Konsequenzen im Sinne von Trennung, weil ich den Menschen, den ich vor mir hab, wenn er getrunken hat, überhaupt nicht mag. Meinst du gesundheitlicher Art? Er hat neulich Blutwerte bestimmen lassen - alles bestens! Er hat allerdings in den letzten Jahren 20 kg zugenommen. Wenn er trinkt, isst er nicht; dafür aber exzessiv, wenn er nicht trinkt. Ich denke, die Wurzel allen Übels liegt in dem völlig ungebremsten ADHS mit dem er lebt…eine erhöhte Anfälligkeit für Abhängigkeiten von jeglichen Substanzen kann auch daher kommen.
Konsequenz in dem Sinne, was Du tust, wenn er nicht einlenkt bzw. einsieht, dass es so nicht weitergehen kann. Die Leberwerte neutralisieren sich (so habe ich die Erfahrung gemacht) sehr sehr schnell. Ich hatte nie bei einem Blutbild schlechter Werte. Das Thema ADHS steht bei mir ebenfalls im Raum, ist aber (noch) nicht diagnostiziert. Die Frage ist, so sehe ich es für mich, was die Diagnose damit zu tun hätte. Man kann zwar vielleicht einige Verhaltensweisen besser einordnen, den Schritt in die Abstinenz muss man aber trotzdem für sich machen.
Wenn ich ihm meine Gefühlslage dazu mitteile, reagiert er je nachdem reuig und gesteht ein Problem ein (was ihn nicht vom weiter trinken abhält) oder weißt mich darauf hin, dass er doch aber jetz immerhin 7 Tage (die längste Trinkpause seit langem) nix getrunken hätte & ich Spielverderber ihm jetz nicht den Drink zu Anlass xyz gönne. Es bleibt natürlich bei dem einen - und holt sich beim nächstbesten Späti ein neues Bier. Oder es artet in Streit aus, bei drm er mir dann auch plötzlich mal etwas „ankreidet“, wie ich zu ihm bin.
Ja, das sind wohl alles typische Merkmale einer Abhängigkeit. Vor allem dann, wenn die Person noch nicht eingesehen hat, dass ein Problem besteht. Das ist zwar nicht auf alle gleich zutreffend, aber ein häufiges Muster. Wie solltest Du denn seiner Meinung zu ihm sein? Alles tolerieren?
Wenn ich ihn bitte wenigstens dannnivvtvzu trinken, wenn er unsere Tochter hat, bestätigt er mir ganz selbstverständlich, dass er das natürlich sein lässt…um es dann doch zu tun. Es passiert doch auch nix! Er passt doch schließlich auf!
Das wäre wohl für mich, auch wenn ich die andere Seite darstelle, das größte Warnsignal für mich. Ich hätte eine unglaubliche Angst davor, wenn etwas passiert und ich wissentlich nichts dagegen unternommen habe. Das schießt mir spontan durch den Kopf. Des weiteren bin ich selbst Kind eines starken Alkoholikers (bis heute) und weiß, was für sensible Antennen man als Kind hat. Das schlimme ist, dass man es als Kind noch nicht einordnen kann.
Auf mein Misstrauen reagiert er oft gespielt verzweifelt, was er denn (noch) tun müsse, damit ich ihm glaube, dass es besser wird…
wenn’s nicht so traurig wär, könnte man es für ne Komödie halten!!!
Für eine Komödie halte ich es keinesfalls. Vielleicht solltest Du ihm klar aufzeigen, was passieren muss, damit Du ihm glaubst. Ich wünsche Dir ganz viel Kraft und Stärke, um das durchzustehen.
Elraine