Hi Elly,
ich möchte da nicht zu ausführlich drauf eingehen, das ist mir hier zu öffentlich.
Ich gehe auf Distanz, einen kompletten Kontaktabbruch kann und möchte ich aber nicht. Besuche versuche ich mit Terminstress zu verhindern, manchmal wird hier aber einfach vor der Tür gestanden, manchmal sage ich dann, ich muss jetzt weg, aber manchmal schaff ich das nicht.
Ich hoffe hoffe einfach, dass die Medikamente jetzt endlich anschlagen. Die Dosis wurde letzte Woche nochmals erhöht (ich bin mit dem Psychiater teils in Kontakt, ich war auch bei Gesprächen dabei). Ich weiß, dass die Medikamente genommen und die Arzttermine wahrgenommen werden.
Ich musste mich einfach mal auskotzen darüber.
Meine Auszeit hab ich mir letztens gegönnt, ich war zwei Nächte allein in einem Wellness-Hotel. Das war wirklich schön. Mein erster Urlaub ganz alleine (abgesehen von einem Auslandsjahr während des Studiums).
Mein Mann ist wieder eingezogen. Morgen ist er vier Wochen trocken. Er steht früh auf, geht arbeiten, hat angefangen mit Sport. Es gab schon 2-3 für ihn heikle Situationen, die er gut gemeistert hat. Er geht zur Therapie.
Ich lese einiges, hier im Forum und Bücher. Einer ambulaten Therapie werden gute Erfolgschancen zugesprochen, wenn der Betroffene in einem stabilen Umfeld lebt, arbeiten geht etc. Es muss also nicht unbedingt eine stationäre Langzeit-Therapie sein.
In den Büchern werden auch Rückfälle thematisiert.
Momentan versuche ich, mir darüber nicht zu viele Gedanken zu machen. Realistisch gesehen, wird das aber bestimmt mal vorkommen. Dann ist wohl die Frage, wie die Betroffenen und Angehörigen damit umgehen. Dazu hoffe ich auf Tipps und Hilfen bei der Suchtberatung. Leider muss ich da sechs Wochen warten, bis ich mit einem Anruf zur Terminvereinbarung rechnen kann. Wahrscheinlich dauert es dann nochmal Wochen, bis ich einen Termin bekomme.
Keine Ahnung, was da realistisch ist. 1-2 Rückfälle könnte man ja bestimmt meistern. Ich will aber auf keinen Fall in eine Spirale geraten, so wie ich das hier schon öfter gelesen habe. Drei Jahre trocken, dann 1-2 Jahre trinken, dann wieder Therapie und eine längere trockene Phase oder was weiß ich.
Ich gucke mir das auf keinen Fall an, wenn er wieder trinkt. Das weiß er auch. Die Absprache ist dann, dass er erstmal auszieht und ich in Ruhe Zeit bekomme, mir mit den Kindern was anderes zu suchen. Ob er dann wieder ins Haus zieht, wir das verkaufen, keine Ahnung, soweit haben wir das noch nicht besprochen.