Beiträge von Rennschnecke

    Frag Dich mal, ob Dein Suchthirn Dich losgeschickt hat, um die Kleinigkeiten zu besorgen, die vielleicht auch noch bis morgen Zeit gehabt hätten, Anna-Sophie.

    Das hab ich im ersten Jahr mal erlebt. Solange Du noch nicht stabil bist, ist es empfehlenswert, bewusst zu anderen Zeiten (evtl. auch an anderen Orten) einkaufen zu gehen, als Dein Suchthirn gewöhnt ist. So hab ich es am Anfang gemacht.

    Ein Saxophon ist es nicht, Bibi. 😉 Ich weiß auch nicht, ob ich überhaupt das nötige Minimum an Talent mitbringe, aber es ist ein Kindheitstraum von mir, überhaupt ein Instrument zu lernen.

    Das war für meine Eltern was für "bessere" Leute, zu denen sie sich nicht zählten. Deswegen wäre auch nie din Mercedes infrage gekommen, selbst als später etwas mehr Geld vorhanden war.

    Im Idealfall würde ich gern irgendwann damit ins Altenheim gehen und zum Mitsingen animieren. Also mit dem Instrument ...

    Danke für Deine Nachfrage, Nayouk.

    Ich war gestern Abend fast froh, dass das Forum kurz danach wegen Wartung nicht mehr erreichbar war. Ich hätte keine Antwort gewusst.

    Heute würde ich sagen: Ich funktioniere, vor allem bei der Arbeit und bei der Unterstützung der verunglückten Person, bei regelmäßigen Telefonaten mit dem verwitweten Elternteil.

    Ansonsten: satt und sauber (mein Haustier und ich), viel mehr aber auch nicht. Ach ja, seit einiger Zeit schlafe ich immerhin jede Nacht wie ein Stein.

    Der Zustand meiner Wohnung und meiner Unterlagen ist weiterhin eine ständige Herausforderung, jedes Wochenende beginnt mit : Du musst endlich mal gründlich dies und jenes erledigen...

    Am Ende schaffe ich wieder nur das Nötigste, brauche zwischendurch ganz viele Pausen und habe das Gefühl, deswegen keine Zeit für echte Freizeitaktivitäten oder richiges Kochen zu haben.

    Soziale Kontakte sind auch weiterhin Mangelware, außer beim Kümmern und beim Arbeiten. (Bin nach einem beruflich bedingten Umzug hier sozial nie richtig angekommen, dann sind auch noch mehrere nahestehende Menschen verstorben).

    So kam ich neulich zu der frustrierten Einschätzung, dass sich bei mir außer der weiterhin absolut wertgeschätzten Abstinenz nicht viel geändert hat. Nur dass ich abends auf meinem neuen Sofa 2 Becher Tee statt größere Mengen Bier trinke - und mich immer wieder wundere und freue, dass es alkfrei genauso gut und sogar besser geht.

    Von den fast 15 kg, die ich im ersten halben Jahr meiner Abstinenz verloren habe, sind allerdings ein paar wieder drauf, weil sich inzwischen mein Süßhunger immens gesteigert hat (nachdem er zu Beginn der Abstinenz fast weg war).

    Das sieht schon nach Suchtverlagerung aus. Muss aufpassen, dass ich auch deswegen keine Fettleber und/oder Diabetes entwickle. Ansonsten könnte ich mit dem jetzigen Stand trotz formal klarem Übergewicht gut leben, solange es nicht noch mehr wird.

    Der Rückzug in den offenen Bereich hilft mir, so schade er auch ist, mich nicht länger mit dem Leben der andern abzulenken und die Augen nicht länger davor zu verschließen, dass ich noch mehr bei mir ändern muss - und dass ich nicht müssen, sondern wollen sollte und möchte ...

    Auf jeden Fall muss, nein, möchte ich mehr unter Menschen, nicht online, sondern in der Welt da draußen. Ja, Stromer , ich muss, nein möchte mir weitere SHGs vor Ort ansehen und das nicht länger aufschieben, weil immer was anderes wichtiger zu sein scheint.

    Carl Friedrich : Ja, Bewegung tut mir auch gut. Ich möchte endlich mal geführte Radtouren vom örtlichen Fahrradclub ausprobieren, um gleichzeitig in Bewegung und unter Leute zu kommen. Bald kann ich auch wieder mit meiner geliebten Gartenarbeit loslegen, Rehasport ist nach längeren Rückenbeschwerden auch beantragt.

    Und im Schrank liegt immer noch das Instrument, das ich mir in Vorbereitung meiner Abstinenz vor gut 2,5 Jahren gebraucht gekauft habe und das ich schon so lange erlernen möchte. Gestern habe ich von einem neuen Musiklehrer in der Nähe für dieses nicht so verbreitete Instrument gelesen. Das nehme ich mal als Zeichen und Anstupser.

    Kazik : Nächsten Monat habe ich wieder meinen Regeltermin beim Psychiater, da frage ich mal nach, ob bei meinem Dauer-Antidepressium evtl. noch was angepasst werden kann/muss.

    Aber eine erneute Therapie kommt für mich gerade nicht infrage - ohne die für die Zukunft auszuschließen. Nach der langen Phase von Reha und Nachsorge möchte ich gerade einfach wieder zurück ins echte Leben.

    So viel erst mal für heute. Es ist nicht alles toll bei mir, aber auch nicht hoffnungslos.

    Und: Alk ist keine Option, Punkt.

    Allen ein schönes Wochenende!

    Danke Euch.

    Eins vorweg: Ich hab das gestern nicht aus einer Tageslaune heraus geschrieben, sondern weil es mich schon eine Weile beschäftigt und mich nun zum Aufschreiben drängte.

    Du bist doch schon ziemlich lange abstinent, leider weiß ich gerade nicht genau wie lange. Deshalb bin ich etwas verwundert, dass du gerade wackelig bist.

    Naja, mit gut zwei Jahren sehe ich mich schon noch als fortgeschrittene Anfängerin.

    Die meiste Zeit schien die Abstinenz eine Art Selbstläufer zu sein, aber natürlich hatte ich auch mal nicht so geschmeidige Phasen. Und so eine ist wohl gerade jetzt.

    du bist immer für andere da. Aber das Forum kann auch für dich da sein.

    Das hat mich sehr berührt, danke dafür.

    Ja, es fällt mir deutlich leichter, bei anderen genauer hinzusehen und meine Gedanken dazu zu äußern.

    Ich nehme auch viel daraus für mich mit, nenne das Selbsthilfe über Bande, also indirekte Selbsthilfe.

    Aber im Grünen habe ich mich dabei fast verloren. Andere und ihre Geschichten und Nöte schienen immer "spannender", "wichtiger" , dann wollte ich hier noch was dazu schreiben, dann dort, dann noch hier im Offenen bei den Neulingen...für meinen eigenen Kram hatte ich dann keine Muße mehr.

    Aber am Ende war es auch eine Flucht vor mir selbst, glaube ich, denn da blicke ich nicht so klar durch wie scheinbar bei andern.

    Möchtest du das denn ändern?

    Wenn ja, wie könnte das für dich aussehen - wenn du dich intensiver um deine Selbsthilfe kümmern möchtest? Was bedeutet Selbsthilfe für dich, und was ist das Wichtige für dich daran, hier in dieser Online-SHG zu sein?

    Puh, das sind ja Fragen ...wichtig, aber nicht einfach. Und ja, die muss ich in erster Linie mir selbst beantworten, und auch nicht alle auf einmal.

    Aber ja, ich möchte mehr in die Tiefe gehen, mein ganzes Leben betrachten, nicht nur das Nicht-Mehr-Trinken, das ist zwar die Basis von Allem, aber eben nicht alles.

    Wenn du deine Zeit vor der Abstinenz mit heute vergleichst, findest du da - und seien es auch nur - Kleinigkeiten, die du geändert hast, die sich geändert haben?

    Doch, das schon, das hat mich ja auch lange beflügelt.

    Andererseits: Als ich neulich bei einer Teilnehmerin, edit , las, wie eingeschränkt ihr Alltag in nassen Zeiten ablief, da kam dieser Gedanke auf:

    Das ist bei mir, bis auf den Alk, eigentlich immer noch so. Auch die eingeschränkte Haushaltsführung, die kürzlich eine Frau bei ihrem trinkenden Partner beklagte (und die war bei mir nicht immer so).

    Ja, es ist inzwischen (hat auch lange gedauert)etwas mehr Energie da als in nassen Zeiten, aber nicht so viel mehr, wie ich mir wünschen würde. Liegt vielleicht auch an meiner Grunderkrankung, der Depression.

    So viel für heute.

    Danke dafür, dass Du nachgezählt hast und mich kein bisschen unter Druck setzt, Alex. 😉

    Aber ist schon richtig, bisher war ich mit der Fülle von Antworten bei aller Freude darüber regelmäßig überfordert und bin schnell wieder verstummt.

    Jetzt möchte ich ja was ändern und fang deshalb einfach mal an - ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

    Kann aber etwas dauern, darum vielleicht erst mal mit weiteren Reaktionen warten? Ich übe noch ...

    Seit ein paar Wochen merke ich, dass mich die Allgegenwart von Alk im Supermarkt noch mehr stört als sonst.

    Ich achte darum wie in der Anfangszeit wieder darauf, nicht abends bzw. nicht im Dunkeln einzukaufen, weil das in den nassen Jahren meine bevorzugte Einkaufszeit war. Da habe ich mir gern in aller Ruhe was "Schönes gegönnt ".

    Gestern, auf der Arbeit, die meisten waren schon im Homeoffice oder im Wochenende, kam mir sogar der Gedanke, dass es keinem auffallen würde, wenn ich mich an den leider nie versiegenden Sektvorräten "für besondere Anlässe" im großen Gemeinschaftskühlschrank bedienen würde. Da traute ich mich kaum noch, mir einen Kaffee zu holen.

    Ja, ich fühle mich gerade nicht so stabil wie lange Zeit, und das nehme ich ernst.

    Woran das liegt? Zum einen habe ich es noch nicht geschafft, nach dem endgültigen Auslaufen meiner ambulanten Reha hier, in meiner SHG, intensiver an meiner Selbsthilfe zu arbeiten (außer hier tagtäglich mitzulesen).

    Eine reale SHG behalte ich mir als Option vor, hab mir in den vergangenen Monaten auch schon zwei angesehen, aber das war mir zu kleinteilig im Vergleich zu hier.

    Dann gab es im privaten Umfeld noch ein weiteres Unglück, das zwar am Ende glücklicherweise - fast - glimpflich ausgegangen ist, mich aber bis vor Kurzem täglich forderte - und meine Co-Anteile gleich mit. Auch das gibt mir gerade viel zu denken.

    Und irgendwann kam mir der Gedanke: Was hast Du eigentlich geändert, außer nicht mehr zu saufen? Die Arbeitszeit, ok, aber sonst?

    Meine Nerven sind gerade ziemlich lädiert, merke ich, und das ärgert mich, dass ich nicht belastbarer bin. Was sollen denn andere sagen, die schon lange ganz andere Belastungen meistern ...usw.

    Dass solche Vergleiche nicht sinnvoll sind, weiß mein Kopf, aber der Rest ...

    Es gibt noch viel zu tun für mich.

    Hmh, weiter oben hattest Du geschrieben, dass die Therapeutin eine Langzeittherapie für Dich beantragt.

    Geht es da um die Sucht oder um Deine anderen psychischen Erkrankungen? Seid Ihr jetzt noch in der Phase der Vorbesprechung, dass die Termine nicht regelmäßig stattfinden?

    Schreib doch (unter Wahrung der Anonymität) ein bisschen mehr von Dir, damit echter Austausch möglich ist. Das hier ist ja kein Live-Chat.

    Ich hatte z. B. am 9. November ein paar Fragen zur Deiner Sucht und Abstinenz gestellt, die für mich noch offen sind. So fällt es mir schwer, auf Dich einzugehen. Da fällt mir noch eine Frage ein: Siehst Du Deine Abstinenz als Kampf oder generell Dein Leben?

    Hast Du Dich hier schon eingelesen? Hier gibt es ja unendlich viel zu entdecken.