Beiträge von Nayouk24

    Hallo Zwieback,

    Das KH, wie Du jeden Tag daran baust. Ein schönes Bild, gefällt mir.

    Ich habe ein anderes Bild, jeder hat sein eigenes.
    Hätte ich auch ein Kartenhaus, so gäbe es Karten mit unterschiedlichen Funktionen. Achtsamkeitskarten,Alltagskarten, selbstfürsorgekarten, Entspannungskarten, Beschäftigungskarten, Arbeitskarten, Sportkarten, Sonderkarten und Spezialkarten etc.
    Die Karten, die für die Statik des Hauses sorgen, sind die, auf die ich besonders aufpassen muss. Ich sollte sie vlt. Durch weitere Karten unterstützen, damit sie die Verantwortung nicht alleine tragen müssen. Dann kann auch mal eine Karte einknicken, das Haus bleibt trotzdem stehen.
    Jeden Tag wird das KH durch eine Karte erweitert. Mit der Zeit sind es schon ganz viele Karten. Die Statik ist stabil und ich kann nun mehr und mehr auch Karten für neue Funktionen einsetzen. Wächst das Haus in die Höhe, muss ich immer darauf achten, dass die Statik mit wächst……

    Viele Grüße

    Nayouk

    Die letzten Tage waren nicht meine Tage. Ich bin geistig abwesend, Motivation zu etwas fällt mir schwer. Ich bin lustlos und verzettele mich. Die Stunde gestern im Fitnessstudio habe ich abgespult, es war ja für die Gesundheit.
    Mein Belohnsystem ist derzeit nicht ansprechbar, so als ob Umbaumaßnahmen im Gange sind, quasi „Under Construction“.
    Trotzdem, was ich anfange mache ich fertig und es ist sogar ok, das Ergebnis.

    Neulich thematisierte ein Podcast die erlebte Zeit der ersten 2 Jahre Abstinenz. Immer wieder Ups and Downs. Zu den Downs sagte der Autor, ich musste da durch, trotz Tools und sonstige Hilfen, ich selbst musste da alleine durch und es hat sich gelohnt, dran zu bleiben und durchzuhalten, jedes Mal.

    Die jetzigen Umbaumassnahmen sind, glaube ich, fast abgeschlossen. Wahrscheinlich kommen noch weitere.

    Heute war jemand da. Es wurden Möglichkeiten und Details besprochen auch Kosten, da eine Investition ansteht. Ich war ganz bei mir, habe meine Sicht und Interessen vertreten. Bin für mich eingestanden, war konsequent.
    Ein Wochenende wollte ich mir für die Entscheidung noch Zeit geben. Montag geht die Bestellung raus.

    Nach dem Termin, viel später, kam mir der Gedanke, dass ich keinen Gedanken an Alkohol hatte.
    Weder davor, noch mittendrin und auch nicht danach. Ich war ich selbst, gelassen, konzentriert, auf Augenhöhe.
    Ich musste mich nicht vorher auf „den“ Level trinken, damit ich funktioniere.
    Ich musste mich nicht verstellen, damit man nichts merkt.
    Ich musste mich nicht beeilen, damit es schnell vorüber ist und ich musste mich danach nicht belohnen, weil es nötig war.

    Es ist einfach so passiert und das ist ein richtig schönes Gefühl.
    Wenn mein Belohnsystem wieder auf Empfang ist, muss ich das unbedingt erzählen.

    Viele Grüße
    Nayouk

    Hallo Naira,

    ich sehe, dass Du Dich ganz gut auskennst, mit den biochemischen Prozessen der Alkoholkrankheit.

    Mir hat es geholfen die Zusammenhänge zu verstehen.
    Ich habe eine schwere Krankeit und sie ist nur durch lebenslange Abstinenz zu stoppen.
    Das ist die Wirkungs-Ebene, sie ist aber durch die Ursachen-Ebene zu erklären. Mir hat es sehr geholfen.
    Aber egal wie ich es mache, entscheidend ist, dass ich diese Tatsache akzeptiere und danach mein Handeln ausrichte.
    Und deshalb bin ich hier.

    Ich habe mich auch informiert über ADHS und Alkohol.

    Personen mit ADHS und Alkohliker haben eins gemeinsam: veränderte Impulskontrolle, Du hast es ja quasi geschrieben.
    Du wirst bestimmt mit Deinem Arzt ein besonderes Augenmerk auf diese Paarung haben.

    Viele Grüsse

    Nayouk

    Hallo Naira,

    Ich habe sehr schnell Verbesserungen bemerkt (Schlaf, Haut, Magen, Haare, Kreislauf)

    Das sind alles körperliche Symptome der Erholung.
    Was ist mit Deiner Seele, Deine Psyche, mit den Synapsen in deinem Gehirn, die ein Nicht-Alkoholiker gar nicht hat ?

    Schon in der Reha habe ich geahnt, dass abstinent werden nicht nur heißt, dass ich die körperlichen Entzugserscheinungen wegbekomme und dann schaffe ich das schon, sondern dass da noch viel mehr ist, was ich ändern muss. Ich konnte es am Anfang nur nicht fassen, richtig begreifen.
    Ich hab mich viel damit beschäftigt und habe mir ein gedankliches Bild gezeichnet, warum es gerade am Anfang so schwer ist. Auch im Kopf in meiner Psyche läuft einiges ab, wenn der Alkohol weg ist, wenn ich abstinent bin.
    Allem voran steht die Einsicht in die Krankheit und die Akzeptanz der lebenslangen Abstinenz.
    Das braucht seine Zeit und mit der Zeit wird die Akzeptanz immer klarer und es wird leichter. Nicht zu verwechseln mit leichtsinnig.

    Gib dir da ein wenig Zeit und achte darauf, Suchtdruck gar nicht erst entstehen zu lassen oder kenne deinen Notfallkoffer, falls es doch mal so weit sein sollte.

    Ich habe mich beobachtet, wie ich wann reagiere und unangenehme Gefühle verspüre, z.B. Unruhe. Das sind die Vorboten für Suchtdruck, den ich verhindern will. Ich sag mir immer, das Haupthirn, als Gegenspieler zum Suchthirn, hat eine gewisse zerbrechliche Kontrolle zurückerlangt, das dünne Eis trägt mich sicher, wenn ich vorsichtig bin, dann muss ich doch nicht mutwillig drauf rumhopsen (z.B. mich bewusst in Situationen begeben, in denen Alkohol eine gewisse Rolle spielt). In einem Jahr ist das Eis schon dicker und ich kann mich auf dem Eis anders bewegen.
    Sollte ich doch mal Suchtdruck verspüren, dann habe ich meinen Notfallkoffer um mich da raus zuholen.
    Und ich kann daraus lernen, ob ich etwas missachtet oder ignoriert habe.

    Wie gesagt, es braucht Zeit und dieses Forum kann Dir helfen, die Zeit gut für Dich und Deine Selbsthilfe zu nutzen.

    Viele Grüsse

    Nayouk

    Ich nehme das mal zu mir.

    Kopffuessler
    21. September 2024 um 19:49


    Danke für die Einordnung Kopffuessler .
    Ich hatte ja schon geschrieben, dass wir/ich viel Glück gehabt haben.
    Manche Geschichten führen einem nur schonungslos vor Augen, wie es hätte werden können und das ist hilfreich.
    Als Alkoholiker musste ich mich am Anfang schützen, um nicht zu viel im Angehörigenbereich zu lesen. Ich hatte genug mit mir selbst zu tun.
    Dass dieses Forum beide Seiten unter einem Dach beheimatet, empfinde ich als sehr wertvoll.
    Aber auch hier gilt für beide Seiten, ich kann mich damit auseinandersetzen, ich muss aber nicht.

    Viele Grüße

    Nayouk

    Es ist gut, dass Du einen Partner an Deiner Seite hast, mit dem Du ehrlich gesprochen hast.
    Lass Dir Zeit. Du bestimmst wann und was die nächsten Schritte sind. Wir laufen ja nicht weg.
    Es ist schön zu hören, dass Du hier bleiben willst.

    Viele Grüsse

    Nayouk

    was stört mich, was kann ich ändern, was kann ich nicht ändern und womit kann ich leben.

    sorrowful oben, das war meine Aussage.
    Wie folgt hast Du mich zitiert:

    „was stört mich, was kann ich nicht ändern und womit kann ich leben.“


    Vayana kann entscheiden, etwas zu ändern und damit den für sie richtigen Weg zu finden. Das ist ein entscheidender Unterschied.

    Ich gehe mal davon aus, dass das verkürzte Zitat ein Versehen war.

    Viele Grüsse

    Nayouk

    Hier herrscht ein ziemlich harter Umgangston.

    Das ist ein offenes Forum für Alkoholiker, wir kennen Dich nicht, warum sollte Dich jemand verurteilen.
    Am Anfang habe ich das Forum auch als sehr fordernd empfunden.
    Die Kommentare, die mich am meisten angepickst haben, waren oft auch die, aus denen ich bei nachdenken am meisten mitnehmen konnte. Ich habe gelernt, die Reaktionen für mich einzuordnen. Passt es, dann mach ich was draus. Passt es nicht, dann lege ich es beiseite. Wenn etwas passt, dann war es meistens für meine Selbsthilfe wichtig und nützlich.

    Du brauchst Dich auch nicht zu rechtfertigen, wenn etwas nicht passt und wenn Du das nicht möchtest.

    Es geht um Dein ernstes Thema mit Alkohol und die Alkoholiker hier haben alle ihr ernstes Thema mit Alkohol.
    Da macht es gerade am Anfang keinen Sinn, dass wir uns Nettigkeiten austauschen, denn die helfen nicht um trocken zu werden oder zu bleiben.

    Nimm Dir Zeit und lese Dich ein, dann wirst Du sehen, wie das Forum tickt, so war es bei mir.

    Viele Grüsse
    Nayouk

    Hallo Paul,

    Super, herzlichen Glückwunsch zu

    🏅🏅🏅….359….🏅🏅🏅 Tagen,

    Deinem ersten Jahr.

    Du kannst stolz sein. Du hörst Dich sehr zufrieden und reflektiert an, gefällt mir sehr. Zu Anfang meiner abstinenten Karriere hab ich Dich „mein Frontmann“ genannt , da Du mir 3 1/2 Monate voraus bist. Es ist schön zu hören, dass es so ist und es soll auch immer so bleiben.

    Viele Grüsse

    Nayouk