Das Weihnachtsfest ist bei uns relativ gut über die Bühne gegangen. Ich hoffe, bei euch allen auch.
Da ich mit meinem Mann seit ca. 3 Jahren garnicht mehr über meine Sorge ihm gegenüber rede, macht er ja weiter wie alle Süchtigen. Momentan etwas verhaltener, aber dennoch "läuft es" bei ihm. Kennt ihr Alkoholiker, die bei jedem kleinsten Ansprechen auf irgendein Problem(vorallem wenn es um den Süchtigen selbst geht) aus der Haut fahren, alles abstreiten, mit Gegenanschuldigungen kommen, die einen selbst mürbe machen und hart treffen, und dann einfach eingeschnappt den Raum verlassen?
Derzeit wirft mir mein Mann aus dem Nichts irgendeine dämliche beleidigende Aussage an den Kopf, die ich akustisch nicht verstehe.... wenn ich frage, was er gesagt hat, kommt immer ein schulterzuckendes, höhnisches "Nichts" mit einem dämlichem Grinsen im Gesicht. Das häuft sich in der letzten Zeit....
viele Dinge bespreche ich mit ihm nur ganz kurz oder garnicht, weil vieles keinen Sinn macht mit ihm zu diskutieren. Er fühlt sich schnell und häufig angegriffen, wird sehr oft dann verbal aggressiv. Viele Worte verdreht er mir oder anderen einfach im Mund. Und immer immer wieder kommt er mit Gegenargumenten wie "aber du machst doch dieses oder jenes noch viel schlimmer" ... das macht er mit den Kindern, aber mit mir am schlimmsten. Normales streiten/diskutieren ist mit ihm unmöglich. Das konnte er noch nie. Er verhält sich immer wie ein bockiges Kind. Deshalb spreche ich auch seine Alkoholsucht nicht mehr an.
Was ich gerne wissen wollen würde von euch/aus eurer Erfahrung: wie lief es bei euch ab, als sich der Süchtige Partner immer weiter abwendete? Ich dachte am Anfang, als sich das einschlich vor nun fast 5 Jahren, es liegt alles an mir. Ich bin hässlich, zu fett, mache dieses und jenes falsch.... Dabei bekomme ich von außen immer mal gesagt, dass ich eine attraktive Frau bin. Bzw ich weiß, dass es so ist. Aber er hat mein Selbstvertrauen und Selbstbewußtsein ganz ganz oft in Frage gestellt. In dem er mir immer mal wieder gemeine Sachen an den Kopf geworfen hat, meist im Suff. Früher trug er mich auf Hände... Dazu kam die Impotenz.... ich denke, er kompensierte sein Problem einfach auf mich. Freilich bin ich nicht mehr so zart wie vor den Schwangerschaften. Aber mich ständig damit zu beleidigen und zu belasten, hat doch nix mit Liebe zu tun. Ich habe sehr lange gebraucht, um zu begreifen, dass er ein Riesenproblem hat und ich automatisch mit darin gefangen bin. Es hat mir sehr sehr wehgetan, zu begreifen, dass unsere Beziehung komplett im A... ist. Ich schaue neidisch auf andere.... wie wertschätzend und liebevoll sie miteinander umgehen. Ich kriege seltenst bis gar nicht ein liebes Wort, geschweige denn ein Kompliment, erst recht keine zärtliche Geste, wie Umarmung oder einfach mal die Hand nehmen oder in Arm nehmen. Er hat noch nie gefragt, wie es mir geht, was mich beschäftigt und bewegt, wie es in mir drinnen aussieht. Bin ich krank, geht er mir aus dem Weg.
Wenn ich hingegen ihn frage, wie es ihm geht, ob alles gut ist, werde ich von ihm angeranzt, ich soll mit sowas aufhören und ihn nicht nerven.
Das alles ist keine Beziehung mehr, wo liebevoll und achtend und würdevoll mit Respekt dem anderen begegnet wird. Die Liebe ist keine mehr, nur noch eine angenehm funktionierende Gewohnheit.
Sagt mir jetzt bitte nicht, was mich noch hält. Ich bin bereits an einem Punkt, wo ich versuche, Lösungen für mich zu finden.
Ich wollte euch nur mal einen Einblick in meine Welt geben und euch fragen, ob es bei euch ähnlich abläuft/ablief und wie ihr damit umgehen könnt....
Vielleicht kennt ihr ähnliche Verhaltensweisen und Situationen....
LG Rosa