Beiträge von Panama

    Guten Morgen,

    ich weiß das noch sehr genau. Es war natürlich eine Entwicklung über einen längeren Zeitraum. Mein Mann ist sehr häufig auf Geschäftsreisen. Da hat er noch mehr getrunken als zuhause, weil er sich da mir und den Kindern gegenüber nicht zusammenreißen musste.

    Mein Tiefpunkt war dann, als er nach einer Geschäftsreise erst nicht nach Hause gekommen ist. Er hat sich vom Flughafen vom Kofferband gemeldet und dann nicht mehr. Er war dann am Flughafen geblieben, um da was zu essen. Und hat da natürlich weitergetrunken. Ich konnte ihn nicht mehr erreichen und wusste nicht, wo er ist. Er kam dann irgendwann spät abends nach Hause, volltrunken und ohne Gepäck. Danach hab ich ihn dann gebeten zu gehen, was er auch zum Glück gemacht.

    Stromer , ich finde übrigens deinen Beitrag ziemlich unmöglich und überheblich, dass du es den Leuten ansehen konntest, dass sie wieder trinken werden. Den hättest du dir sparen können. Ist meiner Meinung nach was anderes, wenn du schreibst, dass jemand gesagt hat, dass er nach der Therapie wieder trinken will oder ob du schreibst, du hast es den Leuten angesehen.

    @ Stromer, mich triggert das gar nicht. Aber hier werden ja Erfahrungen und Erlebnisse ausgetauscht. Und ich kann mir das für mich eben nicht vorstellen, wie man den Geruch nicht bemerken kann.
    Ist ja gut für euch, wenn deine Frau nur manchmal das Leergut gestört hat und sonst nichts großartig. Da haben hier viele Angehörige ganz andere Erfahrungen gemacht.

    Hier wurde aber eben auch schon von Alkoholiker Seite öfter berichtet, dass sie dachten, dass ihr Konsum kaum bemerkt wurde bzw aufgefallen war, und als sie dann nüchtern waren/ wurden, ist doch einigen klar geworden, wie viel andere doch wussten und mitbekommen hatten.

    Ich kann das irgendwie trotzdem nicht nachvollziehen, dass deine Frau kaum was gemerkt haben will oder sie das nicht massiv gestört hat, dass du jeden Tag getrunken hast. Du sagst, erst ab 18 Uhr. War sie dann ab 20 Uhr im Bett oder wie hat sie das nicht mitbekommen? Habt ihr getrennte Schlafzimmer?

    Was ist denn mit Zweisamkeit, körperlicher Nähe, Küssen und Sex? Das merkt man doch, wenn der Partner da jeden Abend ne Flasche Wein intus hat?

    Ich rieche jedes Glas Wein oder Bier, auch wenn Freunde was getrunken haben und man eng zusammen steht.

    Ich denke auch, du solltest die finanzielle Situation schnellstmöglich klären.

    Einer alleine kann die Wohnung nicht halten?

    Ist dein Mann vielleicht ein bisschen gesprächsbereit? Oder sieht er gar nicht ein, dass es für eure Tochter nicht gut ist, wenn sie ihn schon tagsüber trinken sieht? Könnte er vielleicht "vorrübergehend" mal zu seinen Eltern ziehen oder so? Damit ihr mal Abstand gewinnen und du etwas zur Ruhe kommen könntest?

    Das klingt alles sehr kompliziert und verfahren. Vielleicht wäre eine Schuldnerberatung auch hilfreich?

    Du brauchst da auf jeden Fall professionelle Unterstützung, um das Finanzielle bestmöglich zu klären. Gut, dass du die ersten Schritte unternommen hast. Den Kopf in den Sand stecken wäre auf jeden Fall das Schlimmste, das du machen könntest.

    Und ich sehe die vielen wunderschönen Eigenschaften von ihm.

    Und dabei übersiehst du wohl, dass du für ihn IMMER nur an 2. Stelle kommst.

    Alkohol ist die Nummer 1 für ihn.


    Und dass ich mich gut fühlen darf!

    Natürlich darfst du dich gut fühlen! Konzentriere dich darauf, dich gut zu fühlen! Tu dir was Gutes, kauf dir schöne Blumen, koch dir ein leckeres Essen, gönn dir ne besondere Hautcreme, vielleicht gehst du zum Friseur, was immer dir gut tut! Und wenn du dich wieder mehr um die kümmerst, wirst du dich besser fühlen und dann strahlst du das sicher auch aus :-). Sei es dir wert.

    Also, um das noch mal kurz klarzustellen, er war zum Schluss in einem Hospiz. Und da gab es eben abends Wein zum Essen, tagsüber Kuchen und Plätzchen und Eisbecher, eben das, worüber sich die Leute im Hospiz gefreut haben.

    Wie wäre denn die Aussicht ohne Alkohol?

    Mein Schwiegervater hatte Lungenkrebs ohne Metastasen, er hatte nach der Diagnose noch zehn Monate. Nach der zweiten Chemo hat er die Behandlung sein gelassen, er hatte eh keine Chance mehr. Er wurde nur noch Palliativ behandelt und hat in den letzten Wochen auch wieder Wein getrunken (kein Alkoholiker). Verzicht wäre aus Ärztesicht besser gewesen, aber wofür? Vielleicht 1 oder 2 Wochen mehr? Auf künstliche Ernährung wurde auch verzichtet, als er nicht mehr essen wollte.

    Man sollte nicht wegen eines anderen Menschen, seinem Führerschein oder wegen der Arbeitsstelle aufhören zu saufen, wenn dann in der Hinsicht was schief läuft, liefert man gleich eine Rückfall-Erklärung mit. Er muss für SICH aufhören.

    LG

    Ich glaub aber schon, dass der erste Anstoß auch von außen kommen kann.

    Wenn ich meinen Mann nicht rausgeschmissen hätte und ihm nicht gesagt hätte, dass ich mich trenne, wenn er weitersäuft, weiß ich nicht, ob er die Kurve bekommen hätte.

    Als er dann erstmal nüchtern war, hat er aber dann auch für sich festgestellt, dass Weitertrinken einfach auch für ihn selbst und sein Leben keine Option mehr ist. Bald ist er zwei Jahre trocken, ich hoffe natürlich sehr, dass es so bleibt.

    Weiß sie denn gar nicht, dass der Papa im Krankenhaus ist? Ich würde ihr das auf jeden Fall erzählen!

    Zu solchen Themen kannst du dir auch Unterstützung/ Hilfe vom Kindergarten holen.

    Ich denke, die Kinder merken, dass irgendwas Schlimmes im Gange ist, sie aber darüber im Unklaren lassen, ist bestimmt nicht gut für sie.

    Meine Tochter war fünf, als der Krebs der Oma sehr schlimm wurde und es klar war, dass es keine Heilung mehr gibt. Wir haben ihr immer grob die Wahrheit gesagt. Auch als sie im Krankenhaus war, dass vielen Menschen im Krankenhaus geholfen werden kann, aber leider nicht allen. Auch als sie dann gestorben war, haben wir ihr grob den Ablauf erzählt.

    Sie war dann gerade sechs geworden. Wir haben mit den Erziehern gesprochen und sie haben uns auch geraten, immer alles zu erzählen, kindgerecht natürlich. Haben dann auch mit ihr besprochen, wie die Beerdigung ablaufen wird und haben mit ihr zusammen überlegt, ob sie da mitkommt oder nicht. Sie war dabei und es war wichtig und richtig für sie.

    Das tut mir wirklich unglaublich leid für euch, dass ihr sowas heftiges durchmachen müsst.

    Ich wünsche dir auch viel Kraft.

    Und denk immer daran, es war/ ist seine Entscheidung zu trinken oder nicht. Das hat nichts mit dir oder euch zu tun.