Beiträge von Eldamalu

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Die Freischaltung für den geschützten Bereich kann nach frühstens 4 Wochen erfolgen. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.

    Mir wurde irgendwann richtig klar, dass ich meinen Mann keinen einzigen Abend nüchtern für mich hatte.

    Nicht für ein Gespräch, nicht für Zweisamkeit, immer nur alkoholisiert - auch wenn man es ihm nicht angemerkt hat.

    (das war auch sicher der Grund, warum ich mir jahrelang nichts dabei gedacht habe.)


    Vor vier Jahren oder so hat er mal von sich aus versucht, das Trinken aufzugeben - eine Woche oder etwas länger hat es geklappt.


    Ich fand diese Tage so angenehm - zu wissen, dass er voll und ganz da ist, dass er einfach er selbst ist, ohne Promille.


    Vielleicht ist auch das einfach diese unterschwellige Belastung, die man empfindet - das der trinkende Mensch nie ganz er selbst ist, sondern eine betäubte Version.

    Danke für eure aufbauenden und verständnisvollen Antworten. Das rührt mich sehr, und es ist ein ganz neues Gefühl, dass es Menschen gibt die Ähnliches erlebt haben.


    Das ist ja gar nicht mein eigener Thread im Forum, und ich hoffe es ist ok, wenn ich an der Stelle dennoch weiterschreibe ( Bobbele )

    ansonsten verschiebe ich das in meinen Beitrag.


    Ich hoffe ich falle niemanden auf die Nerven mit einem wiederholten „Ja,aber…“ …doch im Moment fühle ich mich einfach verunsichert, verletzt und scheine keinen inneren Kompass mehr zu haben, der mir sagt, was richtig ist.


    Ich höre bzw. lese hier oft, dass sich Partner ebenfalls zurückgezogen oder sich ablehnend, hart, kalt etc. verhalten haben - weil ihre Hoffnungen enttäuscht wurden, weil doch wieder Alkohol getrunken wurde etc.

    So Ist das bei mir nicht, bzw. ich kann es nicht sehen im Nachhinein.

    Ich weiß einfach nicht, warum ich so war und habe schon mehr als einmal an meinem

    Charakter gezweifelt.

    Es gab niemals die Situation, dass er mich enttäuscht hat, weil er wieder trinkt - weil es nie eine Abmachung gab. Der Alkohol war fast kein Thema bei uns, da habe ich fast gar nichts dazu gesagt. In all den Jahren kann ich es, glaub ich, an einer Hand abzählen

    Ich hab auch nie gewollt, dass er einen Entzug macht oder Gespräche mit ihm in dieser Richtung geführt.

    Er hat sein tägliches Bier getrunken

    (Insgesamt wahrscheinlich mehr als ich mitbekommen habe) und ja.


    Es waren andere Sachen, die schlimm für mich waren. Seine häufige Abwesenheit, dass er meist nicht Bescheid gesagt hat, wenn er später kommt. Ich war viel mit den Kids alleine. Sowas.

    Ich hatte auch so oft das Gefühk, dass er nicht richtig ‚da‘ war, auch wenn er zuhause war!

    Entweder war er richtig viel am Handy, oder er hat sich ins Bett gelegt und geschlafen (immer müde, da Schlafstörungen) oder er ist in die Garage ‚aufräumen‘ (mit Radio

    an und jeder Menge Bier)…. also ich habe einfach den Eindruck im

    Laufe der Jahre bekommen, dass er gar nicht gerne Familienvater ist.

    Etwas sehr schlimmes war, als er in einem

    Streit gesagt hat, er hätte uns alle

    jahrelang durchgefüttert. Durchgefüttert! Als wären wir so Strassenköter, die man durchgefüttert hat.

    Für mich als Mutter von 4 Kindern, jahrelang 24/7 für alle und jeden da und so ausgelastet, dass an arbeiten nicht zu denken war, war das schon ein Schlag ins Gesicht.

    Für mich war es auch schwer allen in der Familie gerecht zu werden… das ging eigentlich nicht, aber ich habe es versucht.

    Die Kinder hatten wahrscheinlich immer Vorrang und die Ehe ist einfach immer mehr ins Hintertreffen geraten.

    Wer vor wem zuerst den Respekt verloren hat… schwer zu sagen.

    Auch wenn das jetzt komisch klingt, mein Mann ist eigentlich ein ganz Lieber, romantischer Mensch und hat ein gutes Herz - verzweifelt ist er an meiner Mauer, die ich errichtet habe.


    Und deshalb frage ich mich manchmal, ob ich nicht den Alkoholkonsum als Grund vorschiebe, um mein Verhalten zu rechtfertigen.

    Ein Verhalten, das ich, wie gesagt, mir nicht erklären kann.

    Ich habe nicht, wie viele hier, uM die Beziehung, Ehe gekämpft, nein, ich habe sie voll bewusst gegen die Wand gefahren, so

    richtig sabotiert.


    Keiner macht sich hier eine Vorstellung davon. Ich habe ihm teilweise nicht mehr richtig gute Nacht gesagt. Wenn er mich in den Arm nehmen wollte, hab ich ihn meist abgewiesen. Ich war genervt von allem

    möglichen, sarkastisch und unfreundlich.

    und das nicht nur hin und wieder sondern richtig richtig oft.

    Und jeder Streit hat es noch verschlimmert.


    Erst jetzt mit Abstand und alleine, sehe ich das. Diese Gedanken kommen immer ins immer wieder.

    Die Version dass er eigentlich das Opfer ist und ich die Schlimme (wie er es auch sieht und auch in seinem Bekannten und Freundeskreis erzählt) … was mache ich nur damit??

    Es musste bei mir so Knallen, sonst würde ich jetzt immer noch trinken. Im Endeffekt hatte dieser Knall was Gutes.

    Da ER gegangen ist, war es für mich ein Knall. Ein schlimmer Knall.

    Ihm geht es ja jetzt besser, seinen Worten nach. Endlich frei. Frei von familiären Druck. Frei von der abweisenden Ehefrau… etc.

    Insofern denke ich nicht, dass er ins Grübeln kommt oder mal darüber nachdenkt, dass sein Alkoholkonsum nicht mehr gesund ist (gesund ist er ja nie aber ich meine in dem Sinne, dass man es noch im Griff hat).

    Also es wird einfach nur das gesehen, was er mit mir mitgemacht hat.

    Seine Eltern haben mir das auch knallhart gesagt. Sie freuen sich für ihren Sohn.

    Aber ich kann jetzt nichts anderes tun als es versuchen loszulassen und mich um mich und die Kinder zu kümmern.

    Aber es tut oft verdammt weh.

    Der tolle Mensch und der Mann, den ich mal geheiratet habe, fehlt mir sehr.

    Fehler, hmm, ich denke der eine Part ist Alkoholabhängig, also krank und der andere Part, sowie ich es hier verstehe auch, also Co-Abhängig. Dann würde ich das nicht als Fehler bezeichnen. Man hat ja nur auf das was man da erlebt reagiert.

    meinst du es wäre so oder so den Bach runtergegangen, egal wie ich mich verhalten hätte?

    Ich finde das alles so schwierig, weil ich im Moment wieder das Gefühl habe, dass ich so viel versäumt habe..

    Mit den Sätzen meines Mannes im Ohr als und nachdem er gegangen ist, fühle ich mich halt so niedergeschlagen und traurig. Mein Mann war in der Hinsicht toll, dass er immer wieder auf mich zu kam und versöhnlich war, hat sich um mich bemüht auf seine Weise. Nach einem Streit war er derjenige, der wieder nach vorne geschaut hat.

    Ich hab mich im Laufe der Zeit gar nicht mehr bemüht, war einfach nur so unfassbar verschlossen, dass ich das gar nicht mehr an mich rangelassen habe. Er hat sehr gelitten unter meiner abweisenden Art, hat das auch oft genug kommuniziert.

    Mit diesem Teil der Geschichte komme ich ganz schlecht klar.

    Ich fühle mich manchmal wie der letzte Mensch und bereue mein unfreundliches und liebloses Verhalten sehr.

    Denn ich bin im Grunde meines Herzens genau das Gegenteil.

    Auch dass er gesagt hatte, ich hätte ein Problem… das kann ich nicht vergessen und frage mich, ob er in Teilen auch einfach recht hat.

    Da bei uns keine wirklich schlimmen Vorfälle waren (Handgreiflichkeiten, volltrunken in der Ecke, schlimme Beleidigungen und so was) schleicht sich bei mir das Gefühl ein, dass es so schlimm doch gar nicht war.

    Ich fühle mich schlecht.


    Ich verstehe nicht, warum ich manchmal denke: es war schlimm und dann wieder das Gefühl habe, so schlimm war es doch nicht.

    Das ist so ein hin und her.

    …ihr habt recht… es Ist vielleicht das dauerhafte Gefühl…“ach, so schlimm ist es nicht…ich bekomm das schon hin“

    etc.

    Und dahinter steckt dann wahrscheinlich die grundsätzliche Haltung sich hintenan zu stellen oder sich nicht so wichtig zu nehmen.


    Also Anfang des Jahres hatte ich ‚plötzlich‘ oft so extreme Herzrhythmusstörungen, dass ich mich manchmal abends nicht mehr getraut habe einzuschlafen aus der irrationalem Angst morgens nicht mehr aufzuwachen :(

    (Ich weiß es ergibt keinen Sinn, aber einschlafen war plötzlich was Beunruhigendes)

    Ich hab mich natürlich mehrmals durchchecken lassen, und oh Wunder, es wurde nichts gefunden.

    Es ist dann wieder von alleine weggegangen, aber manchmal hab ich schon noch den einen oder anderen Stolperer. Denke schon gar nicht mehr drüber nach, a la

    anderen geht’s schlimmer, das ist doch nix‘


    Na ja, ich werde mir dann mal ein Herz fassen und als erstes nochmal meinen Hausarzt ansteuern

    Für dich ist es sehr schlimm und DAS ist der Maßstab, den du ansetzen solltest.

    Jedoch hilft das schreiben hier um sich zu sortieren. Reden hilft auch, vielleicht denkst du wirklich mal über therapeutische Hilfe nach?

    …darüber nachgedacht habe ich schon, aber nichts in Angriff genommen. Ich denke oft, ach, anderen geht es viel schlechter als mir, ich komme ja ganz gut zurecht, hab mein Leben im Griff (auch wenn’s wehtut)..und Therapieplätze sind eh seit Corona voll belegt (hab ich zumindest oft gehört)

    Im Real Life schultere ich das aktuell eigentlich ganz alleine - so wie schon früher auch. Ich hab in den Alleinerziehenden-Modus umgeschaltet, das kann ich gut. Ich bekommt dahingehend alles hin, zwei Kinder sind easy - ich hatte jahrelang hier vier.

    Natürlich brauchen mich die Großen auch noch, aber sie sind selbständig und wohnen nicht mehr hier. Den verkleinerten Haushalt merke ich auch. Im Vergleich zu früher haben wir auch mehr Platz, einen Garten und ich ja auch erfahrener und reifer als mit Anfang / Mitte 20.

    Das ist die eine Seite.

    Jeder sieht mich so.

    Aber seelisch geht es mir gar nicht gut. Mein Leben fühlt sich meist so falsch und auf doofe Weise unwirklich an

    Aktuell geht es mir gar nicht gut.., ich fühle mich so traurig und das Selbstwertgefühl ist im Keller…

    …andauernd spukt mir im Kopf herum, was er zu mir nach der Trennung gesagt hat

    …froh, dass ich endlich den Absprung geschafft habe

    …hätte mich schon vor Jahren trennen sollen

    … ohne dich geht es mir jetzt so viel besser, ich schlafe auch endlich wieder gut!

    …der ganze Druck ist weg!


    Druck? Welcher Druck?? Er ist so oft gekommen und gegangen wie er wollte, ich hab irgendwann gar nichts mehr dazu gesagt. Ich hab ihm nie Druck gemacht :(


    Dann ist jetzt Wochenende und ich höre nichts von ihm, anscheinend hat er kein Interesse die Kinder zu sehen, wenigstens mal am Sonntag Nachmittag,

    Die beiden tun mir so leid.

    Papa ist quasi vom Erdboden verschluckt.


    Nächstes Wochenende ist Schulfest am

    Samstag. Habe schon echt Angst davor. Angst, dass er nicht kommt (unsere Tochter hat einen Auftritt) und auch Angst, dass er kommt.

    auf Feiern trank mein Mann, nicht wenig aber auch nicht so viel dass man behaupten könnte er wäre besinnungslos besoffen. Er war lustig, alle um ihn herum hatten mit ihm Spaß. Ich saß da und wurde immer ruhiger. Mir gefiel es von Bier zu Bier immer weniger. Ich war dann immer die, die nur meckert und keinen Spaß versteht.

    Liebe PetraPetra


    Bei mir lief das auch oft ähnlich ab, ich muss dazusagen, das mein Mann auch nüchtern ein kommunikativer und lockerer Typ ist. Deshalb weiß ich nicht, ob der Alkohol ihn gesprächig und witzig gemacht hat- wie auch immer, sobald er igendwo ein Kommentar sagt - er hat stets die

    Lacher auf seiner Seite. Er kann gut mit Menschen und ist einfach ein beliebter Typ.

    Ich sehe vor dem inneren Auge beim

    Grillen oder sonstwo die Leute um ihn herumstehen, alle lachen und sind mega ins Gespräch vertieft, alle ein Bier in der Hand. Schön und gut.

    Ich kam mir zunehmend an seiner Seite wie

    unsichtbar vor… auch meine eigene Familie hat sich mehr mit ihm unterhalten und sich mit ihm beschäftigt als mit mir, wenn wir zusammen da waren -ganz schön niederdrückend.

    Er immer der Gesellschafter.

    Ich war eben richtig erleichtert das von dir zu lesen (so blöd natürlich deine Erfahrung auch war) dass ich nicht die einzige mit so einer Wahrnehmung bin bzw. war.



    Darf ich dich Fragen wie das deine beiden großen so wahrgenommen haben, redest du mit ihnen darüber

    Meine Großen kamen von Anfang an

    gut mit ihm aus, da er so locker und eher ein Kumpeltyp ist. Wir waren insgesamt eine lebhafte nette Patchwork Familie, bei der es oft lustig zuging.

    Als beide dann in das typische Partyalter kamen, haben sie selber ja viel getrunken wie es einfach bei den allermeisten

    Jugendlichen der Fall ist! Nicht selten saßen er, mit meinen Großen und diversen Freunden von ihnen unten auf unserem

    Grillplatz zusammen und haben ‚gesellig getrunken.‘

    Also Alkohol gehört halt einfach gesellschaftlich dazu.

    Dann irgendwann hat sich das Blatt angefangen etwas zu wenden.

    Meine große Tochter, die Älteste, hat mehr und mehr unsere Eheprobleme mitbekommen, hat mich oft weinen oder total belastet gesehen und wir haben uns viel unterhalten. Sie hat meinen

    Mann bzw. sein Verhalten kritischer gesehen und angefangen sich Sorgen zu machen.

    Die vielen Gespräche mit ihr blieben

    ihm auch nicht verborgen und er hat

    sich deswegen ausgeschlossen und abgelehnt gefühlt - Und ich saß immer zwischen zwei Stühlen.


    Mein Großer Sohn hat nach diversen Abstürzen und dann Podcasts und Videos die er sich zum

    Thema Alkohol angesehen hat, vor jetzt fast zwei Jahren dem Alkohol komplett abgeschworen und trinkt seitdem keinen Tropfen mehr. Wenn alle weggehen und bestellen gibt es für eine Schorle für ihn - für alle anderen Alkohol.

    Er sagt, ‚Mama, wenn es ein schöner Moment ist oder ich Zeit mit Leuten

    verbringe, die ich mag, warum soll ich mich dann gleichzeitig betäuben? Das ergibt keinen Sinn. Ich will alles mit klaren Sinnen wahrnehmen.‘

    Er sagt ganz klar, Alkohol ist eine Droge, und er wird für immer die Finger davon lassen

    - was ich ihm zu 100% annehme, da er ein sehr eigenständiger Mensch ist.

    Ich finde das so stark und toll. Er ist 20!

    Alle Freunde in seinem Umfeld geben sich regelmäßig die Kante, einer davon hat schon massive Probleme :(

    Immerhin muss ich mir dahingehend keine Sorgen (mehr) machen, worüber ich echt dankbar bin!


    Ja und seitdem mein Sohn keinen Alkohol mehr trinkt, kühlte das Verhältnis zu meinem Mann deutlich ab. Mein Sohn

    hat mir gesagt, dass er es als total unangenehm empfindet wenn mein Mann Alkohol getrunken hat (und das ist ja täglich der Fall) und dass er findet, dass es einfach charakterlich abstumpft!

    Meinem Mann ist das natürlich auch nicht verborgen geblieben, obwohl mein Sohn es gar nicht an die große Glocke gehängt und selten vor ihm thematisiert hat (oder auch nie, er ist da sehr überlegt)

    Da wurde der Kontrast zum Trinkverhalten meines Mannes eben auch immer größer!

    Mhhh, ohne zu viel zu psychologisieren: kann es sein, dass du deinen Mann sehr idealisierst, weil du das Gefühl hast, ihm dankbar sein zu müssen, dass er Dich genommen hat? Ich lese das so ein bisschen raus.

    ,.vielleicht auch. Ich bin auch attraktiv und er meinte umgekehrt auch, ich kann es nicht glauben, dass du mit mir zusammen bist!

    Da musste ich innerlich schmunzeln.

    Mein Selbstwertgefühl ist leider im allgemeinen nicht besonders gut.


    Abgesehen davon liebe ich ihn einfach und finde so vieles an ihm so toll.

    Wenn man mal den Alkohol weglässt.

    Wir passen an sich auch echt gut zusammen.


    Aber das ist eben leider nur die eine Seite der Medaille.

    Liebe traumgeplatzt79


    Es tut mir so leid, was du mitgemacht hast. Das klingt echt schrecklich.

    Ich kann das ganze Drumherum an Gefühlen und wie es ablief so unfassbar gut nachvollziehen.


    Darf ich dir und euch von meinem persönlichen Tiefpunkt erzählen?

    Gleichsam als Gegengewicht auf der Waage zu meinen vorausgegangen Schwärmereien? (die ja an sich total schön sind, vor allem wenn man nach so langer Beziehung immer noch diese Gefühle hat)


    Es war vor etwas mehr als 2 Jahren, ich hatte furchtbare Migräne und stand echt neben mir, und mein Mann hat mich zu einer Zahn OP gefahren, die ich trotzdem wahrnehmen wolle. Ich war sauer, weil wir viel zu spät dran waren ( DER Stressauslöser für mich) und erst das Auto aufgeräumt werden musste, weil die Kindersitze voll Kram gepackt waren (ich glaube es waren auch Flaschen dabei).

    Wir sind losgefahren und ich hab mich beschwert und rumgemeckert. Zu Erklärung muss ich sagen, dass die Migräne mich dann einfach so fertig macht :(

    Mein Mann hat auf offener Straße eine Vollbremsung hingelegt, dass den Kindern die Kuscheltiere aus der Hand geflogen sind, hat wie ein irrer auf das Lenkrad eingeschlagen und mich die nächsten Kilometer ungehemmt angeschrieen.

    Stumm vor Schreck hab ich kein Wort mehr herausgebracht, bin wie eine Schlafwandlerin zum Kiefernchirurgen, hab die OP über mich ergehen lassen und bin dann stark im

    Mund blutend und froh über die Maske im

    Gesicht mach Hause gefahren, kurz vor dem

    Zusammenklappen.

    Zu meiner Mutter nach Hause gewankt und dort zusammengebrochen.

    Mein Mann hat kam total sauer angerauscht, hat die Kids abgeladen und meinte, wenn ich dich nicht gefunden hätte, wären sie mit auf die Baustelle gekommen!Dann ohne richtige Aufsicht in praller Hitze.

    Er hat sich danach kein einziges Mal erkundigt wie es mir geht, hat sich nicht entschuldigt und einfach so getan, als wäre das ganze nie geschehen.


    Irgendwas in mir ist damals zerbrochen und ich konnte keine richtigen Gefühle mehr zeigen.

    Ich glaube das war auch der Moment, wo ich mich angefangen habe vor meinem

    Mann irgendwie auch zu fürchten.

    Das ist nie ganz weggegangen.

    Natürlich hat die Tatsache, dass ich mich so verschlossen habe, ihn zutiefst gekränkt, und das hat er auch oft gesagt.

    Er kam dann zu dem Schluss, dass ich ihn nicht mehr liebe.

    Es ging immer mehr bergab.

    Mehr Streits. Mehr Alkohol.

    Mehr Abweisung meinerseits.

    Dann die Trennung.


    Und immer noch und immer wieder fühle ich mich auch extrem schuldig.

    Ich war so zickig.

    So ablehnend.

    Ich könnte jetzt schon wieder einfach nur weinen

    Ich war so unglaublich gern verheiratet mit ihm. Er wäre mir als Partner nicht zu langweilig geworden. Es gibt keine inneren Fragen a la "Was hab ich nur an ihm gefunden?" Ich sehe das noch immer. I

    Liebe Saphira,


    diese Worte könnten 1:1 von mir stammen. Wenn er mir wenigstens nicht mehr gefallen würde. Wenn ich denken könnte: ‚oh weh, was hatte ich nur damals an ihm gefunden?‘

    Dann könnte ich auch einfacher loslassen.

    Aber so ist es eben nicht. Das Leben mit ihm hat mich keine Sekunde gelangweilt, einen Mann wie ihn habe ich noch nie kennengelernt. Er ist so der Typ der stürmischen Umarmungen und der extra nochmal ne Runde um den Block fährt, in eine Rose von Nachbars Rosenbusch zu stibitzen, um sie mir mitzubringen. So ein Mensch, der an der Flügelform eines Vogels hoch oben erkennen kann, was für ein Vogel da fliegt und der mich nach dem aufwachen, wo ich mich zerzaust und verschlafen aufgetaucht bin, verliebt angeschaut hat und mir gesagt hat, wie schön er mich findet. Einer für jedes Abenteuer. Dazu ist er noch groß, breitschultrig, gutausshend und sexy. Gut im Bett. Und zudem noch ziemlich jünger als ich.

    Ich hab damals monatelang gedacht es kann doch echt nicht wahr sein, dass ich mit ihm zusammen bin.

    Dieser Mann heiratet mich.

    Unsere Kinder sind unfassbar hübsch und total pfiffig.

    Alle Welt hat immer die perfekte Familie in

    uns gesehen.


    Und ich sitze da und könnte mir Stunden- und tagelang die Augen ausweinen, was daraus geworden ist.

    Es kommt mir vor wie ein schlechter Film.


    Aber wie du auch schriebst: das sind alles Erinnerungen!!


    Dee Vater meiner großen Kinder ist völlig überraschend gestorben, als sie 13 und 16 waren.

    Umso froher war ich, als ich meinen Mann an meiner Seite hatte, der mir geholfen hat, das alles durchzustehen.

    Damals war alles… oder zumindest noch sehr viel in Ordnung.

    Ich frage mich, ob 7 Jahre reichen, um einen Menschen charakterlich so extrem zu verändern?

    Es ist ja nicht eine Flasche Schnaps am Tag. ‚Nur Bier‘.


    Kurz vor der Trennung sagte mein Mann mal zu mir im Streit, ich hätte ihm beigebracht, so ekelhaft zu sein.

    Die Worte sitzen immer noch.