Okay, es geht hier vielleicht in der Diskussion alles ein bißchen durcheinander, kommen immer wieder neue Dinge ins Spiel. Das eigentliche Thema ist ja 'Ehe, Kinder in Beziehung zur Alkoholabhängigkeit. Aber irgendwie spielen diese Dinge ja in das Thema mit hinein und zeigt auch wie weitgreifend das Thema ist und macht für mcih gerade die ganze Sache so interessant.
Außerdem will ich hier niemanden persönlich angreifen, jeder muß selber wissen was er/ sie tut.
Wenn hier jemand von sich schreibt, dass er einen alkoholabhängigen Mann hat und diesen vor die Tür gesetzt hat, aus welchem Grund auch immer. um ihn unter Druck zu setzen, aus Liebe zu den Kindern- denn hier wird ja auch gesagt, dass Kinder da sehr sensibel reagieren, oder weil man es selber nicht aushält. Da habe ich sehr wohl das Recht zu sagen, dass ich mir das auch gewünscht habe, dass MEINE MUTTER das tut. Denn ich war genau so ein Kind, dass mit einem alkoholkranken Vater aufgewachsen ist und meine Mutter war NICHT STARK genug.
Warum soll ich da jemanden nicht drin bestärken genau das richtige zu tun?
Ich weiß nicht, was für eine bessere Hilfe in dieser Situation, in diesem
Forum und zu diesem Thema jemand bekommen kann, als zu bestärken, das zu tun, was jemand eh schon gedacht hat zu tun. Wie hier ja schon geschrieben wird, wissen Co-Abhängige offensichtlich schon was zu tun ist, nur schaffen es nicht. Wenn ich hier also schreibe, sozusagen aus der Erfahrung heraus eines betroffenen Kindes , dass es das Richtige ist sich zu trennen, frage ich mich worin nun eigentlich die Kritik besteht.
Genauso gut nehme ich den hier ausgesprochenen guten Rat an, dass man wohl mit einem alkoholkranken Partner kaum eine 'Zukunft' aufbauen kann.
Auch diesen Tipp sollte sich wohl gerade jede/ jeder der in einer Ehe mit einem alkoholkranken Menschen steckt zu Herzen nehmen und überdenken. Denn wie hier ja auch in anderen Threads erwähnt wird: Auch ein trockener Alkoholiker ist immer noch alkoholkrank - und die Rückfallquote ist wie ich auch bereits hier gelesen habe sehr hoch.
Was soll man dazu noch sagen- Trennung,oder?
Und wenn er dazu noch fremd geht?
Klar kann man sich da einreden, dass der Partner das nur tut, um Bestätigung zu suchen, als Flucht und dass man selber die einzige wahre Liebe ist in seinem Leben. Ist das aber nicht genau das, was zu dieser Co-abhängigen Einstellung gehört? Alles schön reden zugunsten des alkoholkranken Mannes? Ihm auf Grund seiner Krankheit auch noch zu unterstellen, er habe keine echten Gefühle, kein Bedürfnis nach Liebe, Zärtlichkeit, Gefühlsaustausch und Sexualität?
Aber auch da habe ich hier im Forum andere Dinge gelesen. Sorry, dass ich auch hier in dieser hochsensiblen Geschichte wieder aus eigener Betroffenheit spreche.
Kurzum: Mir wird hier von den 'Hilfesuchenden' in jeder Hinsicht verklickert: Finger weg von einem akoholkranken Mann - während ich selber raushöre oder lese : Ich liebe ihn immer noch, ich kann mich nicht trennen, ich will ihn nicht loslassen, ich geb ihm noch eine letzte Chance, wenn er bis dahin sich nicht ändert....
Dann aber wieder zu den anderen: Trenn dich, glaubs mir, sie lieben nur den Alkohol. Also, wenn das keine Widersprüche sind.
Also wem gilt dieser Tipp?
Und noch eins:
Ein alkoholkranker Mensch ist ja wie wir uns hier wohl alle einig sind krank.
Keiner würde sich zu einem stockbesoffenen Menschen mit ins Auto setzen, von ihm erwarten dass er noch gerade fahren kann. Wieso wird dann immer noch erwartet, dass dieser selbe kranke Mensch Verantwortung für sich, seine Kinder, seine Familie, seinen Beruf übernehmen könnte? Überall lese ich Vorwürfe und Erwartungen an einen alkoholkranken Menschen: ich erwarte, dass er pünktlich ist, dass er sich um die Kinder kümmert ....
Liegt es nicht auf der Hand, dass ein besoffener Vater das nicht mehr leistet? Für mich hört es sich so an: Ich weiß, dass mein Partner krank ist , aber ich erwarte , dass er so funktioniert wie ein gesunder, normaler Mensch.
@ Pauli
Warum soll ich nicht auch meine eigene Meinung zur Co-Abhängigkeit bzw coabhängiges Verhalten haben und mitteilen? Auch das gehört zum Thema Ehe und also auch in diesen Thread, wurde hier angesprochen. Vielleicht sogar für viele das empfindlichste Thema bei der ganzen Geschichte und deswegen hier auch so heiß diskutiert?!
Klar könnte man dazu jetzt nen eigenen Thread aufmachen, aber so wichtig ist mir gerade dieses Thema persönlich nicht. Wenn es angesprochen wird, dann will ich da aber gerne meine Meinung zu äußern dürfen, auch wenn sie nicht 'qualifiziert' sein sollte. Frage mich allerdings, wenn ihr hier alle so 'qualifiziert' seid, warum ihr dann hier seid und nach Hilfe sucht, ist das nicht irgendwie ein Wiederspruch, was du da schreibst?
Noch eins: Was findest du 'beschämend' daran , was ich hier über die Alkoholkrankheit schreibe? Nenne mir mal konkret den Punkt?