Hallo Nina,
ich habe bis jetzt still bei dir mitgelesen.
Du hast viele Hinweise bekommen, bei denen du ansetzen kannst. Bisher hatte ich den Eindruck, dass du (noch) nicht bereit bist, sie wahr zu nehmen.
Das verlangt von dir einen Veränderungsprozess, der in Gang kommen muss.
Deine Fragen sind berechtigt, wenn gleich dir die Antworten u.U. nicht gefallenwerden.
Als Alkoholiker möchte ich sie dir aus meiner Sicht beantworten.
Es ist meine Erfahrung und jeder Weg ist anders, aber in der Sucht gibt es viele Gemeinsamkeiten.
Ich würde gerne erfahren, ob andere es geschafft haben sich dem Partner mit Alkohol Problemen anzupassen.
Sich einem Süchtigen anzupassen, bedeutet sein eigenes Leben auch dem Alkohol unterzuordnen, wie der Süchtige.
Bei dieser Startegie wird es zwei Verlierer geben.
Ich bin mit meiner Frau noch zusammen.
Meine Frau hat sich frühzeitig Hilfe geholt und sich abgegrenzt. Sie hat ihr Ding gemacht und hat mich meins machen lassen.
Mir war irgendwann klar, dass sie sich trennen wird, wenn ich weiter saufe.
Das hat sie mir so deutlich nicht gesagt, aber durch ihr Handeln gezeigt. Wir haben uns immer mehr voneinander entfernt und der Tunnel in dem ich mich befand wurde immer enger.
Heute bin ich ihr dankbar, dass sie so gehandelt hat!
Wie haben andere es geschafft, das der Partner sein Alkohol Problem erkennt?? ( Freunde verlieren reicht offensichtlich nicht, Kritik von außen stehenden auch nicht)
Verschweigen soll man es nicht. Viel mehr hat mich erreicht, dass sie mehr und mehr ihren eigenen Weg gegangen ist, dem ich mit Alkohol nicht folgen konnte.
Sie hat ihr Leben gelebt, um sich vor mir und meiner Sucht zu schützen.
Ich habe Jahre gebraucht um meinen Tiefpunkt zu erreichen, an dem ich selbst handeln konnte, denn nur ich konnte etwas bewirken.
Immer wiederkehrende Kritik und Diskussionen haben nur dazugeführt, dass ich mich zurückgezogen habe, heimlich getrunken habe etc..
Ich wusste, dass dass die Kritik berechtigt war. Hätte ich es zugegeben, hätte ich handeln müssen, das konnte ich nicht, die Sucht war stärker.
Wie lange dauert es bis man einsieht das man ein Problem mit Alkohol hat.
Dass ich ein Problem habe und später, dass ich Alkoholiker bin, war mir jeweils bald klar.
Fragst du das 100 Alkoholiker, wirst du 100 Antworten bekommen, die sich unterscheiden.
Meine Frau hat nicht darauf gewartet. Sie ist ihren Weg gegangen und irgendwann wäre ihre Leidensfähigkeit und Toleranz am Ende gewesen.
Was kann ich tun um ihm klarzumachen das er seiner Gesundheit schadet. … obwohl vor kurzem erst Herzschrittmacher, Gicht , .. so das er es selber sehen müsste.
Nichts! Aber du kannst viel für dich tun, siehe die Beiträge der anderen hier im Forum.
Ich wusste, dass ich meine Gesundheit ruiniere und ich habe es gespürt und ich habe Panik bekommen, dass ich irgendwann sterbe, wenn ich nicht aufhöre, aber ich wusste nicht wie.
Klar wusste ich, dass ich zum Arzt gehen kann und dass es Entzugsklinken gibt, aber die Sucht hat mir Angst vor einem Leben ohne Alkohol gemacht und die hätte mir keiner nehmen können.
Wie kann ich ihm helfen, wenn der Hausarzt meint.. das sei allein sein Problem?
Gar nicht! Mach es seinem Hausarzt gleich, denn auch der Arzt weiss, dass er nicht helfen kann, wenn "Er" sich nicht helfen lassen will. Er ist süchtig.
Die Sucht bestimmt die Regeln und damit die Zeit.
Zusammengefasst, du kannst nur für dich etwas tun, damit es dir gut geht und damit tust du etwas für ihn.
So war es bei uns.
Es ist ein Weg, aber keine Garantie für das Fortbestehen der Partnerschaft. Der Alkohol hatte mich verändert und viel Vertrauen wurde zerstört.
Wenn noch gegenseitige Wertschätzung übrig ist, kann auch das Vertrauen als Basis für einen Neuanfang wieder wachsen.
Viele Grüße
Nayouk