Beiträge von Rennschnecke

    Nicht nur versuchen - machen! Den perfekten Exit gibt es nicht. Aber lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende...Und bedenke: wie mag das nur für Deine Tochter sein, gerade auch nach diesem Erlebnis, mit diesem Erzeuger drei Tage die Woche alleingelassen zu werden, frage ich mich gerade. Bitte entschuldige meine Direktheit ...

    Also gehörst Du auch zu den "Usern, die im Nachhinein Gründe finden, warum sie getrunken haben", Stromer? 😉 Denn laut eigener Aussage war es ja auch bei Dir nicht nur die Lust am Trinken, die Dich zum Alkoholiker hat werden lassen, sondern das elterliche Vorbild sogar mit ein "Hauptgrund" ...

    Ich glaube, so weit liegen wir alle, die sich heute dazu geäußert haben, bei dem Thema gar nicht auseinander, wenn wir einfach mal die Schubladen weglassen.

    Keiner von uns suchte doch nach Ausreden oder Sündenböcken, nur nach Mustern, die man im Sinne der Risikominimierung ändern sollte.

    (Ich schreib dann mal in meinem Faden dazu weiter, kann leider immer noch nicht zitieren, da nur mit dem Snartphone zugange)

    Bei allem Respekt, Hartmut, aber Nayouk hat doch ganz differenziert beschrieben, dass es ihm eben nicht darum geht, jahrelang seine schweren Kindheit zu analysieren und einen "Schuldigen" für die Sucht (und mögliche Rückfälle) zu finden.

    Sondern vielmehr darum, die von dir erwähnten "begleitenden Umstände" zu identifizieren, die Alkohol als "Lösung" (Ablenkung, Trost, Belihnung ...) naheliegend erscheinen ließen. Um dann neue Strategien ohne Alkohol ( und ohne Suchtverlagerung)zu entwickeln.

    Da gibt es auch Therapieansätze, die den Fokus weniger auf die Vergangenheit als auf eine bessere Nutzung der eigenen Stärken in Gegenwart und Zukunft richten. Man kann es aber, sofern nicht gerade schwere Traumata vorliegen, sicher auch ohne therapeutische Hilfe angehen, z. B. Mithilfe dieses Forums. 😉

    Für mich habe ich z. B. festgestellt, dass die Depression bei mir schon lange vor dem ersten Tropfen Alkohol da war und sich in Schüben immer wieder gezeigt hat. Nur hatte ich leider viel zu lange mehr Angst vor Psychopharmaka egal welcher Art als vor Alkohol. Wobei z. B. Mit den Antidepressiva nicht die Probleme gelöst sind. Aber die eigene Handlungsfähigkeit wiederhergestellt werden kann, um z. B. Einsamkeit oder Konfliktunfähigkeit konstruktiv anzugehen.

    Nicht mehr und nicht weniger ...

    Hallo Nayouk, Du hast ja wirklich schon eine Menge erreicht durch die Abstinenz, eine ganz schöne Liste...👏

    Aber es wird eben auch nicht alles automatisch besser dadurch, habe ich auch gemerkt. Gerade Probleme/problematische Züge in uns, die wir bisher mit Alkoholnebel verdrängt haben, treten nun umso deutlicher zutage, z. B. der nie zufriedene innere Antreiber. Da hilft nur: Ärmel hochkrempeln und die Baustellen nach und nach angehen, nicht nur die äußeren.

    Finde es aber auch spannend, mich auch im firtgeschrittenen Alter immer weiterentwickeln zu können ...

    Hallo Beebee,

    wichtig ist ja, dass Du nun ernsthaft abstinent werden möchtest, da lässt Du Dich von solchen anfänglichen Hindernissen nicht aufhalten, oder?

    Meine Hausärztin war in Sachen Alkoholsucht auch ein Reinfall (und ein Wechsel scheitert auch hier am Aufnahmestopp), aber dafür habe ich gleich zwei hilfreiche Fachärzte, von denen einer mich ohne zu zögern unterstützt hat (ambulante Entgiftung + Arztbericht für Reha-Antrag über die Suchtberatung).

    Und wenn Du mit der örtlichen Suchtberatung bisher nicht so gute Erfahrungen gemacht hast: Vielleicht kannst Du diesmal einen anderen Ansprechpartner bekommen? Auf jeden Fall kann man Dir Ärzte nennen, die sich auch mit Alkoholsucht auskennen und befassen mögen.

    Mir hat die (Internet)recherche nach den verschiedenen Möglichkeiten von Entzug und Entwöhnung sehr geholfen: Ich habe mich dadurch selbst auf den Weg gemacht, bin für mich aktiv geworden und habe nebenbei schon sehr viel gelernt und meinen Abstinenzwunsch dabei weiter gefestigt, erst recht natürlich auch durch den Austausch hier ...

    Also: Willkommen!

    Hallo Norma, das ist sicherlich noch mal bitter für Dich, auch wenn Du Dich schon zu einer kompletten Trennung entschlossen hattest. Eine Therapie ist bestimmt hilfreich. Melde Dich aber ruhig weiter hier in Sachen Co-Abhängigkeit, denn die ist ja mit dem Partner nicht einfach weg ... Alles Gute, ich hoffe, Di kommst jetzt etwas zur Ruhe.

    Hallo Norma, als Alkoholikern, die auch Co-Anteile bei sich erkannt ( und ihre eigenen psychischen Probleme) hat, habe ich Deinen Faden aufmerksam mitverfolgt.

    Erst einmal: Wie geht es Dir jetzt? Kannst Du evtl. die 2 Wochen bis zu seinem Umzug an den Stausee mit Deinem Sohn bei Freunden oder Familie überbrücken, notfalls in einer Ferienwohnung? Wenn es Dir akut noch so schlechtgeht, zögere bitte nicht, medizinische Hilfe zu suchen.

    Zu Deiner letzten Frage: Was würde Dir eine Bestätigung Deiner Eigendiagnose durch Cos bringen? Du hast vorher mehrfach von Täter-Opfer-Umkehr geschrieben. Das impliziert ja, dass Du diese Rollen in Eurer Beziehung klar definiert (nur von ihm verdreht) siehst.

    Das lese ich auch bei Deiner Frage nach der PTBS heraus. Jetzt hast Du "wegen ihm auch noch PTBS" bekommen? Ist es wirklich so einfach? Denn weiter oben schreibst Du ja auch, dass Du auch unabhängig von Eurer Beziehung seiner Alkoholsucht schon lange große psychische Probleme hast. Und vor allem: Bringt Dich diese Frage gerade weiter?

    Bitte versteh mich nicht falsch, ich möchte Dein Leiden nicht kleinreden, nur helfen, Deinen Fokus auf Deine akute Problembewältigung für Dich und Deinen Sohn zu richten. Du liest Dich sehr reflektiert, deshalb hiffe ich, dass ich so direkt werden durfte. Alles Gute!