Hallo liebe alle!
Mich treibt die letzten Tage einiges rum, und das möchte ich mit euch teilen. Vorher ein kurzes Update: meine Hündin musste ca. 1 Woche nachdem mein Partner auf Entzug ist eingeschläfert werden.. es war wenn man das so sagen kann sehr "schön". Die Tierärztin kam zu uns nach Hause, ich habe von der Arbeit frei bekommen, und habe den ganzen letzten Tag bei ihr verbracht. Ich habe natürlich viel geweint, mit ihr gesprochen, mich verabschiedet und sie gestreichelt und meine Nähe spüren lassen. Die Tierärztin war mit 2 Helferinnen bei uns, und sie waren sehr ruhig, sanft, und haben alles sehr langsam gemacht. Ich kann nur jeden empfehlen sich eine mobile Tierärztin zu suchen, meine Hündin konnte in vertrauter Umgebung, in aller Ruhe gehen. Sie war 11 Jahre meine treue Begleiterin, immer für mich da. Immer liebevoll, verspielt, verschmust, und meine Güte, was hatte die Feuer im Hintern. Sie liebte es zu laufen, zu laufen und ja, leider auch zu jagen. Sie hat alles gejagt. Hühner, Katzen, Pferde, Eichhörnchen, Mäuse, Rehe.. Sie hat leider auch einmal ein Rehkitz gestellt, dem ist aber gottseidank nichts passiert, ich bekam daraufhin Ärger mit dem Jäger.
Ich vermisse sie sehr. Bei Spaziergängen wo sie immer dabei war breche ich in Tränen aus. Ich war einmal in unserem Lieblingswald, ich werde nicht mehr hingehen.
Nachdem meine Hündin gestorben ist habe ich sofort meine Sachen gepackt und bin wieder zu mir in die Wohnung. Natürlich habe ich noch in die Wohnung gesprochen dass ich jetzt gehe und sie gerne mitkommen kann.
Mein Partner hat den Entzug schnell hinter sich gebracht, nachdem der Harn clean war folgten bald die ersten Ausgänge. Er darf am Wochenede 36 Stunden raus, und wir verbringen die gemeinsame Zeit bei mir. Es gibt so viele kleine Dinge und große Dinge, die ich wundervoll finde und mich ganz oft lächeln lassen.
Ich möchte etwas dalassen, es berührt mich so sehr, und lässt etwas in mir schwingen. Gerade das letzte Jahr vor dem Auszug. Ich konnte nicht mehr. Ich konnte nicht mehr aufstehen, wollte nur mehr verschwinden, mich auflösen, denn wenn ich mich fühlte war da nur Schmerz, Angst, ausgeliefert sein.
"so wie er sie brauchte um stark sein zu können, benötigte sie seine Niedertracht, damit sie verzeihen konnte. Sie fühlte sich zu schwach für ein Leben in Freiheit und zog eine fadenscheinige, kalte Geborgenheit vor. Ich weiß nicht warum.. Sie hatte auch keine Kraft für Wut, konnte immer nur verzeihen statt schreien, und stets hatte sie Angst, sie könnte etwas verlieren... Was sie nie besaß."
Das macht mich traurig 😢
Und ja, das andere Thema was mich grade sehr beschäftigt ist meine Medikation. Ich hatte im Jahr 22 eine starke Psychose, mit Halluzinationen, akustisch und bildlich, ich habe die unglaublichsten Sachen wahrgenommen und zur Realität erklärt, Gegebenheiten uminterpretiert, allem eine ungeheure Bedeutung beigemessen. Mein Partner, gemeinsam mit meinem großen Sohn haben sehr sanft dafür gesorgt dass ich mich selbst einweisen lasse. Ich habe alles noch sehr klar vor Augen, kann mich an alles erinnern. Ich saß im Aufnahmezimmer und war der Überzeugung mein Partner ist ein Heiliger, mein Sohn ein Engel und die Ärztin ist Gott, die Göttin. Sie legte mir eine kleine Tablette hin, ein hoch dosiertes Neuroleptikum. Die nächsten 2,3 Tage nahm ich die Medikamente, schlief, und die Symptome waren verschwunden. Keine Stimmen mehr, keine Bilder im Kopf. Ich wurde bald darauf entlassen und in die vertrauensvollen Hände meines Partners übergeben. Anfangs nahm ich die Medikamente hoch dosiert, habe unglaublich zugenommen und viel geschlafen. Mein System beruhigte sich und regulierte sich immer mehr. Ich begann in Absprache mit meinem mir sehr geschätzten Psychiater die Dosis zu reduzieren. Seit gut einem Jahr nehme ich eine Dosis die so niedrig ist, dass mein Psychiater im Scherz meinte dass das schon fast homöopathisch sei. Die Medikamente haben mir Sicherheit gegeben. Ich sah darin einen kleinen goldenen Faden der mich in der Realität, am Boden hält. Ich fühlte/fühle mich gut und hab vor einer Woche angefangen meine mini Dosis um die Hälfte zu reduzieren. Machte mir auch keine großen Gedanken, da die Dosis ja ohnehin "so" niedrig ist.
Und ja, seit ich reduziert habe werde ich von Alpträumen geplagt. Jede Nacht, und heute war es besonders schlimm. Die Träume sind sehr lang, klar aufgebaute Geschichten, fortlaufende Ereignisse. Ich bin heute gefühlt gelähmt aufgewacht, mit großer Angst und habe lange gebraucht um die Starre zu überwinden.
Ich habe eigentlich keine Angst vor einer erneuten Psychose, ich habe Bedarfsmedikation immer bei mir. Doch ich mache mir schon so Gedanken und Sorgen. Ich habe die Medikamente ja nicht abgesetzt, sondern nur reduziert. Es zeigt mir auch wie groß die Wirkung ist auch wenn ich sie nicht bewußt wahrnehme. Ich beobachte mich genau, bei ersten Anzeichen wird die Dosis sofort wieder erhöht.
Ich weiß grad nicht was ich tun kann, soll. Guter Schlaf ist für mein System sehr wichtig. Ich werde einfach abwarten wie es die nächsten Tage wird und hoffen dass sich das normalisiert. Was meint ihr?
So, nun versuche ich aber die letzten Sommertage zu genießen, es gibt einiges zu tun.
Ich fühle mich auch durch euch nicht allein!
lg Alexa