Beiträge von Rennschnecke

    Hmmh, ein Fetisch mag zwar für due meisten Menschen schwer verständlich sein, ist aber doch kein behandlungsbedürftiges Krankheitsbild, solange es nicht um Strafbares geht?

    Könnte es nicht auch so sein, dass er den Alk braucht, um sich den Fetisch einzugestehen und ihn auszuleben?

    Und natürlich kannst Du als Partner unterstützen, ohne deswegen Co zu sein: keinen Alkohol oder daran erinnernde Getränke besorgen/bezahlen, im gemeinsamen Haushalt dulden/aufbewahren oder in seiner Gegenwart konsumieren.

    Alles andere ist sein Job.

    Und, so habe ich es hier in gut einem Jahr gelernt, quälen sich viele Cos mit dem Gedanken, dass eine Trennung in ihrem Fall nicht möglich ist, ähnlich wie wir Alkoholiker uns lange nicht vom Alk trennen können (wobei es "bei uns" lebensnotwendig ist, "bei Euch" wohl nicht immer).

    Hallo, Wirdwerden,

    Dein nicht unumstrittener Beitrag bei Vayana hat mich neugierig gemacht.

    Sie selbst ordnete ihn so ein:

    Hallo WirdWerden, Du schreibst das, was mein Mann sagen würde. Genau so würde auch er argumentieren. Mein Anteil- keine Chance- stressiger Alltag- etc.- wer sagt denn überhaupt, dass es ein Problem oder Sucht ist…

    Wie kommt es, dass Du als Co, der unter den Saufeskapaden seiner Ex leidet, hier mehr Verstândnis für den Säufer als für die Co hast? Was hat Dich in ihren Schilderungen "angepikt"?

    Findest Du vielleicht in seinem Trinkverhalten Parallelen zu Deinem erst kürzlich beendeten Trinkverhalten? Oder ist es der Eindruck "wieder eine Frau, die kein Verständnis für die Belastungen ihres Mannes hat?".

    Dies rein als Verständnisfrage, nicht als Vorwurf, und als Anregung, da noch mal genau hinzugucken ...

    PS: in Suchtkliniken wird schon der einmalige Konsum von alkoholfreiem Bier als Rückfall gewertet und entsprechend bearbeitet.

    Denn Akoholiker können sich nicht lange damit begnügen, weil sich das Suchthirn dadurch betrogen fühlt und bald "was Richtiges" verlangt.

    Ganz lieben Dank an alle, die mir geantwortet und sich Gedanken gemacht haben, das war sehr tröstlich!

    Ja, Ihr habt recht, dass war wohl einfach die Suchtstimme in mir, die ihre Chance gewittert hat, weil wohl doch ein paar ungünstige Faktoren bei mir zusammenkamen, ohne dass mir das so bewusst war.

    Ich habe daraus für mich gelernt: "Immer, wenn Du denkst, sie nervt nicht mehr, kommt von irgendwo die Suchtstimme her ...".

    Aber im Ernst, was war da los?

    - Tabletten mal wieder zu selten genommen, weil ich noch nie gut Tabletten schlucken konnte

    - OP, die zwar gut, aber nicht komplikationslos verlaufen ist und mich viel mehr geschlaucht hat, als ich erwartet hatte

    - Durfte mich danach eine Weile nicht körper lich anstrengen, dementsprechend viel ist in Haus und Garten liegen geblieben. Als ich dann gestern eine an sich total nervige Aufgabe im Haushalt in Angriff genommen hatte, (trotz aller guten Vorsätze am Sonntag, weil ich bald wieder arbeiten muss), gings mir hinterher besser, weil ich mich dabei so richtig auspowern konnte. Das hat mir wohl gefehlt, nicht nur der Haken auf der Liste ...das hab ich heute draußen fortgesetzt, da war dann auch kein Heißhunger da.

    - Am Fußball hats nicht gelegen, eher schon an den Koch- und Reisesendungen, die ich im größtenteils verregneten Urlaub öfter mal geguckt habe: Da wird im TV gern mal ein "gepflegtes" Glas Wein ( was, nur so eine kleine Pfütze?!)ausgeschenkt, und da wurde mir mal wieder schmerzlich bewusst, dass ich mir das "versaut" habe, dass so ein "harmloses Vergnügen" für mich nicht mehr geht, weil es bei mir eben nicht bei der "Pfütze" bleiben würde.

    Jetzt geht es mir besser, da ich zum einen angenehm ausgepowert bin und zum anderen vieles durchdenken konnte, was ich erst nicht fassen konnte. Danke Euch!

    Ach ja, neulich, als ich so unleidlich reagiert habe, als ein paar COs das Forum in einen Live-Chat inkl. Ablästern über ihre trinkenden Partner zu verwandeln schienen, da hatte ich gerade eine OP hinter mir, die am Ende wohl wegen des jahrzehntelangen exzessiven Alkoholkonsums nötig geworden ist.

    Die lange Narbe sah ich als "Strafe", aber auch als lebenslange Warnung an. Hat ja lange gehalten ...Dabei habe ich mich so gefreut, dass der Befund gutartig war, undmich mit einem Einkausbummel belohnt. Das hat endlich mal wieder Spaß gemacht, weil die Auswahl nach dem abstinenzbedingten Gewichtsverlust viel größer und interessanter geworden ist.

    Mir ging es also eigentlich gut...

    Danke, Hartmut, für Deine Antwort.

    Ich hatte mir ja lange genug Zeit gelassen, um mir schließlich im letzten Jahr endlich einzugestehen, dass ich längst süchtig und in der Abwärtsspirale gefangen war.

    Und ich war mir auch immer dessen bewusst, dass das Suchtgedächtnis jederzeit unerwartet um die Ecke kommen kann, bin nicht leichtsinnig oder übermütig geworden.

    Vielleicht hat es etwas damit zu tun, dass ich im Urlaub zwar den Job schnell hinter mir lassen, aber trotzdem nicht gut entspannen kann. Zu Hause ist ja so viel liegen geblieben- wenn nicht jetzt, wann dann ...Mir gehtces ummer besser, wenn ich was auf meiner To-Do-Liste streichen kann, traurig eigentlich.

    Hallo zusammen,

    eigentlich wäre heute Jubeln angesagt: Bin heute immerhin schon ein halbes Jahr nüchtern.

    Leider fühle ich mich seit ein paar Tagen gar nicht mehr gut damit, habe plötzlich Verzichts- und "Vielleicht geht ja doch noch irgendwann mal ein bisschen was"- Gedanken (denke dabei interessanterweise an Wein, obwohl ich den die letzten Jahre kaum noch und nicht mal mehr gern getrunken habe).

    Noch vor anderthalb Wochen hatte ich in meiner Gruppe vor Ort erzählt, dass mir bei gelegentlichen abendlichen Gedanken an Alk dann seit einiger Zeit immer einfällt, dass ich nichts verpasse, habe ja in den vergangenen drei Jahrzehnten wahrlich mehr als genug von allem gehabt....und jetzt das😪

    Zwecks Suchtverlagerung scheine ich jetzt rund um die Uhr zu futtern, besonders Süßes.

    Ich habe vermutet, dass es daran liegt, dass ich mal wieder mein Antideoressivum zu unregelmäßig genommen habe. In meiner Gruppe vor Ort wurde vermutet, dass es daran liegt, dass ich gerade Urlaub habe (1,5 Wochen, zu Hause).Allerdings habe ich in Urlaubszeiten nicht mehr oder anders getrunken als sonst, daher verstehe ich es nicht so ganz.

    Ehrlich gesagt macht es mir Angst. Die ersten 5,5 Monate waren so einfach und klar, und jetzt fühle ich mich so zurückgeworfen und unsicher ...

    und so viel sind ein paar Bier abends ja eigentlich auch nicht… und außerdem… Sucht und Sucht… da gibt es Unterschiede und eigentlich passiert dir doch gar nichts

    Auch dieses Beschwichtigen/Verharmlosen ist wohl typisch. (Ich schreibe hier als Alkoholikerin, die zwar nicht anderen, aber sich selbst lange auf diese Weise etwas vorgemacht hat.)

    Interessant finde ich, dass der Suchtbegriff von Deinen Gesprächspartnern nicht mal mehr vehement abgeschmettert wird.

    Aber etwas Entscheidendes fehlt: das Wissen und/oder die Einsicht, dass es beim jetzigen Konsum (der früher oder später Schaden anrichten wird) nicht bleiben wird.

    Süchtige brauchen auf Dauer immer mehr Stoff, um den gewünschten Effekt zu erzielen, das ist die traurige Spirale der Sucht, die immer weiter nach unten führt, früher oder später. Darum: Wenn Co-Abhängige hier eines lernen können, dann ihrem Bauchgefühl zu vertrauen.

    Denn besser wird es nicht, solange der süchtige Partner sich nicht aus eigenem Antrieb für die dauerhafte Abstinenz entscheidet und entsprechend aktiv wird.

    Hallo Vayana,

    es ist gut, dass Du hier aufschreibst, was Dich bewegt. Das hilft dabei, sich selbst zu sortieren.

    Mit Ferndiagnosen können wir allerdings nicht helfen, denn nur Du steckst in Deiner Haut.

    Zu Deiner Frage:

    kennt ihr das denn? Diese Unsicherheit? Dieses: übertreibe ich? Ist vielleicht gar nicht schlimm? Sehe ich das zu eng?

    Ja, ist der Klassiker, kannst Du in so ziemlich jedem CO- Faden nachlesen.

    Zweifelst Du denn in anderen Fragen auch an Deinem Bauchgefühl?

    Erst einmal herzlichen Glückwunsch zur Hochzeit und zu fast einem Jahr Trockenheit, Liliane!

    Allerdings stolpere ich auch nach mehrfachem Lesen darüber, wie oft Du betonst, dass der anscheinend auf Deiner Hochzeit von anderen konsumierte Alkohol "gar kein Problem" für Dich war. Hattest Du das denn im Vorfeld befürchtet? Und was schließt Du aus dieser Erfahrung?

    Du schreibst ja auch, dass es Dir noch schwerfällt, in Stresssituationen nicht an Alkohol zu denken. Hast Du da inzwischen nach anderen Lösungen suchen können? Hadt Du noch die Doppelbelastung durch Arbeut und Studium? Seid Ihr schon umgezogen?

    Meld Dich ruhig häufiger hier, das hilft ...

    Widerlich, und selbst das lässt ihn nicht zur Besinnung kommen ...

    Ist das denn Dein persönlicher Tiefpunkt oder hast Du noch Hoffnung?

    Ich möchte mich trennen, habe aber Angst vor seiner Reaktion, da er ja null Verantwortung übernimmt und mit ihm ein Gesprächführen schwierig ist. Er wird sein Kind regelmäßig sehen wollen. Er trinkt aber auch wenn er mit ihr alleine ist und das übermäßig. Ich habe Angst, dass ich mich nicht durchsetzen kann, von wegen, dass er sie nur in Begleitung von jemand anderem sehen kann.

    Er bleibt ja nasser Alkoholiker, auch wenn er Sonntag ausnahmsweise halbwegs "nüchtern" sein sollte.

    Was soll das Gespräch denn bringen? Sein Einverständnis? Kann es nicht um Gegenteil noch schlimmer werden, dsss er z. B. ausrastet? Willst Du ihn vorwarnen oder erhoffst Du Dir Einsicht auf den letzten Metern?

    Wichtiger ist es, die Trennung (d. H. Nicht nur getrennte Schlafzimmer) tatsächlich vorzubereiten und auch durchzuziehen. Das musst Du auch gar nicht allein schaffen, Rechtsanwalt, Jugendamt und weitere Stellen helfen dabei. Und Du musst ihn darüber auch nicht informieren, ehe es soweit ist, schon zu Deinem eigenen Schutz.

    PS: Es gibt auch Übergangswohnheime für Männer wie ihn, die bei der Wohnungssuche unterstützen. Da kann Dir die Suchtberatung für Angehörige sicher auch Tipps geben, wie Du vorgehen kannst. Und wg. Deiner Mutter würde ich mich trotzdem unbedingt beraten lassen, und wenns nur für eine Haushaltshilfe reicht oder stundenweise Betreuung in Altengrupoen ( inkl. Abholung). Hast Du selbst denn einen Grad der Behinderung wg. Deiner chronischen Krankheiten? Steht dir da keine Hilfe zu?

    Auch darüber darfst Du nachdenken: Fühlst Du Dich gerade arbeitsfähig? Geh ggf. Zum Hausarzt. Fühlst Du Dich körperlich und seelisch noch in der Lage, Deine Mutter zu pflegen? Sprich ggf. Mit der Pflegeberatung. Es gibt auch Verhinderungspflege, damit Du mal Pause machen kannst. Niemand muss sich bis zur Selbstaufgabe um andere kümmern, auch Du nicht. Aber ohne eigene Veränderungen wird es nicht besser, sondern immer schlimmer.

    Gut, dass Du hierhergefunden hast, huer kannst Du den Rückhalt finden, um Dich zu sortieren.