Beiträge von Rennschnecke

    Erst einmal meinen herzlichen Glückwunsch, Marcolito, dass Du es unter diesen Umständen geschafft hast, trocken zu werden und zu bleiben. Pass gut darauf auf, das ist auch nach fünf Jahren kein Selbstläufer, wie Du hier bei vielen nachlesen kannst.

    Zu Deiner Frau: SIE sollte, wenn ihr Abstinenzwunsch tief und echt ist, sich diese Gedanken machen, wie sie zu unter diesen Umständen in die Klinik kommt.

    Muss es denn unbedingt ein stationärer Entzug sein, ginge es nicht auch ambulant, mit ärztlicher Begleitung? Was genau löst die Panik und Angst bei ihr aus? Vielleicht insgeheim doch Angst vor einem Leben ohne den vermeintlich unverzichtbaren Alk?

    Ich (betroffener medizinischer Laie) fürchte eher, dass ihr Abstinenzwunsch nicht tief genug ist, eher der Vernunft und Deiner Erwartung geschuldet, als aus eigener echter Einsicht und Kapitulation. Was macht sie, beschäftigt sie sich mit dem Thema Sucht, geht sie z. B. Zur Suchtberatung oder zu einer SHG?

    (Bitte nicht dieses Forum empfehlen, das ist jetzt deine SHG, damit du frei schreiben kannst.)

    Wie bist Du denn unter diesen Umständen trocken geworden? Was hat Dich angetrieben, Dir geholfen?

    Abgesehen von der ethischen Komponente würde das sowieso nicht funktionieren.

    Abstinenz lässt sich nicht anordnen oder erzwingen. Der Alkoholiker muss selbst zur Einsicht kommen und selbst alles Nötige dafür tun, sein restliches Leben lang.

    Diese Einsicht wird jedoch lange durch das mächtige Suchtversprechen blockiert: "Was bleibt Dir denn noch, wenn du nicht mal mehr trinken darfst? Wie willst Du die Schwierigkeiten des Lebens ohne deinen " besten Freund" aushalten?"

    (Konnte ich mir auch lange Jahre nicht vorstellen, dass mit klarem Kopf alles besser ist. Erst Lebensgeschichten von mittlerweile trockenen Promis haben mich langsam zum Umdenken gebracht, da gibt es auch einige Frauen.)

    Danke, dass Du an mich denkst, R/no, freut mich - und über Fotos von der buckligen Verwandtschaft freue ich mich auch immer. 🐌

    Viel Spaß beim Verwirklichen Deines Traums. 🏕️Liest sich inzwischen nach einer zufriedenen Abstinenz bei Dir, trotz der Widrigkeiten des Lebens. Weiter so! 🍀

    Es tut mir leid, Jump und ggf. Andere, dass ich solche Assoziationen geweckt habe. Stimmt, das ist vermutlich schwarze Pädagogik, oder?

    Den Satz hab ich wie so vieles irgendwann irgendwo aufgeschnappt, aber definitiv nie von meinen Eltern gehört, die in ihrer Rolle zwar nicht gerade "pädagogisch drauf" waren, aber auch nicht autoritär oder gewalttätig, eher hilflos.

    Ich wollte damit gestern in meiner emotionalen Ausnahmesituation einfach nur zum Ausdruck bringen, dass ich die Konsequenzen meines Handelns bzw. Nicht-Handelns wider besseren Wissens (nicht wg. Machtgefälle) eben tragen muss.

    Ich hätte auch schreiben können: "Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht." (Mir helfen solche Sprüche, weil sie mein Gefühlswirrwarr scheinbar einfach auf den Punkt bringen.)

    Ja, das hat wohl was Selbstbestrafendes.

    Danke fürs Sensibilisieren!

    Memo an mich: Bin von einer nahen Person in meinem Leben zum wiederholten Mal in über 10 Jahren sehr enttâuscht worden, obwohl ich dachte, das sei gar nicht mehr möglich, weil ich meinte, in der Konstellation (keine Familie) schon fast alles gesehen und gar nix mehr erwartet zu haben.

    Selbst schuld, wenn man seine Co-Anteile zwar wahrnimmt und bei anderen COs "schlau" daherredet, aber in eigener Sache (außer der Sucht) selbst reichlich inkonsequent ist.

    Auch das Suchtgedächtnis kam mal kurz und naseweis um die Ecke ("Das würde jetzt manch einer zum Anlass nehmen, sich abzuschießen, die andere Seite z. B. - gut, dass meine Bude alkfrei ist.")

    Wer nicht hören will, muss eben fühlen...

    Ende Selbstgespräch, nur für meine Annalen.

    Nimms mir nicht übel, Absti, aber wenn ich Deine Geschichte richtig in Erinnerung habe, hast Du von Anfang an alles (außer Arbeit?) mit Alk verbunden, konntest Dir anfangs eine Freizeitgestaltung ohne Alk auch gar nicht vorstellen.

    Da hat das Suchthirn natürlich sehr viele Anknüpfungspunkte. Gelernt ist einfach gelernt. Das muss ich als "Spätfolge" akzeptieren, auch wenn es irgendwann weniger wird.

    Wenn an Spätfolgen weiter nichts kommt, kann ich froh sein - und irgendwann auch wie die Langzeittrockenen hier für solche "Grüße vom Suchtgdächtnis" dankbar sein, weil sie mich immer wieder erinnern, dass ich die Sucht nicht mehr loswerde - und dass die Rückfallgefahr bis zum Lebensende bleibt.

    In meiner stationären Reha wurde schon der Konsum von einer Flasche alkfreiem Bier als Rückfall gewertet, inklusiver neuer Ausgangssperre.

    Und hier zirkuliert die goldene Regel: Alles, was schmeckt, riecht oder aussieht wie Alk, weglassen, also auch Alkgläser.

    Die Frage ist ja: Was genau möchtest Du denn "überbrücken", Berry?

    Und was möchtest Du diesmal anders machen, um nicht mehr in Deiner Endlosschleife gefangen zu sein?