Beiträge von Nayouk24

    Alles ok, das Zitieren lernst du ganz schnell.

    ich sehe mich als Alkoholiker und ich will für immer ein abstinentes Leben führen.

    Das ist eine ganz wichtige Erkenntnis von dir für dich.
    Die Familie leidet unter dem Alkoholiker, aber du hast für dich entschieden, dem Alkohol endgültig abzusagen.
    Du willst für dich abstinent werden, darum geht es. Alles andere wird sich daraus ergeben.
    Wann hast du das letzte Mal getrunken?

    Und der Punkt, um wirklich wieder aufzuhören, muss wieder gefunden werden, da braucht es aber wieder so was wie einen Tiefpunkt.

    Das finde ich eine wichtige Aussage, denn begebe ich mich einmal in den Sumpf des doch mal „Ausprobieren-Wollens“, mit dem Hintergedanken, wenn’s nicht klappt höre ich halt wieder auf, dann habe ich ausgeblendet, was es bedeutet hat, meinen Tiefpunkt zu finden.

    Blendi, ich erinnere mich noch an meine fünf Monate Abstinenz. Das war schon ne Hausnummer😉

    Da gabs mal zwischendurch Irritationen, aber du hast nicht gekniffen und bist dran geblieben👍

    Herzlichen Glückwunsch zu deinen
    5️⃣ Monaten Abstinenz💐

    Hallo Robyn,

    Aber meistens werde ich wohl einfach lesen. Denke, das ist auch ok.

    Für das Forum ist es ok, natürlich. Wenn du bei anderen liest, wirst du sicher auch feststellen, wie sich aus dem Austausch über die Zeit eine Veränderung bei manchen Usern ergibt.
    Ich habe mir am Anfang auch erstmal ein paar Hörner abstoßen müssen, bis ich es zugelassen habe, dass andere etwas über mich wissen, was mir vorher unangenehm war. Aber genau dann entwickelt sich die Kraft eines Austausches, welche die Hilfe zur Selbsthilfe für dich sein kann. Der umsetzende Part bist immer du.
    Du musst ja nicht gleich in die Vollen gehen😉
    Probier es einfach aus, nutze das wertvolle Potential dieses Forums für dich, denn nur darum geht es.

    Viele Grüsse
    Nayouk

    Ja und du bist nüchtern in der Lage die Steine des Berges zu erkennen.
    Ich habe mir manchmal die Steine sortiert, in dem Bewusstsein, dass ich nicht alles gleichzeitig schaffe.

    Steine
    - unbedingt sofort
    - ja, aber nicht morgen
    - hat ein bisschen Zeit
    - muss das sein/brauch ich das
    - wäre schön

    Wenn die "Unbedingts" weg geräumt waren, ist oft aus dem hohen Berg noch ein flacher Hügel geworden;)

    Kannte ich vorher so nicht.

    In meiner nassen Zeit mit Bier waren ja immer vermeintlich genügend Nährstoffe vorhanden inlusive dem Alkohol, den die Zellen in der Sucht fordern.

    Fällt das Bier weg muss die Flüssigkeitsmenge ersetzt werden und die Energiegewinnung umgestellt werden und das braucht mal wieder Zeit.

    Über den Tag kommt da einiges zusammen. Hinzukommt dass mit der Zeit wieder mehr Aktivität möglich ist.

    Bei mir hat sich das mittlerweile wieder eingependelt. Allerdings muss ich wirklich darauf achten, dass ich genügend trinke, vorher war das automatisch.

    Klingt doch logisch, oder?

    Liebe Grüsse

    Nayouk

    aber auch viel Positives dazwischen

    Hallo Leonie,
    ich musste erst wieder lernen, die positiven Dinge des Lebens zu erkennen.
    Und meistens sind es die kleinen Dinge.
    Wenn ich ihnen Achtsamkeit schenke, sind die nicht so schönen Dinge des Alltags nicht mehr so groß.

    Beispiel: Ich saß heute Mittag mit einer Tasse Kaffe draußen. Da zwitscherte eine Amsel in den höchsten Tönen und sehr laut.
    Immer in einer Gesangspause antwortete eine weiter entfernte Amsel, nur leise zu hören.
    Ich fand es wohltuend, dass ich diese Amselunterhaltung wahrgenommen habe.

    LG
    Nayouk

    Hallo Carmen,

    durch die Sauferei ist über die Zeit viel Vertrauen verloren gegangen.
    Du hast die Entscheidung getroffen, ein abstinentes Leben zu führen.
    Deine Familie registriert das sicher, aber woher sollen sie den Mut für neues Vertrauen nehmen?
    Sind sie doch zu oft enttäuscht worden, so war es jedenfalls bei mir.

    Was war kannst du nicht mehr ändern, aber was kommt kannst du bestimmen.
    Zugegeben, es ist nicht hilfreich, wenn dir dein Mann Vorwürfe macht. Vlt. bist du auch seit langer Zeit wieder für ihn erreichbar?

    Und irgendwann wird dein Mann und dein Sohn erkennen können, dass sie Vertrauen wieder aufbauen können.
    Du hast einen harten Schnitt gemacht und hast dich auf einen anstrengenden Weg begeben, der dich belohnen wird.
    Deine Familie hatte dieses tiefe Gefühlsereignis nicht, sie können nur beobachten und ihre Schlüsse daraus ziehen.
    Gib dir und ihnen Zeit und stelle deine Abstinenz an erste Stelle.

    LG

    Nayouk

    Blendi, du hörst dich aufgeräumt an.

    Den "inneren Antreiber" hatte ich auch einige Zeit, er war aber nicht die Suchtstimme die ich kannte.
    Den Gedanken, dass er antreibt um nach getaner Arbeit den Durst löschen zu können ,finde ich interessant.
    Quasi die Suchtstimme im Tarngewand.
    So nach dem Motto, "Mach ihn/sie schön fertig, dann kommt die Chance für das erste Glas", weil es früher so war.

    LG
    Nayouk

    Habt ihr eigentlich ein Mantra, Glaubenssatz oder wie man das sonst so nennt? Ein Satz, ein Wort oder so, der/das euch hilft, erdet oder sonst was.

    Bei mir ist es der Satz "Trinken ist keine Option".


    Ich habe den Satz hier gehört und schon einige Male gedacht. Ein Glaubenssatz ist es nicht, es ist meine Überzeugung.

    Ich lebe das Leben.

    Heute ist der 6. des Monats und das bedeutet wieder 1 Monat gelebte Freiheit und das seit 15 Monaten.
    Ja, ich war unfrei. Alles drehte sich um das Suchtmittel Alkohol. Ist genügend da? Wann muss ich wieder Nachschub holen? Wie verstecke ich den Alkohol? Wie entsorge ich die leeren Flaschen? Wie komme ich über den Tag? An was muss ich alles denken, wenn ich Termine habe?
    Und an was muss ich alles denken, damit es keiner merkt?

    Damit war der Stresslevel, den ich ertragen konnte, mehr als erreicht. Alles was dazu kam habe ich abgeblockt, mit den abenteuerlichsten Erklärungen.
    Ich war gefangen in mir selbst.
    Einen Arzt aufsuchen, mir fremde Hilfe holen, kam aus Scham und Angst lange nicht in Frage.
    Und so war ich weiterhin gefangen, gefangen bis ich nicht mehr weiter konnte.

    Und dann ging es doch, weil es nur noch diesen Weg gab, aus der Suchtspirale auszusteigen, die Sucht zu stoppen.
    Ich werde mein Leben lang alkoholkrank bleiben, aber ich habe die Krankheit gestoppt.
    Der Anfang war nicht leicht, aber auch da war jeder neue Tag ohne Alkohol ein Tag in Freiheit. Eine Freiheit, die ich nicht mehr kannte.
    Ich habe akzeptiert, dass ich keinen Alkohol mehr trinken kann.
    Ein Alkoholiker kann nicht zurück zu einem Trinkverhalten eines Nicht-Süchtigen. Punkt. Ende. Aus.

    Für mich kam die Erkenntnis, dass Alkoholismus eine psychische Krankheit ist. Bis dahin war ich von psychischen Krankheiten verschont geblieben.
    Hier im Forum, immer wieder zu lesen, der Satz: „Nur nicht trinken reicht nicht“.
    Deshalb bin ich hier in diesem Forum. Hier habe ich gelernt, was ich mir aneignen kann und was ich verändern will. Nicht von heute auf morgen, aber von Anfang an bis heute.

    Ich hatte verstanden, wenn ich so weiter mache, wie gehabt, lande ich im günstigsten Fall im Krankenhaus. Es ist nur eine Frage der Zeit. Angst und Scham habe ich vlt. noch, aber sie spielen keine Rolle mehr.
    Es war die Einsicht in das Notwendige.

    „Freiheit ist die Einsicht in die Notwendigkeit“ (von Georg Wilhelm Friedrich Hegel).

    In diesem Kontext war es meine Einsicht in die eigene Krankheit.

    Viele Grüsse

    Nayouk

    Hallo Blendi,

    ist es nicht schön zu spüren, wie Körper und Geist sich erholen.
    Alkohol bewirkt eine hohe Ausschüttung des Stresshormons Cortisol und dadurch gerät das ganze System von Anspannung und Ruhe aus dem Gleichgewicht. Der Körper befindet sich im Dauerstress. Unruhe, Anspannung, Schlafstörungen etc. sind die Folge.
    Lebe ich abstinent, normalisiert sich das System langsam (deswegen brauche ich Geduld) wieder und ich kann meine Energie für sinnvolle geistige und körperliche Dinge einsetzen.

    Hallo Layana,

    zu allererst solltest du deinen eigenen Wahrnehmungen vertrauen.
    Es wird sich demnächst eine zuständige Moderatorin bei dir melden.
    Bis dahin kannst du dich hier schon einmal umschauen.

    Viele Grüße
    Nayouk