Hallo Siri,
vielen Dank für deine ausführliche Nachricht zu deinen eigenen Erfahrungen und die hilfreichen Tipps.
Es klingt als hättest du einen guten Weg im Umgang mit deiner Mutter gefunden. Und es ist auch super, dass sie deine Entscheidungen akzeptieret. Ich hoffe ich finde auch einen Weg im Umgang mit meinem Vater. Bei ihm ist es so, dass er sich für eine Sache bedankt, aber zwei Stunden später ist es bereits möglich, dass er die gleiche Sache niedermacht und klein redet, z. B. dass ich das ja bereits vor Monaten hätte machen können.
Wenn man mit einem Alkoholiker aufgewachsen ist, gibt es wohl immer Erfahrungen von Missbrauch und Instrumentalisierung sowie Rollenumkehr oder sonstige traumatisierende Erlebnisse.
Das ist wohl wahr. Ich glaube jeder der mit einem alkoholabhängigen Elternteil aufgewachsen ist hat in diese Richtung einiges erlebt. Für den einen weniger bewusst als für den anderen. Man wird als Kind extrem dadurch geprägt, die Folgen sind als Erwachsener natürlich spürbar. Daher finde ich es auch so toll, dass es möglich ist in diesem Forum Austausch zu finden. Es ist das eine sich mit Freunden oder anderen nahestehenden Personen auszutauschen, die sind zwar für einen da, können aber solche Situationen nicht so nachvollziehen wie die Menschen im Forum.
Wie gesagt werde ich die Untersuchung nächste Woche abwarten, bis ich überhaupt zu 100% weiß was die Ärzte meinen.
Für mich steht auf jeden Fall fest, ich kann und möchte meinen Vater nicht pflegen. Das kann ich psychisch nicht.
Diese Widersprüchlichkeit kenne ich von meiner Mutter auch. Ich habe aufgehört, es verstehen zu wollen. Seit ich solche Dinge nicht mehr zu verstehen versuche und damit dann auch irgendwie implizit bewerte, geht es mir besser.
Sollte ich wahrscheinlich auch versuchen. Ich merke immer wieder, dass mein Vater und ich uns in fast allen Lebenseinstellungen unterscheiden. Für mich ist vieles was er sagt widersprüchlich. Das was er täglich verlangt und fordert ist für mich vollkommen unverständlich. Ich begreife seine Einstellung nicht und verzweifle an Diskussionen. Diese rauben mir auch viel Energie. Meinen Standpunkt klar zu machen bringt zu in 99% der Fälle nichts. Das ist auch denke ich der Grund, wieso er meine Grenzen nicht akzeptiert, diese scheinen für ihn völlig unverständlich zu sein.
Ich wünsche dir eine gute Nacht.
Lg Lara