Beiträge von Rennschnecke

    Er hat eine Adresse einer Therapeutin rausgesucht zu der er mit mir gehen möchte - Paartherapie. Sie hat auch Suchtprobleme in ihrem Angebot. Bis jetzt hat er noch keinen Termin gemacht weil xxxxxxx

    Das ist eine gute Idee mit der Paartherapie - wenn er schon einige Zeit abstinent wäre und Ihr Euch beide als Paar neu finden müsstet und wolltet.

    So aber fürchte ich, dass er immer noch verhandeln will, um Dich nicht zu verlieren - und den Alk auch nicht.

    Wenn er wirklich selbst Krankheitseinsicht hätte UND auch noch einen echten Wunsch nach dauerhafter Abstinenz, würde und müsste er sich selbst kümmern, unabhängig von Dir, so wie Du es auch gerade für Dich machst.

    (schreibe ich Dir als Alkoholikerin mit eigener Co-Erfahrung.)

    Mach bitte die Intensität Deiner Wohnungssuche und weiteren Selbstfürsorge nicht davon abhängig, ob er vielleicht mal zu irgendeiner Gruppe geht - das beweist gar nichts, wie Du hier in unzähligen Erfahrungsberichten lesen kannst. Alles Gute!

    Danke für Deine Geschichte, Schokoei.

    Mir ist nur nicht ganz klar, warum Du, wie gestern hier von Dir geschrieben, so überzeugt bist, dass Deine Probleme rein hormonell und nicht (auch) psychisch bedingt waren und warum Du lieber (relativ neue) Hormonersatzpräparate als langerprobte Antidepressiva schlucken würdest.

    Du schreibst ja selbst, dass die Probleme nie auf der Arbeit auftauchten, nur zu Hause. Spricht eher nicht für eine rein hormonelle Ursache, oder?

    Oder ist das eine für Dich evtl. schambehafteter als das andere? Süchte zählen ja auch zu den psychischen Erkrankungen - und können weitere psychische Erkrankungen verstärken bzw. deren Behandlung schwächen oder sie sogar erst auslösen.

    Ich z. B. Bin u. a. In die Sucht gerutscht, weil ich lieber zum "Feierabendbier" gegriffen habe, als mich auf die ärztlich empfohlenen Antidepressiva einzulassen, die waren mir unheimlich: "verändern die nicht die Persönlichkeit und machen abhängig?" Konnte mir der Arzt damals nicht ausreden, traurig, aber wahr. Bis ich irgendwann gar nichts mehr konnte und mich notgedrungen dann doch darauf eingelassen habe, um wieder "sozialverträglich zu funktionieren" .

    Meine Depression ist durch die Abstinenz nicht verschwunden, wie ich spätestens dann merke, wenn ich meine Medis mal wieder zu selten genommen habe. Ja, ohne wäre mir lieber, aber inzwischen bin ich froh, dass es sie gibt.

    Was ich damit sagen will: Pass im Interesse Deiner Abstinenz gut auf Dich auf und scheue Dich nicht, Dir ggf. wieder Antidepressiva verschreiben zu lassen, wenn Du merkst, dass Du in eine Abwärtsspirale kommst.

    Die Mutter ist nicht "schuld", dass er trinkt. Ohne diesen Bringdienst würde er keinen Schluck weniger trinken, aber möglicherweise sich und andere in Gefahr bringen, wenn er mit seinem Dauerpegel selbst losfährt. Vielleicht ist das ihre Motivation, wenn auch keine gesunde.

    Egal, das läuft zwischen den beiden, da würde ich mich aus Selbstschutz nicht einmischen, Steevie, zumal es nichts bringt. Ihr seid beide nicht als seine Betreuer bestellt!

    Das einzige, was ihn nach meiner eigenen Erfahrung zum Nachdenken bringen KÖNNTE, ist, mitanzusehen, wie seine Partnerin aus eigenem Antrieb ohne den Alk aufblüht.

    Könnte, muss aber nicht passieren - Du hast es nicht in der Hand und kannst schon gar nicht nebenbei einen anderen Menschen vor der Sucht retten.

    Deshalb richte Deinen Fokus, lieber wieder voll und ganz auf Dich und Deine Abstinenz. Das eigene Auto ist ein toller weiterer Schritt zur Selbstermächtigung. Meinen Glückwunsch!

    Wenn es nicht so traurig wäre, könnte man glatt drüber lachen, oder?

    Manchmal gelingt es mir sogar, obwohl ich in einer Familie mit dem Leitsatz "Was sollen nur die Leute denken?!" aufgewachsen bin - was uns alle sehr in unserer Entfaltung eingeschränkt hat (und es z. T. Bei einigen Immer noch tut).

    Irgendwann habe ich begriffen: Klatsch und Tratsch kann ich nicht verhindern, egal, wie ich mich verbiegen würde.

    Also mach ich lieber gleich das, was mir guttut. Das hast Du ja auch, für Dich und Deine Kinder. Darauf darfst Du stolz sein und brauchst Dich nicht zu verstecken.

    PS: Wenn dir noch mal "wohlmeinende" Bekannte erzählen wollen, was über Euch geredet wird: Am besten rigoros unterbinden und dem Klatsch keine Macht mehr geben.

    Wir haben zwar noch nicht mal Mitte Oktober, aber anscheinend ist das kommende Weihnachtsfest - und wie es unfallfrei und nervenschonend verbracht werden kann - , zunehmend ein Thema.

    Darum hole ich mal diesen Faden hervor, den ich vor zwei Jahren gestartet hatte.

    Er ist immer noch schön kurz - also ruhig mal reinschauen...und entspannen!

    Ich habs meinem Geschwister (von dem ich ebenfalls lange co-abhängig war und zu dem das Verhältnis auch nie gut/eng war) nicht gesagt, nur, dass ich nichts mehr trinke, als mir im Elternhaus in seiner Gegenwart noch was angeboten wurde (Geschwister trinkt selbst nichts. Mag es denken, was es will - Denken ist nicht Wissen.)

    Du findest hier diverse Argumente pro und contra Outen - hör am besten auf Dein Bauchgefühl.

    Alles eine Frage der Übung, nicht der Intelligenz 😉.

    Du bist ja nicht die erste Frau in dieser Lage. Dafür gibt es verschiedenste Hilfsangebote. Bestimmt können Dir hier andere Frauen aus eigener Erfahrung mehr dazu sagen.

    Du und Deine Kinder, Ihr müsst das nicht aushalten - zumal es mit der Zeit immer schlimmer werden wird, wenn die Sucht mehr und mehr Besitz von ihm ergreift.

    Hallo Steevie,

    ja, Deine Befürchtung, dass er sich trennt, wenn Du auch nur vorübergehend Abstand zu seinem Konsum hältst, habe ich verstanden.

    Aber muss es wirklich so weit kommen? Käme es nicht auf einen Versuch an? Kannst Du es Dir wirklich leisten, nicht wenigstens eine räumliche Trennung zu versuchen? Menschen sind, wenn es hart auf hart kommt, beweglicher, als sie selbst glauben.

    Es klingt für mich, als hättest Du Sorge, ihn durch eine konsequente Sicherung Deiner Abstinenz zu verlieren.

    Aber verlierst Du ihn nicht sowieso schleichend - an seine eigene Sucht? Und welchen Preis zahlst Du dafür? Was alles würdest Du in Kauf nehmen, um ihn nicht zu verlieren?

    Und was genau - außer dem, was Dir vertraut ist und was Dir deshalb Sicherheit zu geben scheint - würdest Du denn an Lebensqualität verlieren, wenn er sich wirklich trennt?

    Vielleicht hält das Leben noch viel mehr für Dich bereit als diesen alkgeschwängerten Kokon ohne jede nicht-digitalen Außenkontakte?

    Kommst Du überhaupt irgendwo hin, zum Arzt oder zum Einkaufen, ohne ihn oder seine Eltern um Hilfe zu bitten und dazu über Deine Pläne zu informieren?

    Was wäre z. B., wenn Du an einer Selbsthilfegruppe in der Nähe teilnehmen wolltest (eine gute Gelegenheit, um Gleichgesinnte außerhalb von Partnerschaft und Familie in der Welt da draußen kennenzulernen)?

    Du hast geschrieben, dass Du vorsichtig wieder Kontakt zu Deinen Eltern aufnimmst. Das klingt gut - solange Deine Abstinenz nicht durch neuen emotionalen Stress gefährdet wird.

    Wenn Ihr beide gerade die Wohnung oben für Euch ausbaut: Bist Du offiziell als Miteigentümerin eingetragen oder könnte er Dich jederzeit rauswerfen? Arbeitet Ihr jeder für sich getrennt oder macht ihr gemeinsame Kasse?

    Bitte entschuldige die vielen Fragen. Schon wegen der gebotenen Anonymität brauchst Du sie nicht mir zu beantworten - nur Dir selbst.

    Ich sehe nur zwei mögliche Haltungen:

    Entweder: Ohne Deine Abstinenz ist alles nichts - auf die Gefahr hin, dass sich Eure Wege vielleicht trennen.

    Oder: Ohne ihn ist alles nichts - dann musst Du früher oder später wieder mitsaufen - garantiert.

    Du hast schon so viel für Dich bewegt, indem Du Dich hier angemeldet hast und Dich unerschrocken austauschst - ich glaube, Du darfst Dir noch viel, viel mehr zutrauen - für Dich, nicht gegen ihn.

    Lies Dir noch mal genau die Grundbausteine durch, Estragon. Das ist gelebte Forenerfahrung.

    Du musst andern nicht beim Saufen zugucken. Du musst Dich auch nicht als Fahrer für Saufwillige zur Verfügung stellen und/oder diskutieren, wenn Du nach Hause möchtest - egal, warum.

    Ich habe hier mal gelesen:

    "Meine Abstinenz ist nicht verhandelbar."

    Sei es Dir wert, nimm Dich wichtig!

    Meinen bisher einzigen Suchtdruck habe ich ähnlich erlebt - und auch erst am Ende als solchen erkannt, Steevie.

    Danach wusste ich, wie er sich anschleichen kann, und habe meinen Notfallkoffer noch mal neu gepackt - und noch aufmerksamer jeden Tag hier mitgelesen, gerade bei anderen Anfängern:

    Was erleben die am Anfang und was schreiben ihnen erfahrenere Teilnehmer dazu?

    1000 Tage schon? Na sowas ...😉

    Glückwunsch, lieber Nayouk, und danke für diese berührenden Zeilen im offenen Bereich, wo sie hoffentlich von vielen stillen Mitlesern wahrgenommen werden, die sich eine lebenslange Abstinenz noch nicht recht vorstellen können.

    Schön, dass Du hier aktiv bist und Dich zusätzlich noch als Moderator engagierst - immer lesenswert, immer besonnen. DANKE!

    Dein Stoffwechsel und auch die Psyche sind nach vier Wochen Abstinenz noch mitten in der Umstellung und beim Giftabbau, Morgaine, das braucht seine Zeit.

    Vielleicht doch noch mal den Kaffeekonsum überdenken und nach 16 h lieber einen schönen Kakao oder Schoko-Chai-Tee trinken? Schlafroutinen einführen, wenn diese verloren gegangen sind? Beides tut mir persönlich gut.

    Durch Deine Lernerei für die Fortbildung stehst Du vielleicht auch unter einem gewissen Druck?

    Kennst und beachtest Du die HALT- Regel als Leitlinie für die Selbstfürsorge, um dem Suchthirn kein Einfallstor für seine "uneigennützigen" Lösungsvorschläge zu bieten?

    Sie lautet: Never be too Hungry, Angry, Lonely or Tired . Also: Achte darauf, dass Du nicht zu hungrig, wütend, einsam oder müde wirst.

    Herzlichen Glückwunsch, Tabsi, eine stolze Zahl!

    Danke für Deinen Rückblick. Ich kenne auch diese große Dankbarkeit, dass ich den schweren Prüfungen des Lebens nun wenigstens nüchtern begegnen kann.

    Falls das (noch neue) COs mitlesen, die sich vielleicht fragen: "Das hört sich so "einfach" und logisch an - warum begreift mein süchtiger Angehöriger das nicht, warum findet er oder sie den Ausstieg nicht?"

    Weil die Sucht auch darin einzigartig ist, den Süchtigen zu "belabern", z. B. : "Komm, so schlimm ist es doch gar nicht, irgendein Laster hat doch jeder. " Und vor allem: "Wenn Du armer Mensch jetzt auch noch auf Deinen Stoff verzichten sollst - dann ist das Leben ja gar nicht mehr lebenswert." Usw. Usw.

    Aber auch bei klassischen Krankheiten ist es wichtig, dass die Betroffenen mitarbeiten - was auch da nicht erzwungen werden kann.

    Vergleichen bringt also nur bedingt weiter. Am Ende ist jeder eigenverantwortlich unterwegs.

    Für Dich und Deine Lieben alles Gute!