Beiträge von Rennschnecke

    Der Begriff ist ja nicht von mir, kannst ja mal KI befragen. Trifft ja auch nicht jeden automatisch.

    Ich muss nur einsehen, dass bei mir aus dem abendlichen Saufen mit der Zeit - nicht in der ersten Euphoriephase - abendliches (Fr)Essen geworden ist- abwechselnd süß und herzhaft. Das wird mir langsam unheimlich.

    Und dann ist da noch mein Kümmertrieb, den ich an anderen auslebe - so bin ich in jungen Jahren schon in eine Co-Abhängigkeit gerutscht, und auch jetzt ist er wieder sehr aktiv - nur bei mir kriege ich das trotz diverser Rehas/Therapien nicht so hin wie Du anscheinend gerade. Aber das gehört wohl eher in meinen Faden.

    Kurz gesagt: inzwischen finde ich es sehr lehrreich für mich, wie Du mithilfe Deiner Therapeutin Deine Grundproblemstik auseinandernimmst - solange die Sucht dabei nicht unterschätzt wird.

    So langsam kann ich Deinen Gedankengängen besser folgen, Angler, und sehe auch eine gute Entwicklung bei Dir.

    Nur den letzten Satz würde ich für mich - aus aktueller eigener Erfahrung, auch durch Lernen an Deinem Beispiel - anders formulieren:

    Die große persönliche Baustelle war zuerst da, und wenn ich sie nicht nachdrücklicher als bisher angehe, kann ich vielleicht die Alkoholsucht dauerhaft stoppen - aber wohl nur um den Preis der Suchtverlagerung.

    Denn die Sucht wird nun immer meine nicht zu unterschätzende weitere Baustelle bleiben - auch wenn die "Grundlagenprobleme" aktuell größer und drängender erscheinen mögen.

    Ok. Wie Du meinst. Mir ist neben anderem auch auf S. 13 deines Fadens noch nicht ganz klar, welche Rolle diese SHG für Dich spielt, was du dir hier erhoffst.

    Die von dir wahrgenommenen Fortschritte schreibst du ja eher der KI und der Therapie zu. Liest Du auch bei anderen hier? Du bist ja nicht der erste, der massenhaft Alkohol getrunken hat, obwohl er ihn nicht mochte. Oder keinen mehr trinken will. Oder ihn ursprünglich "nur" benutzt hat, um damit Probleme zu ertränken.

    Klingt für mich immer ein bisschen wie "Bei mir war das anders." "Ich war ja gar kein richtiger Alkoholiker". "Ich habe verstanden, und deshalb kann mir der Alkohol nichts mehr anhaben".

    Das wäre nicht nur für Dich gefährlich, sondern auch für die, die hier bisher nur still mitlesen.

    Unterschätzt die Sucht nicht! Sie hat einen verdammt langen Atem und zeigt verdammt viel Einfallsreichtum, um uns wieder in die nasse Spur zu bringen. Alles hier in unzähligen Variationen nachlesbar. Mein Wort zum Sonntag.

    Bin dann mal raus..

    Solange Du nicht glaubst, dass für Dich keine Rückfallgefahr mehr besteht, weil Du "es kapiert" hast, ist doch alles gut, Angler.

    Die Wege in die Sucht sind vielfältig, aber sobald sie uns in in ihren Fängen hat, gelten für alle die gleichen Suchtmechanismen, habe ich hier gelernt.

    Ich habe den Eindruck, dass aus Dir trotz Deiner lange Zeit großen Seelenqualen eine Art Anfangseuphorie spricht, die einerseits schön und ermutigend ist, aber auch leichtsinnig machen kann.

    So ging es mir im ersten halben Jahr, glaube ich, ich war mir meiner Sache so sicher, dass ich mich völlig arglos bei einem Firmenevent mit Kollegen nach dem Restaurant noch in eine Bar gesetzt habe - weil ich mich schon so gefestigt (unbesiegbar?) fühlte. War auch kein Problem, auch hinterher nicht, da hat mich die Anfangseuphorie wohl noch getragen.

    Heute, mit knapp 2,5 Jahren Abstinenz, würde ich das nicht mehr machen. Ich bin längst im Alltag angekommen, hab auch mal kurzzeitige Sucht- oder Verzichtsgedanken, wenn ich mal wieder zu wenig auf meine Selbstfürsorge geachtet habe, und fühle mich auch in puncto Sucht nicht unbesiegbar: Auch der Drache in mir schläft nur, solange ich ihn nicht durch Leichtsinn provoziere und die Grundbausteine nicht außer acht lasse.

    Erst mal durchatmen und auf das Wesentliche konzentrieren... Du bist ja verhältnismäßig schnell ins nötige Handeln für Deine Kinder und Dich gekommen, da hinken die Gefühle verstândlicherweise noch hinterher, scheint mir.

    Und das mit dem "Beuteschema" muss ja nicht so bleiben. Ggf. könntest Du mit therapeutischer Ubterstützung daran arbeiten, wenn Du Dich von dem ganzen Schlamassel erholt hast und wieder das Bedürfnis nach einer Partnerschaft haben solltest.

    Schönes Wochenende!

    Hallo Sabine,

    ich bin auch Alkoholikerin, seit gut 2 Jahren abstinent - wie lange ich mich schon als trocken betrachte und bezeichne - ohne deswegen jemals auf der sicheren Seite zu sein -, weiß ich gar nicht mehr genau

    Auch mein Anfang hier war - wie einige Anfänge hier - für alle Seiten gewöhnungsbedürftig. Aber schnell wusste ich die "klare Kante" zu schätzen, die ich so weder in der stationären noch in der ambulanten Reha erlebt habe.

    Denn dort sind in der Regel wohlmeinende und hauptamtliche Theoretiker tätig. Da wärest Du für Deine innerliche Vorbereitung auf das Grillfest vermutlich gelobt worden. War ja auch kein schlechter Ansatz - wenn Du schon längere Zeit zufrieden trocken wärst.

    Hier schreiben wohlmeinende Menschen in ihrer Freizeit aus eigener, z. T. Jahre-/jahrzehntelanger Erfahrung und Forenschwarmwissen (Grundbausteine etc ).

    Sie gucken genau hin, lesen bei Dir, dass Du - nach mehreren Rückfällen - gerade erst einen guten Monat abstinent bist und Angst vor Suchtdruck hast.

    Und dann kommt im Sinne der Grundbausteine schnell die Frage auf: Was hat ein frisch Abstinenter auf einer Veranstaltung zu suchen, die hierzulande - auch in deiner eigenen Erwartungshaltung - so stark mit Alk verknüpft ist - auch wenn es im konkreten Fall nicht so war?

    Die ideale Vorbereitung wäre gewesen: Gar nicht erst hingehen, lieber zum Kaffee verabreden.

    Auch das ist kein Vorwurf, sondern eine Feststellung - und eine Einladung, da mal genauer hinzugucken (nicht, um Dich zu rechtfertigen, sondern dir selbst auf die Spur zu kommen).

    Denn eines habe ich hier durch Mitlesen nachdrücklich gelernt: Der nächste Rückfall könnte der letzte sein. Darum sollte ich sehr gut auf meine Abstinenz achtgeben und die Chancen dieser SHG nutzen.

    Alles Gute!

    Hallo Dalida,

    ich antworte mal - als Alkoholikerin mit starken Co-Anteilen.

    Ist denn Dein aktueller Ex überhaupt Co (gewesen)? Oder geht es, unabhängig davon, einfach nur darum, ob Ihr als Paar noch eine Chance habt?

    Ich hab gerade noch mal in Deinen Faden geschaut, der Anfang April kurz nach Deiner Anmeldung schon wieder endete - mit einem Beitrag einrs anderen, der Dir in dieser Frage eher wenig Hoffnung machte. Zufall?

    Grundsätzlich ist ja so ziemlich alles möglich - ohne damit irgendetwas über Deine konkrete Situation auszusagen. Vertrauen kann höchstens wachsen, aber das lässt sich nicht erzwingen oder beschleunigen. Und keiner von uns kann in die Glaskugel schauen.

    Möglich wäre auch, dass Du ihn bei zunehmender Abstinenz gar nicht mehr zurück möchtest, weil Du Dich veränderst, Deine Bedürfnisse mehr gewichtest, etc. Hast Du nicht geschrieben, dass Du Dich einsam neben ihm gefühlt hast, weil er Workaholic ist? Und trotzdem ist er der ideale Partner für Dich?

    Meine Rat als selbst Süchtige: Konzentrier Dich - auch hier - mehr auf Dich und Deine Abstinenz, denn ohne die ist alles nichts, unabhängig von ihm oder einem anderen.

    Alles Gute!

    Herzlichen Glückwunsch,

    liebe Iwona.

    Deine hier nachlesbare Geschichte habe ich anfangs, glaube ich, mehrfach verschlungen. Deine Herangehensweise hat mir einfach Mut gemacht.

    Schön, dass Du auch nach so langer Zeit hier aktiv dabei bist!

    Danke und weiterhin alles Gute! 🌸

    Naja, Suchtdruck ist jetzt keine Panikattacke - es kann schon etwas passieren.

    Es muss aber nicht zwangsläufig zum Rückfall kommen, wenn ich den manchmal auch versteckt daherkommenden Druck erstens rechtzeitig als solchen erkenne (ich hatte erst einmal welchen und ihn fast zu spät erkannt) und meinen Notfallkoffer griffbereit habe und ihn einsetze.

    Das geht im alkfreien Zuhause besser als - gerade am Anfang - auf einer Feier, wo es auch Alk gibt, oder beim Einkaufen.

    Und selbst wenn es auf Deiner nicht sehr alklastigen Feier nicht zu Suchtdruck kam, kann er unter dem Eindruck auch später noch auftreten.

    Dessen muss ich mir bewusst sein, wenn ich mein Risiko abwäge.

    Ich gehe (vom Handy aus) oben rechts auf die drei Menü-Striche und dann auf "Forum". Dann findest Du ganz unten den Punkt SOS.

    Zu Deinem Geburtstags- und Grillerlebnis können vielleicht andere noch etwas sagen, muss mich jetzt mal vom Handy lösen. 😉

    Hallo Lichtknüpfer,

    da Du um Rat gefragt hast: Ich würde hier nicht von Trinkbedürfnis sprechen, das klingt so normal und natürlich: Ein Trinkbedürfnis habe ich, wenn ich Durst habe und mein Körper Flüssigkeit benötigt.

    Du meinst vermutlich Suchtgedanken. Ja, die können kommen, die Sucht ist ja nicht besiegt, nur gestoppt, und will nur eins: Saufen (wie das exzessive Trinken hier im Forum gern unbeschönigrnd genannt wird, um es deutlich von nichtsüchtigem Trinken zu unterscheiden). Solche Grdanken kommen anfangs häufiger, verschwinden aber auch schnell, wenn man ihnen die rote Karte zeigt

    Oder meinst Du Suchtdruck? Angst muss ich auch davor nicht haben, wenn ich versuche, mich an die Grundbausteine zu halten, meinen persönlichen Notfallkoffer parat zu halten und hier regelmäßig im Austausch zu sein.

    Dann weiß ich, wie ich damit umgehen kann, weil er in der Regel, wie hier bei vielen zu lesen ist, nicht länger als 20, 30 min dauert.

    Und wenn es ganz schwer ist, gibt es hier ja noch die Möglichkeit, den SOS-Chat zu nutzen.

    Liebe Nika,

    die Aufarbeitung kommt später, jetzt hast Du zum Glück Deinen persönlichen Ausschalter gefunden und fängst noch einmal von vorn an.

    Schritt für Schritt kannst auch Du Dich aus Deinem Schlamassel befreien - und mit der neugestarteten Abstinenz legst Du den Grundstein dafür.

    Dafür meinen Respekt - und alle guten Wünsche! 🍀🍀🍀