So, heute sind es stolze 8 Monate ohne! Das macht mich froh!
Was hat sich verändert in den letzten vier wochen?
zum einen hat der suchtdruck sich nicht oder nur ganz verhalten gemeldet. ich glaube zum einen liegt das daran, dass ich gelernt habe viele situationen einzuschätzen. viele trigger kenne ich mittlerweile und kann sie umgehen. am meisten hatte ich unterschätzt, dass die konkrete situation (café am nachmitag, am nebentisch eine lustige aperol-runde; eine zugfahrt und der ganze zug ist voll von betrunkenen bierfestbesucher*innen) nicht das problem ist, sondern, dass ich die situation mit nach hause nehme und sie triggernd nachwirkt. deshalb meide ich mehr als vorher.
zum anderen geht es mir aber gut, weil ich merke, dass ein leben ohne.... mir gut tut. das schreibt sich langsam aber stetig in mein hirn und seele ein. ein gutes gefühl.
am spannendsten aber fand ich diese entdeckung: ich frage mich nicht mehr, wie komme ich ohne ... durch das heute , sondern, was will ich vom heute, vom morgen, vom leben?
und da ist mir aufgefallen: alkohol zwingt dich den status quo zu halten. alkohol hasst veränderungen, vor allem weil bestimmte lebenssituationen ja grund fürs saufen sind. alkohol möchte, dass immer alles so bleibt, wie es ist. und selber kann man nichts ändern, weil man ja damit beschäftigt ist, irgendwie mit dem alkoholisierten ich klar zu kommmen. du kommst überhaupt nicht auf die idee, dass es anders werden sollte. oder wenn, dann sorgt die sucht schon dafür, dass du das alles wieder zunebelst.
im nüchternen zustand stellen sich ganz andere fragen: wer bin ich jetzt? was will ich? wie will ich leben? wo sind meine ziele?
das ist spannend, macht mich neugierig und nervt mich manchmal. so ist das, wenn man die lebensgeister wieder in sich hat!