Beiträge von MatildaWormwood

    Hallo Holy,

    um dich zu beruhigen, ein Gericht entscheidet immer zum Wohle des Kindes. Und je jünger das Kind, um so gefährlicher ist es, wenn getrunken wird. Die Angst darf dich nicht davon abhalten zu gehen. Außerdem hast du deine Eltern im Rücken, das ist doch super.

    Ich denke oft, dass ich viel eher die Schritte hätte gehen müssen, mittlerweile sind meine Kinder im Grundschüler und älter. Mir tut es weh zu sehen, wie sie leiden. Mein Mann sitzt gerade mal wieder das Thema aus und ich habe mir jetzt vorgenommen, nur noch etwas dazu zu sagen, wenn es dringend notwendig ist. Stattdessen konzentriere ich jetzt meine Energie in Wohnungssuche und Vorbereitung des Auszugs.

    Liebe Grüße

    Matilda

    Hallo zusammen,

    mal ein kleiner Zwischenstand: die erste Wohnung ist leider nichts geworden, ich habe mir aber heute noch eine angeschaut, die war sehr schön.

    Mein Mann war zum Elterngespräch bei der Kinder-und Jugendlichenpsychotherapeutin. Sie hat ihm wohl ziemlich deutlich gesagt, welche Auswirkungen seine Sucht auf die Kinder hat. Sie schrieb mir aber, dass sie sich nicht sicher sei, inwiefern ihm der Ernst der Lage wirklich bewusst sei. Nachdem was er mir erzählt hat, habe ich meine Zweifel, dass sich hier etwas ändert. Er wird definitiv keinen Arzt wegen seiner Sucht aufsuchen, hat er gesagt. Außerdem hat ihr mittlerweile die Suchtberatung angerufen, als er nicht da war. Bisher hat er nicht zurückgerufen, was mir auch signalisiert, welche Stellenwert dieser Termin bei ihm hat. Heute haben wir über den Weihnachtsmarkt gesprochen, da hat er direkt gesagt, dass wir ja morgen hingehen und Glühwein trinken könnten. Wunderbar 🙄

    Sonst ignoriert er das Thema geflissentlich. Er macht einen auf Friede, Freude, Eierkuchen - mal so lapidar gesagt. Dabei ist er ja auch stinkig, dass ich die Schulen informiert habe. Mir fällt es schwer zu verstehen, wie man diese Situation so aussitzen kann, indem man so tut, als gäbe es sie nicht. Das gehört wohl alles auch zur Sucht.


    Liebe Grüße

    Matilda

    Vielen Dank für eure lieben Worte. Es tut gut zu lesen, dass nicht nur ich das erlebe und allein damit bin.

    Ich bin gerade nach Hause gekommen, da kam das Gespräch wieder auf (mein Mann ist im Homeoffice, ich habe heute frei). Ich habe ihm jetzt ein letztes Mal klar und deutlich gesagt, dass nur er sich helfen kann, dass mir die Hände gebunden sind, was ihn betrifft. ABER ich kann den Kindern und mir helfen und das werde ich tun. Was er jetzt mit dieser Botschaft macht, liegt in seiner Hand. Ich werde nicht mehr reden, appellieren und betteln, so langsam habe ich alles gesagt und es reicht.


    Liebe Grüße

    Matilda

    Hallo Loka,

    ich bin ebenfalls in der Situation, dass mein Mann alkoholkrank ist und das auch schon seit seiner Jugend. Dass es wirklich auch schon so lange so ist, ist mir noch gar nicht so lange bewusst, aber ob es nun 20 oder 30 Jahre sind spielt keine Rolle. Er ist ein funktionierender Alkoholiker, bisher nach außen hin unauffällig, seinen langjährigen Freunden ist aber bewusst, dass er ein Problem hat.

    Ich würde dir gern zu deinem letzten Posting was mitgeben.

    Wenn es sich um eine andere Krankheit bei Partnern handelt, z.B. Demenz, Parkinson, MS… rät man auch nicht, sich vom Partner zu trennen.

    Natürlich ist Alkohol eine Krankheit, aber der Unterschied zu den anderen Krankheiten ist einfach die, dass Alkohol ein Nervengift ist, das dem Körper zugeführt wird. Im Gegensatz zu den anderen Krankheiten habe ich es als Erkrankter in meiner Hand, diese Krankheit zu stoppen. Den Verlauf der oben genannten Krankheiten habe ich nicht in der Hand, es gibt zwar Möglichkeiten, sie zu verlangsamen durch entsprechende Medikamente und andere Maßnahmen, aber ich kann sie nicht stoppen. Sicherlich leiden auch Angehörige bei solchen Krankheiten, aber das kann man doch nicht miteinander vergleichen.

    Guten Morgen,

    was für mich besonders schlimm ist, sind diese Gespräche, in denen ich das Gefühl bekomme, dass mit mir was nicht stimmt. Ich habe mit meinem Mann heute Morgen ein Gespräch führen müssen wegen der Kinder und der in der Schule eingeweihten Personen. Er macht mir jetzt wieder zum Vorwurf, dass ich das Thema ja über alles erheben würde. In meinem Kopf würde sich ja alles nur darum drehen und ich sollte mal bitte einen Gang zurückfahren, dann würde ich bestimmt auch besser schlafen. Und er hätte mir ja gesagt, dass er aufhören würde zu trinken. Aber ich dramatisiere alles und stelle es so dar, als wenn der Alkohol Schuld daran ist, dass es den Kindern schlecht ginge. Aber das würde ja gar nicht stimmen. Und wenn ich mich so verhalten würde und nie gut drauf wäre, dann wäre eine Trennung vielleicht das Beste. Mir tut es einfach so weh, dass er nicht sehen kann, was seine Sucht mit uns macht. Dieses Hin und Her, einen Tag ist er einsichtig und sagt, er unternimmt was. Was aber allem ganz klar ist, ist, dass er mir nochmal gesagt hat, dass er weder begleitete Entgiftung noch Therapie machen wird. Ich könnte einfach nur heulen.

    Hallo Volka,

    ganz lieben Dank. Das tut gut, deine Worte zu lesen.

    Es ist einfach schwierig, in einer Beziehung zu einem Alkoholkrank klar zu sehen. Manche Dinge sind ja auch gut, aber das große A steht einfach über allem und es wiegt einfach viel schwerer als die guten Dinge.


    Liebe Grüße

    Matilda

    Hallo Mollyfish,

    ich bin mir bewusst, dass aktuell kein Weg an der Trennung vorbeiführt, wenn ich meine Kinder schützen will und verhindern will, dass sie noch mehr Schaden nehmen. Bei mir ist auch der Punkt erreicht, dass ich das nicht mehr will, egal, was mein Mann mir versprechen wird. Da gab es viele Versprechen im Laufe der Jahre, keines wurde gehalten.

    Ich merke gerade nur, dass er wohl aus allen Wolken fallen wird, wenn ich mich trenne. In den vergangenen Jahren war ich ja inkonsequent, deswegen denkt er natürlich, dass ich es jetzt auch bin. Wobei er schon gespürt hat, dass meine Ansagen eine andere Qualität haben und ich mir Hilfe hole. Es passt ihm auch gar nicht, dass ich den Kindern gesagt habe, was mit ihm los ist.

    Es tut einfach nur so unfassbar weh, diesen Weg gehen zu müssen, weil der Alkohol so übermächtig ist.

    Liebe Grüße

    Matilda

    Guten Morgen,

    lieben Dank für eure Antworten, es hilft so sehr zu sehen, dass es mir nicht allein so geht.

    ja es ist normales Suchtverhalten, denn ich habe es sehr ähnlich erlebt. An der Seite eines nassen Alkoholikers war ich quasi alleinerziehend.

    Bei uns ist es nicht so, dass er gar nichts macht. Aber er macht das, was ihm Spaß macht, z. B. mag er den gleichen Sport wie eines unserer Kinder, den hat er als Kind selbst gemacht. Das finde ich auch gut, dass er sich darum kümmert. Er bringt sich da tatsächlich ein. Aber das ist im Prinzip das einzige, was wirklich läuft, weil er dadurch Verpflichtungen hat. Und das ist das, was er gern dann nutzt, um mir zu sagen, dass es ja läuft und ich mal sehen soll, was er im Vergleich zu anderen alles macht. Und natürlich übernimmt er auch manche Sachen im Haushalt, aber das sind die, wo er in Ruhe vor sich hinwuseln kann und explizit niemanden um sich rum haben möchte. Man könnte ja auch mit den Kindern gemeinsam kochen, aber das ist zu stressig. Stattdessen kocht er aufwendige Gerichte, bei denen er seine Ruhe hat, oder räumt stundenlang samstags die Garage auf oder baut irgendein Regal in der Garage.

    Es tut mir manchmal sehr weh, wenn ich darüber nachdenke und merke, dass die Sucht so dominiert. Dann überlege ich, was alles positiv in unserem Leben ist, komme zu dem Ergebnis, dass ja nicht nur alles schlecht ist. Oft hat mich in der Vergangenheit dieses daran gehindert, den nächsten Schritt zu machen. Aber es bringt ja nichts, beide Seiten gegeneinander aufzurechnen, da viele Dinge auf der positiven Seite im Prinzip selbstverständlich sind. Und das Einbringen meines Mannes in das Hobby unseres Sohnes macht ihm ja Spaß. Das ist ja nichts, dass er notgedrungen machen muss.

    Jetzt trinkt er fast nichts mehr aber liegt nur noch auf dem Sofa und schaut einen Film nach den anderen. Ab und an wird mal was unternommen. Auf Geburtstagen kommt er entweder nur noch kurz mit oder gar nicht mehr! Das Einzig was noch geht sind die Urlaube.

    Ich kenne deine Geschichte nicht und konnte sie auch gerade nicht finden, aber ich stelle es mir sehr schwer vor. Hat dein Mann jemals eine Entgiftung gemacht oder hat er einfach nur seinen Konsum reduziert?

    Mein Mann glaubt ja tatsächlich seit Jahren, er könnte einfach so aufhören zu trinken. Das letzte Mal, dass er zwei Wochen nichts getrunken hat, liegt 8 Jahre zurück, um mir nach einem Gespräch zu beweisen, dass er ja ohne Alkohol könnte. Er hält so nicht länger als 2 Tage durch, ist aber der Meinung, er sei nicht krank. Und weil er nicht die harten Sachen trinkt, findet er das alles auch nicht so schlimm. Nach außen hin funktioniert er (noch).

    Im Grunde ist es keine Entscheidung gegen die Familie (obwohl ich das auch immer genau so benenne), sondern eine Entscheidung für den Alkohol. Und er kann leider nicht anders, dass ist die SUCHT.... ;(

    Ja, das versuche ich mir auch zu sagen, aber es ist einfach so traurig. Mein Sohn, der auch in Behandlung ist, hat mir gestern gesagt, dass er glaubt, dass sein Papa ihn nicht lieb hat, weil er nicht aufhört zu trinken. Da musste ich erst mal schlucken und habe ihm dann erklärt, dass sein Papa ihn sehr lieb hat, aber er so krank ist, dass er nicht aufhören kann zu trinken. Mir tut es so weh, meinen Sohn leiden zu sehen. Er ist sehr sensibel. Er hat auch große Angst, dass wir uns trennen. Diese Angst kann ich ihm gerade nicht nehmen. Er leidet so sehr und die anderen beiden genauso, unsere Jüngste hat gerade zu Hause Wutanfälle, die sie so zuletzt mit 4/5 hatte. In der Schule wirkt sie auf die Lehrer sehr bedrückt. Mein Großer weint auch sehr viel. Ich merke zunehmend, dass ich hier raus muss. In mir drin ist immer noch eine Stimme, die mir sagen will, aber vielleicht wird es ja doch, wenn er erst bei der Suchtberatung war oder wenn er erst den Elterntermin bei der Psychotherapeutin hatte. Aber die Erkenntnis, dass er einen problematischen Konsum hat, hat er ja hin und wieder, meistens dann, wenn er abends zu viel getrunken hat und am nächsten Tag ein schlechtes Gewissen hat. Aus dieser Erkenntnis folgt ja aber nichts Nennenswertes. Und ich kann jetzt bleiben und immer wieder hoffen, dass sie kommt, oder ich sorge für meine Kinder und mich selbst.

    Wenn ich das so niederschreibe, klingt das alles so rational. Aber bei mir fließen täglich so viele Tränen. Und nur die Tatsache, dass andere eingeweiht sind, sorgt dafür, dass ich mich nicht an der Hoffnung festklammere. Ich habe es geschafft, mir nicht nur immer Wohnungsanzeigen im Internet anzusehen, sondern bin jetzt aktiv geworden. Ich sehe mir heute Nachmittag eine Wohnung an.


    Liebe Grüße

    Matilda

    Guten Morgen,

    für mich ist es trotz des Wissens, dass sein Verhalten krankheitsbedingt ist, so schwer zu verstehen, dass er eher uns als Familie aufgeben würde, als auf den Alkohol zu verzichten. Das würde er jetzt bestreiten, weil er das so wortwörtlich ja nicht gesagt hat. Aber er hat mir vorgeworfen, dass er, wenn er keinen Tropfen mehr trinken darf, keine Freunde mehr treffen kann und vor allem auf keiner noch so kleinen Party Spaß haben kann. Es ist total traurig, dass seine Lebensfreude dermaßen vom Alkohol beeinflusst ist. Und er hat auch reichlich Freunde, die selbst alkoholkrank sind, von denen sich das aber niemand eingesteht.

    Früher ist er viel gelaufen, aber das macht er so gut wie gar nicht mehr. Und er macht eigentlich viel Musik, aber das Thema Band oder auch allein Musik machen ist immer mit Alkohol verknüpft. Und je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr fällt mir auf, wie sehr unser Leben vom Alkohol bestimmt ist. Alle Dinge, die in der Freizeit gemacht werden, sind im Prinzip damit verbunden, dass es möglichst entspannt ist oder dass man unter Vorwand ja was trinken kann. Freunde mit Kindern kommen vorbei, irgendwann wird Bier angeboten. Radtour mit Kindern endet am Biergarten mit Spielplatz, etc. Zu Hause ist er nie ganz bei der Sache, wenn er was mit den Kindern macht, sondern verschwindet immer wieder kurz. Wenn er Musik macht, macht er es in der Regel Arbeitszimmer, wo er sich von der ganzen Familie zurückziehen kann (andere Etage). Am Wochenende einen Film schauen, da kann er auf dem Sofa liegen. Und ich muss das, was ich mit den Kindern machen will, eigentlich seinen Bedürfnissen anpassen. Spieleabend ist ihm zu stressig, weil die Kinder streiten könnten. Da interveniert er direkt oder zieht sich völlig zurück.

    Wahrscheinlich ist das alles ganz "normales" Suchtverhalten, aber mir hilft es gerade sehr, das hier aufzuschreiben. Dieses knappe Woche, die ich in diesem Forum lese hilft mir sehr, da ich sehe, dass ich nicht allein mit diesen Schwierigkeiten bin. Danke.


    Liebe Grüße

    Matilda

    Eine falsche Einstellung in völliger Selbstüberschätzung, dass man das alles alleine auf die Reihe bekommt.

    Ja, definitiv. Er ist an sich ein sehr intelligenter Mensch und dadurch glaubt er irgendwie, dass es bei ihm ja nicht so schlimm ist und wirkt überheblich. Das ist bei seinem Vater nichts anderes. Daher kommt auch die Haltung, dass er das allein schaffen würde.

    Für mich ist das Schlimme, dass ich durch meinen Beruf weiß, was so eine Sucht mit den Kindern macht, aber wenn man selbst in der Situation steckt ist, es so wahnsinnig schwer.

    Nächste Woche habe ich einen Beratungstermin beim Anwalt, das ging jetzt fixer, als ich erwartet habe.

    Liebe Grüße

    Matilda

    Hallo Volka,

    vielen Dank für deine Antwort. Ich bin an dem Punkt, dass ich nicht mehr kann. Ich habe heute Nacht ewig wachgelegen, ich schlafe seit Jahren schon nicht mehr gut und zur Zeit vergeht kein Tag, an dem ich nicht weine, weil ich nicht mehr kann. Ich kann diese leeren Worthülsen nicht mehr ertragen. Ich sage ihm seit 10 Jahren, dass was passieren muss, dass ich das für unsere Kinder nicht möchte. Und ich habe auch gesagt, dass irgendwann der Punkt ist, an dem ich nicht mehr kann. Dieser ist nun eingetreten, er spielt auf Zeit und verschwendet dabei meine Lebenszeit und die der Kinder. Ihnen geht es allen nicht gut. Man muss auch dazu sagen, dass er Therapie für Quatsch hält. Auch bei unseren Kindern, eines ist ja in Behandlung.

    Ich bin gerade dabei, mich um rechtliche Beratung zu kümmern. Für mich ist es einfach alles so schwer, weil ich hier mit 2 Alkoholikern in einem Haus lebe. Meine Schwiegermutter ist vor ein paar Jahren hier ausgezogen, nachdem sie ihr ganzes Leben der Alkoholsucht meines Schwiegervater geopfert hat. Aber sie ist immer coabhängig, macht keine Therapie und ist auch finanziell komplett abhängig von ihm. Finanziell kann ich auf eigenen Beinen stehen. Und ich sehe einfach nur, dass ich nicht so enden will wie sie. Das ist mein Ansporn.


    Liebe Grüße

    Matilda

    Liebe Cadda,

    es tut gut, dass du in deinen Beiträgen schreibst, dass die Einsicht ein ewiges Stadium sein kann, über das hinaus aber nichts passiert. Es hilft mir, dass ich verstehe, dass ich nicht länger warten kann, dass von seiner Seite aus etwas geschieht.

    Mein Mann hat tatsächlich die Suchtberatung kontaktiert, aber er ist jetzt erstmal auf einer Warteliste. Mich wundert das sehr, weil es bei mir sehr schnell ging. Als ich angerufen hatte, hatte ich innerhalb einer Woche einen Termin. Ich habe ihm nun vorgeschlagen, dass er ja schon mal einen Hausarzttermin machen kann, da ja mit dem auch ein Entzug geplant werden muss. Seine Antwort: "Ich mache keine Entgiftung. Ich höre einfach auf zu trinken." Ich weiß nicht mehr, was ich noch sagen soll. Das erzählt er mir seit 10 Jahren und es funktioniert nicht, das habe ich ihm dann ich gesagt.

    So langsam fehlt mir auch jedes Verständnis, ich bin gerade unfassbar wütend, traurig und enttäuscht zugleich. Wir haben tagszuvor ein Gespräch geführt, anfangs ein richtiger Streit, in dem ich ihm klar gesagt habt, dass ich will, dass er trocken wird und zwar nur durch stationären Entzug und Therapie, sonst werde ich mich trennen. Da fing er schon an, dass er das aktuell nicht könne, weil er so viel auf der Arbeit zu tun hat. Für mich zählt das aber nicht, er ist nicht selbstständig, wenn er fehlt, bleibt allenfalls Arbeit liegen. wenn er eine andere schwere körperliche Erkrankung hätte, würde er die Behandlung auch nicht aufschieben. Das Gespräch endete gut und zeigt wieder dieses Einsicht, aber ist irgendwie durch die heutige Aussage wieder hinfällig.

    Wovor ich etwas Angst habe, ist, dass unsere Kinder die Gefahr, die vom Alkohol ausgeht, unterschätzen, sodass sie im Falle einer Trennung vielleicht auch sagen könnten, ich bleibe beim Papa. Ich weiß nicht, wie er sich verhalten wird. Er hat schon durch die Tatsache, dass ich eine Mutter-Kind-Kur beantragt habe, das Gefühl, ich würde ihm die Kinder entziehen. Dabei ist er oft einfach nur genervt von ihnen und gibt ihnen das deutlich zu verstehen. Mein mittleres Kind ist sehr sensibel und will nicht mit zur Kur, weil es den Papa nicht allein lassen will. Es ist aber klar, dass es mitkommt.

    Wie war das denn bei deinen Kindern, als klar war, dass ihr euch trennt?

    Liebe Grüße

    Matilda

    Hallo Liese,

    das Buch heißt "Annikas andere Welt, Hilfe für Kinder psychisch kranker Eltern". Da geht es insgesamt um psychische Erkrankungen, auch Sucht. Es gibt eine Geschichte, einen Mitmachteil und hinten auch Informationen für Eltern, aber auch Therapeuten. Es hat mich definitiv wachgerüttelt, als ich die Informationen für Eltern gelesen habe.

    Ich kann dich nur darin bestärken, dich deiner Freundin anzuvertrauen. Das ist ganz wichtig. Der erste Schritt ist schwer, aber es wird immer leichter. Ich habe auch in den Schulen meiner Kinder Klassenleitung und Schulsozialarbeit eingeweiht, damit sie wissen, was los ist und das Verhalten meiner Kinder einschätzen können. Mein Mann weiß allerdings nichts davon. Aber so hat mich beispielsweise eine Schule angerufen und gesagt, dass die Kinder gerade sehr bedrückt wirken. Ich merke aber gerade, was ich den Kindern alles zu Mute. Es macht mir das Herz ganz schwer. Ich habe meinem Mann heute deutlich gesagt, dass es zwei Möglichkeiten gibt: Trocken-werden und bleiben mittels zeitnahe stationärer Entgiftung und Therapie oder Trennung. Es ist hart, aber ich klappe sonst irgendwann zusammen.

    Liebe Grüße

    Matilda

    Liebe Liesel,

    ich habe mir hier gerade den ganzen Thread durchgelesen. Ich bin in einer ähnlichen Situation wie du, allerdings habe ich 3 Kinder (zwischen 11 und 7).

    Mein Mann hatte bisher kein sogenanntes Großereignis, er funktioniert nach außen astrein, aber ich ertrage es nicht mehr. Ich weiß auch, dass es so auf keinen Fall weitergeht. Eines meiner Kinder ist in psychotherapeutischer Behandlung, der Therapeutin habe ich mich geöffnet. Ich war auch bei der Lebens und Suchtberatung. Ich weiß, dass was passieren muss. Ich möchte dieses Leben nicht mehr. Aber genau wie dir geht es mir so, dass ich immer wieder Hoffnung schöpfe, aber im Prinzip wird mir jedes Mal bewusst, dass ich wieder enttäuscht werde. Ich bin gerade dabei, mir einen Plan zu machen. Ich werde demnächst eine Rechtsberatung in Anspruch nehmen, damit ich mich auf der sicheren Seite befinde.

    Ich lege dir dringend ans Herz, eine Beratungsstelle aufzusuchen. Sprechen ist so wichtig, man hat sonst das Gefühl, man hätte eine falsche Wahrnehmung.

    Die Therapeutin meines Kindes hat mir auch ein Buch empfohlen, falls du magst, kann ich dir gern den Titel nennen.

    Wenn man den Außenblick einnimmt, ist es sofort klar, wie man handeln müsste.


    Liebe Grüße

    Matilda

    Hallo Loka,


    mein Mann ist ebenfalls alkoholkrank und als ich deinen letzten Post gelesen habe, musste ich an unsere Situation denken.

    Als ich nach Hause kam, begrüßte mich mein Mann mit einen leckeren Abendessen.

    Das, was dein Mann macht, kenne ich von meinem genauso. Er hat dann Phasen, in denen er wieder mehr kocht oder den Kindern abends wieder vorliest oder sich in irgendeiner Form im Familienleben und Haushalt mehr einbringt als vorher. Wenn ich dann aber die Sucht anspreche, kommt dann immer als Reaktion, dass er doch so viel macht. Dann wird mir quasi vorgeworfen, dass ich ihn falsch wahrnehme. Und gern betont er dann, dass er sich ja viel mehr einbringt als andere Männer im Freundeskreis. Aber wie Linde sagt, kommt es nicht darauf an, sondern er muss trocken werden.


    Bei meinem Mann kommt hinzu, dass er es nicht mehr als 2 Tage schafft, nichts zu trinken. Ich glaube, dass er auch vermehrt körperliche Beschwerden hat, aber versucht es zu verheimlichen. Im Gegensatz zu euch ist es bei uns im Urlaub so gewesen, dass er täglich 2 l Bier und einen Liter Wein getrunken habe. Den Wein hat er vor mir versteckt, das habe ich dann durch Zufall entdeckt, dass er den auch noch trinkt. Er hat bereits mittags angefangen, aber die Flaschen immer so versteckt hingestellt, dass ich sie nicht gesehen habe. Seit diesem Urlaub denke ich endlich an die Kinder und mich, so will ich einfach nicht weiter leben. Aber es ist einfach auch so schwer, das konsequent durchzuziehen.


    Liebe Grüße

    Matilda

    Wenn Dein Mann nur wegen Dir zur Suchtberatung gehen will, kann er sich den Gang leider tatsächlich sparen :(

    Ja, das denke ich mir auch. Das habe ich ihm auch schon gesagt. Das Traurige ist, dass selbst die Kinder ihm gesagt haben, dass sie sich wünschen, dass er mit jemandem spricht. Sie haben ihn auch schon gefragt, ob er wüsste, dass er ein Problem hat. Er sagt dann, er hätte keines.

    Eigentlich weiß ich, was ich tun muss, aber der Schritt ist so schwer. Das Haus, in dem wir wohnen, gehört meinem Mann (Schenkung durch seine Eltern, das ist noch nicht allzu lange her. Deswegen stehe ich noch nicht mit im Grundbuch.) Sein Vater hat ein Wohnrecht. Hinzukommt, dass es sein Heimatort ist. Ich komme aus einem anderen Bundesland, meine Eltern wohnen 300km entfernt, mein Bruder mit Familie knapp 500. Zur Zeit weiß ich nicht, ob ich im Falle einer Trennung überhaupt hier in diesem Ort bleiben möchte. Ich habe zwar hier eine wirklich gute Freundin gefunden und zwei/drei weitere Freundinnen, denen ich aber (noch) nicht von der Situation berichten würde. Wir wohnen erst seit ein paar Jahren hier im Ort, vorher waren wir in einer Großstadt und wollten wieder näher an die Familie ran. Außerdem fühlen sich meine älteren beiden Kinder immer noch nicht richtig wohl hier.

    Das Ultimatum hatte beinhaltet, dass er zu seinem Vater in die Wohnung ziehen muss, wenn er sich nicht bei der Suchtberatung meldet. Mir fällt das gerade schwer durchzuziehen, weil ich nicht weiß, welchen Weg ich einschlagen werde. Ein tatsächlicher Wegzug bräuchte mehr Vorlauf und eine Wohnung hier vor Ort braucht auch mehrere Monate, Wohnraum ist hier sehr knapp.

    Vielen Dank für die schnelle Antwort, gern möchte ich mich regelmäßig austauschen.

    Ja, wenn ich darüber nachdenke, hängt es sicherlich mit dem ablaufenden Ultimatum zusammen. Ich habe es ihm verlängert, weil ich gemerkt habe, dass er wirklich beginnt, sich mit dem Thema Sucht auseinanderzusetzen. Er hat vor zwei Wochen sehr viel geweint, hat angefangen sich gedanklich mit seiner Kindheit zu beschäftigen. Er ist mit einem funktionierenden Alkoholiker als Vater aufgewachsen ist, leider lebt dieser auch noch mit uns in einem Haus. Mir war das lange nicht bewusst, dass er auch Alkoholiker ist (oder ich wollte es vielleicht einfach nicht wahrhaben). Jetzt ist es doch eher so, dass er wieder sagt, dass er sich nur bei der Suchtberatung meldet, weil ich das will. Das macht mir deutlich, dass er keinerlei Einsicht hat. Gestern hat er wieder viel getrunken, ich weiß nicht, wie viel es ist, weil er es heimlich macht. Ich rieche es nur und sehe es an seinem Verhalten.

    Für mich ist es so schwer, weil ich in den letzten 2 Wochen Hoffnung geschöpft habe, dass sich was ändern wird, aber ich nun den Eindruck habe, dass es nicht passieren wird. Mir hilft es sehr, dass ich darüber rede und nicht mehr schweige. Er weiß zum Teil gar nicht, wer alles bereits involviert ist. Dann würde er mir Vorwürfe machen, aber ich sehe, dass ich für die Kinder und mich Sorge zu tragen habe. Eines meiner Kinder ist bereits in psychotherapeutischer Behandlung, da habe ich es geschafft, mich der Therapeutin anzuvertrauen und es ist einiges in Bewegung gekommen. Aber ich sehe auch, dass mein ältestes Kind alles in sich hineinfrisst, es macht sich viele Gedanken und Sorgen und versucht es nicht zu zeigen.

    Hallo,

    ich möchte mich kurz vorstellen, ich bin 41 Jahre, verheiratet und habe 3 Kinder im Schulalter. Mein Mann ist alkoholkrank, was mir am Anfang unserer Beziehung nicht bewusst war. Ich habe es zunächst als normalen Konsum angesehen und es war zu der Zeit auch weniger als jetzt. Als unser erstes Kind auf der Welt war, ist mir zunehmend bewusst geworden, dass er ein Problem hat.

    Es ist im Laufe der Jahre immer mehr geworden, ich habe durch Reden versucht, ihn zu erreichen, und bin so mehr oder weniger in die Co-abhängigkeit gerutscht. In unserem letzten Urlaub hat er so viel getrunken, dass ich mir gesagt habe, dass es so nicht weitergeht. Ich habe mich einer Freundin anvertraut und bin zur Beratungsstelle gegangen. Meine Kinder leiden zunehmend auch unter der Situation. Ich weiß gerade nicht, wohin der Weg führt. Es ist ein ständiges Auf und Ab, ein Wechsel von dem Gefühl, dass er einsichtig wird, hin zur Enttäuschung, dass doch nichts passiert. Ich habe ihm ein Ultimatum verlängert, weil ich gemerkt habe, dass er einsichtig wird. Aber gerade habe ich das Gefühl, dass das ein Fehler war.

    Ich würde mich hier sehr über einen Austausch mit anderen freuen, die in der gleichen Situation sind.


    Liebe Grüße