Beiträge von Rennschnecke

    Ich finde es gut, wie sachlich hier die unterschiedlichen Herangehensweisen vorgetragen werden. So kann sich jeder ein Bild machen und hoffentlich die richtigen Schlüsse daraus ziehen.

    Am Ende bin ich beim Team Vorsicht, gerade - wie von Kazik zu Recht betont - bei der hier vorliegenden Suchtgeschichte.

    Abstinenzler : Du scheinst den Rausch noch gelegentlich zu vermissen, auch wenn Dein Kopf Dir sagt, dass der Preis dafür viel zu hoch war, und das deshalb nicht mehr möchte.

    Ich weiß gar nicht mehr, ob wir das Thema schon mal hatten: Hast Du mal versucht, Dir die rauschhafte Dopamin-Ausschüttung - gelegentlich - auf suchtfreie Weise zu gönnen, z. B. Beim Bungee-Jumping?

    (Ob das eine gute Idee ist, weiß ich nicht, ich wollte den Rausch beim Saufen immer unbedingt vermeiden, aus Angst vor dem totalen Kontrollverlust.)

    Haben da eventuell andere ehemalige Rauschtrinker etwas aus eigener Erfahrung beizutragen?

    Ja, ich habe z. B. Erst nach dem Abstinenzbeginn begriffen, dass ich mir früher (die sowieso nicht häufigen) Parties erträglich gesoffen bzw. Es versucht habe, z. B. An Silvester. Kein Verlust ...

    Menschen sind unterschiedlich gesellig, das ist völlig ok.

    Kann Deine Frau nicht ohne Dich Kaffee trinken gehen, wenn Dir nicht danach zumute ist? Oder Du Dich irgendwann zurückziehen, wenn Dir Besuch zu Hause zu viel wird? Sei es Dir wert!

    Genau. Gut, dass Du Dich an die Pia gewandt hast, aber ruhig mehrgleisig fahren, Rene.

    Du hattest ja anfangs Medikamente erwähnt. Nimmst Du die noch? Es kann gut sein, dass die Dosierung vom verordnenden Arzt an Deine neue Abstinenz angepasst werden muss und dann auch die Unruhe zurückgeht.

    Hallo reneberlin33 , wollest Du das Nadine mitteilen oder hast Du Deinen Faden nicht mehr gefunden?

    Und was ist ein Pia-Termin?

    PS: Gegen innere Unruhe helfen mir monotone Handbewegungen, wie z. B. Beim Stricken oder Häkeln. Da geht es nicht um das Ergebnis, sondern um das Tun. Manche schwören auch auf Ausmalbücher für Erwachsene.

    Hmmh, bin gespannt, wie Langzeittrockene Dein schlechtes Gewissen einordnen: auch eine Form von nassem Denken?

    War es denn wirklich ein Glück, dass Du erst so spät betrunken am Steuer erwischt wurdest?

    Der junge Mann hat immerhin die Chance, jetzt schon zur Besinnung zu kommen.

    Wenn Du Dich auf sein großzügiges Angebot eingelassen hättest, würde er heute vermutlich schon wieder betrunken am Steuer sitzen und Menschenleben gefährden - hättest Du da kein schlechtes Gefühl/Gewissen?

    Herzlichen Glückwunsch, Absti, auch von mir. 💐

    Ich erinnere mich noch, dass der erste "Forumsgeburtstag" für mich fast bedeutsamer war als der erste Trockengeburtstag. Weil mir das Forum eben so viel gibt.

    Den Eindruck habe ich bei Dir auch und bewundere, wie intensiv Du Dich hier zu Deinem eigenen "Trocknungsprozess" austauschst. Das ist auch für Mitleser sehr lehrreich. Mach "einfach" weiter so!

    Hallo Lilly, willkommen auch von mir.

    1. Du bist noch gar nicht für den Austausch freigeschaltet. Bitte noch den Link anklicken, den Morgenrot dir gestern geschickt hat, und einen kurzen Satz dazu schreiben.
    2. Du glaubst gar nicht, wie viele COs hier ankommen und überzeugt sind: Ohne Alk ist ihr Partner der beste, den sie sich vorstellen können.

      Aber: Ohne Alk gibt es den Menschen nicht mehr - und die Sucht wird immer mehr von ihm in Beschlag nehmen und Dich immer mehr beeinträchtigen.

      3. Eine Eheschließung ist mit rechtlichen Konsequenzen verbunden. Bei anderen Cos kannst Du lesen, was eine Ehe mit einem Säufer - noch mehr als eine bloße Partnerschaft - mit sich bringt. Wach auf!

    Ist die Liebe so groß, dass Du Dich mit ihm zusammen totsaufen willst, Steevie? Denn darauf läuft es irgendwann hinaus.

    Es ist eigentlich wie eine Sucht zu IHM ,
    es fühlt sich sehr ähnlich der Sucht zum Alkohol für mich an.

    Das ist wohl Deine eigentliche Baustelle, scheint mir, die Du dringend (und ergebnisoffen) angehen solltest, wenn Du dauerhaft aus der nur abwärts führenden Suchtspirale aussteigen möchtest.

    Eine ambulante Suchttherapie, die beides beleuchtet, wäre da ein guter Anfang, den ich Dir aus eigener Erfahrung sehr ans Herz legen möchte. Schließlich bist Du jetzt dank eigenem Einsatz wieder mobil.

    Nimm doch mal - völlig unverbindlich - Kontakt zur Suchtberatung Deines Landkreises auf und lass Dir in einem Erstgespräch aufzeigen, wie sowas ablaufen kann. Nur Mut!

    Solche Gedanken können in der Anfangszeit, gerade bei einem nassen Umfeld, auftreten, Steevie.

    Das würde ich nicht verteufeln, sondern als Signal sehen, dass Du noch am Anfang - und durch Dein direktes Umfeld eben auch besonders gefährdet bist.

    Bei mir waren es ein Elternteil und ein enger Nachbar, die nicht begreifen konnten/wollten, dass ich nicht mehr mittrank.

    Mehrfach habe ich mich geduldig erklärt/gerechtfertigt, bis es mir irgendwann zu bunt wurde. Sie müssen es ja nicht verstehen, nur akzeptieren, und mir gefälligst weder Alk noch alkfreies Bier anbieten. Da muss dann irgendwann ein energisches Nein reichen.

    Ich hatte aber auch nicht den Bedarf, meine (weiter weg lebenden) Eltern nun auch noch vom Nichttrinken zu überzeugen (sie tranken und vertrugen lange Zeit auch reichlich "Feierabendalk" , so wie ich früher).

    Vielmehr dachte ich: Mit über 80 muss man es mit dem Gesundheitsbewusstsein nun auch nicht mehr übertreiben, an irgendwas müssen wir alle sterben.

    Mein Suchthirn machte dann irgendwann, dabei hielt ich mich von Anfang an fur zufrieden nüchtern, daraus: "Wenn Du es bis 80 schaffen solltest, kannst du ruhig wieder was trinken, dann ist es auch egal. " Hab ich hier brav aufgeschrieben und entsprechende Reaktionen bekommen.

    Dieser "jetzt nicht, aber vielleicht später" -Gedanke hat sich dann irgendwann wieder gelegt, vielleicht auch dadurch bedingt, dass das "zufriedene Hochbetagtensaufen" beider Eltern durch Pflegebedürftigkeit und Tod des einen Elternteils abrupt (und freiwillig, ohne Zutun von außen) beendet und mir nicht länger bei Besuchen vorgelebt wurde.

    Fazit: Dein direktes Zuhause ist nicht alkoholfrei, das ist und bleibt Dein größtes Risiko und bringt dein Suchthirn auf dumme Gedanken

    Was mir noch nicht klar ist: Was ist an den Feiertagen anders, dass Du sie fürchtest? Trinkt er da mangels Arbeit noch mehr oder gibt es Besuche bei/von Säufern?

    Eigenverantwortung ist das A & O beim Abstinentwerden und -bleiben, Stern gar keine Frage.

    Ich plädiere nur dafür (mehr steht mir als einfachem Mitglied gar nicht zu), genau hinzuschauen, wann und wo in den Weiten dieses Forums ich welche Erfahrungen in welcher Form teile.

    Es hat sich ja durch den intensiven Austausch hier gezeigt, dass ich die von mir zitierte Aussage Avalons im Faden "Fragen an einen Alkoholiker" komplett missverstanden hatte. Ging anderen vielleicht auch so.

    Ich setze die Grundbausteine auch nicht hundertprozentig um (schafft das jemand?), auch wenn ich mich bemühe.

    Im ersten Jahr z. B. bin ich bewusst einige wenige Risiken eingegangen und habe im Nachhinein jeweils in meinem Faden berichtet und analysiert - und mich den Reaktionen gestellt. Dafür ist der eigene Faden meiner Ansicht nach da.

    Es ist seinrerzeit gutgegangen, auch wenn ich inzwischen denke, dass bei mir viel Anfangseuphorie-Glück dabei war.

    Deshalb vermeide ich es bei direkten Fragen nach einem sicheren Umgang, den Eindruck zu erwecken: "Mach ruhig, hat mir auch nicht geschadet."

    Danke, Avalon, für den Raum in Deinem Faden!

    Von allein wird "die andere Sache" sich aber nicht in Luft auflösen, Matrix. Das weißt Du selbst, und deshalb geht es Dir immer noch schlecht.

    Wenn Du keine Freunde oder Verwandten hast, die Dich unterstützen können:

    Den Schlüsseldienst kannst Du allein rufen. Die rechtliche Seite wurde irgendwo im Faden schon beleuchtet. Tun muss man tun, sagt ein erfahrener Mod hier immer.

    Kannst Du evtl. Noch mal mit Deinen Schwiegereltern sprechen, an ihr Verantwortungsgefühl für ihren Enkel appellieren und sie bitten, ihren Sohn nach Ende der Entgiftung (hoffentlich noch nicht heute, eine Woche ist ja schon um) direkt in dessen Wohnung abzuliefern, ggf. Mit einem Fresspaket und deren Aufräumhilfe aks Starthilfe?

    Sag ihnen deutlich, unter welchen Bedingungen ihr Enkel bisher aufwachsen musste und dass es so nicht weitergeht.

    Wenn der Erzeuger wieder zurück in Deine Wohnung kommt und seine Abstinenz von Eurem Wohlverhalten abhängig macht, ist ein Rückfall nicht weit, und alles wird vermutlich immer schlimmer und gefâhrlicher für Dich und Deinen Sohn.

    Darum: Prioritäten setzen, das Wichtigste zuerst: 1.: Sicherstellen, dass er dauerhaft nicht mehr in Deine Wohnung kommt.

    2. Kompletter Kontaktabbruch. Die unvermeidliche Kommunikation zum Kind am besten nur noch über die Großeltern oder das Jugendamt führen, ebenso Kindesübergabe, falls nötig, damit er Dich nicht mehr einlullen/einschüchtern kann.

    3. Zur Ruhe kommen, Kraft schöpfen und neu orientieren, aber nicht nur beraten lassen, sondern auch aktiv werden, z. B. In Richtung betreutes Wohnen für junge Mütter.

    Mir hilft es immer, Listen zu schreiben, die ich Punkt für Punkt abhaken kann. Das ist so befreiend, wenn ich wieder was geschafft habe, egal, wie klein.

    Das schaffst Du auch!

    Reden scheint ja in der Familie nicht so einfach zu sein, wenn ich Dich richtig verstanden habe, Motoma. Kenne ich von meiner (bin selbst Alkoholikerin mit doppelter Co-Erfahrung).

    Da ist es bestimmt schon ein Fortschritt, wenn der Elefant im Raum mal sachlich benannt wird, mit Ich-Botschaften und ohne Vorwürfe.

    Das würde zumindest klare Verhältnisse schaffen: Wie geht es der Mutter überhaupt, besteht evtl. Inzwischen eine Krankheitseinsicht?

    Wichtig sind auch Gespräche mit den anderen Angehörigen: Wie damit umgehen, Grenzen setzen, wie sich selbst und auch die Enkel schützen, da ungestoppt nasse Alkoholiker mit der Zeit immer mehr abbauen, bis es nicht mehr geht?

    Ich will Dir Deine persönliche Erfahrung nicht absprechen, Avalon, auch wenn ich Deine daraus resultierende Haltung für zu optimistisch und leichtsinnig halte - Dein Leben, Deine Sucht, Dein Risiko.

    In Deinem eigenen Faden mag das vielleicht Platz haben, auch wenn es von den hier zugrunde gelegten Grundbausteinen abweicht.

    Aber wenn Neulinge im allgemeinen Bereich nach dem richtigen Umgang mit Alk in Lebensmitteln fragen, finde ich es mehr als bedenklich, solche Sonderwege in den Raum zu stellen.

    Genausogut könnte jemand seinem Kind sagen, das gerade die Fahrschule besucht: "Ach was, ein Bier beim Fahren geht immer, mach ich auch so, wenn ich ausgehe, ist noch nie was passiert."

    Mag für ihn persönlich bisher gestimmt haben - aber ist es deshalb für andere hilfreich? Ich meine: nein, lieber auf Nummer sicher gehen.