Liebe Foxi,
... Gedanken, Geld, Wünsche, Tagesziele (mehr gibts auch nicht aus meiner Wahrnehmung) drehen sich um die Beschaffung von Alkohol. Ich hatte dir von xy geschrieben. Seine Mutter hat ihn unterstützt, sie tat dies seit Jahren, schickte im Geld. Er hätte dies in seine Genesung investieren können, eben so in all die anderen Baustellen, die sich nach und nach anhäuften.
Ich beging dann denselben Fehler, um ihm zu helfen, - ihm Luft zu verschaffen, den Druck zu lindern, der auf ihm lastete, hab ich nicht mehr auf der Miete bestanden. Er hatte ja kein Geld, arbeitete nicht, war der arme Alkoholabhängige, der so viele Probleme hatte, und nicht wusste, wohin er sich wenden sollte. Ich habe ihm auch unzählige Nummern auf den Tisch gelegt. Er hat keine davon angerufen. Das Geld was er übrig hatte, versoff er. Miete zahlte er anfangs, dann nicht mehr.
Dein Sohn steckt tief drin in der Sucht, so wie du es beschreibst, hat er schon viel verloren. Die Wohnung verlieren ist furchtbar. Frau, Job, die eigene Gesundheit. Aber wenn er das nicht selbst erkennt, wird absolut NICHTS von seiner Seite aus passieren, damit sich etwas ändert. Leider bewirkt die Alkoholkrankheit vorallem eines: das permanente Kreisen um den Trinkenden. So geht es ihm, und so geht es euch. Steig aus dem System aus.
Leider gilt für uns Cos das Gleiche wie für den Süchtigen. Ohne Einsicht passiert nix. Ausstieg nur, wenn der Tiefpunkt erreicht ist. Für mich war das der Moment, wo xy auf der Intensivstation lag. Für ihn wahrscheinlich, als er obdachlos wurde. (Kann ich jetzt nur vermuten). Aber für mich kam er sogar später als für ihn.
Noch was: fang an für dich selbst zu schreiben, nicht als "wir", sondern als "du". Du bist für dich hier. Deinen Sohn kannst du nicht retten, und ihn unterstützen macht erst dann Sinn, wenn er Krankheitseinsicht zeigt, und momentan liest es sich leider nicht so. Die Verstrickungen lösen, damit es dir wieder besser geht.
Alles liebe für dich.
Koda