Beiträge von koda

    ..Ab 15 Jahre sprach er dem Alkohol zu und ich habe alles versucht das zu unterbinden, ich denke ich kämpfe mit Versagensängsten.....obwohl ich weiß dass ich wirklich alles versucht habe, er war nach dem ersten Führerscheinentzug mit 18 bei der Drogenberatung und hat damals gesagt dass er Verstecke in seinem Zimmer hatte die ich nicht finden konnte und er hatte sich daraus wohl einen Sport gemacht....Bücher von hinten ausgeschnitten und die Bierdosen reingestellt......Wie krank er damals schon war, und ich hatte wohl keine Chance........Immer wenn ich mir das alles vor Augen führe was passiert ist durch den Alkohol sitze ich da und heule....er hatte sich im Zimmer eingeschlossen, machte nicht auf, ich habe die Türe eingetreten und er ist auf mich losgegangen...

    Lies mal foxi. Das ist nicht von diesem jahr. Es ist 13 Jahre (?) her.

    Liebe Foxi,

    ... Gedanken, Geld, Wünsche, Tagesziele (mehr gibts auch nicht aus meiner Wahrnehmung) drehen sich um die Beschaffung von Alkohol. Ich hatte dir von xy geschrieben. Seine Mutter hat ihn unterstützt, sie tat dies seit Jahren, schickte im Geld. Er hätte dies in seine Genesung investieren können, eben so in all die anderen Baustellen, die sich nach und nach anhäuften.

    Ich beging dann denselben Fehler, um ihm zu helfen, - ihm Luft zu verschaffen, den Druck zu lindern, der auf ihm lastete, hab ich nicht mehr auf der Miete bestanden. Er hatte ja kein Geld, arbeitete nicht, war der arme Alkoholabhängige, der so viele Probleme hatte, und nicht wusste, wohin er sich wenden sollte. Ich habe ihm auch unzählige Nummern auf den Tisch gelegt. Er hat keine davon angerufen. Das Geld was er übrig hatte, versoff er. Miete zahlte er anfangs, dann nicht mehr.

    Dein Sohn steckt tief drin in der Sucht, so wie du es beschreibst, hat er schon viel verloren. Die Wohnung verlieren ist furchtbar. Frau, Job, die eigene Gesundheit. Aber wenn er das nicht selbst erkennt, wird absolut NICHTS von seiner Seite aus passieren, damit sich etwas ändert. Leider bewirkt die Alkoholkrankheit vorallem eines: das permanente Kreisen um den Trinkenden. So geht es ihm, und so geht es euch. Steig aus dem System aus.

    Leider gilt für uns Cos das Gleiche wie für den Süchtigen. Ohne Einsicht passiert nix. Ausstieg nur, wenn der Tiefpunkt erreicht ist. Für mich war das der Moment, wo xy auf der Intensivstation lag. Für ihn wahrscheinlich, als er obdachlos wurde. (Kann ich jetzt nur vermuten). Aber für mich kam er sogar später als für ihn.

    Noch was: fang an für dich selbst zu schreiben, nicht als "wir", sondern als "du". Du bist für dich hier. Deinen Sohn kannst du nicht retten, und ihn unterstützen macht erst dann Sinn, wenn er Krankheitseinsicht zeigt, und momentan liest es sich leider nicht so. Die Verstrickungen lösen, damit es dir wieder besser geht.

    Alles liebe für dich.
    Koda

    Liebe Foxy,

    willkommen hier im Forum. Gut, daß du hierher gefunden hast.

    Ich hab jetzt schon mehrfach hier gelesen, es gäbe nichts, was man tun kann.

    Was den Alkoholkonsum deine Mama angeht, würde ich das auch sagen. Alkoholismus ist eine schwere Krankheit, die leider nur der Süchtige selbst stoppen kann. Sportgruppen, Hund, Umzug sind alles Dinge, die ihr sicher auch guttun würden, zb was die Trauerbewältigung umgeht. Aber ihr Trinkverhalten wird sich durch dadurch nicht ändern.

    Kontaktabbruch kann Sinn machen, wenn dich oder auch dein Kind die Situation so belastet, daß sie euch schadet. Leider kann das auch indirekt passieren. (Es muss nicht immer zu ausfäligem Verhalten kommen). Mein Vater zB. ist kaum je ausfallend geworden, hat auch "nur" abends getrunken. Ich schreibe das in Anführungszeichen, weil mir so als Kind suggeriert wurde, daß es ganz normal ist, daß ein Vater jeden Abend Alkohol trinkt, bis er ins Bett geht. Meine Mutter wiederum hat das jedoch so belastet, daß sie sehr krank geworden ist, und das wiederum war furchtbar für uns als Familie.

    Im Grunde sind es zwei Dinge, die sie angehen müsste. Ihren Alkoholismus und die Trauer. Aber solange sie keine Krankheitseinsicht zeigt, wird ihr Weg der Trauerbewältigung vermutlich vorallem das Trinken sein.

    Liebe Foxi,

    vermutlich hat ihn das so umgehauen und er hat so gesoffen.

    Du schriebst am Anfang, dein Sohn trinkt seit er 15 Jahre alt ist. Also viele viele Jahre schon. Wenn er so tief in der Sucht steckt, dann reicht jede Erschütterung, ob klein oder groß, daß weiter getrunken wird. Ich habe vorletzten Winter den rapiden Verfall eines sehr guten Freundes hautnah mitbekommen (wir haben zusammen gewohnt). Er steckte in einer schwierigen Lebenssituation, die sich neben seinem Trinken dauernd verschlechterte.

    Was mir auffiel war, daß er irgendwann nicht mehr unterscheiden konnte zwischen einem Problem, daß wirklich gravierend war (keine Wohnung mehr, nachdem er bei mir auszog, war er nach einiger Zeit wohnungslos), und solchen Dingen im Alltag, die bei einem gesunden Mensch unter normaler Alltagsbewältigung mitlaufen. Da reichte ein Gasherd, der nicht gleich ansprang und er verlor die Fassung.

    Jetzt ist dein Sohn in einer Klinik, das ist für seinen Zustand vermutlich das Beste was ihm gerade passieren kann. Wie geht es dir damit? Ist das OK für dich?

    Lieben Gruss koda

    Stern , du bringst mich ab und zu wirklich zum Grinsen. Danke dafür.
    Mir gings ähnlich wie meinen Vorschreibern, ich fand das Wochenende auch sehr schön mit euch. Meine Scheu vor Bertingen hab ich abgelegt, und werde mir das Wochenende versuchen freizuhalten.

    Dante Danke für die Organisation!! Ich bin auch noch sehr beseelt von allem, und froh, daß ich noch einen Tag frei habe, fern von zuhause und Alltag, wo alles sacken kann.

    Liebe Pia,

    Zeitlebens hatte ich Schwierigkeiten mich auf Freund- und Partnerschaften einlassen zu können. Ich bekam es richtig mit der Angst zu tun, wenn mir jemand nahe kam und wichtig für mich wurde.

    War/Ist bei mir ähnlich. Vorallem bei Partnerschaften oder potentiellen Partnern habe ich die Nähe schwer oder gar nicht aushalten können. Gleichzeitig habe ich dann, wenn es doch zu einer Partnerschaft kam, sehr danach gesucht. Total widersprüchlich.
    Bei Freundschaften ist es mir leichter gefallen, aber da waren auch nicht so viele Erwartungen an mich geknüpft. Bedürftigkeit eines mir nahen Gegenübers löst in mir oft ambivalente Gefühle aus. Es gibt beides in mir, mich hingezogen fühlen und auch einen großen Drang danach mich permanent zurückzuziehen und abzugrenzen.

    Lieber R/no ich schreib sonst nicht auf der alkoholikerseite. Aber das will ich dann doch kommentieren. Ich lese dich sehr gerne. Es kommt immer sehr viel wärme und aus dem bauch raus geholtes rüber, weiss grad nicht besser wie ich es beschreiben soll.

    Liebe Bella,
    erst mal danke, daß du deine Geschichte hier geteilt hast. Du liest dich wie eine Kämpferin. Daß deine Eltern dir immer wieder Knüppel zwischen die Beine werfen und warfen ist einfach nur mies. Ich nehme mal an dein Bruder ist noch zu Hause? Ich bin mit 19 ausgezogen, weil es nicht mehr ging für mich, und habe einen Bruder zurückgelassen. Und ich bin auch anfangs noch gependelt, aber sobald es klar war, daß ich woanders schlafen kann, bin ich nicht mehr zurückgekommen.

    Während des Abis hatte ich drei Jobs, führte den Haushalt für meine Eltern, versuchte sie zu „retten“ und vergaß mich selbst völlig.

    Da zieht sich mir beim Lesen alles zusammen. Es ist furchtbar als Kind zu realisieren, daß einem die eigenen Eltern nicht gut tun. Weißt du, deine Eltern hätten für dich da sein müssen. Am liebsten möchte ich dir zum Kontaktabbruch raten. Nicht mehr nach Hause fahren. Deinen Bruder anders treffen (geht das?), oder bei Freunden übernachten.

    Ich bin damals (vor meinem Auszug) jeden Tag mit einem Kloss im Magen nach Hause, die Stimmung zu Hause war durch und durch vergiftet. Hab auch oft woanders übernachten wollen, und dann die Leichtigkeit genossen, die es in anderen Familien gab.

    Schön, daß du hergefunden hast.

    Eine Therapie wird gut für mich sein. Sei es, um mich zu stärken oder um mir (seine Hoffnung) die Augen zu öffnen dass er nicht das Problem ist.


    DAS ist Manipulation. Therapie als Gehirnwäsche für dich. Du sollst auf Spur gebracht werden.

    Laß dir das nicht einreden.
    Was du bisher geschildert hast (lies dir am besten selbst deinen Faden noch mal durch):
    beschädigt dich und vorallem auch deine Kinder massiv.

    Warum soll es überhaupt wünschenswert sein, daß du und deine Kids das als normal ansehen müssen?

    Als EKA zieht sich mir hier alles innerlich zusammen.

    Guten Morgen Haferflocke.
    herzlich willkommen und schön, daß du hierher gefunden hast. Als ich hier aufschlug, war ich so aufgeregt, und mir war auch mulmig dabei, meine Sorgen so in den Orbit zu setzen, weil hier eben jeder mitlesen kann. Aber es hatte auch was Befreiendes, und zu merken, daß ich nicht alleine bin, hat mir sehr geholfen.

    Ich kann auch nicht einschätzen, ob die Kinder wissen was Stand der Dinge ist.

    Kannst du auch nicht. Ich würde behaupten, meine Eltern hatten keine Ahnung, was in uns Kindern abging. Ich habe es ja selbst nicht verstanden. Nur daß da immer dieses Druckgefühl in mir war, weil zuhause die Luft vor Anspannung so dick und schwer im Raum hing. Niemand versuchte uns Kinder zu schützen, sondern im Gegenteil, es wurde erwartet, daß wir unseren Teil dazubeitragen, daß es den Eltern besser geht. Irgendwann ging es nicht mehr, ich habe angefangen mich mit Rückzug zu wehren, was auf viel Unverständnis gestoßen ist. Ich habe mich sehr sehr alleine gefühlt, (naja nicht ganz, weil es gab noch ein Geschwister, wir hielten zusammen). Aber meine Eltern waren mehr mit sich beschäftigt und damit sich das Leben zur Hölle zu machen.

    Ich hätte eine Trennung begrüsst (und gleichzeitig bin ich jedesmal schockgefroren, wenn das Thema auf den Tisch kam). Paradox. Ich wollte es und ich wollte es nicht. Natürlich hätte ich mir für meine Eltern ein Happy End gewünscht. Aber je mehr die Jahre verstrichen, desto mehr hab ich auch als Kind und später Teenager verstanden, daß das nichts mehr wird.

    Obwohl ich auf der anderen Seite auch das Gefühl habe, dass die Situation zu Hause viel entspannter ist, und zwei meiner Kinder viel mehr aufgetaut sind,

    Du gibst ihnen Sicherheit und hast euch aus einer Situation herausgezogen, die alle Beteiligten unter Dauerstress gesetzt hat. Darauf kannst du sehr stolz sein.

    Alles Liebe
    Koda

    Hallo Krümel,
    wie alt sind denn deine Kinder?

    Auch meine Probleme haben im schlimmsten Fall Auswirkungen auf die Kinder

    Das stimmt. Nicht nur im schlimmsten Fall, sondern in jedem Fall. Sowohl dein Verhalten als auch das deines Mannes haben Auswirkungen auf deine Kinder.

    Was unterscheidet meine Krankheit von seiner ?!

    Das kannst du wahrscheinlich besser beantworten. Aber bei einer Suchterkrankung fehlt es oft an Krankheitseinsicht und damit wird Kindern ja sogar vorgelebt, daß es normal ist, daß Papa sich eben so verhält.

    Wie? Du beschreibst es so:
    - einmal im Monat bis alle 8 Wochen mal ein Filmriss
    - Bei uns ist es ein Abend, der eskaliert.
    - manchmal wird er beleidigend, streitlustig
    - 20 Bier (0,2) und 2 Schnaps getrunken und --- ohne Licht mit den Fahrädern nach Hause
    - so orientierungslos, .. um ein Haar in unser Bett u... - während unsere Tochter darin lag.

    Kinder schneiden viel mit. Und wenn es mal so mal so ist, dann wird daraus etwas was für Kinder Gift ist:
    Unberechenbarkeit. Ich hab das auch erlebt. Ein süchtiger aber jahrzehntelang funktionierender Vater (von Filmrissen weiss ich zB nichts, aber er war immer mal "krank", weil der Wein angeblich verunreinigt war). Darüber bin ich heute sehr wütend, daß uns diese Märchen erzählt wurden. Ich bin mit dem Gefühl aufgewachsen, daß es völlig normal war, daß ein Mann JEDEN Abend trinkt. Und daß sich meine Mutter daran komplett zerrieben hat. Sie war psychisch nicht besonders stabil, aber das Trinken meines Vaters war da auch wie ein Brandbeschleuniger für ihre Probleme, so sehe ich das heute.

    Es ist gut daß du hierher gefunden hast. Ich kann dich auch nur ermutigen, dich und deine Wahrnehmung da ernst zu nehmen. Aber eben auch das was es mit deinen Kindern anstellt, denn die hängen mit drin, können sich nicht aussuchen, ob sie sich dem aussetzen. Und sie schützen geht eben auch nur so und so viel, wenn es erst mal zu Verhaltensveränderungen bei den Eltern gekommen ist.

    Lieben Gruss Koda

    Liebe Sonnenschein,

    Lebt er einfach nur in einer anderen Realität und bringt viel durcheinander oder ist das berechnende Absicht?

    Es wird eine Mischung aus allem sein. Daß du dir darüber den Kopf zermarterst, besonders wenn er dich auch nachts oder frühmorgens mit Nachrichten torpediert ist verständlich. Vielleicht kannst du die Kommunikation mit ihm mehr kontrollieren, sodaß du Ruhe findest. Handy nachts ausmachen, keine Benachrichtungen mehr (akustische) von WA, oder wie auch immer er mit dir kommuniziert.
    Oder wenn du es hinbekommst, ganz blockieren. Oder ihn ins Archiv verschieben.

    Wenn dein Mann noch trinkt, dann ist sein Gehirn benebelt und vergiftet. Er lebt in einer anderen Realität, so habe ich das auch wahrgenommen, als ich noch in einem Haushalt mit einem Trinkenden zusammenlebte.

    Er dringt in deinen Raum ein, erreicht, daß du dich wieder mit ihm beschäftigst und dann wachliegst und grübelst. Er schreibt dir, will eine Reaktion. Insofern kann man auf jedenfall von Absicht sprechen, und wenn das nachts passiert, dann ist das eine massive Grenzüberschreitung, ihm vermutlich egal weil total betrunken.

    In der Welt des Alkoholikers dreht sich ALLES nur um ihn. So habe ich das erlebt. Das Kreisen um sich selbst ist grenzenlos.
    Hau die Bremse rein. Er wird es nicht tun.

    Ich denk an dich und wünsch dir Kraft.