Beiträge von Foaly88

    Hallo an alle,

    ich wollte mich mal wieder melden. Lebe noch und kämpfe noch. War aber durch eine erkältung ziemlich ausgeknockt. Mein Verlangen ist immer noch ab und zu da; nicht mehr so schlimm wie noch im Januar aber es kommt immer mal wieder. Ich hinterfrage meinen Weg; ich mache sicher einiges falsch - bekomme aber irgendwie keinen Packan.

    Wie läuft es mit deinem Projekt "Nickerchen"? Konntest du die in deinen Tagesablauf einbauen?

    Nickerchen klappt immer öfter :)

    Schönen Gruss vom Suchthirn ;

    ja, das könnte schon sein. Ausserdem nervt mich zur Zeit mein Alter, bzw das Älter werden.


    Ich hatte die letzten Tage beruflich sehr sehr viel zu tun und einige wichtige Termine. Die sind gut gelaufen aber ich war total erschöpft.
    Frühet hätte ich mir sofort was zu trinken aufgemacht. Um dem gleich vorzugreifen hab ich mir noch aus dem Auto raus zu Hause eine dicke Pizza bestellt.
    Heute war ich immer noch so durch, dass ausser essen und schlafen nicht viel mit mir los war. Stress ist wirklich der trigger für mich. Am Stressabbau muss ich arbeiten.
    Meine Katze hat sich grad zu mir gelegt und schnurrt mit ins Ohr. Als hätte sie gelesen was ich eben über Stress geschrieben hab. Die Süße…..

    Hallo Perdita,

    Wünsche Dir auch ein tolles Wochenende. Ich lese sehr gern bei Dir im Faden weil du oft so optimistisch schreibst und ich aus deinen Lebensbetrachtungen viel für mich mitnehmen kann. Und ich bin definitiv auch der „Kaffee-Frühstücker“ 🤭

    Neuer Tag, neues Glück. Es scheint sich bei mir ein bisschen zu stabilisieren (*auf Holz klopf*). Dass es endlich länger hell ist hilft auch .

    Gibt es etwas, womit du dich nach getaner Arbeit belohnen kannst? Das kann auch zur Routine werden.

    Ich bin noch auf der Suche nach dem ultimativen Ding. Im Moment versuche ich nach der Arbeit ein bisschen zu ruhen, also 20min Nickerchen oder so. Da hab ich aber ein schlechtes Gewissen, da abends ja meine Familie auf mich wartet und ich dann kochen, Vokabel abhören, Wäsche machen soll. Aber vielleicht profitieren ja am Ende alle von den 20-30 min extra, da ich dann wirklich viel besser drauf bin. Ansonsten kochen wir abends immer zusammen und danach mach ich mir jetzt immer einen koffeinfreien Kaffee auf den ich mich mittlerweile schon richtig freue (ohje, wie langweilig kann ein Leben sein ;) )

    Gestern habe ich einem Gespräch zwischen meinem Mann und meinem Kind zugehört, es ging dabei um Fastenzeit und was man machen könnte. Mein Kind meinte dabei, dass Alkohol "bei Euch ja wegfällt", da wir uns ja eh nix aus Alkohol machen. Das hat mir echt einen Stich versetzt. Aus 1000enden von Gründen. Erst mal war ich erleichtert, dass unsere Kinder mich so sehen. Die sind jetzt im (Pre)-Teen Alter und tatsächlich hab ich vor meiner abstinenten Zeit (ab 2023) immer erst getrunken, als sie im Bett waren. Letztes Jahr haben sie mich wohl mal mit einem Getränk gesehen, aber das kam tatsächlich ehr selten vor. Mein Gedanke war also "Oh Gott Foaly, da hast du grad nochmal rechtzeitig die Kurve gekriegt".

    Dann hatte ich aber auch gleich Angst, dass ich diese Aussage als Beschwichtigung nehmen könnte. Das mein Unterbewusstsein mir dann einredet, dass es ja alles nicht so schlimm sei und ich auch nicht süchtig sei. Das ist natürlich kompletter Blödsinn, aber trotzdem.....

    Das sind so meine Gedanken zur Zeit. Ich hoffe, dass es stimmungsmäßig bei mir bergauf geht.

    Die Lage ist unverändert. Die Stimme in meinem Kopf wird leiser, allerdings bemerke ich immer wieder einen Zusammenhang mit Stress. Kein Wunder, meinem Gehirn wurde jahrelang (jahrzehntelang?) antrainiert, dass immer Wein draufgekippt wird wenn es stressig ist. Ich hab mir jahrelang eingeredet, dass ich das verdiene; weil ich ja soviel leiste. naja....

    Aber jetzt ist es wichtig, um deiner Trockenarbeit die notwendige Aufmerksamkeit einzuräumen.
    Denk mal drüber nach, was es neben der Arbeit sein könnte.

    Das versuche ich im Alltag. Ich probiere vor allem wieder verstärkt auf Routinen zu setzen. Früher hab ich darüber gelächelt, diese Leute die jeden Tag zur selben Zeit dasselbe essen etc. Hab mittlerweile gelernt was für einen großen Nutzen man raus ziehen kann. In meinem Kopf sind immer ca. 1000 tabs gleichzeitig offen, die Rädchen stehen niemals still, früher "half" das Alkohol, also muss ich mir jetzt eine andere Strategie überlegen.

    Schön, dass du den Ausgang aus der Suchtspirale noch einmal gefunden hast, Foaly88 .
    Und danke, dass du hier so offen über deinen Rückfall geschrieben hast. Ganz großen Respekt

    Vielen Dank Stern! Vielleicht liest es ja jemand, der aus der Geschichte was ziehen kann. Ich bin froh, dass ich hier wieder weiter schreiben darf!

    Hallo Tiffy,

    Gut, dass du den ersten Schritt gemacht hast. Es lohnt sich wirklich. Ich war glaub in einer ähnlichen Situation wie du. Es ist einfach so, dass der Druck von dem man davonlaufen will durch den Alkohol immer noch schlimmer wird.

    Ich wünsche Dir ein schönes ruhiges Wochenende.

    Die letzten Tage waren recht unspektakulär. Es geht mir langsam besser. Die Stimme in meinem Kopf nölt zwar noch rum aber leiser.
    ich merke einfach, dass jeglicher Stress ein Trigger ist. Ich bin jetzt dazu übergegangen ein Schläfchen zu versuchen wenn ich unruhig werde, meist klappt das sogar.

    Über reduzieren etc. habe ich schon oft nachgedacht , also vor allem Arbeit reduzieren. Ist aber alles nicht so einfach. Ich bin der Hauptverdiener und muss auch am meine Familie denken. Zudem arbeite ich auch echt gern und ich hätte Angst erst recht in ein tiefes Loch zu fallen wenn ich etwas weniger interessantes machen müsste.
    Wir werden sehen wie es sich entwickelt. Ich bin jetzt erst mal froh, dass ich wieder in halbwegs ruhiges Fahrwasser gekommen bin :)

    Was ein schöner Morgen! Bei uns scheint heute die Sonne, gestern auch schon. Das ist so ein Boost für die gute Laune!

    Ja der Winter zerrt an der Stimmung. Die Stimmung schwankte bei mir am Anfang von schlecht zu gut zu schlecht zu gut. Habe mir immer gesagt nach dem Regen kommt die Sonne. Am nächsten Tag war alles wieder gut. Hab mich schon auf den nächsten Regen eingestellt, danach kam wieder die gute Stimmung

    Du hast so recht Abstinenzler! Ich habe jedes Jahr im Januar große Probleme mit meiner Stimmung. Ich weiß es doch, und ich weiß auch, dass das recht schnell wieder verschwindet. Aber trotzdem lasse ich mich immer wieder von solchen schweren Tagen überrollen.

    Ich lebe immer noch Tag für Tag. Ich schreibe jetzt auf, wann ich die Suchtstimme am lautetsten höre. Es ist am schlimmsten, wenn ich unter Druck und Stress stehe. Wenn ich mir mal wieder zu viele Sorgen mache und das Gedankenkarussel nicht stoppen kann. In meinem abstinenten 1,5 Jahr hatte ich das natürlich auch, kann mich aber tatsächlich nicht mehr richtig erinnern was ich da gemacht hab. Klar, Sport, Gespräche, Ablenkung.... aber warum ich da keine Suchtstimme im Kopf hatte kann ich nicht mehr nachvollziehen.

    Hab vor einigen Tagen eine Geschichte über eine Frau gelesen, die wohl tagsüber super erfolgreich ist aber sich abends auf die Couch wirft und anfängt zu trinken. Das ist für ihre Familie natürlich furchtbar ist und die regen sich zurecht auf/machen sich Sorgen. Ich musste aber immer über diese Frau nachdenken. 2 Gedanken hatte ich: Du bist diese Frau! Und auch: die Frau tut mir so leid! Am liebsten wäre ich durchs Internet zu ihr gelaufen und hätte sie umarmt und gesagt: Ich weiß wie es ist!

    Man bildet sich ein man muss ganz toll funktionieren, alles richtig machen etc. etc. und der Druck wird irgendwie immer größer! Ich will jetzt nicht in Selbstmitleid abdriften, aber ich versuche grade für mich rauszufinden, wie ich aus diesem Hamsterrad rauskommen kann.

    Heute war wieder etwas schwieriger. Ich wurde ab nachmittags ganz nervös. Ich hab dann an einen Satz gedacht, den ich gestern hier gelesen hab: man kann sich die Zeitabschnitte so klein machen wie man sie braucht. Nicht das ganze Leben, sondern vielleicht nur ein Tag oder auch 15 Minuten. So hab ich mir dann immer wieder 15 Minuten vorgenommen. Und heut abend hab ich mir was leckeres kochen lassen während ich ein Schläfchen gemacht hab. Ich erzähl das deswegen, weil es mir danach so viel besser ging. War dann wohl die HALT Regel in Aktion :)

    Guten Abend,

    heute geht es mir wieder besser. Kein Druck bisher, der wenn dann meist gegen 16:00 anfängt. Ich war heute viel draussen und habe eben noch kurz eine liebe Freundin getroffen. Keine Ahnung was es gestern war. Mir geht es latent schlecht zur Zeit, kann aber tatsächlich am Januar-Blues liegen, der ab heute zum Glück vorbei ist.

    Kinder können herrlich ablenken . Sei froh sie um dich zuhaben .

    Ja, das stimmt. Ich war gestern so dankbar. Auch dankbar, dass ich mich wohl soweit im Griff hatte und meine Kinder nicht mitbekommen haben wie schlecht es mir geht (bis auf: Mama ist mal wieder schlecht drauf heute - aber mehr so mit Augenzwinkern, nicht dass es jemanden groß interessiert hätte :rolleyes:)

    Na wie geht’s dir denn heute?

    Ich bin später unterwegs, werde aber trotzdem immer mal wieder ins Forum schauen. Wenn es wieder wackelig wird, dann meld dich unbedingt hier und sag was Sache ist. Es gibt ja auch den SOS Thread. Heute sind bestimmt genug User da, dich dich unterstützen.

    Vielen Dank fürs Kümmern! Wie gesagt ist es heute viel besser. Kein SOS heute - trinke auch den ganzen Tag schon alles mögliche und Esse auch was mir in den Sinn kommt. Will ja eigentlich wieder mehr auf meine Ernährung achten, aber das stelle ich jetzt hinten an.

    Bin sehr froh gestern hier geschrieben zu haben, das hat sehr geholfen. Vielen Dank euch allen!

    Hallo - jetzt melde ich mich nochmal. Es geht etwas besser. Hoffentlich kann ich jetzt schlafen.

    Eins meiner Kinder ist gekommen und hat mir irgendwelche Katzenvideos gezeigt, irgendwie hat mich das dann abgelenkt. Es war schön mit ihm auf der Couch rumzuhängen. Morgen ist hoffentlich ein besserer Tag. Danke für Eure Unterstützung!

    Danke Kadett und Kazik!

    Gewicht auf der Brust meinte ich ehr emotional. Als wäre ein ganzer Berg auf mir. Alkohol ist zum Glück keiner im Haus.
    Vielleicht wirklich nur Winterblues?
    Ich hatte tatsächlich schon einige depressive Phasen. Ob da wieder was kommt?

    Hab versucht mich mit allem möglichen abzulenken - Haushalt, Handarbeit. Klappt leider nicht. Bin mit meinen Kindern allein und kann mich bei denen ja auch nicht gehn lassen in meinen Launen

    Mir geht es heute sehr schlecht. Den ganzen Tag schon. Es ist als würde ein riesen Gewicht auf meiner Brust sitzen. Und mein Saufhirn ruft mir seit Nachmittag zu „ein Glas, und es geht Dir sofort besser“

    Ich esse schon den ganzen Tag, hab versucht Sport zu machen aber ich bin zu traurig dazu - hört sich blöd an aber ich musste auf dem Crosstrainer anfangen zu heulen. Was ist das nur?

    Ab dem Zeitpunkt, als ich nicht mehr trinken musste, ging es aufwärts. Es ist doch gut, dass es dir nicht schwer fällt.

    Lieber Nayouk, ich denke zur Zeit sehr viel über "dürfen" vs "Müssen" nach. Ich bin noch absolut in dem "nicht dürfen", das muss ich leider zugeben. Und da liegt irgendwie der Hund begraben, es fühlt sich an wie bei einer Diät wo man 30 Tage auf Pizza und Schocki verzichtet. Mein Kopf ist noch nicht richtig angekommen in der Realität. Der hadert noch damit, dass er nicht darf. Also, mein Verstand weiß schon was Sache ist, aber meinem Unterbewußtsein traue ich nicht. Kann ich das hier so schreiben? Ich will mir aber auch nix vormachen, sondern nach den richtigen Schaltern suchen.

    Vielen Dank für all die lieben und aufmunternden Rückmeldungen.

    Es geht mit wieder etwas besser. Der Januar ist auch immer schon ein ganz schlimmer Monat für mich, dunkel, grau und trostlos und zieht sich einfach ewig! Ich hatte in den letzten Tagen einige sehr nette Treffen innerhalb meiner Familie. Zum Glück jeweils Brunch oder Kaffee, so dass ich mir keine Sorgen machen musste dorthin zu gehen. Es waren jeweils so schöne und herzliche Treffen, ich war danach ganz erfüllt. Ich stecke zur Zeit nämlich etwas fest im Hamsterrad zwischen Beruf und Familie und Sport und und und.

    Thalia, das mit der Hilfe ist ein guter Hinweis. Ich habe jetzt auch wieder einen Termin bei meiner Psychiaterin ausgemacht. Wie gesagt hatte ich schon mehrmals schwere depressive Phasen, ich war kurz vor der Zwangseinweisung. Mit Hilfe von sehr guten Ärzten bin ich aber jeweils wieder recht schnell rausgekommen und es geht mir über lange Strecken auch immer sehr gut. Die Ärztin weiss natürlich auch von dem Alkoholproblem, mal schauen, wie sie die Sache einschätzt.

    Kadett und Abstinenzler, bei euren Beschreibungen finde ich mich direkt wieder. Man muss sein Leben lang an/mit/gegen (?) die Sucht arbeiten. Ich war ja auch so überzeugt, dass ich nie mehr was trinke aber hab das ganze völlig unterschätzt. Es scheint wie ein Muskel, den man immer trainieren muss. Den Gedanken „jetzt ein Glas Wein“ hab ich tatsächlich jeden Tag noch. Mal schlimmer, mal weniger schlimm. Ich stell mir dann immer all die schlimmen Momente und das miese Gefühl vor, die 1000 verkaterten Tage.

    Danke Thalia, das ist nett.

    In meinem nüchternen Jahr habe ich nicht so viel drüber nachgedacht. Rückblickend war das irgendwie ein ganz besonderes Jahr. Ich war vollauf mit meiner Fitness, Abnehmen, Routinen einführen für mich und meine Familie etc.etc. beschäftigt. Keinen Alkohol zu trinken war halt ein Punkt auf der Liste. Das war wahrscheinlich auch das Problem, ich hab die Thematik zu schnell fallen gelassen.


    Im Moment geht es mir wieder ziemlich schlecht. Wochenende und Wochenstart waren gut, aber die letzten Tage waren so schwer. Ich bin einfach so erschöpft, alles ist mir zu viel und ich bin sehr sehr unruhig und ängstlich. Ich denke dann öfter mal „Jetzt ein Glas Cremant“, aber nichts zu trinken fällt mir tatsächlich nicht schwer. Gut geht es mir trotzdem nicht. Ich hatte in meinem Leben auch schon ein paar mal mit sehr schweren Depressionen zu kämpfen. Ich habe Angst, dass ich wieder an der Schwelle zur nächsten Runde stehe. Umso wichtiger, dass ich jetzt seit einigen Wochen nichts mehr trinke und auch nicht mehr anfange.

    Lebe wie gesagt Tag für Tag.