Beiträge von maloross

    Muss nicht so laufen - aber wie gesagt - erwarte nicht zu viel.

    Ich erwarte mit Sicherheit noch keine Kehrtwende und alles wird gut, das wäre höchst naiv.

    Durch die provisorische Trennung von Tisch und Bett, das Niederlegen aller meiner "Ämter und Pflichten" schaffe ich so nach und nach ein Umfeld, dass der endgültigen Trennung recht nahe kommt. Ich denke, dadurch ist zusätzlicher Druck entstanden, ob und wie er damit umgeht, kann ich noch nicht bewerten.

    Wie gesagt, ohne Einkommen bekomme ich von den Vermietern nur Absagen, was ich verstehen kann. So muss ich mich zunächst mit der Wohnsituation arrangieren: Wir leben im gemeinsamen Haus, das zum Glück über zwei getrennte Wohnbereiche verfügt. Ansonsten beschränke ich Begegnungen und Gespräche auf ein Minimum, meist läuft die Kommunikation über Email.

    Der nächste Schritt ist der Trennungsunterhalt, hier habe ich ihm schon schriftlich mitgeteilt, dass ich den einfordere und mich diesbezüglich auch anwaltlich beraten lassen. So lange es geht möchte ich jedoch Gericht und Anwälte außen vor lassen, scheue mich aber nicht davor meinen Anspruch einzuklagen, sollte er die Zahlung verweigern.

    Mein Mann ist ja nicht dumm und sagt selbst, dass er "wahrscheinlich zu viel trinkt". Das ist von Einsicht noch meilenweit entfernt, aber es könnte ein Anfang sein. Ich sehe meine Chance eher darin, dass ich sofort unterstützen kann, sollte er sich tatsächlich professionelle Hilfe suchen.

    Es ist schon sehr zwiespältig: Einerseits das eigene Leben nicht der Problematik unterzuordnen, andererseits aber dem langjährigen Partner, den man ja geliebt hat, beistehen zu können, wenn er sich für eine Therapie entscheidet. Gedanklich habe ich zwar schon angefangen, ihn loszulassen, aber das ist für mich auch ein Prozess, der Zeit braucht. Im Moment möchte ich da sein, wenn er den schweren Weg des Entzuges geht.

    Leider ist in unserer Gesellschaft Alkohol akzeptiert, das Trinken wird bagatellisiert und gehört quasi zum alltäglichen Leben dazu. Die Gefahr ist allgegenwärtig, die Versuchungen permanent vorhanden und Alkohol in jeder Form ist leicht verfügbar.

    Du kannst ihn höchstens unterstützen, wenn er sich mit vollem Einsatz (!) auf den Weg macht.

    Das ist genau das, was ich ich in den jüngsten Gesprächen angeboten habe: professionelle Hilfe in Anspruch nehmen und ich gebe die Unterstützung in der Form, in der er sie braucht und zulässt.

    Was mich bisher störte (vielleicht bin ich da überempfindlich) sind seine Aussagen wie "wahrscheinlich trinke ich zuviel" oder "vielleicht hast du Recht". Hier sehe ich eine Hintertür bzw. eine Verharmlosung der Sachlage.

    Zumindest habe ich jetzt eine provisorische Trennung innerhalb unseres Hauses realisiert, suboptimal aber für den Moment praktikabel. Ich sehe das als "Schuss vor den Bug": ich kann in mich hineinhören und mich mit der Situation auseinander setzen. Mein Mann bekommt vielleicht (?) mal einen Eindruck, wie es ohne mich ist.

    Halbherzig, aber ein Anfang.

    Natürlich muss mein Mann das selbst wollen. Ich glaube nicht dass er es will. Dann werde ich gehen oder er muss gehen.

    Das ist sooo schwer . Hab auch ein Helfersyndrom!

    Irritiert mich gerade etwas: wenn du annimmst, dass er nicht will - wieso dann trotzdem ein Ultimatum? Steckt da nicht doch die Hoffnung dahinter, ihn zum Umdenken zu bewegen? Und fällt dir so die Trennung nicht noch schwerer?

    Aber mit über 60 ist eine Trennung kein Zuckerschlecken, ich bin Hausfrau ohne Einkommen und als solche findet man erst mal keine Wohnung. Ich suche schon seit längerem, aber die Vermieter wollen verständlicherweise Sicherheiten.

    Maddalena : habe deinen Thread gelesen, du bist natürlich doppelt belastet (eigene Alkoholproblematik, Angststörung usw.) und vermutlich ist für dich die radikale Trennung der beste Weg.

    Heute morgen habe ich ihm meine unabänderlichen Bedingungen gesetzt , den kompletten alkohol aus dem Haus zu bringen, selbst einen Entzug zu machen oder ich werde gehen.

    Leider bringt ein solches Ultimatum meiner Meinung nach nichts, denn ohne die Einsicht des Erkrankten ist ein Entzug in den meisten Fällen zum Scheitern verurteilt. Daher rührt auch mein Zwiespalt, denn meine bisherige Hoffnung war, ihn durch sachliche Gespräche auf die Problematik aufmerksam zu machen, ihn zu sensibilisieren um erkennen zu können, wie problematisch ich (und auch viele aus dem Freundes- und Bekanntenkreis) seinen Umgang mit Alkohol sehen und er selbst die Einsicht bekommt, dass sein Umgang damit missbräuchlich ist (Abhängigkeit kann ich nicht beurteilen, halte ich aber für wahrscheinlich).

    Nenn es Helfersyndrom, aber ich möchte alle Möglichkeiten ausschöpfen, bevor ich einen endgültigen Schnitt mache. der für mich auch mich auch weitreichende Folgen haben wird.

    Ein freundliches Hallo in die Runde.

    Nach vielen Jahren mit den üblichen Rückschlägen, Versprechungen, Hoffnungen und Enttäuschungen bin ich am Ende meiner Geduld bzw. Weisheit und weiß nicht mehr weiter. Meine Geschichte:

    Ich bin 63 Jahre alt und seit fast 40 Jahren mit einem Mann zusammen (34 davon verheiratet), dessen Alkoholkonsum sich stetig erhöht hat. Am Anfang war es nur mal das "Feierabendbierchen", mittlerweile sind es täglich mehrere Flaschen Bier, an den Wochenenden, bei Feiern oder Veranstaltungen sind es gern auch noch mehr. Er war nie gewalttätig oder aggressiv, aber seine Persönlichkeit hat sich im Laufe der Jahre immer mehr verändert: Er isoliert sich, hatte alkoholbedingt schon mehrere Unfälle, im letzten Jahr mehrere Rippen gebrochen.

    Meine Eltern waren selbst beide hochgradig alkoholabhängig (Vater verstarb an Leberzirrhose, Mutter wurde Korsakow-Syndrom sowie Leberzirrhose diagnostiziert). Ich selbst habe als Teenager auch einiges mit Alkohol zu kompensieren versucht, mich ab Mitte 20 aber bewusst vom Alkohol distanziert und trinke nichts mehr - weswegen ich öfter mal als "Spaßbremse" bezeichnet werde. Damit kann ich aber gut leben.

    Weniger gut jedoch mit der Tatsache, dass es seit nunmehr 10 Jahren so gut wie kein Eheleben mehr gibt, weder gemeinsam verbrachte Zeit, noch gemeinsame Interessen, von Zärtlichkeiten und Intimität ganz zu schweigen. Ich habe denke ich das typische Repertoire durch (Verständnis, Tränen, Drohungen usw.), was weder die Sache verbessert noch mich weiter gebracht hat.

    Trennung wäre wohl die letzte Option, aber ich tue mich so schwer damit...

    Ich werde mich jetzt erst mal durch ein paar Beiträge lesen und hoffe, von euch Impulse zu bekommen, dir mir bei meiner Entscheidungsfindung helfen.