Hallo Sabine,
ich bin auch Alkoholikerin, seit gut 2 Jahren abstinent - wie lange ich mich schon als trocken betrachte und bezeichne - ohne deswegen jemals auf der sicheren Seite zu sein -, weiß ich gar nicht mehr genau
Auch mein Anfang hier war - wie einige Anfänge hier - für alle Seiten gewöhnungsbedürftig. Aber schnell wusste ich die "klare Kante" zu schätzen, die ich so weder in der stationären noch in der ambulanten Reha erlebt habe.
Denn dort sind in der Regel wohlmeinende und hauptamtliche Theoretiker tätig. Da wärest Du für Deine innerliche Vorbereitung auf das Grillfest vermutlich gelobt worden. War ja auch kein schlechter Ansatz - wenn Du schon längere Zeit zufrieden trocken wärst.
Hier schreiben wohlmeinende Menschen in ihrer Freizeit aus eigener, z. T. Jahre-/jahrzehntelanger Erfahrung und Forenschwarmwissen (Grundbausteine etc ).
Sie gucken genau hin, lesen bei Dir, dass Du - nach mehreren Rückfällen - gerade erst einen guten Monat abstinent bist und Angst vor Suchtdruck hast.
Und dann kommt im Sinne der Grundbausteine schnell die Frage auf: Was hat ein frisch Abstinenter auf einer Veranstaltung zu suchen, die hierzulande - auch in deiner eigenen Erwartungshaltung - so stark mit Alk verknüpft ist - auch wenn es im konkreten Fall nicht so war?
Die ideale Vorbereitung wäre gewesen: Gar nicht erst hingehen, lieber zum Kaffee verabreden.
Auch das ist kein Vorwurf, sondern eine Feststellung - und eine Einladung, da mal genauer hinzugucken (nicht, um Dich zu rechtfertigen, sondern dir selbst auf die Spur zu kommen).
Denn eines habe ich hier durch Mitlesen nachdrücklich gelernt: Der nächste Rückfall könnte der letzte sein. Darum sollte ich sehr gut auf meine Abstinenz achtgeben und die Chancen dieser SHG nutzen.
Alles Gute!