich eins mit meiner Entscheidung.

    Ich sehe durchaus das es ihm schlecht geht. Aber mir ging es halt auch die letzten Monate und Jahre schlecht. Das hat ihn nicht zum Handeln bewogen.

    Wenn ich so zweifle versuche ich immer mir die Situationen in Erinnerung zu rufen die mich so wütend und hilflos machten, in denen ich manchmal das Gefühl hatte nicht zu wissen wohin mit meiner Wut, die mir den Schlaf raubten. Manchmal dachte ich ich stehe vor lauter Wut und Hilflosigkeit in mir kurz vor dem Nervenzusammenbruch.

    Ich weiß für mich das ich es nicht wieder aushalten würden jeden Tag mit dem Gedanken zu leben hat er heute getrunken, schläft er wieder, hat er seine Aufgaben erledigt und oder bleibt das wieder für mich, gibt es wieder Streit. Die ständigen Enttäuschungen. Die würde ich einfach nicht mehr aushalten und das ist es letztlich was mich davor bewahrt wieder schwach zu werden.

    Seit unserer Trennung von 2,5 Wochen habe ich mir jeden Tag meine Gedanken und Gefühle aufgeschrieben damit ich im Zweifel immer mal wieder zurückblättern kann und sehe wie es mir ging.

    LG

    ……du hattest schon halbherziges kümmern von Ihm…….

    Das halbherzige kümmern kam aber nicht weil er es wollte sondern er hat es mal kurz versucht um seine Ruhe zu haben oder damit wieder Frieden ist. Andere nennen es auch "den anderen wieder auf Spur bringen". Wenn ich dann wieder Ruhe gab und Frieden herrschte dauerte es manchmal 2 -3 Wochen, jetzt am Schluss nur noch Tage bis er wieder im alten Trott war.

    LG

    Hallo Petra und Lütte,

    danke für eure Antworten. Ja ich tue mich schon schwer mit meiner Entscheidung. Das gebe ich zu auch wenn ich weiß das es die richtige Entscheidung ist. Mein Mann war auch unter Alkohol nie ein A..... Hier liest man viel von verbaler und auch körperlicher Gewalt, von Beleidigungen, Abwertungen, Respektlosigkeit usw. Das gab es bei uns mit ganz wenigen Ausnahmen (dann aber im Streit auch von beiden Seiten) nicht. Vielleicht fällt es mir deshalb auch schwerer. Ich weiß es nicht.

    Im November plane ich mal 2-3 Tage an der Ostsee. Hier in Sachsen haben wir ja einen Feiertag. Da bietet sich das mal an. Mal schauen wie das dann alleine ist.

    LG

    Hallo in die Runde,

    mir geht es soweit gut. Ich muss nicht mehr so oft weinen, aber die Frage ist es die richtige Entscheidung die kommt immer wieder. Auch der Blick in die Zukunft macht mir manchmal Angst. Allein weiter durchs Leben gehen möchte ich nicht. Aber findet man noch mal einen Partner? Was ist wenn nicht?

    Alleine Urlaub, alleine auf Partys, Kino usw allein?, kann das überhaupt Spaß machen? Man weiß aber auch das es so wie bisher eben auch nicht funktioniert. Das Problem bei mir ist das es mich bedrückt das ich die schönen Momente nicht mehr mit ihm erleben werde. Das ist eben nur ein geringer Teil unserer gemeinsamen Zeit gewesen. Den größten Anteil hatte aber nun mal die Zeit in der ich unzufrieden und unglücklich war.

    Hundekind geht es übrigens gut. Alles gut überstanden.

    LG

    Liebe Petra,

    es ist bemerkenswert wie du und auch andere es schaffen sich in der Partnerschaft so abzugrenzen und auf sich selbst zu achten. Das kann und konnte ich leider nicht. Ich konnte einfach nicht darüber wegsehen und mein Ding machen. Ich musste darauf reagieren weil es mich so wütend gemacht hat und ich so ohnmächtig war. Wahrscheinlich bin ich schon an dem Punkt gewesen wo ich nicht mehr bereit zu Kompromissen war. Nur habe ich es selbst für mich nicht erkannt. Ein oder zwei Jahre früher wäre ich vielleicht noch eher dazu bereit gewesen, aber der Partner muss natürlich trotz allem auch an sich arbeiten. Nur sich selbst schützen während der andere einfach so weiter macht wird wohl auf Dauer nur schwer funktionieren für die meisten.

    Ich wünsche dir viel Erfolg und Kraft.

    LG

    Wie bitter das ist, es schwarz auf weiß aus der "anderen Sicht" zu lesen. Als Co. versteht man das viel zu spät. Was hätte man sich an Kraft, Tränen und Illusionen sparen können. Aber immer denkt man: "ICH schaffe es, ihm die Augen zu öffnen, ihn zu retten." Und irgendwann liegt man förmlich am Boden wie ein Häufchen Elend und schämt sich.

    Guten Morgen, ich habe auch immer gedacht ich kann ihm helfen. Bücher besorgt, Ansprechpartner besorgt, geredet und geredet, geschimpft, geweint, das ganze Programm halt. Die Reaktion war immer die gleiche. ER hat sich oder nur halbherzig gekümmert. Oder es kamen halt die Sprüche "ich nerve, ich gehe ihm auf den Sack usw..

    Aber wir alle erkennen irgendwann das wir allein nichts ausrichten können wenn der andere es nicht wirklich für sich will. Nachdem ich mir das eingestanden habe konnte ich für mich die endgültige Entscheidung treffen.

    LG

    Hallo Elly,

    ich habe eher zu niedrigen Blutdruck. Der letzte Checkup war im Mai. Da war alles i.O..

    Denke es liegt daran das es momentan einfach viel ist. Die Trennung, der Papierkram, Planung Hausverkauf, Zukunftssorgen- und Ängste, wie läuft es mit der Arbeit weiter, die Preisexplosionen usw.. Da kommt gerade einfach viel zusammen. Der Hund ist auch noch krank und wird morgen operiert. Na ja, da kann man glaube ich auch nicht wirklich abschalten.


    LG Grit

    Guten Morgen in die Runde,

    heute habe ich den Termin beim Anwalt. Seit heute morgen habe ich wieder Magengrummeln, ich weiß gar nicht warum. Irgendwie ein komisches Gefühl.

    Ansonsten komme ich ganz gut klar, zwischendurch kommen schon mal ein paar Tränen, aber nur kurz dann geht es wieder. Aber ich schlafe sehr schlecht. Ich werde gefühlt 50000 mal wach und der erste Gedanke ist immer "es ist wirklich vorbei". Das durchfährt mich immer wie ein Stromstoß. Ihr kennt das sicher.

    Allerdings habe ich die letzten Jahre schon sehr schlecht geschlafen. Ich habe es auf die WJ geschoben aber vielleicht lag es auch daran dass ich mir immer und ständig Gedanken gemacht habe um ihn und wie es weitergehen wird.

    Hoffentlich wird das bald besser, ansonsten muss ich mir eventuell doch mal irgendwas verschreiben lassen damit ich innerlich etwas zur Ruhe komme.

    So schlecht wie ich schlafe so sehe ich auch aus. :(

    Mein Mann hat mir ja gestern gesagt das er auch der Meinung ist es ist besser so. Irgendwie nagt das an mir. Die Einsicht das es vor allem durch den Alkohol so gekommen ist fehlt so ein Stück weit. Auch kommt so kein Bedauern dass wir alle gerade alles verlieren was wir uns aufgebaut haben.

    LG

    Hallo, ich habe am Samstag bei der abendlichen Hunderunde lange mit meinem Sohn gesprochen. Das hilft mir so unglaublich. Er hat mir auch Dinge gesagt die mich sehr betroffen machen (wie es ihm die Jahre ging z. B.). Nach diesen Gesprächen bin ich immer wieder sehr bei mir und meiner Entscheidung.

    Mein Mann hat heute mit mir geredet. Er sieht es wie ich, die Trennung ist richtig. Er meinte unsere gegenseitigen Erwartungen sind zu hoch. Wir kommen da nicht mehr zueinander. Es hat mich ein wenig getroffen, weil ich das Gefühl hatte, das er eher mir die Schuld gibt.

    Aber gut ich kann es nicht ändern. Wenigstens schaffen wir es normal miteinander zu reden.

    Hallo Anneliese, ich hoffe dir geht es etwas besser. Ich habe mich vor knapp 2 Wochen getrennt und kann das voll nachvollziehen. Es ist für den der sich getrennt hat nicht wirklich einfacher, ich finde eher im Gegenteil. Mein Mann weiß ich will ihn nicht mehr. Er weiß dass ich klarkomme. Ich bin diejenige die immer wieder grübelt ob es der richtige Schritt ist und ich mache mir Sorgen wie er klarkommt.

    Ich hatte vergessen wie sich Liebeskummer anfühlt. Lass den Tränen freien Lauf. Es wird besser werden. Das dauert halt seine Zeit.

    LG

    Trotzdem hat er mich weiterhin oft nicht ernst genommen. Auch in der Zeit seiner Nüchternheit. Ich war einfach immer zu wankelmütig gewesen, hatte in meiner Wut vieles ausgesprochen und nie eingehalten. Grenzen gesetzt und diese sofort wieder eingerissen. Wenn er dann wieder freundlich zu mir war. Das ist eben Teil auch der Verbindung Co/Alkoholiker (nass). Aus Angst, Schuldgefühlen, Verantwortlichkeiten und Sorge geben wir Cos nach und schöpfen Hoffnung. Der Alkoholiker weiß das und reagiert dementsprechend. Er verspricht Besserung, wird plötzlich freundlich und aktiv, so, als wäre alles in bester Ordnung

    Genau das ist das Problem. Bei mir war es auch so. Gedroht und wieder eingeknickt. Immer und immer wieder. Aber diesen Kreislauf zu durchbrechen ist nicht einfach. Allerdings hilft es keinem wenn man so weitermacht. Der Abhängige macht weiter und dem Co geht es immer schlechter.

    Hallo,

    bei der ersten Trennung von meinem Mann hat seine Schwester gesagt " Sie findet es schade das ich ihn fallen lasse wo er mich gerade brauch". Dieser Satz hat mich doch sehr getroffen.

    Ich habe Sie bei der jetzigen Trennung angerufen um ihr Bescheid zu geben, wie der Stand ist. Da sagt sie doch zu mir" ja die Probleme sind jetzt auch psychisch weil du ihn ja vor einigen Wochen fallen lassen hast. Das hat ihm sehr zugesetzt." Ich habe nicht mehr viel dazu gesagt. Von der Seite ist nichts zu erwarten, Verständnis auch für meine Seite ist nicht vorhanden. Seine Mutter meinte wenn ich nicht mehr kann sollte ich mich mal eine Woche krankschreiben lassen. Als ob es damit gut wäre. Ich habe ihr dann nur gesagt das nicht ich sondern ihr Sohn krank ist.

    Das "fallen lassen" hat für mich eher einen sehr negativen Beigeschmack. Ich würde es für mich lieber als loslassen bezeichnen.

    Der Partner seiner Schwester trinkt, sein Bruder trinkt, ich denke sein Vater hat auch getrunken, die wissen schon sehr genau was da auch mit mir los ist. Aber keiner von denen gibt zu das es ihnen eventuell auch nicht gut geht. Ich weiß aber aus Gesprächen das auch dort nicht Friede und Freude herrscht.

    LG

    Guten Morgen,

    heute geht es mir nicht so gut. Ich kam gestern nach Hause, er hat wohl geschlafen. Gut das macht es leichter. Gegen Abend kam er kurz hoch sich einen Kaffee holen, wir haben 2/3 Sätze geredet und er ging wieder. Seitdem hat es mich wieder im Griff. Die Zweifel. Und es tut so verdammt weh.

    Im Moment ist es einfach nur schlimm. Ich möchte ihn in den Arm nehmen und ihn und mich trösten, ihn einfach spüren. Mein Gott wann hört das auf.

    ..... für dich dreht sich doch auch alles um ihn. Du kannst da aber aussteigen und den Fokus auf dich richten. Was möchtest Du? Sich selbst wahrnehmen, seine Bedürfnisse und Grenzen wieder neu kennenlernen ist ein wichtiger Schritt.

    sonnige Grüße

    Lütte

    Richtig. Und ich bin dabei. Seit einigen Tagen fühle ich mich nicht mehr verantwortlich und tue auch nichts mehr für ihn. Mir ging es auch sofort besser. Auch habe ich seit 2 Tagen kein Magengrummeln mehr auf der Heimfahrt. Es ist mir egal ob er schläft oder getrunken hat. Ich habe meine Entscheidung getroffen.

    Alles weitere kann jetzt nur Schritt für Schritt erfolgen. Sein möglicher Auszug, Hausverkauf, eine WG für mich und eine für meinen Sohn ...... Da wartet noch viel Arbeit auf mich und da brauche ich auch noch Kraft.

    Aber diese Gedankenkarussell was wäre gewesen wenn und hätte ich vielleicht doch, und wird es vielleicht doch usw. usw. lässt sich leider auch nicht von heute auf morgen stoppen.


    LG

    Denn anscheinend habe ich meinen Mann in den Alkohol getrieben.

    Hallo Seepferdchen2022,

    dein Mann hat entschieden zu trinken. Auch ich suche immer noch die Mitschuld bei mir. Aber wir sind nicht schuld. Ich trinke ja auch nicht obwohl ich in den vielen Jahre auch sehr sehr viel ertragen musste. Ich habe andere Wege gefunden damit umzugehen. Und diese Wahl hätte auch dein Mann gehabt.

    Gibt es in deiner Nähe Vereine wo du vielleicht mal vorbeischauen kannst? Etwas ehrenamtliches vielleicht? Wie sieht es in deiner Nachbarschaft aus? Gibt es da jemanden der vielleicht auch allein ist?

    LG

    Einige Dinge sind ja auch erst als Reaktion auf seine Trinkerei passiert.

    Und irgendwie drehte sich die Welt immer um ihn. Seine Arbeit, seine Trinkerei, der Tod des Bruders, Kurzarbeit Corona usw. . Das ewige Selbstmitleid, permanentes Meckern über alles und jeden und niemals die eigenen Fehler sehen oder gar mal was ändern.

    LG

    Ja Achelias, du hast vollkommen Recht und im Grund weiß ich das auch.

    Aber mit Verstand und Herz ist das ja nun mal so eine Sache. Die funktionieren leider nicht immer im Gleichtakt. Ich habe mir gestern mal 2 Bücher zum Thema Co-Abhängigkeit bestellt.

    Beim Lesen hier und auch bei den Antworten erkennt man ja welche eigenen Baustellen man hat. Hier muss ich meine eigenen Schwachstellen für mich erkennen und daran arbeiten. Sollte ich nochmal das Glück haben einen neuen Partner kennenzulernen möchte ich natürlich nicht die gleichen Fehler machen.