Beiträge von Nayouk24

    Findet ihr es also eher gefährlich/schlecht, an den „Trinkgewohnheiten“ festzuhalten, wenn man sie mit alkoholisch-konditionierten Getränken ohne Alkohol ersetzt, wenn das hilft abstinent zu bleiben?

    Es ist sehr riskant und ein Grund für Rückfälle.

    Lernen die Sucht zu kontrollieren heisst, gewohnte Verhaltensmuster durch neue zu ersetzen und das kann ich nicht, indem ich so tue, als ob nichts passiert wäre.
    Es ist die Verknüpfung zu Alkohol. Das Gehirn hat alle Sinneseindrücke in Verbindung mit Alkohol gespeichert, denn es verbindet etwas vermeintlich Positives damit. Alkohol erzeugt Glücksgefühle durch Dopaminausschüttung.

    Damit mein Suchthirn nicht durch diese verbundenen Reize getriggert wird, gilt es diese strikt zu vermeiden.

    Was aussieht, riecht und schmeckt wie Alkohol ist für mich tabu.
    Wenn ich ein alkoholfreies Bier trinke, setze ich mich diesem Risiko aus.
    Noch schlimmer ist, das Suchthirn hat "gesehen" und "gerochen", dass ich offensichtlich Alkohol trinke.
    Es wähnt sich schon am Ziel, doch die erwartete Wirkung des Alkohol im Gehirn bleibt aus!
    Das kann fatal sein, weil das Suchthirn jetzt erst richtig in Fahrt kommen kann.
    Suchtdruck könnte aufkommen, ich werde gereizt, unruhig und missgelaunt und um dem ganzen ein Ende zu setzen, trinke ich irgendwann ein richtiges Bier.
    Dieser Mechanismus bleibt dem Alkoholiker ein Leben lang erhalten und bedeutet für ihn ein Risiko.

    Wenn ich dem Gedanken zu viel Raum gebe

    Ich gebe diesen Gedanken auch keinen Raum. Es ist ein Suptiler Manipulationsversuch des Suchthirns.

    "Sei still, verschwinde in deine Ecke und trockne weiter vor dich hin". Punkt.
    Mehr sage ich nicht dazu und das hat Wirkung gezeigt.
    Frage dich immer, ob es deine Gedanken sind, oder die des Suchthirns, welches dich mit solchem Gedankengut manipulieren will, damit du wieder trinkst.

    Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, Vic .

    Du kannst jetzt überall schreiben, jedoch in den nächsten 4 Wochen bitte nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern. Diese erkennst du am „orangeroten“ Namen.

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    Viele Grüße
    Nayouk

    Ich glaube den Arztbesuch schiebe ich auf, weil ich....

    Du entscheidest, ob du ein Risiko eingehst oder nicht.
    Nach meinem ersten Arztgespräch, war ich unglaublich erleichtert und befreit, auch weil ich die Kurve wohl noch rechtzeitig bekommen habe, ohne nennenswerte körperliche Schäden.

    Wenn ich noch keine langfristigen Schäden habe, denke ich vllt dann ist es nicht so schlimm zu trinken und wenn ich sie doch habe, kann ich vllt die Angst diesbezüglich nicht Händeln und trinke deshalb wieder.

    Zweil Mal "wenn" und viele Gedanken, das Suchthirn lässt sich nicht austricksen.
    Eines ist sicher, die Suchtsprirale kennt nur eine Richtung und die zeigt nach unten.

    Für den weiteren Austausch folge dem Link zur Bewerbung für den offenen Bereich:

    https://alkoholiker-forum.de/bewerben/

    Bitte anklicken und einen kurzen Satz schreiben, da du dich ja schon ausführlicher vorgestellt hast.
    Nach erfolgter Freischaltung werden wir Dein Thema zu "Erste Schritte für Alkoholiker" verschieben.

    Viele Grüße

    Nayouk

    Hallo Vic,

    du machst dir berechtigterweise Sorgen um deine Gesundheit.
    Das Allererste ist, der Alkohol muss weg.
    Ich nehme mal an, dass du aktuell noch trinkst.

    Um den Einstieg möglichst ohne weitere gesundheitliche Schäden zu beginnen, raten wir immer zu einem Arztbesuch.

    Das Forenteam
    4. Dezember 2021 um 21:37

    Du kannst morgen deinen Arzt aufsuchen und die Karten auf den Tisch legen. Sei ehrlich auch was deine Trinkgewohnheiten und Trinkmenge angeht. Und, ganz wichtig, du bist nicht die erste Alkoholikerin, die sich bei deinem Arzt meldet. Diese Angst existiert nur in deinem Kopf.
    Mit dem Arzt kannst du alles weitere besprechen, auch ob ein ambulanter oder stationärer Entzug für dich geeignet ist.
    Alkoholismus ist eine schwere Krankheit und sie gehört in professionelle Hände. Deine Vordiagnose spricht auch dafür.

    Wenn du beim Entzug ärztlich begleitet wirst, kann für dich der eigentliche Austausch in diesem Forum beginnen, ansonsten nach 7 Tagen Abstinenz.

    Wie willst du weiter vorgehen?

    Viele Grüsse

    Nayouk

    Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, Anna-Sophie .

    Du kannst jetzt überall schreiben, jedoch in den nächsten 4 Wochen bitte nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern. Diese erkennst du am „orangeroten“ Namen.

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    Viele Grüße
    Nayouk

    Hallo Vic,

    herzlich willkommen in unserer Selbsthilfegruppe für Alkoholiker.
    Es ist gut, dass du dir über deinen Alkoholkonsum ernsthaft Gedanken machst.

    Alkohol ist ein Nervengift und zerstört Körper und Seele.

    hatte noch nie deutliche körperliche Entzugssymptome.

    dann geht es mir meist am 2. Tag sehr gut und dann fängt eine schlimme inner Unruhe abends an und starke Einschlafprobleme.

    Das sind ernste Symptome, egal ob du sie als körperlich oder psychisch siehst.

    Doch zuerst lass uns etwas grundsätzliches klären:

    In dieser Selbsthilfegruppe tauschen sich ausschließlich Alkoholiker aus, die sich dazu bekennen und eine lebenslange Abstinenz anstreben.

    Wie sieht es da bei dir aus, siehst du dich als Alkoholiker und möchtest du ein dauerhaft abstinentes Leben führen?

    Viele Grüße

    Nayouk

    werde ich je wieder lachen können, wie wird sich mein Leben verändern,

    Ganz bestimmt, und ja, dein Leben wird sich verändern, denn das ist der Schlüssel um abstinent zu bleiben.

    Ich habe hier gelernt, dass ich geduldig mit mir sein kann. In der nassen Zeit war Geduld ein Fremdwort. Dein Körper und vor allem dein Geist brauchen Zeit um sich an ein Leben ohne Alkohol anzupassen und du kannst ihnen die Zeit geben, indem du geduldig mit dir bist.

    Jetzt beginnt die eigentliche Trockenarbeit und die findet im Kopf statt.
    Ich habe mich intensiv mit mir selbst auseinandergesetzt. Wichtig war, dass ich mehr und mehr nach vorne geschaut habe.
    Ich konnte das Wechselbad der Gefühle ausleben, weil ich hier gelesen und gehört habe, dass es nicht nur mir so geht.
    Es wird besser werden und darauf kannst du dich freuen.

    Manchmal wurde das „Ausleben“ aber auch Zuviel , dann habe ich mich abgelenkt, lesen und schreiben im Forum hat geholfen.

    Die Gefühle Traurigkeit und Freude liegen nah beieinander.
    Beides hat sich bei mir am Anfang rasant abgewechselt, wobei die Traurigkeit überwog, ich konnte aber gar nicht sagen, worüber ich traurig bin.

    Fakt war bei mir, das mein Neurotransmittersystem ordentlich durcheinander war und ich Gefühle empfunden habe, deren Ursache ich nicht zuordnen konnte.

    Worüber bist du traurig?

    Es sind nicht die Gedanken an sich, die mich irritieren, eher ihre Häufigkeit. Ich lese hier immer wieder, dass die Leute nach den ersten anstrengenden Monaten gar nicht mehr an Alkohol denken.

    Jeder hat seinen eigenen Weg, aber die Sucht ist allen gemein.

    Ich bin seit über 2 Jahren hier im Forum und es gab keinen Tag an dem ich nicht in irgendeiner Form an meine Sucht gedacht habe, sei es an Alkohol selbst, wie ich ihn wahrnehme, an mein Achtsamkeit, an meine Haltung, an meine Stabilität, an mein abstinentes Leben und an Risiken, aber auch an das Glück und die Zufriedenheit, die ich wieder erfahren konnte.
    Die Sucht ist in mir und so wird es immer bleiben. Dass ich jeden Tag daran denke, hat mich am Anfang auch irritiert. Heute ist es normal geworden und es belastet mich auch nicht. Es ist für mich ein Zeichen, dass ich aufmerksam bin und nicht in Nachlässigkeit und Leichtsinn abdrifte. Meine Abstinenz wird jeden Tag länger und sie ist kein Ausflug der irgendwann beendet sein soll. Aber der Moment, mit dem alles wieder zu Ende sein kann, der ist ganz kurz, vlt. nur eine Sekunde.

    Das hat nur bedingt was mit meiner Tätigkeit hier im Forum zu tun. Es ist ein Teil von mir geworden und diese Präsenz ist für mich überlebenswichtig, genauso wie Essen,
    an das ich auch jeden Tag denke. Nicht abhängige Menschen müssen auf diesen Teil der Selbstfürsorge nicht achten, dafür haben sie vlt. eine andere Aufgabe.

    Liebe Grüße

    Nayouk