Dieses Zweifeln kenne ich zu gut, das hatte ich auch ganz lange. Ich glaube, es hat eher mit dem Loslassen des Lebens zu tun, das man für sich geplant hatte. Vater, Mutter, Kind - Familie eben. Aber um jeden Preis?
Ja das kann gut sein ![]()
Ich habe es hier im Forum bisher nicht erwähnt , aber ich habe noch zwei bereits erwachsene Kinder, die ich früh aus einer Beziehung bekommen habe, und mit denen ich seit sie Kleinkind bzw. Baby waren, Alleinerziehend war. Die Großen wohnen mittlerweile beide nicht mehr zuhause.
Als ich vor 12 Jahren
meinen Mann kennenlernte waren sie knapp 9 und 11.
Ich kenne es also sehr gut alleinerziehend zu sein.
Als ich meinen Mann kennenlernte, ihn heiratete und noch zwei gemeinsame Kinder bekam, war ich auch einfach so glücklich, da ich das Gefühl bekam ‚angekommen‘ zu sein. Ich war nicht mehr alleinerziehend, ich war verheiratet. Ich lebte nicht mehr alleine, nein, ich hatte eine ‚komplette‘, klassische Familie und immer wenn sagte ich bin verheiratet oder es irgendwo auf einem Formular angab, war ich so stolz.
Das heißt bis vor nicht allzulanger Zeit waren wir hier zuhause eine 6-köpfige Familie, immer war jemand da, war was los, Es waren so anstrengende, bunte, erlebnisreiche Jahre und mit zusätzlichen Besuch saßen hier nicht selten 8 oder 9 Leute am Tisch.
Und nun sind dieses Jahr innerhalb weniger Wochen sowohl meine beiden Großen und kurz darauf auch mein Mann ausgezogen.
Mit einem Schlag hat sich die Familie halbiert, und ich sitze hier alleine und habe so ein schlimmes Deja-vu - es Ist genau so wie damals vor 12 Jahren bevor ich meinen Mann kennenlernte: ich bin alleinerziehend mit zwei noch recht kleinen Kindern.
Das ist alles einfach oft zuviel für mich. Mein familiärer Status, meine gefühlte Sicherheit, meine große Familie - alles ist binnen
weniger Wochen weg, und nun sitze ich hier und fühle mich so, als sei alles nur ein Traum gewesen.
Es tut mir leid, dass ich nun einen halben Roman geschrieben habe, aber ich bin oft so verzweifelt.
Mir fällt es so schwer, den Gedanken zuzulassen, dass viele Probleme vom Alkoholkonsum meines Mannes kamen, bzw. kommen, dass es wirklich so schlimm ist mit den Auswirkungen.