Liebe Cadda,
es tut gut, dass du in deinen Beiträgen schreibst, dass die Einsicht ein ewiges Stadium sein kann, über das hinaus aber nichts passiert. Es hilft mir, dass ich verstehe, dass ich nicht länger warten kann, dass von seiner Seite aus etwas geschieht.
Mein Mann hat tatsächlich die Suchtberatung kontaktiert, aber er ist jetzt erstmal auf einer Warteliste. Mich wundert das sehr, weil es bei mir sehr schnell ging. Als ich angerufen hatte, hatte ich innerhalb einer Woche einen Termin. Ich habe ihm nun vorgeschlagen, dass er ja schon mal einen Hausarzttermin machen kann, da ja mit dem auch ein Entzug geplant werden muss. Seine Antwort: "Ich mache keine Entgiftung. Ich höre einfach auf zu trinken." Ich weiß nicht mehr, was ich noch sagen soll. Das erzählt er mir seit 10 Jahren und es funktioniert nicht, das habe ich ihm dann ich gesagt.
So langsam fehlt mir auch jedes Verständnis, ich bin gerade unfassbar wütend, traurig und enttäuscht zugleich. Wir haben tagszuvor ein Gespräch geführt, anfangs ein richtiger Streit, in dem ich ihm klar gesagt habt, dass ich will, dass er trocken wird und zwar nur durch stationären Entzug und Therapie, sonst werde ich mich trennen. Da fing er schon an, dass er das aktuell nicht könne, weil er so viel auf der Arbeit zu tun hat. Für mich zählt das aber nicht, er ist nicht selbstständig, wenn er fehlt, bleibt allenfalls Arbeit liegen. wenn er eine andere schwere körperliche Erkrankung hätte, würde er die Behandlung auch nicht aufschieben. Das Gespräch endete gut und zeigt wieder dieses Einsicht, aber ist irgendwie durch die heutige Aussage wieder hinfällig.
Wovor ich etwas Angst habe, ist, dass unsere Kinder die Gefahr, die vom Alkohol ausgeht, unterschätzen, sodass sie im Falle einer Trennung vielleicht auch sagen könnten, ich bleibe beim Papa. Ich weiß nicht, wie er sich verhalten wird. Er hat schon durch die Tatsache, dass ich eine Mutter-Kind-Kur beantragt habe, das Gefühl, ich würde ihm die Kinder entziehen. Dabei ist er oft einfach nur genervt von ihnen und gibt ihnen das deutlich zu verstehen. Mein mittleres Kind ist sehr sensibel und will nicht mit zur Kur, weil es den Papa nicht allein lassen will. Es ist aber klar, dass es mitkommt.
Wie war das denn bei deinen Kindern, als klar war, dass ihr euch trennt?
Liebe Grüße
Matilda