Beiträge von Nayouk24

    Hm, ein interessantes Thema.
    Habe gerade drüber nachgedacht, wie ich Dank annehme.
    🙄

    Auch nicht gut. Oft sage ich sogar „…..dafür nicht“. Ist ja noch schlimmer,
    als ob es die Sache nicht wert war, mir dafür zu danken. Natürlich war sie es und es ist schön,
    dass ich dafür Dank erhalte.

    Danke für den Denkanstoß. Ich werde das mal beobachten.
    Aber ich glaube hier gilt: Übung macht den Meister.

    Ich hab so viele Entgiftungen hinter mir, immer das gleiche Spiel und sobald ich wieder draußen war, ging das Elend weiter.

    Eigentlich ist es egal, wie viele es waren. Sie gehören alle zu deiner nassen Zeit. Heute bist Du wieder am Anfang Deines richtigen Weges.

    Du bist bald einen Monat nüchtern und das ist so wertvoll.

    Deine Erfahrungswerte habe ich zum Glück nicht, aber ich könnte mir vorstellen, dass es genau hier wichtig ist tiefer rein zu hören, was die Gründe für die vielen Entgiftungen waren.
    Du hattest gestern Suchdruck. Wie hast du dir geholfen? Gemeldet hast du dich hier nicht?
    Du meldest dich morgens und den Rest des Tages machst du mit dir selber aus. So empfinde ich es, aber vielleicht liege ich da auch falsch.


    Ich war nach vier Wochen physisch und psychisch noch sehr labil. Das Forum hier ist meine Hauptsäule für die Stabilisierung meiner Abstinenz.
    Sich mitteilen, niederschreiben, die Gedanken zu sortieren, die Beiträge und Reaktionen aus dem Forum zu reflektieren und zu verarbeiten, das hat mir sehr geholfen.

    Viele Grüße
    Nayouk

    Guten Morgen Bobby,
    Ja, es ist schlimm.

    Aber jetzt bist du auf einem neuen Weg Und du bist ehrlich zu dir und den anderen. Das finde ich klasse.
    Es wird sich zeigen, wer noch Interesse an dir hat und umgekehrt.

    Manchmal kommen mir Gedanken von Situationen, wo es mir kalt den Rücken runter läuft.
    Das immer wieder erinnern und nicht vergessen gehört für mich dazu.

    Ich wünsche dir einen schönen nüchternen Tag.

    Viele Grüße
    Nayouk

    🙂ja auch das merken sie und zeigen es auch. Wir haben 2 Freigänger und der eine verrenkt sich immer was und hat dann Schmerzen, was Katzen ja mit sich ausmachen. Er ist der Starke, der Kämpfer, ist manchmal tagelang unterwegs. Er war schon 2x bei einer Physiotherapeutin. Das genießt er sehr und danach ist er das liebste Kätzchen auf der Welt.
    Also: jedem seine Therapie😉

    Zu viel in der Vergangenheit kramen ist für mich (!) nicht mehr zielführend.

    Ja, das muss jeder für sich selbst entscheiden.
    Therapie heisst für mich nicht nur, dass das ganze Leben auf mögliche Ursachen für das Saufen durchforstet wird.
    Die Festplatte muss für die notwendige Lebenseinstellung und Lebensstruktur neu beschrieben werden.
    Die Therapie hat mir geholfen, dafür offen zu sein und und mir einen Weg aufgezeigt. Ich habe gelernt, wie ein paar Sektoren und Spuren neu beschrieben werden können.
    Das hat mir für meine eigene weitere Nachsorgearbeit geholfen. Darauf konnte ich aufbauen.

    Viele Grüße

    Nayouk

    Ich war stationär in einer Therapie, die ersten 4-5 Tage Entgiftung, dann 3 ½ Wochen Entwöhnung.
    Das Besondere daran war, dass die Therapie am 3. Tag mit meinem ersten Einzelgespräch startete, zu einem Zeitpunkt, als die körperlichen Entzugserscheinungen langsam schwanden, ich aber psychisch ziemlich am Boden war. Zu einem Zeitpunkt, als meine Psyche ein zusammengeknülltes Blatt Papier war. Die Therapie habe ich so empfunden, dass das Papierknäul durch den zeitigen Start der Therapie jeden Tag ein Stück mehr sorgfältig auseinandergefaltet wurde, bis ein knittriges beschriebenes Blatt da lag. Ab dem Zeitpunkt war ich psychisch nackt, wehrlos, verwundbar und verletzlich aber auch offen und ehrlich zu mir selbst. Das war so nach 1 ½ bis 2 Wochen.

    Dann hat mein Therapeut mit mir das Blatt wieder zu einem Kelch geformt, wie der Blütenkelch einer Pflanze. Die Außenhaut der Blüte war immer noch knittrig. Beim Beschriebenen wurde das notwendigste zurechtgerückt, das meiste ist erstmal unbesehen geblieben, dafür war die Zeit zu kurz.
    In diesem Zustand bin ich nach 4 Wochen entlassen worden.
    Einpaar Tage später habe ich mich hier angemeldet.

    Die Entscheidung für diese Klinik und diese Therapie habe ich selbst getroffen. Ich hatte dazu keinen Kontakt mit einem Arzt. Das wiederum aus falsch verstandener Scham, wie ich heute weiß. Wenn schon Entzug, dann weit weg, wo mich keiner kennt.

    Zuvor hatte ich mich über Alkoholismus informiert, mit dem Ergebnis, dass mir klar war, dass ich das nie und nimmer alleine schaffe. Und ich wusste auch, wenn ich einen Entzug mache und dann bis zu einer Therapie alleine gelassen werde, wird das nicht erfolgreich sein. Ich musste mir jegliche Möglichkeit nehmen, den eingeschlagenen Weg wieder verlassen zu können. Am Ende kam dies zusammen mit dem körperlichen und psychischen Ende dessen, was ich aushalten konnte.

    Dann habe ich in der Klinik angerufen, ein paar Tage später war ich da. Ich habe bis dahin weitergetrunken, das wurde mir auch von der Klinik dringend angeraten.
    Dazu muss ich sagen, dass es eine Privatklinik war und meine KK ¾ der Kosten übernommen hat.
    Dadurch ging es so schnell und ich war privat in der glücklichen Lage, dass ich keinem mehr Rechenschaft über meine Abwesenheit von 4 Wochen ablegen musste, außer natürlich meiner Familie.

    Ob eine Therapie sinnvoll ist, ob sie mehr Erfolg verspricht usw. hängt aus meiner Sicht ganz von den individuellen Umständen und Bedürfnissen ab. Ich hatte bis dato in meinem Leben keinen Kontakt zu Psychotherapien, habe sie eher für nutzlos gehalten. Besser, ich konnte damit nichts anfangen.
    Heute hat sich mein Bild um 180 Grad gewandelt.
    Aber ganz entscheidend ist, dass ICH es will und dass ich bedingungslos und offen die Hilfe annehme, die mir geboten wird.

    Auch das Therapiekonzept und vor allem der Therapeut sind für einen möglichen Erfolg entscheidend. Da hatte ich auch wieder großes Glück, denn mein Therapeut ist seit 25 Jahren trockener Alkoholiker. Seinen Tiefpunkt hatte er mit 30 Jahren. Er stand Manchem aus der Behandlungskonzept seiner Klinik kritisch gegenüber und hat die Freiheitsgrade genutzt, die er hatte.

    Das Konzept von 4-wöchiger Therapie, fast mit sofortigem Beginn und schnellem Start der Psychotherapie hat natürlich auch seine wirtschaftlichen Gründe. Gerade für Berufstätige, insbesondere Selbstständige, ist der Zeitbedarf überschaubar und dadurch erschliesst sich eine zusätzliche „Kundenklientel“. Aber ich habe dort als Mitpatienten alle Altersgruppen aus allen möglichen Berufen gesehen und kennengelernt.

    Ich kenne keinen anderen Weg und würde diesen heute wieder bestreiten, was nicht notwendig sein wird. Ich habe bis jetzt keine weiterführende Therapie beansprucht, bin aber grundsätzlich offen dafür, wenn ich spüre, da läuft was aus dem Ruder, was ich selber u.U. nicht mehr eingefangen bekomme.

    Eine Therapieabsicht um sich selbst etwas einzureden und die Angehörigen ruhig zu stellen,
    das funktioniert aus meiner Sicht nicht. Da stimme ich dem schon Geschrieben absolut zu.

    Viele Grüße

    Nayouk

    Ich würde es heute nicht mehr unzufriedene Gedanken nennen, sondern Teil des Prozesses.
    Mein Suchthirn hat versucht, zu retten was zu retten war und der Rest des Hirns musste erstmal mit der neuen Rolle und der damit verbundenen Verantwortung klar kommen.
    Aber ja, ich hatte auch diese Gedanken, habe alles hinterfragt und manches angezweifelt.
    Da bin ich heute noch dran, aber es wird immer ein Stückchen besser, je mehr Zeit mit Auseinandersetzung und Achtsamkeit vergeht.

    Ich glaube, einen gewissen Anteil daran, dass er gegangen ist, war die Tatsache, dass er nicht gewusst hätte, wie er das hinkriegen soll ohne den Großteil seines Lebens verändern zu müssen.

    Jana,

    Ich bin zwar nicht gegangen, aber solange ich konnte wurde dem Zustand "trinken zu müssen" alles untergeordnet.
    Alles was mich daran hindern konnte wurde vermieden, aus dem Weg geräumt, oder ich habe getäuscht und verheimlicht.
    Die Ohnmacht der Sucht gegenüber lies mich immer weiter machen und dabei wurden eigene Grenzen immer weiter verschoben.
    Erst als sich die Schlinge immer weiter zuzog und ich meinen Tiefpunkt erreicht hatte, war ich in der Lage zu handeln.

    Viele Grüsse
    Nayouk

    Auch von mir die besten Glückwünsche zu anderthalb Jahren Abstinenz, lieber Stromer.
    In deinen Posts sehe ich viele Parallelen zu meiner eigenen Geschichte, gerade was auch die Haltung Deiner Frau betrifft. Es tut gut, Geschichten wie Deine zu lesen und zu erfahren, wie der Betroffene, in dem Fall Du, damit umgegangen bist bzw. heute damit umgehst. Alles Gute auf Deinem Weg.

    Viele Grüße

    Nayouk

    Liebe Wacholderfrau,

    ich freue mich immer über Rückmeldungen, auch über lange😊

    Früher hielt dieser so unangenehme Druck gefühlt ewig an und wirkte unabänderlich und ich dem ausgeliefert. Hört sich jetzt dramatisch an, ich weiß, aber ehrlich, so empfand ich das, was daraus wurde, ist ja klar...saufen...saufen...

    Genau so war es. Der Druck, die Entzugserscheinungen waren nicht auszuhalten. Das einzigste Mittel, was ich dagegen hatte, war für meinen Pegel sorge zu tragen. Saufen.

    Ich wusste, dass es andere Möglichkeiten gibt, aber sie waren hinter einer hohen Mauer, die für mich unüberwindbar war. Erst mit dem Tiefpunkt konnte ich die Mauer überwinden, oder besser unten durch kriechen.

    Viele Grüße

    Nayouk