Beiträge von Nayouk24

    Bin ja schon 8 Monate trocken.

    Das hatte ich von Ende Dezember/Anfang Januar noch in Erinnerung:

    Deshalb steht für mich diese Trockenarbeit an. Das habe ich noch nicht gemacht. War hauptsächlich damit beschäftigt trocken zu bleiben. Ich weiß nicht mal wie man diese Trockenarbeit am besten und effektivsten angeht.

    Habe keinen Plan wie ich meine Psyche unterstützen und mir da Gutes tun kann.

    Heute schreiben wir den 17. Januar!
    Deshalb meine ich, bist du ganz schon flott unterwegs. Es ist ja auch okay und da du schon 7 Monate trocken warst, als du hier ankamst, hat das bei dir auch nichts mehr mit der anfänglichen Euphorie zu tun. Wie sich „trocken“ anfühlt, wusstest du bereits.

    ich hab das Gefühl, dass ich in meiner Trockenheitsarbeit einen riesen großen Schritt getan habe.

    Das Gefühl habe ich bei dir auch, vor allen Dingen in der kurzen Zeit.
    Du bist interessiert und reflektiert und setzt Erkenntnisse, die du gewonnen hast, um.

    Mich hat das zunehmend stabilisiert, wenngleich ich zugeben muss, dass ich dafür etwas länger gebraucht habe.
    Spielt aber auch keine Rolle. Es ist nicht wie, habe ich 6l getankt, kann ich 100km fahren. Da gibt es keine einfache Formel, wie ich den Wirkungsgrad berechnen kann, aber ich spüre die Wirkung irgendwann und das finde ich sehr motivierend. Das lese ich bei dir heraus.

    Ich habe es irgendwie begriffen, dass für manches einfach Ruhe und Geduld und auch Gelassenheit notwendig ist.

    Damit hast du dir einen großen Gefallen getan.

    Bleib dran, da ist noch mehr zu entdecken, nur dabei nicht die Basics vernachlässigen;)

    Viele Grüße

    Nayouk

    Aus dem Grund rate ich Dir, besonders jetzt zu Beginn, nicht öfters an irgendwelchen "Bierkisten" vorbeizulaufen, um das auszutesten.

    Das dachte ich auch und ich hoffe für dich, dass in deinem Keller keine Kiste steht.

    Ich bin nach 5 Monaten im Keller auf ein 6 Pack gestossen, weil ich es da versteckt hatte. Suchthirn sprang sofort an. Ich war alleine, bin sofort aus dem Keller hoch und habe später meine Frau gebeten, das Richtige zu tun.
    Fehlte nur noch, dass ich gestresst, traurig oder sonst was gewesen wäre, ….

    Hallo Paul,

    ich stütze offensichtlich immer noch meine inneren Mauern oder muss es tun,

    das ist eine treffende Beschreibung.

    Ich glaube, bei so einer 1-wöchigen Dienstreise werde ich wohl immer an meine Mauern kommen, egal wie lange ich abstinent bin. Entscheidend wäre, das ich immer gehen kann, ohne Rücksicht nehmen zu müssen.

    Viele Grüsse

    Nayouk

    Bis jetzt macht mir das nichts aus

    Es geht nicht darum, ob es Dir was ausmacht, es geht darum, dass Du nicht getriggert wirst und das kannst Du nicht vorhersehen und die Hürde bei Suchtdruck möglichst hoch zuhalten. Du müsstest erst an die nächste Tanke um an Alkohol zu kommen und bis dahin ist er hoffentlich schon wieder vorbei, wenn du reagiert hast.
    Es ist ein Schutz für dich, gerade am Anfang, wenn du bzgl. Alkohol noch sehr labil bist.

    Irgendwie ist das für mich sehr ungewohnt mit Menschen ohne ihren Namen zu kommunizieren,

    Wieso? Ich heiße Nayouk😉

    Wenn die Entscheidung über Leben oder Tod davon abhängt, wieviel ich mich mit meiner Krankheit auseinandersetze, dann will ich ganz bestimmt mehr als zu wenig machen.
    Der Körper ist nach ein bis zwei Woche weitgehend durch, die Seele braucht Monate, manchmal sogar Jahre.
    Die Seele folgt dem Handeln, daran merke ich es.

    Was mich selbst betrifft, so hatte ich bis vor meinem Reha Aufenthalt keinen Kontakt mit Therapien.
    In der Reha habe ich gemerkt, dass es etwas mit mir macht, ich konnte es aber nicht greifen.
    Erst als ich wieder Zuhause war, habe ich gemerkt, dass die Nadel in die richtige Richtung zeigt.
    Sie konnte sich aber noch nicht richtig festlegen und schwankte etwas hin und her 😉
    Heute zeigt sie sicher in eine Richtung.

    Du hast geschrieben, dass du gerade beim umsetzen bist. Kennst Du schon die Grundbausteine?

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Es ist ja die Erinnerung an das eigene Handeln in der nassen Zeit, bei mir war es überwiegend das eigene Unvermögen, dass ich nicht gehandelt habe um mich aus der Suchtspirale (früher) zu befreien.

    Es ist wie es war und ich kann es nicht mehr ändern und mir ist der Ausstieg zum Schluss gelungen.
    Jeder Alkoholiker, der sich auf den nüchternen Weg macht und sich ein abstinentes Leben aufbauen kann, dem zolle ich großen Respekt, denn es ist eine enorme physische und psychische Leistung und manch Nicht-Alkoholiker würde an einer vergleichbaren Herausforderung scheitern. Diesen Respekt erbringe ich mir selbst gegenüber auch und wer es möchte kann auch stolz auf sich sein.
    Diese Erkenntnis steigert das Selbstwertgefühl und mit der Zeit wich meine Scham einer gesunden Selbstachtung.

    Kennst du den Text vom Mitbegründer der AAs ? „Wenn du einem geretteten Trinker begegnest…..“

    Du musst nur die Sichtweise ändern.

    Hallo undee,

    Herzlich willkommen. Schreiben ist ein gutes Mittel um die Gedanken klarer zu bekommen,
    ob für dich auf einem Blatt Papier oder hier in deinem Thread.
    Hier hat es den Vorteil, dass du Rückmeldungen erhältst und damit in einen Austausch kommst.
    Wieviel und was, das entscheidet jeder für sich selbst.

    Ich wünsche dir einen guten Austausch.

    Viele Grüße
    Nayouk

    bin schon wieder am Schreiben hier im Forum.

    Dafür bist du hier und deine Gedanken haben einen Bogen gespannt zurück zu deiner Abstinenz.
    Immer und immer wieder, jeden Tag, dann funktioniert das Umprogrammieren, so ist es jedenfalls bei mir.
    Oft ist mir der direkte Zusammenhang gar nicht bewusst aber es hat seinen Anteil am Umprogrammieren.

    Das freut mich für dich und auch, dass du gut ins neue Jahr gekommen bist.
    Dein „Retreat“ klingt interessant. Alles was stören könnte, wird ausgeschaltet und man ist auch viel mit sich alleine.
    Dann kann man einen Zugang zu sich selbst finden, wenn man sich darauf einlassen kann.