Beiträge von Panama

    Denk nur bitte daran, dass nicht nur du unter der Situation leidest.

    Je älter dein Sohn wird, desto mehr bekommt er mit.

    Wie sehr Kinder unter dem Alk-Konsum der Eltern leiden, kannst du hier bei vielen Geschichten nachlesen. Ich finde das wirklich erschreckend. Und offenbar ist es so, dass sehr sehr viele Kinder, deren Eltern Alkoholiker sind/ waren später selbst zum Alkoholiker werden.

    Du bist nicht nur für dich, sondern auch für dein Kind verantwortlich.

    Das ist ja schon mal was. Dann war sie bislang eher zu bequem dazu, als dass sie dazu tatsächlich gar nicht in der Lage wäre? Könnt ihr zur Kita laufen oder wie kommt ihr dahin? Frage gerade wegen evtl. Auto fahren unter Restalkohol.

    Das ist natürlich schade mit deinen Eltern.

    Es gibt aber natürlich auch sonst noch Möglichkeiten, wenn du deiner Frau eine längere Betreuung nicht zutraust. Dauerhaft vorm TV parken geht ja bei einem gerade 5-jährigen schlecht.

    Ich weiß ja nicht, wie gut du finanziell aufgestellt bist, aber Babysitter und sonst bezahlte Hilfe im Haus wären ja eine Möglichkeit.

    Es gibt aber auch sowas wie Leih-Großeltern.

    Eine alleinerziehende Freundin von mir hat darüber eine "Leih-Oma" gefunden, die sie schon seit Jahren immer mal bei der Kinderbetreuung unterstützt. Das Kind übernachtet auch manchmal da, sodass meine Freundin auch mal richtig Zeit für sich hat.

    Was ist mit deinen Freunden und Bekannten? Kannst du mit denen zusammen mit Kind und evtl. deren Kindern an den Wochenenden was unternehmen?

    Und ansonsten kannst du noch mit zunehmendem Alter des Kindes Freundschaften und gute Beziehungen zu den Eltern der Freunde aufbauen. Da kann man sich später auch gut gegenseitig unterstützen und entlasten (Fahrten zu den Hobbies, die man abwechselnd übernimmt, Übernachtungsbesuche etc.).

    Ich bin schon immer viel mit meinen Kindern alleine gewesen, weil mein Mann oft längere Dienstreisen auch ins Ausland hat. Da ist es super, wenn man ein gutes Netzwerk hat. Manches Hobby oder manche Veranstaltung wäre für meine Kids sonst vielleicht nicht möglich gewesen, manchmal überschneiden sich die Termine ja auch und da ist es so hilfreich, wenn zB ein Kind von den Eltern von Freunden gefahren wird.

    Hallo zusammen,

    ich hab jetzt hier schon öfter gelesen, dass Alkoholiker zu wenig essen.

    Wie kommt das?

    Ich kenne das von mir so, wenn ich abends mal ein paar Gläser Wein getrunken habe, wird der Appetit und das Hungergefühl zunächst erstmal unterdrückt. Aber später kommt es dann stärker zurück und ich bekomme total Heißhunger auf Fettiges und Herzhaftes. Und dann noch auf Süßes. Und das esse ich dann auch alles.

    Edit: wobei ich gar nicht sicher bin, dass der Appetit durch den Alkohol unterdrückt wird, vielleicht wäre das genauso, wenn ich drei Gläser Wasser trinken würde? Weil der Magen dann einfach voll ist?

    Vielen Dank Elly!

    Mein Mann geht leider nicht in eine Selbsthilfegruppe. Ich hab ihn mal drauf angesprochen, er meint, er schafft das auch so :rolleyes: . Muss er ja selbst wissen. Momentan fühlt er sich sehr stabil, wir reden viel öfter darüber als früher, wie er sich fühlt. Hoffentlich ist das nicht nur die erste "Euphorie".

    Ich denke, momentan klappt das ganz gut für mich. Mir Zeit für mich nehmen, Dinge unternehmen, die mir gut tun.

    Das Forum ist dabei sehr hilfreich, finde ich. Vor allem auch zur Abschreckung, was passiert, wenn man nicht auf sich achtet und wie schlimm es mit einem alkoholkranken Menschen bergab gehen kann.

    Wie ist es denn bei dir Elly, hast du Kinder? Konnte jetzt kein Thema von dir finden. Hab ich das übersehen oder gibt es das nur im geschlossenen Bereich?

    Das Problem dabei ist natürlich, dass das viele Dinge sind, die dich ja auch betreffen. Unterstützendes Verhalten bei einem Alkoholiker wäre ja eher sowas wie demjenigen Alkohol kaufen, aus der Kneipe abholen, für ihn lügen beim Arbeitgeber oder bei Freunden, ihn zu Terminen fahren, weil er keinen Führerschein mehr hat etc.

    Wenn du jetzt aufhörst, dich ums Einkaufen, Garten, Wäsche zu kümmern, dann leidest du ja mit deinem Kind darunter. Du könntest natürlich versuchen, dich auf dich und dein Kind zu konzentrieren, zB nur für dich und das Kind kochen, nur eure Wäsche waschen und ihre nicht, auf keinen Fall Alkohol kaufen, deine Ansprüche runterschrauben (muss der Garten top gepflegt sein? Vielleicht reicht es auch, nur 1x die Woche Staub zu saugen?).

    Oder vielleicht kannst du dir Unterstützung einkaufen, wenn das finanziell machbar ist (Lieferdienst für Essen, Getränke, Haushaltshilfe?).

    Edit: sorry, hab das mit dem Zitat und darauf antworten nicht besser hinbekommen.

    Hi Elly,

    ich möchte da nicht zu ausführlich drauf eingehen, das ist mir hier zu öffentlich.

    Ich gehe auf Distanz, einen kompletten Kontaktabbruch kann und möchte ich aber nicht. Besuche versuche ich mit Terminstress zu verhindern, manchmal wird hier aber einfach vor der Tür gestanden, manchmal sage ich dann, ich muss jetzt weg, aber manchmal schaff ich das nicht.

    Ich hoffe hoffe einfach, dass die Medikamente jetzt endlich anschlagen. Die Dosis wurde letzte Woche nochmals erhöht (ich bin mit dem Psychiater teils in Kontakt, ich war auch bei Gesprächen dabei). Ich weiß, dass die Medikamente genommen und die Arzttermine wahrgenommen werden.

    Ich musste mich einfach mal auskotzen darüber.

    Meine Auszeit hab ich mir letztens gegönnt, ich war zwei Nächte allein in einem Wellness-Hotel. Das war wirklich schön. Mein erster Urlaub ganz alleine (abgesehen von einem Auslandsjahr während des Studiums).

    Mein Mann ist wieder eingezogen. Morgen ist er vier Wochen trocken. Er steht früh auf, geht arbeiten, hat angefangen mit Sport. Es gab schon 2-3 für ihn heikle Situationen, die er gut gemeistert hat. Er geht zur Therapie.

    Ich lese einiges, hier im Forum und Bücher. Einer ambulaten Therapie werden gute Erfolgschancen zugesprochen, wenn der Betroffene in einem stabilen Umfeld lebt, arbeiten geht etc. Es muss also nicht unbedingt eine stationäre Langzeit-Therapie sein.

    In den Büchern werden auch Rückfälle thematisiert.

    Momentan versuche ich, mir darüber nicht zu viele Gedanken zu machen. Realistisch gesehen, wird das aber bestimmt mal vorkommen. Dann ist wohl die Frage, wie die Betroffenen und Angehörigen damit umgehen. Dazu hoffe ich auf Tipps und Hilfen bei der Suchtberatung. Leider muss ich da sechs Wochen warten, bis ich mit einem Anruf zur Terminvereinbarung rechnen kann. Wahrscheinlich dauert es dann nochmal Wochen, bis ich einen Termin bekomme.

    Keine Ahnung, was da realistisch ist. 1-2 Rückfälle könnte man ja bestimmt meistern. Ich will aber auf keinen Fall in eine Spirale geraten, so wie ich das hier schon öfter gelesen habe. Drei Jahre trocken, dann 1-2 Jahre trinken, dann wieder Therapie und eine längere trockene Phase oder was weiß ich.

    Ich gucke mir das auf keinen Fall an, wenn er wieder trinkt. Das weiß er auch. Die Absprache ist dann, dass er erstmal auszieht und ich in Ruhe Zeit bekomme, mir mit den Kindern was anderes zu suchen. Ob er dann wieder ins Haus zieht, wir das verkaufen, keine Ahnung, soweit haben wir das noch nicht besprochen.

    Das liegt dann wohl daran, dass der "ursprünglich Gesunde" mit in den Strudel gezogen wurde und selbst krank geworden ist. In vielen Fällen ja ganz sicher auch ohne es zu merken.

    Mir fällt gerade auf, wie ätzend diese Hilflosigkeit ist, wenn man eng mit einem kranken Menschen zu tun hat, der überhaupt nicht einsichtig ist. Der Kranke verändert sich völlig, macht jede Menge blödsinnige Sachen, will aber überhaupt nichts davon hören, dass er sich daneben und krankhaft benimmt.

    Mir geht das gerade so, mit jemandem, der manisch-depressiv ist. Es gibt so viele Parallelen zum Alkohol. Diese manischen Phasen sind so unglaublich anstrengend.

    Die Person ist überhaupt nicht krank, nein, es ist alles völlig normal. Sagt man, dass man das anders empfindet, wird aggressiv und beleidigt reagiert. Es gibt 1000 Argumente für das Verhalten. Alles, was gekauft wird, wird unbedingt dringend benötigt, war ja gar nicht teuer, war so ein tolles Angebot etc.; die Leute wollte man immer schon mal einladen, klar kann man um 23.30 Uhr noch Leute anrufen, die sind ja sowieso wach, und so weiter und so fort. Klar kann man sich mit über 70 und total kaputten Beinen noch einen Hund zulegen (auch wenn man noch nie einen hatte), Inliner und Skifahren gehen. Ist alles gar kein Problem.

    Es macht mich so fertig, so geht das jetzt schon seit Wochen. Die Medikamente schlagen einfach nicht richtig an und es wird einfach nicht besser. Ich schaff es kaum mich abzugrenzen, und ich kann mir dieses ununterbrochene Gerede kaum noch anhören ohne aggressiv zu werden.

    Vielleicht hab ich das auch nur so augefasst :/ .

    Mir war auf jeden Fall wichtig, dass noch einmal klar zu stellen, dass es beides gibt, also auch Depressionen ohne Alkohol.

    Dass Alkohol Depressionen und andere psychische (und noch viel mehr Probleme) verstärkt hab ich hier ja auch schon öfter gelesen.

    Hey los,

    das hört sich alles sehr sehr anstrengend an.

    Wäre es möglich, im Job Stunden zu reduzieren, damit du mehr Zeit für dich hast?

    Dein Tagesablauf liest sich ehrlich gesagt sehr nach dem vieler vieler Mütter, wo die Männer der Meinung sind, dass die Frau für alles rund ums Kind zuständig ist.

    Welcher ihrer Aufgaben abgesehen vom Kind übernimmst du genau?

    Das Problem, was viele Eltern eben haben ist, dass man den Partner schlecht auflaufen lassen kann, wenn das Kind drunter leiden würde. Es wäre ja keine Option für dich, dass du dich morgens nicht ums Kind kümmerst, weil sie es auch nicht machen wird, wenn sie verkatert im Bett liegt.

    Du kannst auch nicht am Wochenende sagen, ok, ich bin mal einen Tag lang weg, weil sie sich dann wahrscheinlich auch nicht ums Kind kümmern würde oder es vielleicht einfach stundenlang vorm Fernseher parkt.

    Cadda - es gibt auch Menschen, die keinen Alkohol trinken und unter Depressionen leiden. Dein Beitrag liest sich gerade so, als würden Depressionen ausschließlich vom Alkohol kommen.

    Mein Mann hat das öfter mitbekommen, dass es mir schlecht ging wegen ihm. Er hat sich dann auch geschämt und Schuldgefühle gehabt.

    Für die meisten Alkoholiker ist es dann aber offensichtlich "leichter" weiter zu trinken, damit sie die Scham und Schuldgefühle nicht spüren müssen.

    Also, nach allem, was ich bisher hier so gelesen und erfahren habe, hast du ja nun schon durch einige Gespräche herausgefunden, dass er überhaupt kein Problem in seinem Konsum und bei sich sieht.

    Daher dürften ehrlich gesagt, auch weitere Gespräche von deiner Seite völlig überflüssig sein. Du rennst gegen eine Wand. Du kannst gar nichts machen, so lange er kein Problem sieht, und so lange wird sich von seiner Seite auch überhaupt nichts ändern.

    Da hast ja schon sehr viel mitgemacht, das tut mir leid mit deiner Fehlgeburt.

    Mir hat es geholfen, viel hier im Forum zu lesen, die Geschichten von Betroffenen und auch den Angehörigen. Da lernt man vieles und versteht einiges besser, das kann ich dir wirklich empfehlen.

    Und höre auf die Warnungen, dass dein Partner dir viel versprechen wird, um seine Ruhe zu haben und nichts gravierendes ändern zu müssen - da er ja anscheinend überhaupt keine Einsicht hat, dass sein Konsum problematisch ist.

    Ganz grundsätzlich ist es ja so, wenn ein Partner in einer Beziehung dauerhaft ein Verhalten oder Eigenschaften zeigt, welches mich massiv stört - dann muss ich mich wirklich fragen, ob das der richtige Partner für mich ist. Auch unabhängig vom Alkohol.

    Er muss für sich sorgen und Entscheidungen treffen und du für Dich.

    Das ist mir klar. Ich hab ja schon gesagt, dass ich verstanden habe, dass er für sich selbst verantwortlich ist.

    Aber manche Entscheidungen oder Fragen betreffen mich ja eben auch, also sowas wie, ob ich überhaupt mitgehe ins Restaurant oder zu einer Familienfeier.

    Aber wahrscheinlich ist es tatsächlich schon zu viel, wenn ich mir Gedanken darüber mache.

    Mir schwirren einige Gedanken im Kopf rum.

    Mir ist klar, dass der Alkoholiker selbst für sich und seine Trockenheit verantwortlich ist.

    Für mich ist aber auch klar, dass ich keinen Alkohol mehr kaufe und zuhause und in seinem Beisein nichts mehr trinke.

    Das mache ich, um ihn zu unterstützen, ich würde sonst schon gerne mal ein Glas Sekt trinken.

    Aber was wäre jetzt zu viel Unterstützung, Einmischung oder wie auch immer man das nennt?

    Letztens ging es ihm schlecht, er war sehr aufgebracht und aufgewühlt wegen eines heftigen Streits mit einem Geschwister.

    Er hat mich angerufen und mir alles erzählt.

    Ich hab ihm vorschlagen, eine Runde um den Block zu gehen und frische Luft zu schnappen.

    Das hat er gemacht, danach hat er sich von sich aus noch eine Massage gebucht, ist da auch hingegangen. Danach ging es ihm viel besser.

    Er meinte, es hat ihm gutgetan mit mir zu reden, genauso wie die halbe Stunde an der frischen Luft und die Massage.

    Ich fand, er hat die Situation super gelöst.

    Oder war das jetzt zu viel von mir? Er hätte ja auch selbst drauf kommen können, raus zu gehen?

    Andere Situation, er möchte gern mit uns essen gehen.

    Ich hab hier gelesen, dass man sich anfangs von Situationen fern halten sollte, wo Alkohol getrunken wird.

    Er meint, es würde ihm nichts ausmachen.

    Sag ich da jetzt, dass ich es besser fände, wenn wir nicht gehen? Geh ich einfach nicht mit? Oder gehen wir essen und er muss gucken, wie er mit der Situation klar kommt?

    Ich würde keinen Alkohol trinken, die Kinder natürlich auch nicht. Aber an anderen Tischen wird ja bestimmt was getrunken im Restaurant.