Beiträge von Rennschnecke

    Vielen lieben Dank, Hartmut , mit dieser positiven Reaktion habe ich jetzt nicht gerechnet. Das tut gerade wirklich gut, das rahme ich mir mal ein, für den nächsten Zweifelanfall. 😉

    Vielen lieben Dank auch Dir, Linde66 , für Deine Rückmeldung von gestern Abend.

    Du hast natürlich vollkommen recht, und da, wo's piekt, gehts ja bekanntlich lang....

    Wenn ich den Eindruck habe, daß sich jemand der schon länger hier ist in den Geschichten der anderen User verliert, spreche ich das schon mal an.

    Ich musste tatsächlich erst mal drüber schlafen, hatte meine Antwort gestern Abend schon zigmal überarbeitet, kam aber so schnell nicht auf den Punkt, wozu auch.

    Anfangs wollte ich,reichlich angefressen, reflexhaft schreiben: Danke, mir geht es gut.

    Bis ich mich gefragt habe: Stimmt das überhaupt? Über die Antwort denke ich noch nach ...und ich möchte auch gern darüber schreiben, aber eben in meinem Tempo und meinem Rhythmus.

    Ich hab mich da in Vergangenheit schnell unter Druck gesetzt gefühlt, da fiel sogar mal der Begriff "unfair", der mich sehr getroffen hat.

    Gestern Abend war ich einfach nur gefrustet: Da bin ich schon extra raus aus dem Grünen (weil ich diesen Druck nicht mehr ausgehalten habe UND weil ich selbst eingesehen habe, dass ich mich in den dort noch viel intensiver geteilten Lebensgeschichten zu verlieren drohte) - und jetzt ist es wieder nicht "richtig"?!

    Ja, weil ich tatsächlich schon wieder in diese Richtung abdrifte.

    Warum und wieso, und ob ich das ändern kann (und in welchem Umfang ich das überhaupt möchte), darüber denke ich noch nach. Und dann melde ich mich dazu.

    Jetzt gehts erst mal zurück ins Schneckenhaus, für den inneren und äußeren Frühjahrsputz...

    Bitte hört nicht auf, ggf. Mal anzuklopfen, wenn die Gardinen zu lange nicht hochgezogen wurden.

    DANKE! 🐌

    Tip: Am Anfang habe ich einen einfachen Schal (ohne Stress für den Kopf, sondern entspannend durch die monotone Bewegung der Hände/Finger) nach dem andern gestrickt und ggf. Verschenkt/gespendet.

    Ich hab das Strickzeug schon liegen, um wieder anzufangen, da mich meine Suchtverlagerung Richtung Süßes zunehmend nervt und auch sorgt.

    Hallo Linde,

    mit diesem Murmeltiermoment hab ich jetzt nicht gerechnet.

    Machst Du Dir wirklich Sorgen um mich? Mein Sosein im Forum kann doch genausogut darauf hindeuten, dass es mir gut genug geht, um mich noch für andere interessieren und engagieren zu können?

    Oder ist das ein dezenter Hinweis, dass ich das mit der Selbsthilfe immer noch nicht "richtig" hinbekomme?

    Fühle mich jedenfalls gerade mal wieder "falsch" hier, Murmeltiermoment eben.

    Ich lass das mal sacken. Gute Nacht.

    Herzlich willkommen, Jochen,

    ist das eigentlich dein richtiger Name?

    Du liest Dich sehr entschlossen, fas ist schon mal gut.

    Zu Deiner Frage

    Es ist eigentlich nicht mein Ziel, Arbeitsstelle, Freund und Familie auszutauschen. Muss so etwas sein? Bei jeder Familienfeier wird getrunken. Soll ich hier fern bleiben?

    Nur so viel: Auch bei größter Entschlossenheit ist die Abstinenz kein Selbstläufer. Ich muss etwas dafür tun: das Stichwort heißt Risikominimierung. Und gerade im ersten Jahr sollten Risiken möglichst gemieden werden.

    Dazu gibt es hier hilfreiche Grundlagen-artikel im Forum, die Dir vielleicht jemand verlinken kann, ich kann es leider nicht.

    Heißt das, Du machst einen kalten Entzug? Besser wäre es, die Besprechung mit dem Arzt abzuwarten, s. O.

    Und trocken wird ein Alkoholiker nach der jahrelangen Sauferei nicht so schnell, vielleicht nach 1-1,5 Jahren zufriedener Abstinenz und Auseinandersetzung mit der eigenen Sucht ...aber nicht durch bloßen Beschluss.

    Da gehört mehr dazu, z. B. nicht mehr mit Leuten abhângen, die mit Dir was trinken gehen wollen.

    Deine Trauer um das Verlorene ist vollkommen verständlich und eine Aufarbeitung dieser Bindung sehr ratsam - und Strategien für mehr Abstand.

    Ähnlich wie bei einem Alkoholiker mit Suchtdruck gilt die Devise: Glaub nicht alles, was Du denkst!

    Heute ist noch einmal Vernunft gefragt - denk bitte immer daran, was Deine Kinder Dir jeden Tag sagen.

    Denk an die vielen Menschen, die heute an Dich denken. Du hast schon so viel geschafft, das schaffst du auch - denn Deine Kinder und Du, ihr braucht keine teuren Reisen, Ihr braucht emotionale Sicherheit.

    Liebe Releaseme,

    auch wenn es sich vielleicht gerade nicht so anfühlt: Morgen geht das Tor zur Freiheit für Deine Kinder und Dich auf - weil Du Eure Freiheit und Eure psychische Gesundheit über Besitz, Status, Gewohnheit und Bequemlichkeit gestellt hast.

    Dafür hast Du meinen größten Respekt - und die Kinder danken es Dir, wie Du ja gerade bei Bärenmama berichtet hast (kann das leider gerade nicht als Zitat rüberholen).

    Auch bei Dir wird sich Erleichterung einstellen, wie nach einer schweren OP, vor der man große Angst hat.

    Alles Gute für morgen!

    Waren nur im Discounter

    Weiterhin maximaler Abstand

    Passt für mich, ehrlich gesagt, nicht so ganz zusammen.

    Ich kenne einen Discounter, der in Sichtweite der Kassenschlangen lange Regale mit runtergesetzter Quengelware für Erwachsene platziert. Da hab ich mir früher auch gern "was Besonderes gegönnt".

    Kann Deine Frau nicht für eine Weile, solange Du solche Probleme mit Suchtdruck hast, ohne Dich einkaufen gehen und Du nimmst ihr dafür etwas anderes ab?

    Liebe Früchtetee,

    das hört sich sehr bedrückend an.

    Vergiss bitte nicht, dass sich Dein Körper noch von dem langen Rückfall erholen muss. Da konnte das Antidepressivum gar nicht richtig wirken und die Depression wurde durch den Alk noch verstärkt.

    Das dauert wohl noch ein bisschen, bis sich "die Hirnchemie" wieder sortiert hat. Und das Aprilwetter tut sein Übriges - hier graupelt und gewittert es gerade. 😢

    Wenn die Depression bei Dir auch in ein paar Monaten noch nicht besser ist: Hast Du mit Deinem Psychiater schon mal über neue Behandlungsmethoden für Depressive gesprochen, die auf die üblichen Ansätze nicht gut ansprechen?

    Kann es vielleicht sein, dass Dir eine Aufgabe fehlt? Hast Du mal über ein Ehrenamt nachgedacht oder ein Haustier? Dies alles nur als Anregung, bin selbst schon länger depressiv als süchtig, aber wohl ganz gut eingestellt.

    Bitte gib nicht auf, Du hast schon so viel geschafft!

    Gut, dass Du ärztlich so gut angebunden bist. Bei mir z. B. war der Hausarzt nicht so hilfreich, der Psychister umso mehr. Der hat dann meinen ambulanten Entzug ärztlich begleitet (Medi, Konzrollbesuch und -telefonate), konnte währenddessen sogar arbeiten.

    Und ja, mir hat das Bier auch die allerlängste Zeit geschmeckt. Aber in Wirklichkeit ging es nur um den Pegel ...

    Also: herzlich willkommen!

    Hmmh, verstehe ich das richtig, Lullaby: Du hast erkannt, dass Du mit Alkohol nicht "umgehen" kannst, und willst ihn deshalb dauerhaft aus Deinem Leben verbannen, aber als süchtig, also als Alkoholikerin und damit unheilbar krank magst Du Dich nicht sehen? Warum? Weil es so schwach oder furchtbar klingt?

    Es geht ja nur um die eigene Einsicht, nicht um ein Schild auf der Stirn (außer beim Arzt).

    Oder denkst Du, dass Außenstehende, die Du unter Alkohol angegangen bist, mehr Verständnis für Dich haben, wenn Du Dich als Problemtrinkerin bezeichnest? Hast DU dann auch mehr Verständnis für Dich?

    Vielleicht hätten sie sogar mehr Verständnis, wenn Du zugeben könntest, dass sich aus dem anfänglichen Problemtrinken (Missbrauch) irgendwann eine Sucht entwickelt hat, deren zentrales Merkmal der Kontrollverlust ist, gegen den man mit bloßen Willen und Vernunft nicht ankommt, nur mit dauerhafter Abstinenz?

    wäre es eine unheilbare Krankheit dann könnten Ärzte sie medizinisch lokalisieren und jeder der Alkohol trinkt würde abhängig werden und es würde nicht zwischen 1 bis 20 Jahre in meinem Fall fast 40 Jahre dauern bis man vom Konsum krank ist/wird.

    Sucht, egal wovon, ist unheilbar, das ist keine Frage der Meinung, sondern der Wissenschaft. Je nach Suchtmittel kann sich aus dem Konsum früher oder später eine Sucht entwickeln, bei einigen illegalen Sachen wohl sehr schnell, aber das ist hier ja nicht das Thema.

    Diagnostiziert wird anhand verschiedener Merkmale wie Kontrollverlust und Dosissteigerung. Eine komplizierte Untersuchung der Veränderungen im Hirn würde wohl keine Krankenkasse bezahlen, deshalb müssen meist die Leberwerte herhalten, die aber oft erst sehr/zu spät Alarm schlagen und deshalb schon so manchem Alkoholiker als Rechtfertigung dienten.

    Alkoholkrank bedeutet ja auch nicht "durch den extremen Konsum krank geworden". Es ist einfach nur eine nette Umschreibung für Alkoholsucht.

    Welche dauerhaften Schäden wir uns damit eingefangen haben, wissen wir doch noch gar nicht im Detail, die "Quittung" kann doch immer noch kommen, z. B. durch Krebs oder frühzeitige Demenz.

    Und es gibt leider Krankheiten, mit denen man leben muss, die sich eben nicht nehr "wegheilen" lassen. Dazu gehört der erbliche, nicht angefutterte Diabetes und eben auch die Sucht.

    Lies einfach mal Deinen Faden von vorn bis hinten durch, Lullaby, vielleicht siehst Du dann klarer.

    Klar findet man hier immer Leute, die in der nassen Zeit noch mehr/öfter gesoffen, noch mehr zerstört und noch mehr Peinliches angestellt haben.

    Wenn ich mein (die allerlängste Zeit vergleichsweise "sozialverträgliches") Saufen mit Deinen Schilderungen vergleiche, könnte ich auch auf die Idee kommen: "Naja, soo schlimm war es bei mir ja noch lange nicht, ich hab ja "nur" abends (langsam, aber sicher immer mehr) getrunken, um mich zu entspannen, mir was zu gönnen, mich vom Alleinsein abzulenken, usw. "

    Solche Anwandlungen hatte ich zwischendurch auch schon mal, keine Frage. Aber dann konnte ich irgendwann darin den Versuch meines Suchthirns erkennen, mich wieder auf die Trinkspur zu bringen: Denn wenn ich gar nicht wirklich süchtig bin, klappt es ja vielleicht doch noch mit dem kontrollierten Trinken?

    Nein danke. Die Illusion der Kontrolle hat mich lange genug gefangen gehalten. Außerdem: Ich führe mir ja auch nicht "kontrolliert" Terpentin zu oder Nikotin oder Arsen. Es ist einfach ein verhängnisvolles Gift, basta. Und ich muss nicht jede besch ...Erfahrung selbst machen, um meine Abstinenz absolut wertschätzen und lebenslang weiterverfolgen zu können - hoffe ich zumindest stark.

    Ich hatte einfach ein Riesenglück, dass ich aufhören konnte, bevor ich am Boden der Suchtspirale angelangt war. Aber drinnen war ich längst, wie mir gelegentliche Grüße vom Suchtgedächtnis immer wieder in Erinnerung rufen. Denn ohne Sucht kein Suchtgedächtnis, oder?

    Wenn es Sucht ist, warum kann ich dann immer wieder für mehrere Monate, manchmal sogar Jahre aufhören? Ohne nennenswerte wirklich Probleme.

    Genausogut könntest Du Dich fragen: Wenn es keine Sucht ist, warum fängst du dann immer wieder an, mit irgendwann definitiv nennenswerten Problemen?