Beiträge von Nayouk24

    Wir hatten zwar oft Streit in den letzten Jahren aber der Alkohol hat uns immer wieder zusammen geführt und jetzt ist das weg weil ich nicht mehr trinke.

    Ich lass deinen Satz mal so stehen und ich denke, da steckt viel Wahrheit drin. Nur, was folgt daraus. Alkohol als Beziehungsklebstoff taugt nichts und für dich ist er sowieso tabu. Gibt es etwas anderes, was euch wieder zusammenführen könnte, was ihr euch vlt. erst gemeinsam erarbeiten könnt. Mir fällt aus meiner Ehe dazu „Tanzen“ ein. Wir haben mehrere Tanzkurse besucht, 1x die Woche, regelmäßig, ist zwar etwas eingeschlafen, aber es war etwas Gemeinsames und kann wieder aktiviert werden. Auch haben wir darüber neue Bekanntschaften zu anderen Paaren bekommen.

    Sonst fällt mir nur noch ein klärendes Gespräch ein, indem du klar aufzeigst, welches deine Bedingungen für eine gemeinsame Zukunft sind und in dem du ihr nochmal klar machst, was ihr Verhalten dir gegenüber, als Süchtigem, bedeutet. Daraus leiten sich Bedingungen ab, die für dich nicht verhandelbar sind um deine Gesundheit und am Ende dein Leben zu schützen. Wenn du diesen Schritt gehst, solltest du dir über dein konsequentes Handeln, welches darauf folgt, im Klaren sein.

    über meine Sucht gesprochen und zweimal davon war sie beschwippst.

    dabei stört es sie ja eher das ich nicht trinke.

    Es scheint sie nicht nur zu stören, es scheint ihr regelrecht unangenehm zu sein. Meine Frau stand Jahrelang unter dem Einfluss meiner Trinkerei und sie sucht heute nicht gerade das Gespräch darüber, sie ist froh, dass es vorbei ist.
    Am Ende meiner Reha hatte sie mit mir und meinem Therapeuten ein langes Gespräch. Ich habe nicht viel gesagt, aber sie hat viel gefragt und bekam auch Antworten. Ich denke, das hat ihr viel Einblick gegeben.
    Am Ende muss Deine Frau genauso wie Du akzeptieren, dass Du alkoholkrank bist und was das für Eure Beziehung bedeutet.

    Das klingt sehr verfahren.
    Bei dir lese ich heraus, dass du trotz deiner Alkoholkrankheit vieles unternimmst, damit ihr wieder zusammenfindet.
    Hast du eine Ahnung, was deine Frau möchte, was sie stört, wo sie hin will?

    Es hört sich jedenfalls sehr belastend für dich an und du musst jetzt in erster Linie für dich da sein.
    Kannst du etwas heute Abend machen, was deins ist, denn reden scheint ja im Moment nicht zu gehen.

    Ich frage mich gerade, ob es sinnvoll ist, ihm in nüchternem Zustand zu sagen, dass er Alkoholiker ist. Er wird es natürlich verleugnen....

    Hallo Sonnenblume1972,
    ich melde mich bei dir als abstinenter Alkoholiker.
    Was erwartest du durch solch eine Aussage?
    Du weisst es und er wahrscheinlich auch. Zugeben wird er es nicht, dann müsste er sich ja mit den daraus folgenden Konsequenzen auseinandersetzen.
    Wenn er Alkoholiker ist, dann muss er trinken, weil er abhängig ist.
    Nur er kann sich helfen, wenn er zur Krankheitseinsicht gelangt. Dann kann er sich Hilfe suchen. Das ist seine Verantwortung .
    Erste Anlaufstelle ist sein Arzt.

    Du kannst für ihn gar nichts tun, da stimme ich Marie04 zu, aber du kannst etwas für dich tun.
    Deine Grenzen festlegen und setzen. Was bist du bereit zu tolerieren und was nicht, damit es dir gut geht, und was folgt daraus.
    Eines solltest du dabei wissen, in der Sucht gibt es nur eine Richtung und die zeigt nach unten,
    es wird über die Zeit wahrscheinlich schlimmer werden.

    Viele Grüsse

    Nayouk

    Traurig war falsch ausgedrückt, es hat mich berührt, dass du dir die Mühe gemacht hast meinen Faden zu lesen.

    Wenn ich jemanden etwas ausführlicher schreibe, will ich sicher sein, über was ich schreibe.

    Dein Schreiben hat mich grad sehr berührt und hat irgendwas in mir ausgelöst. Aber es ist eher eine Traurigkeit, weil ich weiss, das du Recht hast

    Es hat dich berührt und es hat was ausgelöst, aber du fühlst eine Traurigkeit, weil du etwas für dich erkennst, was ich geschrieben habe?

    Ich denke, die Dinge über die du traurig sein könntest, sind Dinge, die du ändern kannst. Wenn du genau da mal genauer hinschaust eröffnet sich vlt. ein weiteres Stück deines Weges.

    Dein Schreiben hat mich grad sehr berührt und hat irgendwas in mir ausgelöst. Aber es ist eher eine Traurigkeit, weil ich weiss, das du Recht hast

    Traurigkeit? Traurigkeit, dass du keinen Alkohol mehr trinken kannst, kann es nicht sein, das wusstest du vorher schon.
    Was macht dich , von dem was ich geschrieben habe, traurig?

    Hallo Heuel,

    "für immer" hat mir nur ganz am Anfang Angst gemacht, weil ich nicht wusste, wie ich es erreichen kann.
    Später war es die Angst, dass ich schwach werde und einen Rückfall erleide.
    Mit der Zeit wurde meine Haltung zur Abstinenz immer klarer und das gab mir Sicherheit.

    Du hast mal geschrieben, dass du dich als "Belohnungstrinker" siehst.
    Heute habe ich was geleistet und es hat super geklappt, da belohne ich mich mit einem Glas.
    Das sind Muster, an denen ich zuerst hart arbeiten musste. Heute kann ich mich ohne Alkohol belohnen.

    Dir wird hier ein grosser Erfahrungsschatz offeriert, den du nutzen kannst indem du dich hier mitteilst.
    Ich habe gerade deinen Faden nochmal quer gelesen. Oft lese ich einsilbige Antworten. Ich lese wenig Reflektion bei dir.
    Wenn sie bei dir stattfindet ist das auch ok, aber es macht den Eindruck, dass du "kurz" schreibst, um Deine Ruhe zu haben.

    Meine Arbeit war, an meiner inneren Haltung zu arbeiten, sie zu hinterfragen und auch hier hinterfragen zu lassen.
    Dann habe ich oft neue Ansatzpunkte gefunden und es ging weiter und ich wurde stabiler und sicherer, Angst habe ich keine mehr.
    Das ist die Hilfe zur Selbsthilfe und die bekomme ich, wenn ich mich öffne und ehrlich zu mir selbst bin und mich immer und immer wieder hinterfrage,
    auch mit Hilfe des Forums, denn das Forum sagt mir, ob ich auf dem richtigen Weg bin, oder ob ich mich verrenne, mich selbst täusche oder auch vernachlässige.

    Überlege, ob das in Zukunft, ab jetzt ein Weg für dich sein kann. KaDett hat dich gefragt, wie es dir geht, so kam der Dialog zustande.
    Gehe nicht das Risiko ein, alles mit dir selbst auszumachen, dann ist das Forum für dich wertlos. Nutze es und es wird dir helfen, dir selbst zu helfen.

    Liebe Grüsse

    Nayouk

    Was habe ich(Du) für Gedanken ?
    Ganz im Hinterstübchen,
    denke ich da, dass ich irgendwann doch wieder kontrolliert trinken kann,
    rede ich Gefahren klein, weil sie mir nicht ins Konzept passen,
    gehe ich bewusst Risiken ein, die ich nicht einschätzen kann,
    habe ich ein ungutes Gefühl und denke trotzdem, wird schon gut gehen,
    und
    kenne ich mich gut und weiss, wann oder mit was ich mich überfordere,
    kann ich das frühzeitig spüren und zuordnen (Unruhe, Herzschlag, Kreislauf, Unsicherheit, Panik,,,,)
    kenne ich meinen Notfallkoffer, sprich Massnahmen, die mir sicher helfen,
    habe ich sie dann bei Suchtdruck parat, kann ich sie "blind" anwenden, ohne gross nachzudenken,
    und das was dorothea schreibt,
    habe ich immer einen Plan B, damit ich eine Situation selbstständig (z.B. ich bin selbst mit dem Auto da) und ohne Rücksicht auf andere (was sollen denn die anderen von mir denken, ) verlassen kann,
    kenne ich meine innere Haltung, ist sie gefestigt und denke ich, dass ich mich auf sie verlassen kann.

    Mehr fällt mir heute auch nicht mehr ein:sleeping:

    Warum findest du, dass ich nicht danach handle?

    Weil ich mit dem, was ich rausgelesen habe, so nicht handeln würde. Vlt. habe ich eine falsche Vorstellung von deiner Tätigkeit. Aber eins ist doch richtig,
    du bist quasi beruflich mehr oder weniger von Alkohol umgeben, ob du willst oder nicht.

    Ich empfinde es so, dass du dir dem Risiko bewusst bist

    Wenn ich richtig zähle, bist du jetzt ca. 3 Monate abstinent und bis die Saison startet, ist noch ein Weilchen hin. Nutze die Zeit intensiv.
    Ein Risiko wird es bleiben.
    Für mich ist das Forum ein wichtiger Begleiter auf meinem abstinenten Weg, auf dem ich auch erkannt habe, dass ich Risiken unterschätze.

    was machst du konkret um deine trigger zu entlarven? wie sehen deine überlegungen aus herauszufinden wie du mit wut, frust, angst und trauer zukünftig umgehen willst.

    Das finde ich eine ganz wichtige Frage. Wenn ich überlege, habe ich dafür ein Jahr gebraucht und ich bin noch nicht fertig.

    Viele Grüße
    Nayouk

    Hallo Perdita,

    da gibt es bestimmt ganz viele Gründe, warum du dich fürs Dort-Bleiben entschieden hast.
    Du hast deine Priorität gesetzt.
    Die Abstinenz steht für mich an erster Stelle und ist nicht verhandelbar, das denkst du wahrscheinlich auch, gehandelt hast nicht danach,
    so stellt es sich für mich dar.

    Ich gehe auch Risiken ein, die mir bewusst sind, ich bin darauf vorbereitet und kann aber jederzeit aus der Situation raus.

    Bei dir ist das aber eine andere Nummer.
    Ich stelle mir gerade vor, du hattest einen stressigen Tag, Gäste müssen noch Weinflaschen aufs Zimmer bekommen, danach gehst du auf die Terasse,
    wo andere Gäste schon in gelöster Stimmung sind und sie freuen sich, dass sie dich sehen und laden dich zu einem Glas ein.
    Dem kannst du widerstehen, aber mit schlechtem Gewissen, da du die Gäste gerne "wertschätzen" möchtest.
    Dann bist du irgendwo weiter und Alkohol steht in deiner nächsten Nähe rum, kurz alleine, der Stress ist noch da, das mit den Gästen nervt, gerade ist dir alles zuviel und eigentlich denkst du, ach komm, ein Glas nur heute.
    Solche Momente werden ständig kommen, jeden Tag und irgendwann passiert "es". Ist es das wert?

    So wie du, habe ich auch einen qualifizierten Entzug mit Entwöhnung und Therapie gemacht.
    In einem Umfeld, wie du es beschreibst hätte ich am Anfang nicht bestehen können und
    wenn ich mir das für mich heute vorstelle, wäre das ein Risiko, welches ich heute und in Zukunft nicht eingehen würde.

    Ich empfinde es so, dass du dir dem Risiko bewusst bist aber denkst, dass du da irgendwie durch musst und einen Weg finden wirst.

    Musst du da irgendwie durch oder willst du ?

    Viele Grüße

    Nayouk