Beiträge von Rennschnecke

    Hallo Emmi,

    gut, dass Du Dir selbst gegenüber so ehrlich bist, das ist ganz wichtig, um die Sucht zu stoppen.

    Ich habe mir Deinen Faden gerade noch mal durchgelesen, kann ich auch nur jedem empfehlen, das zwischendurch immer mal wieder zu machen.

    Ich lese bei Dir ganz viel, an dem Du gemeinsam mit Deinem Therapeuten, aber auch hier, im Austausch unter Betroffenen, ansetzen kannst.

    Aber das sollte gerade oberste Priorität haben:

    Bis jetzt konnte ich standhaft bleiben, aber dauerhaft steh ich das so nicht durch..

    Das klingt noch sehr nach Kampf, und Du merkst selbst, wer der Stärkere ist....

    Du schreibst auch mehrfach sinngemäß, dass Du vom Kopf her weißt, dass es für Dich nur noch eine lebenslange Abstinenz geben kann.

    Was kann Dir dabei helfen, es auch tief in Dir drin zu fühlen?

    Vielleicht, indem Du folgende Sichtweise hinterfragst:

    mein Freund Alkohol half mir dabei.

    Alkohol war zeitlebens immer mein bester Freund und auch ärgester Feind. Hat mir aus so mancher Einsamkeit und Angstsituation geholfen, mir aber auch viel Nähe zu Menschen zerstört, die ich wirklich geliebt habe.

    War der Alk wirklich Dein Freund, hat er Dir wirklich jemals nachhaltig und ohne Eigeninteresse geholfen?

    Oder war das nicht eher die Illusion, die uns die findige Suchtstimme eingepflanzt hat - solange wir nachgeschüttet und damit unsere Gefühle betäubt haben?

    War und ist der Alkohol nicht am Ende nur "der ärgste Feind"?

    Wer steht uns bei wenn der alkoholkranke Angehörige aufgrund der Folgeerkrankungen nicht mehr entscheiden kann?

    Eine gesetzliche Betreuung? Weiß nicht, ob das schon angesprochen wurde. Vielleicht liest Du Dir Deinen Faden noch mal von vorn bis hinten durch und lässt alles noch mal sacken. Da gibt es genug Adressen, an die er sich wenden kann und wird - wenn er muss.

    Wir wollen Dir ja nichts Böses, im Gegenteil. Aber irgendwie drehen wir uns hier im Kreis ...

    Diese Situation hat mir noch einmal deutlich gemacht, dass er tatsächlich ein Alkoholiker ist, und dass er derzeit kein abstinentes Leben führen möchte.

    Also habe ich ihm noch einmal gesagt, dass er im Januar ausziehen muss, wenn er keine Therapie macht. Ich möchte das ausgesprochene Ultimatum nicht vorzeitig abbrechen, denn dann würde ich mich immer fragen, was wäre gewesen, wenn...

    Hmhh, einerseits hast Du verstanden, andererseits lässt Du ihm noch ein Schlupfloch ...

    Was heißt denn "Therapie machen" für Dich? Hätte es wegen des ihm angedrohten Auszugs (wann "im Januar", Anfang, Mitte, Ende?) aufschiebende Wirkung, wenn er z. B. einen Termin bei der Suchtberatung vereinbart? Oder nicht weiß, wo er hinziehen soll?

    Was hält mich bei ihm?! Die Erinnerung an die schönen Zeiten, der Wunsch nach einer intakten Familie und die hoffnungslose Hoffnung, dass er aufhört zu trinken und mit vollem Bewusstsein am Leben teilnimmt...

    Das hast Du vor über einem Jahr geschrieben.

    Ich kann Dir nur dringend ans Herz legen, Dich hier regelmäßiger auszutauschen, um nicht noch ein Jahr zu verlieren, auch Deinem Kind zuliebe. Alles Gute!

    Hmmh, Ritter in der silbernen Rüstung sind heutzutage selten geworden - und wer weiß, was sich unter der Rüstung verbirgt?

    Darum kommen wir wohl besser selbst in die Pötte und sorgen selbst für uns. Den ersten Schritt - mit der Anmeldung hier - hast Du getan.

    Ich brauche jemanden, der dieses Problem auch sieht und mir immer wieder sagt, dass ich davon weg muss.

    Das kannst Du hier bekommen, wenn Du Dich darauf einlässt.

    Ich brauche Unterstützung, dass ich wieder das Gefühl habe, mehr wert zu sein.

    Hast Du mal über zusätzliche professionelle Unterstützung durch eine Psychologin nachgedacht?

    Ich bin nicht mehr stark genug.

    Wenn Du dir das oft genug sagst, ist das auch so. Und es kommt immer noch kein Ritter. Also ...?!

    Deine Freude über Deine frisch gewonnene Abstinenz ist ansteckend, Bono.

    Wenn ich Deine Beiträge lese, sehe ich keinen Mann von 65 Jahren vor mir, sondern eher einen kleinen Jungen, der seine ersten begeisterten Versuche auf seinem neuen Roller macht und gar nicht mehr aufhören möchte ...😉 Bewahr Dir das!

    Diesen Faden eröffne ich, weil mir der im Titel geäußerte Gedanke schon seit ein paar Tagen durch den Kopf geht - angesichts dessen, was ich hier, aber auch in den Medien so dazu lese und höre.

    Kein anderes Fest wird so dermaßen gefühlsmäßig überhöht und kommerziell ausgeschlachtet wie dieses. Das "Love"-Gedudel im Radio wird vorübergehend durch "Christmas"-Gedudel ersetzt.

    Wohlgemerkt: Mir geht es hier nicht um die naheliegende Konsumkritik, sondern darum, was das mit den Menschen macht.

    Weihnachten ist das Fest der Familie, da kommt man zusammen und macht es sich schön (natürlich auch mit einem "guten" Tropfen). Und wer das nicht machen kann oder will, ist zu bedauern ....

    Und wehe, es gibt unterschiedliche Auffassungen, es ist doch Weihnachten ...! Der Fernseher bleibt zur Feier des Tages auch aus, auch wenn er sonst den ganzen Tag läuft. Doch womit die ungewohnte Leere füllen? Jetzt sei doch mal gemütlich, hieß es schon vor Jahrzehnten bei Loriots Familie Hoppenstedt.

    Nachbarn und Kollegen fragen schon im Vorfeld, wie man Weihnachten verbringt, ob denn auch die Kinder und Enkel kommen, etc. Heutzutage kommt ja noch der Druck hinzu, in den asozialen Medien entsprechende Bilder vom "erfolgreich" verlaufenen Weihnachtsfest zu verbreiten.

    Es wird nicht einfacher, je mehr wir uns vom Ursprung des Festes entfernen, und da kochen schnell die Emotionen hoch. Die Gewaltstastistik in dieser Zeit spricht Bände.

    Oft hört man: Ja, Weihnachten ist schön, besonders mit kleinen Kindern, aber es ist dann auch schön, wenn es wieder vorbei ist.

    Ich habe mit meiner Herkunftsfamilie, die ich auch jetzt wieder kurz besucht habe, auch so manche Dramen an Weihnachten durch.

    Irgendwann (reichlich spät im Leben) habe ich, nicht nur in Bezug auf Weihnachten, gelernt, meine Erwartungen auf ein realistisches Maß herunterzuschrauben, alles nicht so ernst zu nehmen, es eher wie eine Art altbekanntes Theaterstück von außen zu betrachten und mich an dem zu freuen, was möglich ist - und gut ist.

    Wie sagte eine Radiomoderatorin neulich (in Bezug auf die Enkaufshysterie kurz vorm Fest): Leute, es ist doch nur Weihnachten.

    In dem Sinne: Möge die Gelassenheit mit Euch sein!

    Deine Frage ist sehr allgemein, Bono.

    Hat sie einen bestimmten Hintergrund? Haben Weihnachten Angehörige in Deiner Gegenwart Alkohol getrunken, dass Du Dich jetzt damit beschäftigst?

    Gerade als frisch Abstinenter sollte man bedenken, dass solche Erlebnisse auch später, wenn du gar nicht mehr damit rechnest, noch nachwirken und Suchtdruck auslösen können.

    Mir fällt dazu langsam nichts mehr ein, Zoe, außer:

    Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht.

    Fast drei Mordversuche an Frauen werden jeden einzelnen Tag in Deutschland verübt, zu einem Großteil vom jeweiligen "Partner". Fast ein Mordversuch pro Tag endet mit dem Tod der Frau.

    (Quelle: Statista, BKA ... Einfach mal "Femizid" und "Gewalt gegen Frauen" googeln.)

    Betrifft dich nicht, Zoe? Er würde dich höchstens "aus Versehen umbringen", weil er das bestimmt nicht wollen würde?

    Wach auf und finde den Fehler ...

    Vielleicht solltest du dir ein Forum für emotional abhängige Frauen suchen. Denn allein mit seinem Alkoholkonsum lassen sich Deine Probleme nicht erklären.

    Und damit bin ich raus, triggert mich zu sehr, hab sowas Ähnliches in meiner Verwandtschaft erlebt, mit Seelenmord auf Raten, kann ich mir nicht länger ansehen.

    Das ist doch schon mal ein Anfang.

    Ich wünschte wirklich, es wäre anders.

    Ja, ich wünschte auch, eine gute Fee käme und würde alles Unrecht auf der Welt geradebiegen ...

    Merkst Du was? Solche Denkweisen halten dich im passiven Erdulden gefangen.

    Also nutze die Kraft, die Du die bisher mit Durchhalten in einer unerträglichen Situation blockiert hast, produktiv für Dich und formuliere echte persönliche Ziele, die grundsätzlich erreichbar sind. Dann kannst Du Dir auch Handlungsstrategien überlegen und Schritt für Schritt umsetzen.

    Z. B. Ich möchte mich nicht mehr der Gefahr aussetzen, wieder in diese lebensgefährliche Spirale hineingezogen zu werden. Darum blockiere ich endlich alle Kontaktmöglichkeiten zu ihm.