Beiträge von Elraine

    Hallo Marle,

    ich weiß, wie schwer dieser Schritt ist. Ich hatte auch wahnsinnige Angst davor und ich wollte auf keinen Fall von daheim weg. Der Entzug ist der erste Schritt und glaube mir, es ist nicht annähernd so schlimm, wie man es sich vorstellt. Ich habe dort sehr gute Erfahrungen gemacht. Es wurde sehr einfühlsam mit mir umgegangen und ich hatte jederzeit einen Ansprechpartner.

    Welche Menge an Alkohol konsumierst Du denn für gewöhnlich? An einem normalen Tag.

    Ich glaube es ist für Dich auch wichtig, eine "Lösung" nach der Zeit im Entzug zu haben. Du schreibst, Du bist alleine. Es gibt die Möglichkeit gleich im Anschluss eine stationäre Therapie zu machen. So kommst Du erst gar nicht in Versuchung allein zu Hause wieder den alten Weg einzuschlagen. Nur ein Tipp.

    Ich hoffe sehr für Dich, dass Du dich entscheiden kannst, den Weg in den Entzug zu gehen. Wenn Du weitere Fragen hast, frag gerne nach.

    Die Daumen sind gedrückt, man ist oftmals stärker als man denkt!
    Elraine

    Hallo Rina,

    ja, das hast Du sehr schön in Worte fassen können. Es ist manchmal gar nicht so einfach, mit der Vielzahl an Emotionen umzugehen. Zumal ich da ja vorher, zumindest für eine Zeit, eine andere Lösungsstrategie hatte. Manchmal ist man auch so furchtbar traurig und ich weiß gar nicht, was der Grund dafür ist. Und manchmal, wie Du sagst, auch einfach sehr leer.

    Langweilig und öde, naja. Das ist nicht so oft der Fall zum Glück, weil ich sehr viel mehr wahrnehmen kann. Im Gegensatz zu vorher. Das Murmelglas wird aber täglich voller und wie Du sagst, auch diese Phasen gehen hoffentlich vorbei. Puh, Silvester, das ist noch eine Weile hin. Erst mal Weihnachten überstehen, davor graut mir ein wenig. Ziemlich sogar.

    Liebe Grüße,
    Elraine

    Guten Morgen Elraine,

    schön wieder von Dir zu lesen!

    Ich finde Dich sehr mutig und lösungsorientiert. Nicht jeder Weg muss ja gerade von A nach B führen, vielleicht hast Du noch mal einen Extraschleife benötigt. Hauptsache Du bist wieder in der Spur. Geißel Dich nicht, sondern sei stolz auf jede neue Murmel.

    Fetter Drücker

    Rina

    Hallo Rina,

    danke für Deine liebe Nachricht. Ich gebe mir Mühe und habe das Gefühl, dass sich in den letzten drei Wochen einiges verändert hat. Anders als vorher. Ja, ich bin stolz auf die Murmeln und es ist so, dass ich wohl wirklich momentan von Tag zu Tag leben sollte und mir nicht selber so viel Druck machen sollte. Ich habe auch in der Gruppe gestern einen enormen Schritt getan und mal von mir erzählt (ein wenig gezwungener Maßen). Im Nachhinein bin ich ganz froh, dass ich das nicht abgebrochen habe. Es gibt zwar noch viele Baustellen, aber ich habe mir schließlich auch fast 34 Jahre nicht zugestanden, an diesen zu arbeiten.

    Gerade fühle ich mich wirklich auch relativ stabil. Auch wenn ich mich manchmal sehr leer fühle, aber das gehört phasenweise wohl auch dazu. Es muss vieles neu gelernt werden... Aber ich bin weiterhin natürlich auch wachsam, weil ich gelernt habe, wie schnell es mit der vermeintlichen Stabilität vorbei sein kann.

    Ich drücke zurück und hoffe es geht dir gut,
    Elraine

    Übrigens finde ich deine Reise so ganz alleine sehr beeindruckend, noch viel mehr, dass du dabei nüchtern geblieben bist.

    Hallo Stern,

    danke auch Dir für Deine lieben Worte. Ja, alles andere wäre nicht zielführend gewesen, sonst wäre ich aus diesem Loch gar nicht mehr rausgekommen.

    Ich denke auch, dass es sinnvoll ist, weiter in der Reha zu bleiben. Ich war vor allem den Gruppen etwas abgeneigt, bzw. kritisch gegenüber eingestellt. Weiß aber, dass das größtenteils an mir liegt. Da ich mich dort sehr schwer öffnen kann und will.

    Ja, die Reise war auch für mich beeindruckend. Da ich, wie gesagt nicht gerne alleine bin. Aber ich habe viel lernen dürfen, auch wenn es sehr schwierige und brenzlige Momente gab. So habe ich z.B. meinen Rückflug nicht erwischt (aufgrund Wechsel des Gates und keiner Chance in dieser kurzen Zeit an das neue Gate zu kommen) und durfte die Nacht (allein) am Flughafen verbringen. Und sicherlich war es auch ein Grund, dass ich viel zu große Angst vor einem Kontrollverlust im Ausland ganz allein gehabt hätte.

    Die Situationen, in denen ich "eingeladen" wurde zu trinken, habe ich erstaunlich gut gemeistert. So war ich beispielsweiße mit einem älteren Ehepaar beim Abendessen. Wie selbstverständlich wurde gesagt, eine Flasche Wein zu dritt schaffen wir locker. Mir wurde zwar etwas mulmig aber ich sagte, für meine Verhältnisse ziemlich locker, einfach: Danke, ich trinke keinen Alkohol. Sie fragten mich warum, ich sagte "weil ich damit nicht umgehen kann. Darum lasse ich es lieber ganz". Das erstaunte mich dann selbst etwas.

    Ich bin wild entschlossen und irgendwas fühlt sich dieses Mal anders an als die zwei vorherigen Male. Ich bin trotzdem sehr vorsichtig mit den Prognosen geworden. Die Zeit wird es zeigen. Wie gesagt, ich hoffe sehr und gebe mein bestes, mein Murmelglas zu füllen und nicht mehr leeren zu müssen.

    Liebe Grüße,
    Elraine

    Hallo Hartmut,

    danke für die Worte. Ich glaube, dass ging einfach zu schnell und ich bin gar nicht auf den Gedanken gekommen, hier zu schreiben. Um ehrlich zu sein. Aber es ist ein sehr hilfreicher Denkanstoß, danke dafür.

    Freiwillig tue ich das auch, um meiner Selbstwillen. Daher ja auch die Aussage, so kann ich nicht weitermachen. Und will ich nicht. Aber es ist sicherlich eine Hilfe, weil die Konsequenzen sind, dass ich sicher mindestens zehn Wochen hier weg komme, was ich auf gar keinen Fall möchte.

    Ja, ich habe mir ein Herz genommen und bin auch bereit dafür, unverblümt zu antworten und zu schreiben :) Alles andere wäre schlichtweg Zeitverschwendung und Selbstbetrug, in meinen Augen jedenfalls.

    Liebe Grüße,
    Elraine

    Hallo zusammen,

    ja, ich war eine ganze Weile weg. Leider hatte ich nochmal einen Rückfall, in der Hoffnung das es der letzte war. Ich bin in der letzten Zeit ein gutes Stück weiter gekommen. Wie sehr das fruchtet, bleibt abzuwarten. Ich muss wohl momentan von Tag zu Tag leben.

    Seit 16 Tagen trinke ich nun nichts mehr.

    Zu meinem Rückfall: Es sind einige Aspekte zusammen gekommen, in meinem familiären Umfeld, welche dann irgendwann das Fass zum überlaufen gebracht haben. Daraufhin habe ich wieder getrunken, nicht so viel wie die letzten zwei Male. Ich habe mir auch rechtzeitig Hilfe gesucht, bei meiner Mama und meinem Partner. Weil meine Emotionen mittlerweile, wenn angetrunken, noch wesentlich stärker sind, wollte ich unbedingt von hier weg. Ich habe mich geschämt, hatte einen großen Selbsthass auf mich. Alles Gefühle, die sicherlich viele von Euch kennen. Als ich dann wieder nüchtern war, habe ich folgenden Entschluss gefasst. Nicht das erste Mal. So kann es nicht weiter gehen, ich kann so nicht mehr und auch mein Umfeld soll das so nicht mehr mitmachen müssen.

    Also habe ich mich entschlossen, das erste Mal in meinem Leben zehn Tage ganz alleine zu vereisen. Ich bin eigentlich jemand, der extrem ungern alleine ist und sich noch viel weniger gerne mit sich selbst auseinander setzt. Ich beschäftige mich lieber mit allen anderen und gucke, dass es den Menschen um mich herum gut geht.
    Gesagt getan, Reisebüro (habe ich auch noch nie gemacht) und zehn Tage Spanien gebucht. Ich habe für diese Zeit noch eine Buchempfehlung von meiner Therapeutin erhalten, weiß aber nicht ob man das hier veröffentlichen darf. Für meine Familie aber auch für mich war es sicherlich nicht leicht, diese Sache durchzuziehen. Bei meiner Familie spielte logischerweise sehr viel Angst um mich mit. Keine Kontrolle mehr über mich haben, ich könnte mich da ja jeden Tag endlos weg kippen. Komme ich überhaupt wieder heil nach Hause? Trotzdem haben sie mir diese Freiheit gelassen. Ich habe mich dazu entschlossen und eine menge Aufgaben für mich im Gepäck gehabt.
    Zudem musste ich mir ja überlegen, wie es mit meiner Reha weiter geht, wie sinnvoll das für mich ist etc. pp.

    Ich könnte jetzt noch Seitenweise schreiben, über die Reise. Aber ich fasse mich kurz, ich habe nicht getrunken in den zehn Tagen, trotz teilweise wirklich schwierigen Situationen. Ich bin auch immer wieder in der Situation gewesen, wo ich hätte können oder sollen. Es hat mir sehr viel in meiner persönlichen Findung gebracht. Viele Erkenntnisse, welche ich davor noch nicht hatte.

    Anfangs war ich fest entschlossen, die Reha in diesem Umfang nicht weiterzuführen, weil zu viel für mich dagegen Sprach. Sondern mit einer Einzeltherapie weiter zu machen. Nach einem Gespräch mit meiner Therapeutin in der Reha gemeinsam mit meinem Partner, habe ich meine Meinung aber geändert. Ich werde diesen Weg weiter gehen, auch wenn momentan noch nicht alles stimmig für mich scheint. Auch habe ich gemeinsam mit meiner Therapeutin und meinem Partner eine "Vereinbarung" verfasst, was bei einem erneuten Rückfall für Konsequenzen entstehen. Das dient nicht dazu, mich unter Druck zu setzen. Aber es kann nicht immer so weiter gehen, ohne das mein Handeln Konsequenzen hat. Ich glaube das ist nicht nur ein guter Schritt für mich, sondern auch eine große Erleichterung und Hilfe für meinen Partner. Die Vereinbarung habe ich selbst formuliert und aufgeschrieben.

    So, erstmal soviel dazu. Nun hoffe ich, dass sich mein Murmelglas jeden Tag weiter füllt und ich es nicht mehr leeren muss.

    Fragt gerne, wenn es Fragen gibt.

    Liebe Grüße, Elraine

    Hallo Kira,

    zuerst einmal mein Herzliches Beileid für Deine Verluste. Das war sicherlich schwer. Ich finde es aber gut, dass Du dir deiner Selbst so bewusst warst, dass Du dir eine entsprechende WG gesucht hast. Kommt Du mit einen Mitmenschen dort gut zurecht?

    Wenn Du deine Rückfälle hast, trinkst Du dann ein Glas oder schießt Du dich ab? Ich wünsch Dir ganz gutes Durchhalten...

    Bis bald, Elraine

    Hallo Elraine,

    das hört sich aber auch heftig an. Darf ich Fragen ob du noch Kontakt hast? Als Tochter ist es auch schlimm bei mir ist es ja auch mein Vater aber wenn man einen Partner hat der trinkt ist es noch eine Stufe schlimmer. Obwohl ich es nie schaffen würde den Kontakt abzubrechen. Mein Vater ist momentan seit sechs Monaten Trocken und ein ganz anderer Mensch. Echt krass

    Hey Ruhrpott, ich hoffe es ist okay, wenn ich in deinem Thema hier antworte.

    Hallo Luna :)

    Nein, dank meinem Partner habe ich seit ca. 2,5 Jahren keinen Kontakt mehr. Ich selbst hätte es nämlich nicht geschafft, diesen zu unterbinden. Das freut mich für deinen Vater und vor allem für Dich und ich hoffe er kann es durchhalten. Ich habe die Hoffnung bei meinem Erzeuger aufgegeben.... Und ich denke, so hart es klingt, bei ihm ist es nur noch eine Frage der Zeit... So viele Jahre schon und so viel, da kann er nicht sehr alt werden.

    Liebe Grüße,
    Elraine

    Guten Morgen Luna,

    ja, ich sehe das ganz ähnlich. Ich hoffe auch, vor allem für Ruhrpott, dass die Reha bald angetreten werden kann und ihm dort weitergeholfen wird und er zur Einsicht kommt. Ich kann mir vorstellen, dass nach 15 Jahren trocken sein die "Schamspirale" noch größer ist, als sie ohnehin schon meistens ist.

    Bei meinem Erzeuger ist das ähnlich. Ich habe es nie geschafft, ihn davon weg zu bekommen. Und er trinkt bis heute weiter (Tagesdosis ca. ein Kasten Bier und eine Falsche klarer Schnaps, da ist er dann auf Pegel).


    Liebe Grüße,
    Elraine

    Es ist so einfach.

    Und es reicht völlig aus zu sagen: Danke, für mich nicht.

    Ich war, bevor ich mich in kürzester Zeit in die Sucht gesoffen hatte, jahrelang aus Überzeugung und weil ich am Alkohol so gar nix gutes finden konnte, Antialkoholiker. Es hat niemanden interessiert. Diese Erfahrung mache ich auch heute noch, wo es nicht mehr um ‚nicht wollen’ geht, sondern um ‚nicht können‘ ….Es ist für andere überhaupt nicht wichtig, was ich trinke.

    Naja, ich kann mir vorstellen, auch aus eigener Erfahrung, so einfach ist es eben für viele doch nicht. Gerade hier interessiert das viele und es gehört quasi zum "guten Ton", dass man mittrinkt. "ach, ein Bier das kann nicht schaden" oder "bist du krank?" sind da an der Tagesordnung. Aber die Leute gewöhnen sich dran. Ich höre sowas nicht bzw. kaum, aber gerade bei den Männern der Schöpfung höre ich, vor allem in der Reha, immer wieder, wie schwierig das für viele ist.

    Hallo Lütte,

    das kam vielleicht ein wenig hart rüber und nein, ich bin keineswegs der Meinung, man soll ich bis hin zur Selbstaufgabe hin aufopfern. Daher habe ich ja auch an Ruhrpott geschrieben, dass sie ganz offen sagen soll, was in ihr vor geht und das er sie verlieren wird, wenn er nicht bereit ist, etwas zu ändern. Und wie Du vielleicht auch gelesen hast, habe ich diese Erfahrung schon selbst hinter mir. Ich habe kaum Erinnerungen an meinen Erzeuger, in nüchternem Zustand. Und ich habe sehr sehr viele Jahre versucht, ihn von der Trinkerrei weg zu bekommen. Erfolglos.

    Es kam mir einfach so vor beim lesen und war meine Wahrnehmung. Mein Partner (wie vermutlich jeder, nur nicht in der gleichen Art) hat mit Sicherheit auch Anzeichen einer Co-Abhängigkeit gezeigt und ich habe eine ganze Weile gebraucht, um mir mein Problem einzugestehen und etwas zu ändern. Und er war nicht immer nur der, der mir "Komfort beim Trinken" ermöglicht hat. Dennoch hat er mich nicht aufgegeben, auch in den sehr krassen und schwierigen Phasen. Wie lange man das aber kann und vor allem will, das ist jedem selbst überlassen. Und es bedarf immer ein sehr genaues Hineinfühlen in sich selbst, um seine Grenzen abstecken zu können.

    Liebe Grüße,
    Elraine

    Hallo Rina,

    das klingt aber wirklich gut bei Dir, auch wenn ich mir Dein Fazit angucke. Ja, ich glaube, dass ist anfangs eine der schwierigsten Aufgaben, sich da zu positionieren. Aber ich finde, mit der Zeit wird es besser. Ich lebe ziemlich ländlich und gerade da ist es so, dass du schon schräg angeredet wirst, wenn du sagst, danke für mich heute kein Bier. Zu Beginn findet man (also zumindest ich) dann noch "plausible Ausreden" wie: "Ich nehme gerade Tabletten, Fastenzeit, ich faste halt was Alkohol betrifft..." bla bla bla. Dabei sollte es doch einfach ausreichen, wenn man sagt, nein Danke! Für mich nicht. Aber das kommt mit der Zeit.

    Ich hoffe, dass Dein Weg weiterhin so positiv verläuft und freu ich wirklich für Dich.

    Liebe Grüße,
    Elraine

    Hallo Ruhrpott,

    schön von Dir zu lesen. Ich kenne die Situation, wenn ein Elternteil sich "benachteiligt" fühlt, wobei es bei uns so war, das ich zeitweiße ein sehr enges Verhältnis zu meinem Papa hatte und die Mama sich manchmal wie das dritte Rad am Wagen gefühlt hat. Ein Stück weit ist das aber auch, gerade in diesem Alter, wohl auch normal und entwicklungstechnisch so bedingt. Hat Euer Sohn denn auch mit seinem Papa über die Situation deines Mannes geredet? Wie reagiert dein Mann dann auf Deinen Sohn?

    Das mit dem Leugnen kommt auch mir bekannt vor, ich war in meiner schlimmen Phase ähnlich. Obwohl ich schon ordentlich getrunken habe, bin ich vor meinem Partner oder meiner Mama gesessen und habe steif und fest behauptet, nichts getrunken zu haben. Das habe ich aber nicht aus bösem Willen getan, sondern weil die Scham in dem Moment schon so groß war, das ich es einfach nicht geschafft habe.

    Vielleicht ist die Reha eine Chance für ihn, ich mache ebenfalls die ambulante Variante, war niemals (außer im Rahmen der ambulanten Therapie) bei einer Entgiftung. Diese passiert aber normalerweise in der Reha ohnehin. Man wird ihm dort schon auf die Schliche kommen, wenn er weiter trinkt. Und vielleicht öffnet es ihm dort die Augen, diese Chance besteht. Vor allem auch durch den Austausch mit anderen, betroffenen Menschen. Mir hat das sehr geholfen und auch viel Druck genommen.

    Ich bin manchmal etwas betrübt, wenn ich hier lese. Es wird sehr schnell geraten, eine Partnerschaft zu beenden. Das finde ich schade. Mir ist sehr wohl bewusst, das es den Punkt gibt, an dem man aufgeben muss und nichts mehr ausrichten kann. Diese Erfahrung habe ich leider bei meinem Erzeuger machen müssen. Aber es gibt eben auch die andere Seite. Ich bin unendlich dankbar für meinen Partner, welcher an meiner Seite steht. Seit Anfang an. Das Leben besteht nicht nur aus Hochs und so gut wie jeder Mensch trägt seinen Rucksack mit sich. Eine wirklich tiefe Partnerschaft, in der man viel mit einander erlebt, wie Du es auch beschreibst, gibt man vielleicht nicht so schnell auf. Und er war es auch, der mir die Augen wirklich geöffnet hat, als er sagte: Ich weiß nicht, wie lange ich das noch schaffe. Das war ein Wendepunkt bei mir.

    Du musst Dich keinesfalls schuldig fühlen, es ist immer die eigene Entscheidung. Du sagst aber, er hat Angst, auf Dich zuzugehen, weil Du damals gesagt hast, Du kannst Dir keine Beziehung mit einem suchtkranken Menschen vorstellen. Vielleicht sagst Du ihm, dass er dieser Mensch ja nicht sein oder bleiben muss. Und seine Angst, Dich und Eure Ehe zu verlieren (was wohl hinter dieser Aussage steckt) eher dann berechtigt ist, wenn er nichts ändert. Und er hat es ja schon einmal geschafft. Vielleicht erinnert ihr euch gemeinsam an die guten Zeiten, das aufgebaute Vertrauen. Sag ihm ganz offen, was in dir vor geht und dass du aber den Weg mit ihm gehen würdest (wenn Du das denn kannst und willst).

    Wie ist denn die Situation aktuell bei Euch zuhause?
    So viel zu meinen Gedanken dazu.

    Ich wünsche Dir weiterhin Kraft und freue mich, wieder von Dir zu lesen.

    Elraine

    Ach, es eskaliert hier ja ständig und ich habe manchmal das Gefühl das ich ihm überhaupt nicht wichtig bin und dann wiederum sagt er wieder das er es das alles nur wegen mir und den Kindern tut. Ich habe ihm ja auch schon gesagt das ich gehen werde, darauf meinte er das ich das nicht brauche. Er kann auch gehen .... Tut er ja aber nicht. Er hat heute morgen auch wieder in der Klinik angerufen um zu erfragen ob ein Platz frei ist. Aktuell bin ich einfach nur noch genervt und total überreizt wenn er nur ein Schluck Alkohol trinkt. Ich könne dann schon komplett ausflippen, was es natürlich nur noch schlimmer macht. Er war ja bei der Ärztin und sie hat gesagt daß er jetzt auf keinen Fall abrupt aufhören soll zu trinken. Ich habe das Gefühl seitdem ist es schlimmer geworden.

    Das klingt nach einer sehr belastenden Situation. Ich weiß leider nicht, wie lange die Wartezeiten jeweils sind. Hier bei mir in der Nähe gibt es aber Angebote, wo man relativ schnell die Entgiftung vornehmen kann und dann auch zeitnah mit einer Therapie anfangen kann. Das geht innerhalb von drei Tagen. Ich weiß nicht, ob es sowas bei Euch auch gibt?

    Was tut er nur wegen Dir und der Kinder? Trinken? Den Schuh musst Du dir wohl kaum anziehen.

    Hallo Hilde,

    das mit dem Termin ist schon mal super. Du sagst, Du hast deinem Mann bereits gesagt, dass es so für Dich nicht weiter gehen kann. Wie reagiert er denn darauf? Für mich war es das letzte, definitive Augen öffnen, als mein Partner mir sagte, ich weiß nicht, wie lange ich das noch schaffe.

    Ich wünsche Dir viel Kraft,
    Elraine