Beiträge von Frozen Tears

    Liebe LaMer,
    bis heute sitzt mir diese Angst noch in den Knochen und ich weiß nicht, ob ich sie jemals wieder loswerde.
    Aber eines steht fest: Ich muß heute nicht mehr in dieser Situation leben. Ich habe mir mein Leben seit dem Auszug von meinen Eltern so eingerichtet, dass ich immer gehen kann oder aber einen Menschen rausschmeißen kann, der so ist wie mein Vater. Selbstschutz, bis heute.

    Vielleicht kommt es Dir manchmal vor wie ein Horrorfilm, aber es ist kein Film, der nach ein paar Stunden zu Ende ist.
    Dieser Film ist Dein Leben, Du bist ein Teil dieser Horroszenen. Und es kann durchaus sehr tragisch enden.
    Nicht nur Dein Vater, auch Deine Mutter ist sehr krank, suchtkrank. Das bedeutet , dass KEINER von ihnen Dir helfen kann. keiner kann Dir einen gescheiten Tipp geben. Du bist auf dich alleine gestellt und das ist schon schlimm genug. Und umgekehrt ist es genau so, dass auch Du Deinen eltern nicht helfen kannst. Und das müßtest Du auch nicht. Nicht bei einer Sucht. Ich habe das gleiche durchgemacht wie Du. Und ich bin gegangen und das war das einzig richtige. Denn ab dem zeitpunkt fing mein Leben erst an. Deine Eltern sitzen gemeinsam in einem sinkenden Boot. Und wären sie klar im Kopf dann würden sie sich nichts mehr wünschen als dass es Dir gut geht und Du Dein Leben in die Hand nimmst und gut meisterst. Denn das ist normalerweise das,w as sich eltern für ihre Kinder wünschen. Und wenn Du gehst, um Dein Leben zu leben ist es im Grunde auch etwas, worauf Deine Eltern im Normalzustand stolz wären.
    Du brauchst keine Schuldgefühle oder sonstwas haben. Ich selber würde es mir so wünschen, dass mein Kind es schafft sich selbst zu versorgen, wenn mir so etwas einmal passiert.
    ich tue natürlich alles dafür, dass es nicht passiert. Aber niemand weiß, was einem im Leben noch so zustößt. Gerade wir Kinder von alkoholikern sind ja recht suchtgefährdet. aber darum passe ich wiederum auch sehr auf mich auf. sowohl bei Suchtmitteln als auch beim Umgang mit Süchtigen.
    Nimm diese Drohungen ernst, es ist schon zu viel passiert mit Kindern von Suchtkranken. Bring Dich in Sicherheit, am besten so schnell und so weit weg wie möglich. Hast Du noch Geschwister?

    Liebe Verzweifelte,
    ich denke, dass jede/r hier versteht, dass Du Deinem Partner helfen willst und nahezu alle hier haben sich mit dieser 'idee' hier angemeldet. Lies mal die Anfänge der Threads. Die ähneln deinem sehr. aber leider der Verlauf der Alkoholkrankheit ist so ziemlich immer die gleiche.
    fakt ist, dass es immer schlimmer wird. Fakt ist, dass du mit allem reden, Diskutieren, Helfen wollen gegen eine wand läufst.
    Du wolltest ein beispiel. Hier hast Du eines: mein vate rist Alkoholiker und meine Mutter hat ihm beigestanden, hat ihn nie verlassen. Wir Kinder hatten eine furchtbare zeit. Anfangs gab es nochgesellige, lustige Phasen des Alkoholismus. Die Launen wurden aber immer schlimmer. aggressivität kam dazu. Mein Vater verlor dann irgendwann seinen job, Schulden ohne Ende. Meine Mutter mußte dazu arbeiten um uns zu ernähren. Nachts Streit, Geschreie.
    Inzwischen war ich schon erwachsen. Mein Vater trank noch immer, mittlerweile sah er aus wie ein P*****.
    Irgendwann ein Stadium, wo er weiße Mäuse sah, sich nicht mehr richtig anzog usw. Saufkollegen waren schon verstorben. Meine Mutetr mußte nichts mehr verbergen. Alle wußten und sahen, dass er Alkoholiker war. irgendwann sagte ihm sein Arzt, dass er jetzt die Wahl habe. Weiter trinken oder ...
    Das war dann der Punkt, wo mein Vater sich für eien Therapie entschloß. Die Terapie war sehr erfolgriech. Seitdem trank er nie wieder, meidet auch alles was mit Alkohol zu tun hat. Mein Vater hat seine Lektion gelernt.
    Meine Eltern leben noch immer zusammen, heute in Frieden.
    Aber - willst Du das auch alles durchmachen?
    Helfen kannst Du ihm nicht. Du kannst nur gehen oder wartenbis er irgendwie seinen Tiefpunkt erreicht hat. Und das dauert ind er Regel lange. schau mal wieviele hier schrieben, die schon 5 oder 10 Jahre oder noch länger zusmamen sind und nichts ist passiert. Noch was: Der Alkoholiker will garnicht aufhören, auch wenn e r es sagt. Du willst, dass er aufhört. Darum sagt er es. aber wenn er es wollte, dann würde er es auch tun und sich Hilfe holen.

    Sich so einfach zu trennen ist nicht einfach. besonders nciht, wenn man doch eigentlich was andres im Kopf hatte. Aber versuche mal dich erstmal zu stabilisieren und dich damit abzufinden, dass du nicht helfen kannst.
    Bereite dich auf die Krankheit vor, lies viel, über den Verlauf.

    Wenn Du Dir selber sehr klar bsit und sehr konsequent und ihm das rüberbringst, dass Du auf gar ekien Fall Dein leben mit einem Alkoholiker aufbauen möchtest und dass bei Dir die Toleranzgrenze jetzt überschritten ist und Du das garnicht mehr willst und auch druchziehst dann kann es vielleicht passieren, dass er sich ändert. besonders dann wenn er noch nicht so tief drin steckt, wenn da noch wallende Gefühle sind. ich dneke mein Vater hätte das nach 20 Jahren Ehe nicht gemacht. Wennw ir gegangen wären wäre er glaube ich irgendwo in der Gosse gelandet. Denn irgendwann fehlt dem auch die Kraft. Da kam dann schon die alles egal haltung. Und da mußten schon schwere Geschütze her. Aber das kann auch ganz leicht schief gehen.
    Mit anderen Krnakheiten darf man es nciht vergleichen. Bei anderen geht man nicht automatisch mit kaputt. Bei Alkohol schon. Du wirst am Ende zu sehr belastet. Lügereien, Unzuverlässigkeit, Aggressionen usw sind alles Phänomene der Krankheit. Wenn Du es jetzt nicht schaffst konsequent zu sein und ihn vor die wahl stellst entweder oder - ohne Kompromisse ( wie weniger trinken) , dann hast Du eine kleine Chance. Dazu mußt du aber sehr gut vorbereitet sein, auch Härte zeigen können und Ernsthaftigkeit. Blos nicht die Verständnisvolle, die in seiner Kindheit rumwühlt und ihm noch Stoff liefert sich weiter zu besaufen. Blos kein Mitleid. Das ist das schlimmste überhaupt.
    Dann kann es passieren, dass er versucht sich zu ändern, sich einschränkt, mal ne Zeit schafft aufzuhören,nur heimlich weiter trinkt und dann womöglich immer wieder Entzugserscheinungen bekommt. Schweißausbrüche, Zittern, Launen usw. So ein Hin und her und versuchen sich zu beherrschen kann unter Umständen noch schlimmer und auch gefährlicher sein als ein weiter trinkender ruhig gestellter Alkoholiker. Also müßte er schon bereit sein einen richtigen Entzug zu machen.
    Lass erstmal alles auf dich wirken und lies viel weiter um zu verstehen warum das alles so ist.

    Alles Gute
    Frozen Tears

    Hallo Nicolle,
    zunächst mal möchte ich die Aussage, dass hier keine Tipps gegeben werden, wie man den Partner vom Alkohol wegholen kann einmal entschärfen. Es gibt durch aus Dinge, die das beeinflussen können. Du selber hast ja schon die Efahrung gemacht, dass Dein Mann was in Gang setzt, wenn Du Dich von ihm entfernst. Das ist dann aber auch schon die einzigste Möglichkeit.
    auch ich bin Kind eines Alkoholikers und ich kann Dir sagen, dass mein Vater irgendwann seinen Tiefpunkt erreicht hat und - ohne Druck meiner Mutter von alleine eine Therapie gemacht hat und auch seitdem trocken ist. Hört sich so erstmal fantastisch an. Ist es aber durchaus nicht.

    Es hat jahrelang gedauert bis dieser Tiefpunkt kam und mein Vater war ein körperliches wrack, sah aus wie eine wandelnde Leiche und alle hatten ihn schon abgeschrieben. Klingt hart. Aber er hat uns das Leben so dermaßen zur Hölle gemacht, dass er mindestens mir dann auch shcon egal war. Meine Mutter völlig coabhängig. Damls als Kind konnte ich sie nicht verstehen, warum sie sich nicht getrennt hat.

    die Sache ist wohl, dass sich einige Suchtkranke besinnen , wenn die Partnerin Druck macht. Leider stellt sich heraus, dass es dann wohl hohe Rückfallquoten gibt. Der süchtige hat wohl dann die Qual am eigenen Leibe nocht nicht zureichend erfahren, dass es für immer ist. Darn siehst Du aber auch wieeee schlimm die sucht ist.

    Ich würde aus Erfahrung jeden raten. Lass ihn abstürzen so tief es geht. Aber rette Deine Haut und die Deiner Kinder.
    Auch wenn das mit dem Abstürzen so hart klingt. coabhängiges verhalten ist dann schlimmste. Auch wenn man es nicht schafft sich zu trennen finde ich, dass man den Süchtigen nicht in seienr Sucht unterstützen sollte. Er sollte, er muß schon im Alltag spüren, wie schreckllich das Leben mit der Sucht ist. Aber das wird immer u Konflikten führen.
    Denn irgendwie schleicht es sich wohl in den Beziehung ein, dass der Partner zur Co gemacht wird. jemanden, den man liebt so aufluafen zu lassen, wenn er termine nicht einhält, verpennt, Rechnungen nicht mehr bezahlt usw. , das tut weh.

    Aber Du mußt als allererstes an Dein Kind denken. Auf jeden Fall solltest Du von ihm räumlich getrennt sein. So kriegt Dein kind nicht alles mit und vor allem kann es ein halbwegs normales Leben führen. Man kann auch eine Beziehung weiter führen, wenn man getrennt lebt. Dann kansnt Du selber auch sehen, wie wichtig er Dir ist. Und er kann trinken, ohne dass es Dich beeinflußt.

    Wenn es schlimm kommt mußt Du nicht flüchten. Un dauch würde ich Dir raten keine finanziellen Verpflichtungen mit ihm einzugehen udn Dich da in jeder Hinsicht abzusichern, dass Du niemals für etwas haften mußt. In einer gemeinsamen Wohnung bist du für alles mitverantwortlich.

    Ansonsten kannst Du Deinem Partner nicht helfen seine Such tzu üüberwinden, auch wenn er meint dass er es alleine nicht schafft. Das sagt für mich aber auch, dass er nocht nicht so weit ist. Zumindest aht er schonmal eingesehen, dass er ein Problem hat an dem er arbeiten muß.

    Wünsche Dir viel Kraft und alles Gute.

    Hallo Miriel,
    Dein Kopf sagt 'nein' , Deine Gefühle 'ja'.
    Das ist das Hauptproblem der Sucht, denke ich.
    Und Du stehst nicht alleine damit da. Du hast Dir hier sehr viel angelesen und es auch sehr schnell für Dich angenommen und versucht umzusetzen.

    Wie ich bei Dir lese, hast Du schon einiges erlebt, bezüglich der 'auswirkungen' des Alkohols. aber noch nicht das bittere, extreme endstadium. Sei froh darüber. aber andererseits würde es Dir dann sicher leichter fallen loszulassen. Auch der Alkoholsüchtige gerät nur in dieses Endstadium, weil er es nicht vorher schafft 'abzuspringen'.
    Dieses Hin und Her zwischen Ich will, aber ich kann nicht, oder noch nicht- das sind eben auch die typischen Zeichen der Sucht.

    Eine Freundin von mir hat es erst geschafft, indem sie sich auf einen neuen Partner eingelassen hat. Das ging auch nur deswegen, weil ihr Exfreudn und sie weiter auseinander wohnten. Und sie brauchte auch lange dazu, deswegen schriebe ich 'eingelassen'.

    Du hast aber gute Vorraussetzungen dafür, dass Du den abstand schaffst, da ihr ja nicht zusammen wohnt.

    Du setzt Dich scheinbar sehr unter Druck, es zu schaffen keinen Kontakt mehr mit ihm zu haben und das auch durchzuziehen.
    Versuche es doch einmal anders. versuche doch einmal Eure bisherige Beziehung vom Kopf her umzudenken. Bisher hattest Du den Anspruch eine, ich sage mal 'normale' Beziehung mit ihm zu haben. jetzt bist Du zu der Erkenntnis gekommen, dass dies nicht möglich ist, so wie DU es Dir vorstellst. Versuche nicht einen Menschen zu ändern. Ändere DICH.
    Guck einfach, was Du gerne mit ihm unternehmen könntest.
    Alles andere mache mit anderen menschen oder mit Dir alleine.

    Und mach ihm klar, dass Du eine Beziehung mit einem Alkoholiker auf keine Fall akzeptierst. treffe Dich niemals mit ihm, wenn er getrunken hat und lass ihn auch niemals zu Dir kommen, wenn er betrunken oder auch nur angetrunken ist. Es ist ganz wichitg, dass er Deine prinzipien und Grundsätze weiß und begriffen hat. Denn solange Du mit ihm diskutierst und ihm Vorwürfe machst oder ihn unter Druck setzt, ihm noch Hoffnung gibst, wenn er sich ändert usw... hat er noch die Möglichkeit zu diskutieren, sich rauszureden, Kompromisse und zeit auszuhandeln.
    All das gib ihm NICHT.
    Überlege, ob Du das bisher gemacht hast. Für eine klare entscheidung ist es nie zu spät. Diese klare entscheidung für Dich mußt Du aber auch rüberbringen. Ob Beziehung oder nicht. auch wenn es auf freundschaftlicher Ebene weiter geht sollst DU Deine Prinzipien einhalten.
    Wenn er merkt, dass er mit seinem Alkohol keine Platz mehr in Deinem Leben hat muß er sich zwngsläufig auch entscheiden. Er darf sich aber auch für seinen Alkohol entscheiden, er ist ja erwachsen. Das sidn ganz andere Vorraussetzungen, wenn er merkt, dass er nicht unter Druck gesetzt wird, wenn Du nur Dein Leben bestimmst und nicht seines.
    sicher wirst Du ihn mit Deienr Konsequenz auch beeindrucken. Er weiß ja im Prinzip dass diese Trinkerei nicht richtig ist.
    Und es klingt schona nders, ob man gesagt bekommt, Du trinkst zu viel und schädigst deienr Gesundheit und nervst rum und bist unpünktlich oder ob jemadn sagt: Du kannst trinken wie Du willst, aber FÜR MICH ist das keine Basis mehr für eine Zukunft, für Familie, Kinder, Finanzen usw. ICh habe da andere Ansprüche. Da paßt es nicht mehr mit uns.

    Solnnge Du irgendwelche Argumente suchst um ihn davon zu überzeugen, dass die trinkerei für 'ihn' nicht gut ist denkst DU ja im Grunde für ihn mit. Auch wenn Du es so empfindest, dass Du Dir ja nur Sorgen machst. Manchmal will man eben nicht, dass andere Menschen sich zu sehr einmischen. Das ist ja schon oft in Mutter/ kind bezeihungen so. Man sagt Jaja aber macht es dannn doch, oder gerade aus Trotz.
    Aber Deine eigenen Grundsätze die Du konsequent vertrittst - das ist was anderes.

    Deien Gefühle kommen natürlich noch immer von den Hoffnungen, Erwartungen, Erinnerungen. aber je weniger Deine Erwartungen erfüllt werden desto weniger werden auch die Gefühle. Belüg DIch da auch ncith selber. Wenn er ein Mensch ist mit dem Du gerne lachst, aber Du weißt dass er unzuverlsässig ist, leicht aggressiv wird oder was auch immer, dann treff Dich eben einfach nur noch draussen mit ihm und lache mit ihm.
    reduziere alles auf das , was nach Deine Prinzipien noch möglich ist.
    Aber bleib bei Dir. Auch für andere Partnerschaften ist das eine ganz nützliche Sache statt sich zu quälen mit etwas was man garnicht will.

    Alles Gute
    Frozen tears

    Hallo Miriel,
    ich kann Dir nur wieder das gleiche schreiben wie beim letzen Mal.
    vergiß doch einfach mal seine Pläne aufhören zu wollen. Stell Dir vor, dass Du Dich da einfach verhört hast und gut. LASS IHN WEITER TRINKEN. Kümmere dich einfach nicht mehr drum.

    Auch als Alkoholiker kann man in den Urlaub fahren und ich wette, dass Mallorca da sogar ein beliebtes Ziel ist. Wenn er es also will wird er es auch schaffen.

    Glaubst Du dass er sich jemals so viel Gedanken um dich gemacht hast wie du um ihn? Denkst Du dass er jemals gedacht hat, dass er dich doch mal zum Urlaub hätte einladen können statt zu trinken, oder auch nur ein kleines Geschenk zu machen?

    Glaube mir, jede Flasche xyz ist ein kleiner Urlaub für sich. Sogar viel weiter weg, als Du fährst, sozusagen in eine völlig andere Welt.
    Was mein Vater so gesehen hatte, wenn er betrunken war das gibts hier auf diesem Planeten garnicht.

    Die Idee die Abstände immer größer werden zu lassen finde ich auch nicht schlecht. Und wenn Du ihn schon anrufen mußt dann erzähle nur von dir.
    Du brauchst ihn nicht fragen wie es ihm geht und schon garnicht , ob er seine Entzug wirklich macht. Wenn es so sein sollte, dann würde er es sicher von alleine erzählen wollen. Also, lass dich lieber überraschen oder lass seins so wie es ist.

    Die tatsache, dass nasse Alkoholiker ihr Trinken verstecken, verheimlichen, vorgeben nichts mehr zu trinken, vorgeben auf Entzug zu sein. Das gehört alles mit zur Krankheit. So wie Du denkst drehst Du Dich wie im Hamsterrad.

    Ich rate Dir weiterhin, Dich nicht so sehr drauf zu fixieren von IHM Abstand nehmen zu wollen, sondern von Deinen kontrollierenden Gedanken. Du mußt richtig lernen umzudenken und nicht mehr auf diese Co-Knöpfe anzuspringen. Vor allem kein Mitleid und kein Schuldgefühl zulassen.
    Stell Dich einmal selber in den Mittelpunkt Deines Lebens. Jetzt ist die Zeit gekommen, wo sich alle mal für DICH interessieren sollen. Auch er. Und das geht nicht, wenn Du damit beginnst: Hallo, wie geht es Dir. Sag lieber: Na, alles klar bei Dir? Das ist doch doppeldeutig, oder? odernoch besser: Na, Du hörst Dich ja heute gut an. Was hast Du schönes gemacht?
    Leite diese negativen Sachen einfach nicht mehr ein. Wenn er dann anfängt über irgendwas zu jammern, dann frag ihn gleich, was ER denkt dagegen zu unternehmen. Damit überläßt Du ihm klar die Verantwortung für sich selbst. Die besten Vorbilder dafür sind die nassen Alkoholiker selbst. Die scheren sich nicht mehr um andere.
    Dass Du Dir einen Urlaub gönnst ist ja schonmal ein erster Schritt. Dann fang an Dich vorzubereiten. Kauf Dir noch ein paar schöne Sachen zum mitnehmen. Gib Dein Geld für etwas schönes aus, nur für Dich.
    Lass die Raucher rauchen, die Trinker trinken, die Spieler spielen und die Eßsüchtigen essen.
    Wer weiß, vielleicht läuft Dir auch ein andere netter Typ dort über den Weg, der Dir gefallen könnte.
    Du willst doch frei sein, nimm Dir diese Freiheit. Lass alles einfachaml hinter Dir und genieße auch die Vorfreude satt Dich mit Schuldgefühlen rumzuplagen.

    So richitg ist Dir noch garnicht klar, wie sehr Dich ein Alkoholiker mit in den Sumpf reißen würde und nicht die Wimper dabei zucken würde. Zum Glück ists bei Euch noch nicht so weit gekommen. Aber so verläuft der Weg. Das kannst Du ja hier nachlesen. Und dann - nach dem Entzug kannst Du noch damit rechnen , dass er seine eigenen Weg gehen will und Du, die sich so aufgeopfert hat einfach so abserviert wirst. Da wird sich keiner Gedanken machen wie es denn Dir damit geht. Was ich hier mal gelesen habe und ich mir sehr zu Herzen genommen habe ist: Du mußt nichts dafür tun, um geliebt zu werden. Du mußt Dir Deine Liebe nicht erkämpfen. So wie Du bist bist Du liebenswert. Versuche auch Du das mal zu verinnerlichen. Vielleicht schreibst Du DIr mal ein paar Lebensweisheiten auf Papier und hängst sie in Deinem Zimmer auf.
    So, nun wünsche ich mir noch ein paar Tage Reisevorbereitung von Dir zu hören. Also, was packst Du in den Koffer????

    versuche jetzt doch mal ganz frei und unabhängig von ihm etwas für dich zu tun. er muß garnicht trocken werden. du mußt dich auch nicht von ihm trennen. Ihr müßt beide garnichts. Sei Dir bewußt, dass DU es willst. Und mach Dich frei von dem Gedanken, was er daruas macht und was für ecuh daraus wird. Alles ist drin und nichts ist unmöglich. Sollte aber nicht unbedingt das Ziel sein. Immer höre lese ich unterschwellig den gedanken mit, dass du erwartest, dass er nun auch trockenheitsarbeit beginnt. tut er nicht. warum? sein tiefpunkt war ja noch nciht da. sieht so aus, als ob er es dir vortäuschen möchte. Und Du willst es wieder kontrollieren, machst Deine Lauscherchen auf und hörst ein Glas. Plötzlich gehts dir schlecht. Warum? weil du enttäuscht bist. weil du insgeheim doch die erwartung hattest, dass er nicht mehr trinkt. machs dir doch nicht so schwer. Erlaub ihm doch süchtig zu sein, erlaube ihm krank zu sein.Schau auf dich. Kontakt ohne Kontrolle scheint dir sehr schwer zu fallen. Aber das sollte eines deiner Ziele sei auf dich zu schauen. darum habe ich schonmal geschrieben, dass ich finde, dass es nicht so schlimm ist mit ihm zu telefonieren solange du dich selbst dabei beobachtest. du solltest dir viel klarer darüber werden warum DU keine beziehung mit einem alkoholiker haben kansnt, warum es keinen sinn macht. wenn er weiter trinkt wirst du auch keine angst vor einem rückfall haben müssen. denn er trinkt ja noch.

    Ich bin ja Kind eines Alkoholikers. Mein Vater hat erst als es kurz vor seinem prophezeiten Ende war, aufgehört zu trinken. meine Mutter hat solange bei ihm ausgeharrt. Sie sind bis heute noch zusammen und mein Vater blieb seitdem trocken. Aber dieses Extreme Leben mußt Du Dir nicht antun. Und bitte setz auch keine Kinder mit einem ALkoholiker in die Welt. Wenn DU durch die Hölle gehen willst dann tu dies bitteschön alleine.

    Die Qualen, die kommen, wenn DU bleibst werden auf jeden Fall größer sein als das, was Du gerade durchmachst.

    Eine Trennung ist auch immer mit Schmerzen verbunden.
    Du trennst Dich aber, um Dich vor noch größeren Schmerzen zu schützen. Und das ist auch vernünftig, da Du noch jung bist und sicher noch eine Familie gründen willst. behalte die auch teilweise schöne Zeit mit ihm in deinem Herzen und lass ihn frei, frei das zu tun was er möchte. Nur so kannst du deine eigenen freiheit auch bekommen.

    Der Trennungsschmerz wird dann schon immer weniger.
    Und es werden noch andere Männer kommen, die Dich glücklich machen. Mal Dir mal genau aus, was Du von einer Beziehung erwartest. Es geht hier nicht so sehr um Liebe.
    Eine Beziehung kann auch mal dann nicht funktionieren, wenn die Liebe da ist. Jeder Mensch hat auch bestimmte Ansprüche, Erwartungen usw, um glücklich und zufrieden zu sein. Da darf man sich nicht selbst belügen..

    Miriel, ich glaube, dass jede andere Frau in Deienr Situation sich wünscht, betet stark genug zu sein, um sich von diesem Mann trennen zu können.
    Und Du hast es getan. Du bist in der Tat eine sehr starke Frau.Verwechsle es nicht mit Deinen Gefühlen. Denke jetzt nicht, weil Du diesen Trennungsschmerz verspürst seist Du ein schwacher Mensch. Solcher Trennungsschmerz ist absolut normal. Deine ganze Person, dein Herz, Deine Gedanken, ... müssen sich jetzt auf eine neue Situation umstellen. Das macht zunächst mal Angst denn keiner weiß was kommen mag.
    Aber hast Du erstmal wieder Vertrauen gefaßt in Dir selbsz wirst Du sehen, wie diese Unscherheit sich bald in Lust auf was Neues, Neugier, Spaß am Leben und nihct zuletzt 'freiheit' um wandelt. Wenn Du nur positiv denkst und Dir selbst eine Chance dazu gibst. Aber Du bist ja auf dem besten Wege dahin. Nur noch ein klein wenig Geduld.

    Übrigens finde ich Abwaschen udn Aufräumen eine sehr gute Übung bei Trennungen. Ich bekomme immer regelrecht eine Putzfimmel. Symbolisch ist es wohl das Bedürnis alte Spuren auszulöschen, sich reinigen und Platz für Neues zu schaffen. Fensterputzen bedeutet auch sich eine neue Sicht zu schaffen.

    Da Du ja auch eine musikalische Person zu sein scheinst nutze deine Stimmung doch dafür ein paar schöne sentimentale Stücke zu kreieren. Ganz was eigenes. Ich denke, dass aus solchen Momenten die überzeugendsten Werke entstehen. Lass Deine Seele sprechen. Künstlerisches Schaffen, sich selbst auszudrücken ist äußerst befreiend.
    In Malerei, Musik, Tanz, Poesie usw kann man seine ganzen Emotionen hineinlegen und sich so auf einer ganz anderen ebene noch einmal verständlich machen. Oft reichen Worte nicht, das auszudrücken was man fühlt.

    Du bist in meinen Augen nicht nur eine sehr starke Frau sondern eine regelrechte Senkrechtstarterin. Hut ab.

    Liebe Miriel,
    diese Hin und Hergefühle, das sind ja echte Entzugserscheinungen. So stelle es Dir jetzt vor, wie es sich auch für ihn anfühlen muß, wenn er nicht mher trinken will. Da ist es auch nicht damit getan einfach keine Alkohol mehr anzufassen , sondern die Zeit muß plötzlich neu gefüllt werden.
    Aber Dein nick sagt es ja schon: Time is a healer.
    Halte durch und sei stolz auf jeden Tag.
    Versuch mal nicht ständig an ihn zu denken und vorallem nicht so sehr ihn zu kontrollieren. Du hast jetzt eine Entscheidung für Dich getroffen. Ob er es irgendwann auch mal schafft - alles Spekulation. Wünsch es ihm, bete für ihn, lass ihn trinken so lange er es braucht. Deine Gedanken mischen sich zu sehr ein. Betrachte es einfach wie andere chronische Krankheiten auch.
    Die gedanken des Coabhängigen sind irgendwie zwanghaft. Und es sind mehr diese Gedanken, die immer wieder bestimmen, kontrollieren wollen,von denen du versuchen sollst dich zu befreien als von deinem Freund als Person. Er kann doch trinken, lass ihn doch. Er muß garnicht aufhören. Stell Dir mal vor, auf Dich würde ständig jemand einreden, was Du tun und lassen sollst. Das würde Dich auch stören. Man kann über Dinge einmal, zweimal diskutieren, das wars. Als Coabhängiger werden Dinge zerredet, die zwar traurig sind, aber einen nicht wirklich was angehen. Man ist freiwillig in einer Beziehung. Aber der andere gehört einem nicht.
    Schmerzhaft sind immer die Erwartungen, die nicht erfüllt werden. Wenn Du nichts mehr erwartest wirst Du nur noch überrascht. Lass Dich doch einfach überraschen. Er wird schon auch irgendwann mak aufwachen.

    Du hast Dir die beziehung anders vorgestellt. Er ist längst einen anderen Weggegangen und hat seit langem schon Deine Erwartungen von der heilen Welt nicht mehr erfüllt. Und Du hast da gegenan gekämpft. Aber jetzt geht auch Dein Weg in eine andere Richtung. Es ist ja nicht auszuschließen , dass Eure Wege sich irgendwann mal wieder treffen.
    Aber im Moment seid ihr ein Duo zweier übelst süchtiger Menschen, die einander nicht mehr helfen können und sich gegenseitig im Wege stehen.

    Einen Menschen so anzunehmen wie er ist ist garnicht mal so einfach. Man pickt sich gerne nur die Rosinen aus dem Teig. All das wehleidige, trauernde um ihn, daran mußt Du arbeiten. er braucht Dir nicht Leid zu tun. Ihm gehts gut. Dir gehts schlecht. Er hatte ja alles was er braucht mit Dir und dem ALkohol. Er hat sich alles schön so eingerichtet, wie es ihm gefällt. Dabei war und ist es ihm egal, wie es Dir geht/ ging. Sonst hätte er sich ja für Dich geändert. Was Du noch garnicht richitg begriffen hast ist, dass Du die Leidende bist. Bei nassen Alkoholikern sieht es immer so aus, asl ob sie es sind. Zu gerne drücken sie ja auch auf die Tränendrüse. Ein Teil des Spiels, was Du auch durchschauen mußt.

    Was jetzt weh tut ist die Trennung. Aber versuche doch auch mal Freude zu empfinden an Deiner gewonnenen Freiheit. Wenn dieserMann Dir zu sehr fehlt, dann sage dir einfach so: Ich kann keine Beziehung zu ihm haben , aber eine Freundschaft. Aber ich lasse meinen Freund trinken, mische mich nicht in sein Leben, seine Vorlieben. Er ist als Mensch ja nicht für Dich verloren. Aber Du mußt innerlich so viel Abstand zu ihm bekommen, dass er tun und lassen kann, was er will. Du mußt sien Entscheidung respektieren.

    Liebe Miriel,
    einen lockeren freundschaftlichen Kontakt werdet ihr vermutlich erst dann haben können, wenn ihr euch beide mit etwas Abstand neu orientiert habt.

    Wenn Du ihn sonst so als Mensch gerne magst spricht ja nichts dagegen, dass Du irgendwann mal locker mit ihm irgendeine Umgang haben wirst.

    Was Dir jetzt schlecht bekommt und nahezu unmöglich st ist eine Beziehung mit einem nassen Alkoholiker, Mach es mal nicht so an ihm fest, sondern an der Tatsache, dass man ( bzw frau , also auch andere frauen) mit einem nassen Alkoholiker ( also auch irgendeinem anderen) keine gesunde Beziehung führen kann und auch keine Zukunft aufbauen kann ( kinder usw,

    Sehr schön gesagt hast Du: Es geht nicht darum ihn zu retten, ich will mich retten. Sag es ihm immer wieder. Nasse Alkoholiker stellen sich gern in den Vordergrund. Durch Selbstmitleid, Gejammer, Aggressivität oder auch 'Schleimerei', wie Deiner es gerade versucht. Er testet aus, was bei Dir am besten ankommt. Und Du spürst selber mehr und mehr wie unecht diese Sabbelei ist. Ich kenne das zu Genüge. Versuche mehr und mehr ihn zu durchschauen und dabei stark zu bleiben. Irgendwann, wenn Du nicht mehr auf ihn eingehst wird er kapitulieren. Bedenke, dass auch Du nicht nur Seine Partnerin, sondern auch sein Suchtgefährtin bist, die er jetzt gerade verliert. Sag ihm, dass Du lange genug versucht hast ihm zu helfen und dass er jetzt trinken kann. Oder auch aufhören. Er Kann sich selbst entscheiden. Aber DU hast Dich entschieden und da gibts nichts dran u rütteln. Damit tust Du ihm vielleicht tatsächlich was gutes. Du zeigst ihm wie konsequent Du bist und sein musst um Dich aus DEINER SUCHT zu befreien. Verstehst Du, Du lebst ihm quasi das vor, was er ja für sich auch umsetzen muss. Was Du immer von ihm erwartet hattest.
    Irgendwann wirst Du sehen, dass diese Konsequenz ihm auch gut tut. Irgendwann kommt nämlich auch er an den Punkt, dass seine Masche nicht mehr wirkt und er jetzt 'wirklich überlegen muß, was Sache ist. Das wird vermutlich noch ne Weile dauern, denn er wird auch viele innerliche hin und hers durchmachen.

    Dieser Egoismus, dieses sich in den Vordergrund stellen mußt Du durchbrechen. Ich persönlich finde es sogar gut, wenn Du stark bist und bei Dir bleibst, wenn Du hin und wieder mit ihm telefonierst. Das ist meine persönliche Erfahrung und Einstellung. Für andere mag es anders sein. Aber bei jedem Telefonat spürst Du , ob Du wieder schwach wirst , Dich einlullen läßt, oder Dich ihm( der Sucht) wiedersetzen kannst. Du kannst das aber auch in Gedanken machen.
    Wichtig ist, dass DU DICH in den Vordergrund stellst. Rede von Dir, von Deiner Sucht. Erzähl ihm, an was Du arbeitest und was Du schon erreicht hast. Er soll zuhören. Mal überlegen wie Du Dich dabei fühlst. Nimm Dir vor, nicht mehr ihn zu fragen, wie es ihm geht. Dem gehts schon gut.
    Wenns ihm nicht gut geht trinkt er eh. Und wenn er was ändern will, weiß er ja mittlerweile auch wie es geht. Den Arzt hat er ja ohne Dich gefunden.
    Aber gib ihm nicht so viel Aufmerksamkeit. Nimm es als normal an, was er da gegen seine Krankheit tut. Jetzt bist Du dran.

    Ich finde es gut, dass Du ihm gesagt hast, dass du lieber zu deiner Selbsthilfegruppe gehst. Du weißt nicht warum Du es ihm gesagt hast?
    Weil ,vielleicht noch ganz unbewußt, du ihm mitteilen wolltest , dass DU DIR jetzt auch mal wichtig bist. Man steckt viel ein und weg bei einem Alkoholiker. Dem setzt Du ja gerade ein Ende.

    Wenn er Dich liebt soll er das auch mal verstehen und akzeptieren.
    Auch wenn es ihm weh tut. Er muß auch aus Liebe loslassen.

    Schreib doch mal auf, was Du nie wieder willst, was Dich an der nassen beziehung eigentlich so stört.

    Liebe Muriel,
    Du machst das alles doch schon ganz gut.

    Dieses Loslösen vom Partner, bzw dessen Sucht, ist letztlich heftige Bewußtseinsarbeit. Wäre er nicht süchtig, wäre er möglicherwiese ein wunderbarer Partner für Dich, daher schreibe ich lieber 'loslösen von der Sucht'.
    Nochmal, um zu verdeutlichen, was Du Dir da in Deinen Gedanken klar machen sollst. Warum ich das schreibe?

    Ich lese aus Deinen Zeilen noch immer diese Unsicherheiten. Soll ich mit ihm reden, soll ich sein Gespräch annehmen, ist es richtig, wenn ich jetzt...

    Es ist kein Rückfall von Dir, wenn Du Dich mit ihm unterhälst. Und klar fällt ihm die Trennung auch schwer. ER soll sich jetzt sogar zweifach trennen: Von Dir UND vom Alkohol, Da ist er natürlich ganz schön gefprdert. Das soll er ja auch ruhig. Das sind jetzt die Konsequenzen SEINES Trinkens, Die werden noch erbärmlicher, Und die wird er immer selber zu tragen haben. Du kannst ihm auch keine Leberzirrhose, Bluthochdruck, Dilirium, Magenblutungen abnehmen können Wenn man jemanden liebt, dann möchte man das so sehr verhindern. Auch wenn er Krebs hätte würdest du durchdrehen. Das ist normal. Und genau das mußt du verstehen.

    Er sagt, dass er aufhören 'will' zu trinken. Das ist eine durchaus glaubhafte Aussage. Er weiß, dass er süchtig ist und er weiß/spürt auch, dass es nicht gut für ihn ist. Aber das reicht nicht. Allein der Wille reicht nicht aus
    Du schaust und hoffst immer wieder, ob die Trennung irgendwas bei ihm in Gang setzt. Auch verständlich, denn Du hast ja auch Gefühle für ihn.
    Aber gehe lieber davon aus, dass er jetzt Panik gekriegt hat.
    Lass ihm seinen Tiefpunkt selber erreichen, selber spüren.
    Was er jetzt spürt ist Trennungsschmerz. Ihr beide.

    Du solltest ihm vielleicht sagen, dass Du im Moment eine Abstand brauchst. Vielleicht kannst Du so drei Monate sagen. So könnt ihr beide mit der Trennung klar kommen, Euch neu orientieren.
    Wenn er versucht Dir irgendwas zu versprechen , was seine Sucht angeht solltest Du ihm sagen, dass GENAU DAMIT Du jetzt abgeschlossen hast. Du möchtest nicht mehr davon wissen. Weder ob er noch trinkt oder ob nicht.
    Versuche, wenns Gespräche gibt, diese nur auf neutrale Themen zu lenken. So, wie wenn Du mit Deiner besten Freundin telefonierst. Wenn Die ein paar Pfunde zu viel drauf hat wirst DU das doch auch nicht ständig mit ihr diskutieren, oder? Und da mußt Du hinkommen. Lass ihm seine Sucht, misch Dich nicht ein. Denn es ist wirklich seine Sache. Es ist eine Krankheit, und zwar seine. Meine Mutter hat Diabetes und ich frage sie nie nach ihren Zuckerwerten. Auch ermahne ich sie nicht, wenn sie sich falsch ernährt. Sicher könnte sie sich gesünder ernähren. Aber - es ist ganz und gar ihre Sache. So etwas würde nerven, nichts bringen ausser Streit.


    Warum wird Alkohol nicht einfach auch als eine Krankheit akzeptiert, die nur den Kranken etwas angeht? Weil sie Auswirkungen auch auf den Partner hat. Und davor rettest Du Dich gerade. Nicht vor ihm als mensch. Sondern vor den Auswirkungen seiner Sucht auf Dich.

    Es gibt viele Dinge, die ebenfalls ähnliche Auswirkungen auf die Gesundheit haben wie der Alkohol. Auch zu fette Ernährung macht die Leber kaputt. Würdest Du nun anfangen ständig über jede Bratwurst zu diskutieren oder jede Tüte Chips?

    Der Alkohol paßt uns nicht , weil er auch Konsequenzen auf uns hat. Und das wollen wir nicht mehr. Wir können den Partner nicht stoppen. Aber wir können uns befreien und gehen.

    Das schmerzt für beide sehr. Das ist ja schon eine ungewöhnliche Trennung. Normalerweise ist es ja so, dass von einer Seite die Gefühle nicht mehr da sind und der dann Schluß macht. Aber hier sind Gefühle vorhanden, die Beziehung aber macht keinen Sinn.

    Dennoch kann man den anderen als einen netten Menschen akzeptieren.
    Unüberwindbare Trink-Kultur- Unterschiede. Leben und leben lassen, wie man so schön sagt. Ich lass Dich so wie Du bist. Du bist ok, Du paßt nicht in mein Leben. Ich glaube, das ist gemeint mit: In Liebe gehen lassen.

    Was ist dann mit der Liebe, was macht die dann noch für einen Sinn, fragt man sich dann viellicht. Mich hat das Forum auch inspiriert über das Thema Liebe viel nachzudenken. Wie weit 'darf' man überhaupt in das Leben eines anderen eingreifen. Soll man jemanden nicht einfach so lieben wie er ist. Will man selber nicht auch so geliebt werden wie man ist, mit all seinen Macken. Mir persönlich fällt es einfacher loszulassen, wenn ich mir all diese Dinge ins Bewußtsein hole. Dann verschwendet man auch keine Unmengen an Geld für sinnlose Telefonate. Man sagt nur: Schade für Dich, dass Du heute wieder trinken mußt.

    Liebe Miriel,
    Du bist ja ein ganz helles Köpfchen und hast scheinbar das Forum hier in kürzester Zeit regelrecht 'aufgesogen'. Vom Kopf her hast Du schon fast alles verstanden, was die Coabhängigkeit angeht.

    Man sagt ja, dass das Denken die Gefühle beeinflußt.

    Somit ist es also noch ein Frage der Zeit bis auch deine Gefühle mitmachen und Du eine wirkliche emotionale Distanz aufbauen kannst.

    Mit Sicherheit wird das nicht von heute auf morgen geschehen. Aber ich glaube Du bist auf dem besten Weg. Wenn es alles so einfach wäre bräuchte es keine Foren, kiene Therapeuten. Geduld ist also auch ein ganz wichitger Schritt auf dem Wege der Genesung von der Krankheit 'Coabhängigkeit'.

    So wie ich es sehe bist Du noch nicht 'trocken', sondern erstmal auf 'Entgiftung'. ich will Dir hier mal deutlich machen, dass es da sehr wohl Parallelen gibt zu der Alkoholsucht.
    Und bei jedem Anruf, bei jedem Einlenkversuch ist es so, als ob der noch nasse Alkoholiker vor einem Glas Wein steht und sich überlegt, ob er es trinkt, ob er vielleicht doch kontrolliert trinken kann.
    Du gerätst immer wieder in Versuchung, merkst Du das?
    Dieses hart bleiben ist nicht einfach. Aber Du könntest Dir vorweg Gedanken machen, wie Du reagieren möchtest in Zukunft.
    Versuche mit klaren Aussagen all seine Versuche ( auch die des coabhängigen Freundes) abzublocken.

    Er will Dich überzeugen, dass er es alleine nicht schafft , sondern 'Deine ' Hilfe braucht , statt die eines Therapeuten. Frag ihn doch, wie es seiner Meinung nach aussehen sollte, wie Du ihn in seiner Trockenheit unterstützen könntest ( kann er vielleicht die Telefonnummern der Therapeuten nicht lesen, oder hat er Angst zu telefonieren?
    Aber das hast Du ja längst erkannt, dass Du ihm da nicht helfen kannst, auch sein Freund nicht, und dass all dies nur Hinhaltetaktik ist.

    Und mit dieser 'Taktik' , mit dem Knöpfe drücken solltest Du Dich noch etwas mehr auseinader setzen. So wie Renate es passend beschrieben hat handelt der Süchtige genau wie der Wolf bei den 7 Geißlein, der seine Stimme mit Kreide einschmiert, um zu seiner Beute zu gelangen. Und bei Dir scheint es noch ansatzweise zu klappen. Du verbündest Dich mit einem zweiten Coabhängigen, um auf ihn einzureden, der ja garnicht will.
    jetzt hat er zwei, die er an der Nase herumführen kann. Du befürchtest, dass er sich zurück zieht. Das wird er und das soll er. Er soll gar keine Therapie machenn, nicht jetzt, sondern, wenn ER dazu bereit ist. Das solltest Du auch so akzeptieren. Dein Tiefpunkt ist gekommen, aber nicht seiner, womöglich längst noch nicht.

    Deine Frage ist doch die, ob Du neben einem nassen Alkoholiker weiter machen kannst. Und Du hast sie mit 'nein' beantwortet.

    Wie ehrlich bist Du zu Dir selber? Hast Du es mit dem Gedanken im Hinterköpfchen gemacht, dass er sich vielleicht doch 'schnell' ändert und eine Therapie macht und es ei Happy end für Euch gibt? Was ihr da gerade versucht, klingt danach. Ihr könnt ihn nicht der Beziehung willen überreden. Sein Freund hat sich offenbar noch nicht so sehr mit der Sucht beschäftigt. Gut zureden hilft nichts. Und sicher hat sein anderer süchtiger Freund nicht durch gut zureden aufgehört zu konsumieren.

    Alle hin und hers, die Du gerade durchmachst, alle drohenden Rückfälle, alle Sehnsuchtsgefühle nach dem Suchtmittel machen doch alle durch, die einen Entzug machen. Alles, was Du einem anderen auf den Weg mitgebne würdest solltest Du Dir auch mitgeben.

    Ich sehe übrigens nicht so sehr, dass Du durch das Schreiben hier im Internet in eine andere Sucht schlittern würdest. Ich denke, dass Du in einer sehr akuten Phase bist, wo Du die Unterstützung brauchst.
    Du kannst noch nicht umsetzen, was Du umsetzen möchtest. Und dafür ist ein guter Zuspruch von Leuten im Netz glaube ich sehr hilfreich. Das lese ich auch viel bei den nassen Alkohlikern, die aufhören wollen.
    Es gibt noch kleine Rückfälle bei Dir, wie Du siehst, und die Leute im Forum 'pushen' Dich ja immer wieder auf den richtigen Weg zurück, raus aus der Spirale, wie hier ja sehr schön erwähnt wird. Ich galube, dass es sehr wichitg im Moment ist. Und wenn Du genügend Abstand hast und Dich innerlich stärker gemacht hast wird das schon automatisch weniger.
    Ich sehe das keine Gefahr für Dich heir viel zu schreiben. Jeder Mensch ist anders. Ich beobachte, dass Du die Dinge , die Du hier gelesen hast sehr schnell und gut annimmst. Daher gehts bei Dir wohl schnell voran.
    Vielleicht hat es doch mit Deinem Alter zu tun, wie paddy schon erwähnte.
    Nicht, dass man da weniger Schmerz verspürt oder so. Aber Du schriebst ja selber schon über Trennung. Trennung hat auch mit Angst zu tun. Wenn man älter ist, Kinder im Spiel sind, finanzielle Abhängikeiten und das Gefühl, dass man nicht mehr so schnell einen neuen Partner findet, wegen seines Alters usw. dann ist natürlich die Angst größer. Daher werden ja jüngere hier imemr besonders gewarnt. Denn solange Du noch nicht so tief in der Spirale hängst ist es einfacher zu entfliehen. Das bedeutet ja nicht, dass es weniger Schmerzen sind. Aber alle wissen, wo es lang geht, wenn man nicht geht. Auch ich kann es Dir bescheinigen als Kind eines Alkoholikers. Solch ein Leben wünsch ich keinem. Und wenn Du es nicht möchtest , und Du einmal Kinder haben willst dann such Dir lieber nen anderen Mann. Du kommst doch jetzt in das Alter, wo man sich allmählich Gedanken um Zukunft und Kinder macht. Jedes Jahr mit einem Alkoholiker ist weggeworfene Zeit. Jeder trockene Alkoholiker würde Dir auch das gleiche sagen. Die wissen ja noch besser wie aussichtslos alles ist, wenn der Partner immer wieder Gründe findet sich nicht zu ändern. Die Sucht ist nicht vernünftig und auch nicht mit Liebe zu bekämpfen. Die Sucht ist trickreich und ich finde irgendwie durchtrieben. Dein Partner muß trinken, weil er trinken 'muß'. Bis er selber es nicht mehr aushält und nicht bis es Dir nicht mehr gefällt, oder seinem Freund. Wenn Du das verstanden hast , hast Du etwas sehr wesentliches der Sucht verstanden, meine ich.

    Und noch was. Mitleid hervorrufen, Selbstmitleid - das sind die wahrhaftigen Talente vieler Süchtigen und da können sie ganz tief in ihre Trickkiste greifen. Du kannst lernen dagegen zu wirken. geh nicht drauf ein und zeige Deine Schwächen nicht. Bleib kalt, wie man so schön sagt.
    Wenn Du ein Kind hast wirst Du auch davon profitieren, denn kleine Kinder haben es auch recht gut drauf. Weinen bis man erhält, was man bekommt.
    Solange er merkt, dass Du auf sein Gejammer reinfällst wird er das immer weiter machen. Wenn er Dir auf irgend eine Art und Weise sagt, dass sein leben nicht so dolle ist dann sag ihm. Ändere Dich, mach was draus. anderen gelingt das auch und die haben ganz andere, viel schlechtere Voraussetzungen. So in der Art. Sag ihm auch, dass Du es nciht hören willst, wenn er sich umbringen möchte. Das solle er dann mit sich selbst ausmachen und dass Du solche Aussagen nicht verkraften kannst und er solle auch mal an andere denken. Er soll ruhig auch mal lernen sich in andere hinein zu versetzen. Niemandem auf dieser Welt wurde ein wunderbares Leben versprochen. Jeder hat Probleme, die er bewältigen muß.
    Was Du auch wissen mußt ist, dass sich Alkoholiker auch Gründe schaffen, um zu trinken. Viele sind irgendwie in den Alkoholsmus reingeschlittert, durch Party feiern und Saufkultur, Gewohnheit, Tradition etc. Es muß nicht unbedingt durch schlimme Erlebnisse oder schlechter Kindheit, Depressionen etc geschehen sein. Aber eben genau duch die Sucht können dann solche Zustände entstehen. Depressionen, Wesensänderungen. Launenhaftigkeit bei Entzug etc. Der Süchtige will ja nicht unbedingt süchtig sein. Er kann ja auch nicht einfach so aussteigen. Es ist ja nicht einfach so ne Frage des Willens. Auch Du selber hast den ersten schritt selber gemacht, Dich entschieden auszustiegen. Andere können Dich erst dann anfangen zu unterstützen, wenn Du es zuläßt, so wie hier im Forum. Stell Dir vor, dass vor ein paar Monaten jemand zu Dir gekommen wäre und hätte gesagt: Meine Güte, trenn Dich blos von diesem Mann. Du hättest vermutlich gedacht, dass das niemanden was angeht. Auch, wenn Du insgeheim selber spürtest, dass er nicht gut für Dich ist. Sogar kann dann noch der Trotz einsetzen, dass Du es dann erst recht allen beweisen möchtest, dass es bei Dir was ganz anderes ist. Auch ein Alkoholiker kann dann denken, dass er alle sim griff hat. Er kann dann mal 2 Wochen nichts trinken usw. Oder er trinkt immer heimlicher. Oder aber er sucht nach Gründen. Das beruhigt ja auch sein eigenes schlechtes Gewissen, dass er zu schwach ist aufzuhören und andere werden gerne zu schuldigen gemacht. Wegen Dir muß ich ja trinken. Du meckerst immer nur rum ( kein Wunder, oder?), keiner versteht mich ( wie soll man auch), kein Geld mehr da ( alles bereits versoffen )... Und wenn ihm nichts einfällt, dann inszeniert er auch gerne mal was. Dann hat man angeblich irgendwas versteckt, was er nicht finden kann, oder was gehört, was man so nicht gesagt oder gemeint hat. Ich weiß nicht, ob Du diese Auseinadersetzungen kennst, da Du ja nicht mit Deinem XY zusammen lebst. aber all diese Dinge werden mit der Zeit immer krasser und Du wirst mehr und mehr da mit reingezigen, verletzt. Willst helfen und bekommst die Schläge. Blieb lieber bei Deiner Entscheidung Dich zu trennen. Wenn er dann in ein paar Jahren vielleicht trocken ist kann er sich immer noch um Dich bemühen. Selbst wenn er heute definitiv einsieht , dass er süchtig ist und was unternehmen will ist es immer noch ein langer Weg und die Angst des Rückfalls wird immer bei Dir sein. Leider ist die Rückfallquote ja sehr hoch. Und wer ohne eigene Überzeugung, nur aus Angst verlassen zu werden oder sowas ne Therapie macht - was denkst Du selber wie lange das hält?
    Man muß sich selbst verbrannt haben, um zu wissen, dass die Flamme heiss war. Leider. Wünsche Dir viel Kraft.

    Lieber Bruce,
    ich glaube, dass es nicht nur mir sondern auch anderen im ersten Moment den Eindruck macht, dass Du Dich mit diesem Thread selbst 'entmutigen' möchtest. Was Du da in all diesen Threads gelesen hast beruht ja, so gehe ich mal davon aus, auf Erfahrungsberichten. Auch hört man von Leuten, die mit Therapien bereits zu tun hatten, dass die Rückfallquote sehr hoch ist. Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass mein Vater bereits am seidenen Faden hing bevor er in Therapie ging. Und er ist heute über 80 und ohne Rückfall trocken geblieben. Rein intutitiv würde ich bestägigen, dass es auch mit diesem sehr tiefen Fall zu tun hat, dass er dann soo konsequent war. Umzug, Freundeskreis gewechselt, Alkohol auch in Spuren und Verdachtsfällen gemieden. Manch einer in der Familie hat es ihm nicht leicht gemacht und in seiner Gegenwart getrunken. Aber er ist immer bei sich geblieben.
    Da gibts vielleicht sogar Statistiken drüber. Aber was würde es alles bringen? Entscheidend ist doch, dass es bei jeder Sucht diese Momente gibt, an denen man schwach werden kann. Ob man nun zu den einen oder anderen gehört. Und für diese Momente ist ja auch dieses Forum da. Wenn Du zu den eisernen gehörst, dann kannst Du hier andere bestärken, ermutigen. Wenn Du vielleicht genau diese Ermutigung brauchst, dann bist Du hier auch richtig. Seine Sucht nicht mehr ernst nehmen und auch sich selbst zu belügen, dass sehe ich als die Gefahr.
    Und was ich im Laufe all der Jahre, die ich hier angemeldet bin heraus kristallisiere ist, dass ein Mensch sich wohl niemals von einer Sucht befreien kann, wenn derjenige nicht 'selbst' diese Einsicht hat. Im Coabhängigenbereich sehe ich wie einige versuchen an dieser Tatsache herumzudoktorn.
    Zu groß ist der Wunsch, dass ein Partner 'aus Liebe', 'aus Vernunft' doch aufhören würde zu trinken. Eine große Hilflosigkeit, wenn die Ehe und Familie zu zerbrechen droht.
    Für mich absolut verständlich, habe das alles miterleben müssen bis zum fast bitteren Ende. Und ich habe einige Abhängige kennengelernt, die sich haben überreden lassen oder wegen Kürzungen von Geldern zu einer Therapie sozusagen 'gezwungen' waren. Aller rückfällig geworden. Darum denke ich, ist es nicht so wichtig 'wie tief' Du gefallen bist, sondern wie 'weh' es Dir selber getan hat. Du schreibst ja, dass Du selber Dich entschieden hast trocken zu werden und zu bleiben. Ich denke, dass es optimale Voraussetzungen sind. Ich wünsche Dir, dass Du auch so stark bleibst wie mein Vater. Dass Du Dir Hilfe suchst, Dich mitteilst, wenn schwache Momente kommen. Jeder wird mal schwach, labil. Auch zu akzeptieren,dass das zum Leben dazu gehört und vorallem dass das auch wieder vergeht finde ich ganz wichtig.

    Wien tief ein Tiefpunkt ist entscheidet doch immer der betroffene selber. Der eine ertinkt schon in kniehohen Gewässer und der andere erst auf hoher See. Entscheidend ist wohl, dass man selber ohne äußere Zwängeund Druck den eigenen willen aufbringt 'nun' endlich was ändern zu wollen. Und wenn man schon sehr tief gesunken war sitzt der schrecken sicher sehr tief in den Gliedern. Die Toleranzgrenze eines jeden Menschen ist vollkommen anders. Ich denke, dass man den erfolg trocken zu bliebne auch nicht 'nur' am Tiefpunkt festmachen sollte, sondern auch daran, was man letzlich aus seinem Leben danach macht. Ich denke da gerne an eine Billardkugel. Mit einem Impuls in eine vollkommen andere Richtung wird sie auch automatisch auf ein ganz anderes Ziel zurollen. Das gilt für viele Bereiche des Lebens, meine ich. Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Und mit aller Konsequenz einen neuen Weg einschlagen und sich nicht alten Gewohnheiten auszusetzen Rückfälligkeit droht ganz bewußt vermeiden, halte ich auch für einen sehr erfolgreichen Weg. Alleine zu denken, dass man weniger Chancen haben 'könnte' ist schon falsch. auch wenn die statistik was anderes sagt, so sollte man positiv denken und sich auf die Ausnahmen berufen. Letztlich hat jeder sein Leben in der Hand und deshalb kann ja auch kein anderer Mensch Dir die Sucht abnehmen als Du selber.
    also- die Regeln bestimmst Du selbst und damit auch den Erfolg. ich hoffe, dass Du es nicht deshalb in Frage stellst, damit Du eine gute Entschuldigung hast, falls Du irgendwann rückfällig wirst.

    Liebe Magda,
    ich finde mich so sehr in Deiner Geschichte wieder. Bei mir war es der Vater, der betrunken auf der Couch lag. So waren wir zumindest von unserer Mutter einigermaßen versorgt. Doch auch sie wurde sehr depressiv und wußte keinen Ausweg. Ich kenne es auch, diese Gefühle, die allmählich abstumpfen, erkalten, aus Selbstschutz. Wie die Liebe in Hass übergeht. Lese ich hier in den threads der Coabhängigen finde ich sehr das Bild meiner Mutter wieder in allen Facetten. Doch ich selbst finde mich nur teilweise wieder. Aber bei den Threads der Kinder sehe ich viele Spiegelbilder und unsere Situation ist noch eine andere, oft doch sehr viel tiefer verwurzelt in unserer Kindheit. Ein Leben, dass uns unfreiwillig so sehr in eine Richtung prägt. uns die Kindheit nimmt, weil wir schon so früh Verantwortung übernehmen müssen. Bis heute fühle ich noch tiefe Wunden in mir. Eigentlich kann ich sagen, dass ich mich stark fühle. Aber deswegen weil ich immer stark sein mußte. Ganz hinten, hinter dieser Fassade sehe ich in mir immer noch ein kleines verletzliches Mädchen, was sich vor Angst in der Ecke kauernd versteckt. Und wartet , bis das Gröbste vorüber ist und sich dann wieder aufrafft um zu retten , was noch zu retten übrig geblieben ist. Und bis heute habe ich das Gefühl, dass ich immer mit diesem zerbrochenen Scherben weiter leben muß, das beste draus machen kann und muß. Es wird immer nur eine mehr oder weniger gute Fassade bleiben. So wie der alkoholiker ein Leben lang Alkoholiker bleibt, so werden auch wir es niemals leugnen können, dass unsere Kindheit ein Scherbenhaufen war, aus dem wir nun in der genwart das beste draus machen müssen. Versuchen, nicht in die Fußstapfen der Mutter/ des Vaters zu stapfen und vor allem bekannte Muster zu überwinden, was ich für noch schwieriger halte. Für mihc bedeutet es, dass ich lernen muß mich in der 'heilen' welt wohl zu finden und mich nicht angezogen fühle von dem bekannten, dem kaputten. Menschen, die krank sind, die verstehen wir, und auch wir fühlen uns gewissermaßen verstanden, zumindest fälschlihcerweise aufgehoben, 'zuhause'. Da lauert die Gefahr in die Coabhängigkeit zu geraten.

    @ schnuffig
    verstehen wie ein Co tickt ist mir auch lange zeit fremd geblieben. Ich habe als Kind zwei Süchtige vor mir gehabt und irgendwie wird man davon geprägt. Aber im gegensatz zu meienr Mutter, die emotional ganz anders involviert war hätte ich mir diesen Zustand niemals freiwillig angetan. aber man ist dem eben hilflos ausgesetzt.
    Alkoholiker und Coabhängige sind von der Struktur garnicht mal so unterschiedlich. Ob es masochistisch ist wenn man coabhängig ist ist ne gute Frage. Würde vieellciht ganz neue erkenntnisse bringen. jedenfalls kan ich den Rausch des Coabhängien auch nicht so nachvollziehen. Aber da ich ja irgendwie auch Anteiel davon in mir trage würde ich sagen, dass es auch ganz viel mit der rolle der Frau zu tun hat. Es wird einem vorgelebt, extrem oder weniger extrem. Eine Frau hat sich aufzuopfern, dann ist sie eine gute Frau. dann wird man belohnt, geliebt etc. Dann bekommt man Anerkennung, glaubt man. Auch ein gewisser Beschützerinstinkt spielt da ne Rolle, würde ich sagen. Die Sachen spielen sich nicht so bewußt ab. Eben wie beim Alkoholiker. Würde man nur vernünftig denken würde es beides nciht geben. Ich glaube, man versucht erstmal zu helfen, weil man sich einfach dazu verpflichtet fühlt, den anderen liebt und sieht, dass das nicht gut ist was er da macht. Loslassen udn demjenigen die eigenen verantwortung dafür überlassen wäre jetzt das richtige.
    Aber nun kommt der Eifer ( Vorläufer der sucht?) dazu, dass man es unbedingt schaffen will und muß, man will nicht als Verlierer dastehen und man will ne Lösung gefunden haben.
    Alles erdenkliche ausprobieren und durchdenken, erforschen bis dass der Kopf uns platzt und ein Burnout droht. Das ist schon sone Art Besessenheit etwas wieder herstellen zu wollen wie es war oder wie es funktioniert. nicht nur um des anderen Willen sondern ja auch um seienr selsbt willen. Man möchte Liebe, Harmonie. Eine bestimmte vorstellung von heiler Welt, Familie usw wurde zerstört und dem Co fällt es schwer damit umzugehen, es zu akzeptieren, sich lieber nen anderen partner zu suchen mit dem es besser läuft, Angst vor dem Alleinsein. Sehr viele Ängste stecken da auch hinter. Und mangelndes vertrauen zu sich selbst. Das habe ich bei meiner Mutter sehr stark beobachtet und aus den diskussionen mit ihr kam das alles so raus. Sie war irgendwie in sich selbst, in ihren Mustern gefangen. Man hat ja ein bestimmtes Programm im Kopf, wie man halt erzogen wurde. Und da konnte sie nicht aussteigen. Lieber leiden.
    Ich wollte nie so werden wie meine Mutter. bin ich auch nciht. auch wenn ich mich nicht 100% davon frei machen kann. Etwas bleibt immer hängen. Aber so wie der Alkoholiker seine Rausch erlebt und seine probleme verdrängt, so schafft sich als Gegenpol die Coabhängige zusätzliche Probleme, die sie garnicht haben müßte.
    entsprechend ist es auch wohl eher ein 'Antirausch', ein Abturner, den sie erlebt. Eher so eine Art innere Helfer-Hysterie, ein nicht aufhören können. Ich glaube dieser Wahnsinn, der im Kopf stattfindet, einfach nicht aufhören zu wollen, zu denken, zu helfen kann man vielelicht beschreiben mit dem ehrgeiz eines sportlers, der unbedingt gewinnen will. Sich Kilometer abquälen in einer Rekordzeit würde für viele ja auch keinen Sinn machen. Der sportler hat ja auch noch diese Glückshormonausschüttung. Ich glaube die findet bei den Coabhängigen immer in den wenigen kostbar gewordenen trockenen Momenten statt. Wenn man das Gefühl kleiner Erfolgserlebnisse hat. Die Momente mit dem Partner werden ja immer seltener, also werden sie immer mehr geschätzt. Das liest man immer wieder an Äußerungen wie: Eigentlich ist mein Mann ein ganz liebevoller toller Familienvater...... aber wann, wie oft? Das erfährt man wennman weiter liest. Bei meinem Vater war es ebenso. War er mal nüchtern war er auch toll. Ee war druch seine Sensibilität sicher ein ungewöhnlicher herzlicher mensch, der gut zu Kindern war. Andererseits war eben diese Sensibilität auch sein Verhängnis, denke ich. Er schaffte es nicht Dinge des Alltags zu verkraften, wenn es stressig wurde usw. Ich lese hier immer sehr viele Parallelen, finde Spiegelbilder von Mutter als auch Vater weider. Die Geschichten sind alle anders , doch vieles ist gleich in der struktur. Mir hilft es viel zu sehen, dass ich nicht allein damit da stehe. Im gegensatz zu Co und Alkoholiker würde ich sagen, dass EKA nicht unbedingt süchtig sind , aber sicher wie schon gesagt suchtgefährdet. Daher müssen wir uns unseren Rausch woanders holen.

    Habe nochmal nachgedacht über meine eigenen Rauscherfahrungen und die meines Vaters, die ich ja nur beobachten konnte.
    ich denke, wenn man abhängig ist, dass der Zustand dann ein anderer wird. Man kennt es ja das trinken bis zum Umkippen, um Partyspaß zu haben.
    Da sit zwar auch oft der Gruppenzwang hinter da zu trinken mehr als man verträgt. aber in der Phase verträgt der Körper den Alkohol ja auch noch anders. Als Abhängiger verändert es sich ja. Und ob Du willst oder nicht- Du mußt bis zu einem bestimmten Level trinken, eben ja weil der Körper danach ruft. Daran ist dann wohl nichts mehr so schön, wie es am Anfang war. Die Anfangsphase von Trinkerien auf feierlichkeiten, das Hirn ausblenden usw habe ich bei meinem Vater auch noch in Erinnerung. Da erlebte ich ihn noch als lustigen menschen , schon aber mit einigen Ausfällen, die man eben bei übermäßigem Alkoholkonsum hat. Wenn ich die Skala der Abhängigkeit betrachte dann war er sicher zu diesem eitpunkt noch als 'abhängigkeitsgefährdet' einzustufen. Am Ende seiner Karriere, das war dann ja auch schon über 10 Jahre später habe ich ihn ganz anders erlebt. Er hing rum, runtergekommen, Flasche stets am Mund kleben. Dauerrausch von morgens bis abends, aber die einst fröhlich machenden Eigenschaften waren ihm nicht anzusehen. Mittlerweile war der Stoff auch ein anderer. Er fing an mit Bier und endete bei 'hauptsache hochprozentig und billig'. Ich vermute, dass es nicht einmal mehr geschmeckt hat. Natürlich war in diesem Zustand das Hirn ausgeblendet, sogar dauernd.