Beiträge von Alexa

    Hey liebe Jump!

    Deine Beiträge haben mich noch nie auf die Palme gebracht :)

    Also um genau zu sein habe ich geschrieben dass ich noch einen Rückfall mit ihm mitgehe. Warum weiß ich gar nicht so richtig. Ihm gegenüber hab ich nichts gesagt.

    Sooo schön ist es gerade nicht. Ich bin längst nicht mehr so involviert. Bei den letzten Versuchen war ich immer Feuer und Flamme. Nun habe ich Abstand und sehe das ganze kritischer.

    Also das Impostersyndrom kannte ich nicht. Lustig, mein Partner machte eine Ausbildung, ging in den Seminarraum und die anderen Teilnehmer glaubten er ist der Seminarleiter. Ginge ich in den Raum würden die anderen denken ich bin die Putzfrau. Nix gegen Putzfrauen, meine Mama hat nach der Scheidung auch geputzt. Aber ich werde oft und generell unterschätzt. Mit meinem Partner rede ich oft darüber wie unfair das eigentlich ist.

    Ihm wird oft sofort Respekt und Anerkennung entgegengebracht, und er nimmt das gerne an.

    Und selbst wenn Fehler passieren, so what? Du gibst bestimmt immer dein Bestes für den jeweiligen Moment.

    Ja, ich bemühe mich sehr. In einem Zeugnis würde stehen: sie hat sich stets bemüht :shock:

    Aber ich will das positive sehen. Im Gegensatz zu vor ein paar Monaten bin ich viieel entspannter, es gibt viele Kolleginnen die mich mögen, und sehr nett und zugewandt mir gegenüber sind.

    Ich bin echt schockiert wenn ich darüber lese wieviel Leid den Cos angetan wird. Gut dass es das Forum hier gibt.

    Alles Liebe, Alexa

    Also ich weiß ja nicht wie alt du bist, aber mein Partner hat die Verzichtsgedanken auch. Weil damals war es ja so lustig und Freiheit, und Ausgelassenheit, und Ausschweifung! Ich meine dazu: du bist jetzt bald 50, werd Erwachsen.

    Und wir sind jetzt 6 Jahre ein Paar, egal wann, wo, mit wem, und wieviel er getrunken hat, da war nichts von Freude und Ausgelassenheit. Es endet ausschließlich und immer! in Schuld, Scham, Elend, Zwang, Druck, Not, Selbstquälerei und was nicht alles.

    Aber so ist das halt als Co, ich kann es ihm nackt vortanzen, es geht nicht in den Kopf.

    lg Alexa

    Liebe Koda,

    danke der Nachfrage, vorige Nacht war alles gut (das war Samstag und mein Partner hat bei mir geschlafen). Diese Nacht war okay. Wieder ein intensiver, eher unangenehmer Traum aber kein Alptraum.

    (und damit auch eine art begrenzung).

    das gefällt mir, ich versuche den Träumen keine allzugroße Bedeutung beizumessen. Ich bin nur erstaunt mit welchen Themen ich unangenehm konfrontiert werde.

    Ich hatte danach viel mit Angst zu kämpfen und mich sehr lange an bestimmte Erinnerungen auch nicht "rangetraut".

    Ist bei mir auch so. Ich denke über ein Jahr hab ich das Thema komplett gemieden. Meine Medikation war noch sehr hoch, mein Organismus brauchte lange um sich davon zu erholen. Und jetzt lasse ich das Thema mal mehr mal weniger an mich ran. Wenn ich merke Angst kommt hoch dann lass ich es. Mit meinem Partner spreche ich jedoch auch oft darüber. Er kennt mich so gut, und hat ja alles miterlebt und mitgetragen. Er weiß um meine Dynamiken. Das gibt mir ein bisschen Sicherheit, sollte ich abgleiten und es nicht merken, merkt er es bestimmt.

    Ich bin sehr vorsichtig, mit was ich meinen Geist füttere.

    Oh ja! Dazu fällt mir ein gutes Beispiel ein: ich hatte beim Arbeiten eine sehr stressige Situation an der meine Chefin beteiligt war. Sie arbeitet manchmal mit uns mit, und es kam zu einer Situation in der ich "vermeintlich" einen Fehler gemacht habe der nicht zu korrigieren war. Ich war sehr emotional dass ich schon "wieder" einen Fehler gemacht hatte und hab das auch lautstark kundgetan. Ich hab auch richtig laut "Scheiße" gesagt, und war schwer genervt von mir und den Umständen. Bald darauf hat sich rausgestellt dass ich gar keinen Fehler gemacht hab. Aber da war das Kind schon in den Brunnen gefallen. Selbstzweifel, Stress, usw..

    Naja, wie soll ich sagen, meine Kolleginnen sind eher sanft, ruhig, besonnen, und ich habe mich gefühlt wie ein Holzfäller benommen, mit Gefluche inklusive :wink:. Das hat mich danach sehr beschäftigt und ich war ziemlich down. und am nächsten Tag bin ich zu meiner Chefin und wollte mich entschuldigen. Sie hat gar nicht gewußt von was ich rede, und meinte: gestern? Was war gestern?

    Ich war natürlich sehr erleichtert, mein kleines Hirn hat sich da etwas zurechtgesponnen, was gar nicht der Realität entsprochen hat. Ja und jetzt kommts: diese Erleichterung hat gerade einmal eine halbe Stunde angehalten. Dann hat mein Hirn, Geist was auch immer, das nächste Problem auf der Arbeit hergezaubert über das ich mir Gedanken machen musste.

    Ich war richtig perplex darüber als ich das durchschaut hatte.

    Leider heißt dass erkennen nicht automatisch dass ich diese Verhaltensmuster sofort ablegen kann.

    Ich bin anderen eher wohlgesonnen. Bei mir selbst jedoch gehe ich sofort in die negative Bewertung und Kritik. Gerade bei der Arbeit kommt das sehr stark raus. Ich bin zu langsam, zu alt, zu wenig aufnahmefähig, nicht stressresistent genug, habe zuwenig Übersicht, bin zu wenig geerdet, zu wenig offen, zu passiv, bli bla blub..

    Ich denke dass ist das "Geschenk" meiner jahrelangen Drogenabhängigkeit. Ich musste mich nie selbst regulieren, sondern habe immer alles durch Konsum reguliert. War ich gestresst konsumierte ich es einfach weg.

    Kennt man hier ja.

    Ich wünsche allen einen schönen oder zumindest ruhigen Start in die Woche!

    LG Alexa

    Hallo ihr Lieben,

    Vielen Dank für eure Antworten. Ich weiß das Thema Psychose ist heikel. Der Betroffene ist nicht mehr erreichbar, halluziniert, hört Stimmen, oft Verfolgungswahn, Zeitreisende, Geheimagenten, Aliens usw und sofort. Der menschliche Geist ist unerschöpflich. Ich möchte euch nur mitteilen dass ich keine Symptome zeige. Ich bin emotional weder besonders gut drauf noch besonders schlecht. Meine Empfindungen befinden sich im Normalbereich. Meine Gedanken sind nicht abstrakt, ich bin in der Realität. Ich esse (halbwegs) gut, schlafe genug.

    Ich habe Alpträume.

    Das Wesen einer Psychose ist ja nun mal, dass ich selbst es eher nicht merke, weil ich meine Wahrnehmung ja für die Wirklichkeit halte.

    Liebe Jump!, ja das hast du absolut recht. Doch ich glaube das passiert nicht über Nacht. Also bei mir war es so. Es gibt vorher schon Warnzeichen. Ich litt an chronischem Schlafmangel, aß zuwenig, war überspannt und überdreht. Mein Vater ist gestorben und ich beschäftigte mich viel mit esoterischem, den Tod.

    Es gab die letzten Jahre auch Tage indem mein System zu kippen drohte. Das merkte ich sofort und nahm eine zusätzliche Dosis.

    Stell' dir mal vor du hättest die Ärztin damals nicht für eine Göttin gehalten, sondern für einen Teufel. Dann hättest du das Zeug wahrscheinlich nicht geschluckt...

    Nein, hätte ich nicht. Ich hatte "Glück" mit meiner Psychose, da ich mir sehr viel "schönes" eingebildet hab. Aber ich dachte auch ich kann fliegen, und ich wollte aus dem Krankenhausfenster raus, ein sehr hoher Stock, aber die Fenster waren ja gesichert.

    Glaubt mir bitte, ich gehe nicht leichtfertig mit meiner Krankheit um. Gerade die klare Erinnerung daran beängstigt mich manchmal sehr.

    Liebe Koda, ich freue mich auch immer sehr wenn ich dich lese, ich empfinde dich als sehr warmherzig und klug.

    Bei meiner Mutter habe ich einmal einen psychotischen Rückfall erlebt (nennt man das so?) Ich dachte, es ist vorbei und dann eines Abends war es wieder da. Das ist lange her, und ich war ein Teenager. Es war mindestens so beängstigend wie der erste Ausbruch, allerdings lagen auch nur ein paar Monate dazwischen und nicht 3 Jahre wie bei dir. Ich konnte nicht so gut damit umgehen.

    Das glaube ich dir sofort. Gerade als Jugendliche, wenn man gar nicht weiß was hier eigentlich passiert. Die Bezugsperson nicht mehr ansprechbar ist..ich hoffe du und deine Mutter hattet ein Umfeld dass positiv eingewirkt hat, obwohl ich glaube dass soetwas für Familie immer überfordernd ist.

    So, Lebenskuenstler , auch dir danke ich für deinen Beitrag. Einer der wenigen Beiträge die mich nicht auf die Palme bringen ;)

    Ich habe heute Wocheneinkauf erledigt, Pfand zurück gebracht, Haushaltsbuch geführt, komme gerade vom Kino (Drachenzähmen leicht gemacht), bald gibt es zu essen, und später baue ich vielleicht noch Lego.

    Ich hoffe die Alpträume bleiben heute aus.

    Vielen lieben Dank an jeden von euch!

    alles Liebe, Alexa

    Hallo liebe alle!

    Mich treibt die letzten Tage einiges rum, und das möchte ich mit euch teilen. Vorher ein kurzes Update: meine Hündin musste ca. 1 Woche nachdem mein Partner auf Entzug ist eingeschläfert werden.. es war wenn man das so sagen kann sehr "schön". Die Tierärztin kam zu uns nach Hause, ich habe von der Arbeit frei bekommen, und habe den ganzen letzten Tag bei ihr verbracht. Ich habe natürlich viel geweint, mit ihr gesprochen, mich verabschiedet und sie gestreichelt und meine Nähe spüren lassen. Die Tierärztin war mit 2 Helferinnen bei uns, und sie waren sehr ruhig, sanft, und haben alles sehr langsam gemacht. Ich kann nur jeden empfehlen sich eine mobile Tierärztin zu suchen, meine Hündin konnte in vertrauter Umgebung, in aller Ruhe gehen. Sie war 11 Jahre meine treue Begleiterin, immer für mich da. Immer liebevoll, verspielt, verschmust, und meine Güte, was hatte die Feuer im Hintern. Sie liebte es zu laufen, zu laufen und ja, leider auch zu jagen. Sie hat alles gejagt. Hühner, Katzen, Pferde, Eichhörnchen, Mäuse, Rehe.. Sie hat leider auch einmal ein Rehkitz gestellt, dem ist aber gottseidank nichts passiert, ich bekam daraufhin Ärger mit dem Jäger.

    Ich vermisse sie sehr. Bei Spaziergängen wo sie immer dabei war breche ich in Tränen aus. Ich war einmal in unserem Lieblingswald, ich werde nicht mehr hingehen.

    Nachdem meine Hündin gestorben ist habe ich sofort meine Sachen gepackt und bin wieder zu mir in die Wohnung. Natürlich habe ich noch in die Wohnung gesprochen dass ich jetzt gehe und sie gerne mitkommen kann.

    Mein Partner hat den Entzug schnell hinter sich gebracht, nachdem der Harn clean war folgten bald die ersten Ausgänge. Er darf am Wochenede 36 Stunden raus, und wir verbringen die gemeinsame Zeit bei mir. Es gibt so viele kleine Dinge und große Dinge, die ich wundervoll finde und mich ganz oft lächeln lassen.

    Ich möchte etwas dalassen, es berührt mich so sehr, und lässt etwas in mir schwingen. Gerade das letzte Jahr vor dem Auszug. Ich konnte nicht mehr. Ich konnte nicht mehr aufstehen, wollte nur mehr verschwinden, mich auflösen, denn wenn ich mich fühlte war da nur Schmerz, Angst, ausgeliefert sein.

    "so wie er sie brauchte um stark sein zu können, benötigte sie seine Niedertracht, damit sie verzeihen konnte. Sie fühlte sich zu schwach für ein Leben in Freiheit und zog eine fadenscheinige, kalte Geborgenheit vor. Ich weiß nicht warum.. Sie hatte auch keine Kraft für Wut, konnte immer nur verzeihen statt schreien, und stets hatte sie Angst, sie könnte etwas verlieren... Was sie nie besaß."

    Das macht mich traurig 😢

    Und ja, das andere Thema was mich grade sehr beschäftigt ist meine Medikation. Ich hatte im Jahr 22 eine starke Psychose, mit Halluzinationen, akustisch und bildlich, ich habe die unglaublichsten Sachen wahrgenommen und zur Realität erklärt, Gegebenheiten uminterpretiert, allem eine ungeheure Bedeutung beigemessen. Mein Partner, gemeinsam mit meinem großen Sohn haben sehr sanft dafür gesorgt dass ich mich selbst einweisen lasse. Ich habe alles noch sehr klar vor Augen, kann mich an alles erinnern. Ich saß im Aufnahmezimmer und war der Überzeugung mein Partner ist ein Heiliger, mein Sohn ein Engel und die Ärztin ist Gott, die Göttin. Sie legte mir eine kleine Tablette hin, ein hoch dosiertes Neuroleptikum. Die nächsten 2,3 Tage nahm ich die Medikamente, schlief, und die Symptome waren verschwunden. Keine Stimmen mehr, keine Bilder im Kopf. Ich wurde bald darauf entlassen und in die vertrauensvollen Hände meines Partners übergeben. Anfangs nahm ich die Medikamente hoch dosiert, habe unglaublich zugenommen und viel geschlafen. Mein System beruhigte sich und regulierte sich immer mehr. Ich begann in Absprache mit meinem mir sehr geschätzten Psychiater die Dosis zu reduzieren. Seit gut einem Jahr nehme ich eine Dosis die so niedrig ist, dass mein Psychiater im Scherz meinte dass das schon fast homöopathisch sei. Die Medikamente haben mir Sicherheit gegeben. Ich sah darin einen kleinen goldenen Faden der mich in der Realität, am Boden hält. Ich fühlte/fühle mich gut und hab vor einer Woche angefangen meine mini Dosis um die Hälfte zu reduzieren. Machte mir auch keine großen Gedanken, da die Dosis ja ohnehin "so" niedrig ist.

    Und ja, seit ich reduziert habe werde ich von Alpträumen geplagt. Jede Nacht, und heute war es besonders schlimm. Die Träume sind sehr lang, klar aufgebaute Geschichten, fortlaufende Ereignisse. Ich bin heute gefühlt gelähmt aufgewacht, mit großer Angst und habe lange gebraucht um die Starre zu überwinden.

    Ich habe eigentlich keine Angst vor einer erneuten Psychose, ich habe Bedarfsmedikation immer bei mir. Doch ich mache mir schon so Gedanken und Sorgen. Ich habe die Medikamente ja nicht abgesetzt, sondern nur reduziert. Es zeigt mir auch wie groß die Wirkung ist auch wenn ich sie nicht bewußt wahrnehme. Ich beobachte mich genau, bei ersten Anzeichen wird die Dosis sofort wieder erhöht.

    Ich weiß grad nicht was ich tun kann, soll. Guter Schlaf ist für mein System sehr wichtig. Ich werde einfach abwarten wie es die nächsten Tage wird und hoffen dass sich das normalisiert. Was meint ihr?

    So, nun versuche ich aber die letzten Sommertage zu genießen, es gibt einiges zu tun.

    Ich fühle mich auch durch euch nicht allein!

    lg Alexa

    Oh man Jump! , ich seh jetzt erst dass ich nicht mal ein winzig kleines Herzchen für deine liebe Nachricht hinterlassen hab!

    Sorry dafür, habe mich sehr über deine Nachricht gefreut, und hat mich wieder berührt und zum Nachdenken gebracht.

    Vielen lieben Dank,

    <3 Von mir an dich

    Bei mir ist grad so viel los, schaffe es nicht mich zu sortieren und alles aufzuschreiben,

    alles Liebe derweil

    Bist du inzwischen raus aus der Co Abhängigkeit?

    Äh, nein nicht so ganz, mein Partner ist gerade im Entzug/Therapie..

    Aber darum soll es gar nicht gehen. Du hast dich auf den Weg gemacht, dir dein Leben zurück zu holen. Lass dir das nicht vermiesen durch dein Aussehen.

    Und das mit Muskelschwund und wenn sich dein Körper gerade sehr stark verändert, finde ich so wie Rennschnecke auch dass du das mit einem Arzt besprechen solltest.

    <3

    Hi Nori,

    ich bin zwar von der CoSeite, aber ich kenne das Gefühl hässlich zu sein nur allzugut. Weißt du, es ist nicht alles zu spät. Ich sehe es so dass mein Leben Narben hinterlassen hat, und eben auch mein Gesicht gezeichnet ist. Ich sehe oft verhärmt und farblos aus, tiefe Furchen um meinen Mund, Falten überall. Oft sehe ich in den Spiegel und kann gar nicht glauben dass ich das sein soll.

    Auch hatte ich Phasen, da habe ich mein sportliches Hobby aufgegeben, weil ich mich nicht den jungen, hübschen, sportlichen Menschen aussetzen wollte. War auch nicht mehr dort.

    Aber weißt du was? Ich stehe gerade. Ich weiß was schönes in mir lebt, und die Menschen die mir nahe sind wissen das auch.

    Du bist sehr tapfer, stellst dich deiner Sucht. Vielleicht sind wir keine Prinzessinnen mehr, aber wir können Königinnen sein.

    Und ich sehe mich manchmal als so richtig verrunzelte Hexe. Oft denk ich mir: "Mein Gott, du bist jetzt! Schon so faltig, wie soll das erst in 10 Jahren aussehen?!"

    Manchmal nehme ich es mit Humor, an schwereren Tagen ist es auch schwer für mich. Aber lass dich auf deinem Weg dadurch nicht beirren, Kopf hoch!

    lg Alexa

    Hallo liebe alle,

    Ich bins mal wieder.. mein Partner ist seit Montag im Entzug, und ich in seiner Wohnung gelandet. Eben wegen meiner Hündin. Ich hatte ja Riesenangst wieder in alte Muster zu verfallen (Rückzug und totstellen), aber so schlimm ist es nicht. Ich habe einen guten Rat von meiner Therapeutin bekommen, dass ich mir kleine Inseln schaffen soll. Also Minibereiche in der Wohnung die ich mir herrichte wie ich es will. Und so mach ich das auch. Wenn ich genug Kraft habe weite ich die Inseln aus, und wenn nicht dann nicht.

    Ich habe mich auch schon dabei ertappt zu denken: oh, ich kaufe hierfür einen Organizer, oder einen neuen Wäscheständer ( ich weiß nicht wie das funktioniert, nach den physikalischen Gesetzen müsste der ständig zusammenbrechen :) und ja, dann unbedingt einen neuen Zahnputzbecher, weil der aus Holz sieht echt schäbig aus.. Weiß nicht ob ich das umsetzen soll, weil immerhin werde ich 4,5 Monate hier leben. Andererseits weiß ich nicht ob die Veränderungen gewürdigt werden, weil er hat ja jetzt viele Monate im Suff gelebt, weiß nicht ob er das bewußt gemerkt hat oder nicht.

    Nun ja, die Situation bei ihm ist nun folgende: bis zu 6 Wochen Entzug (sind ja neben Alkohol alle möglichen Substanzen, Opiate, Methamphetamin, Kokain, Cannabis, wahlweise Neuroleptika, und Antidepressiva). Wow, wenn ich das so aufschreibe, Wahnsinn. Während dem Entzug herrscht Kontaktsperre. Danach ist ein Besuch möglich, danach folgen Ausgänge.

    Ich war ja vor 6 Jahren auch auf dieser Station, und kenne das Programm und die Menschen. Sie haben mich wieder ins Leben zurückgeholt und ich behalte alle in meinem Herzen. Auf jeden Fall, weiß ich, er wird sich dort innerhalb kurzer Zeit wieder aufbauen. Sport, Gartenarbeit, Therapie, Meditation, Ergotherapie.. ich weiß er wird viele gute Gespräche führen, die Menschen haben Respekt vor ihm. Ich habe ihn ja damals auf der Station kennengelernt, und ich dachte Anfangs er ist ein Pfleger, weil er so eine Ruhe und Gelassenheit ausstrahlte.

    Und ja, ich sprach mit meiner Therapeutin. Sie ist weder auf Sucht oder Co Abhängigkeit spezialisiert. Ich sprach mit ihr über meine Angst vor dem nächsten Rückfall. Sie fragte mich in welcher Zeitspanne er den durchschnittlich rückfällig wurde, und ich meinte so ca. nach 2 Monaten nach der Therapie. Und sie meinte, ja wenn er denn 4,5 Monate auf Therapie ist, und dann noch 2 Monate nüchtern ist, dass ist doch über ein halbes Jahr, und das ist schon eine Menge Zeit.

    Ich weiß nicht, ja es macht für ihn einen Riesenunterschied, aber für mich?

    Soll ich mich für ihn freuen? Ich weiß es klingt hart, aber auf Therapie ist vieles schön und gut. Er kann Sport machen, hat immer Ansprache, braucht sich um nichts zu kümmern. Therapeuten, Sozialarbeiter, Pflegefachkräfte, Ärzte,alle sind gestellt, tun ihr bestes um ihn zu unterstützen. So die rosarote Blase. Und ich? Wurde quasi von ihm zum xten mal verlassen. Gefühlt verlässt er mich sowieso jedes mal wenn er konsumiert.

    Hab wieder viel über ihn geschrieben, ich weiß.

    Anderes Thema: ich glaube CarlFriedrich hat damals geschrieben als Naddel gestorben ist. Das hat mich damals auch beschäftigt. Und noch dazu, es gibt viele große Künstler die an der Sucht gescheitert und gestorben sind. Zur Zeit höre ich oft das Lied, Unchained Melody, gesungen von Elvis Presley. Wenn ich mir das Video dazu ansehe, bin ich jedesmal schockiert. Er ist sooo gezeichnet, das Lied ist Playback. Und die Diskrepanz zwischen seinem Zustand und der wundervollen Stimme die gespielt wird, schnürt mir jedes mal das Herz zu. So viele Menschen, mit so wunderbaren Fähigkeiten und Eigenschaften. Wird alles vernichtet. Es gibt Alkoholiker, die sind (werden?) böse und gemein. Es gibt aber auch die wunderbaren Seelen, die untergehen.

    Und das Lied ist ja für mich als Co, sagen wir mal schwierig. Weil er singt darüber dass man warten soll. Über große Liebe, Zeit die vergeht..

    So, das von mir. Jump! Ich hoffe doch es ist alles gut bei dir? Kein WLAN? :)

    Alles Liebe euch allen,

    Alexa

    Hi liebe Minna,

    das ist echt ganz schön hart.. Vor allem da du wirklich klar gemacht hast dass du keinen anderen Hund willst und er so darüber hinweg gegangen ist.

    Anfangs hast du geschrieben dass er eine neue Frau am Start hat. Ist das denn so?

    Und auch dass er für Tage und Wochen abtaucht finde ich schlimm. Kein Wunder dass du nach dem Auto Ausschau hältst, ginge mir auch so.

    Man geht in so Beziehungen ständig über seine Grenzen, und das macht müde und laugt einen aus. Ich kenne das Gefühl nix mehr zu schaffen sehr sehr gut. Ich hoffe du konntest dich noch zu einem Spaziergang aufraffen.

    Alles Liebe dir

    Hey liebe Minna,

    Wir kommunizieren eigentlich sehr viel, und fühlen denke ich gegenseitige tiefe Freundschaft.

    Aber wegen dem Entug, nein da kommt keine Hoffnung grade auf. Er konsumiert auch massig anderes Zeugs. Das ist dann ca. sein 15 Entzug.

    Und die Situation jetzt: haben ausgemacht dass ich ihn abholen komm, um dann zu mir zu fahren und gemeinsam mit meiner Mama und einem Kind mit Freundin zu feiern und schön essen zu gehen. Und was ist? Er ist voll im Arsch, schwer depressiv, starkes Unwohl sein, innere Unruhe usw.. er ist genervt und schwer angeschlagen und meinte grad er kommt vielleicht nicht mit.

    Toll, erstens wieder völlig unplanbar, kann ich dann wieder allein nach Hause fahren usw..

    Ich freue mich trotzdem sehr auf meine Familie, aber das ist doch Sch...e so.

    Und ich sollte mal wütend werden, aber auf was? Seine Lebensentscheidungen haben ihn da hingebracht wo er jetzt ist. Früher dachte ich auch immer die Liebe muss doch größer sein. Ist sie aber nicht. Ich weiß er liebt mich, aber die Sucht ist stärker. Seit wir nicht mehr zusammenleben nehme ich das meistens nicht mehr persönlich.

    Und ja, wenn er nicht nüchtern bleibt wird er mich die nächsten 1,2 Jahre verlieren. Ich hab ihm das so noch nicht gesagt, aber ich denke schon öfter über Trennung nach.

    Den Gipfel erreichten wir im letzten Jahr, als wir im Oktober unseren Hund verloren, und er dann bis zum Januar einfach auf der Couch geschlafen hat, und mich komplett ignoriert hat. D

    Das tat sicher weh. Weißt du, mit einem Süchtigen gibt es keinen Halt. Ich finde du musstest dir mehr als genug gefallen lassen. Ich wünschte für dich du könntest dich mit deinem neuen Leben und in deinem neuen zu Hause wohler fühlen. Dann könntest du dich leichter zurückziehen, und seine "Ich melde mich nicht mehr" Nummer würde ins Leere laufen. Dir ginge es dann trotzdem gut!

    Weil er diese ungesunde Entscheidung immer wieder trifft, obwohl er weiß, was für ein Partner er dann ist.

    Ich weiß nicht, aber ich glaube viele sind sehr reflektiert und wissen darüber. Sehen aber immer wieder die zwingende Notwendigkeit sich für den Konsum zu entscheiden. Und leiden deshalb auch.

    Und dann gibt es noch die andere Kategorie, die nichts einsehen, aggressiv und abwertend sind, der Partnerin die Schuld geben und nur am austeilen sind.

    Macht aber der Sucht gegenüber überhaupt keinen Unterschied.

    Ich lese dich sehr gerne!

    Alles Liebe, Alexa

    Liebe Minna,

    Ich brauche eine Tendenz, wie wir uns sehen. Was wir sind. Wo wir hinwollen.

    Mir geht es gerade ganz gleich. Auch wir haben Vereinbarungen, und es ist mal hü und hott. Gestern wollten wir zu seinen Eltern fahren, die ich sehr lieb habe. Ging aber wegen seinem Zustand nicht. Also kurzfristigst abgesagt. Dann sollte ich bei ihm den Tag verbringen, aber es ging ihm gar nicht gut, er brauchte Alkohol, also bin ich wieder nach Hause gefahren.

    Wir wollten Abends noch telefonieren, aber ganz untypisch für ihn hat er sich nicht mehr gemeldet. Ich denke er ist eingeschlafen, aber da heute wegen Muttertag eine kleine Zusammenkunft mit meiner Familie bei mir geplant ist, hätte es noch einiges zu besprechen gegeben.

    Ja, das Ende vom Lied ist dass ich gestern nicht einschlafen konnte, heute seit frühen Morgenstunden wach bin. Und ich bin schwer genervt.

    Ich müsste wütend sein. Aber das gehört zu den Dingen die ich bis heute nicht geschafft habe.

    Ist bei mir auch so. Man hat ja Verständnis für seine Krankheit, und ich versuche ihm eine verlässliche Freundin zu sein. Aber ich nehme hin, und nehme hin.. manchmal habe ich für kurze Augenblicke den Impuls irgendetwas gegen die Wand zu schmeißen. Das ist dann aber schon alles.

    Da mein Partner bald auf Entzug und Therapie geht, höre ich öfter von ihm dass bald alles wieder gut wird. Wir dann wieder Beziehung leben werden und er wieder für mich da sein kann.

    Mir fehlt aber die Hoffnung und der Glaube daran.

    Ich finde du befindest dich genauso wie ich im CoKarussel. Nix ist planbar, sicher. Gerade wenn deiner dir gegenüber ausfällig wird, ist das doch schwer zu nehmen. Und unfair, und richtet so viel Schaden an. Es tut mir leid für dich. Ich kann deine Spannung fast selber spüren.

    Ich schicke dir ganz viel Ruhe,

    lg Alexa

    Hallo du liebe,

    oh je, das tut mir echt leid wegen deinem Katerchen.. er hat noch ein bisschen Zeit zu genießen, vielleicht tröstet das ein bisschen, aber ich weiß es ist hart..

    Mir geht es soweit ganz gut, nur bin wieder in der Warteposition einer Coabhängigen. Mein Freund wollte kündigen, aber sein Chef will ihn nicht gehen lassen weil er die Stelle nicht so schnell nachbesetze könnte. Und der hat natürlich keine Ahnung was wirklich abgeht.

    Mein Freund ist aus meiner Sicht absolut nicht arbeitsfähig, es geht jetzt seit Wochen darum dass er endlich die Kündigung ausspricht, und er sollte dann in Krankenstand gehen bis er auf die Station kann. Die ist aber zur Zeit auch voll, und mit Kündigungsfrist und Wartezeit zieht sich alles dahin. Der Plan war dass er nach Ostern entzieht, das wird jetzt nix mehr.

    Ich habe so ein bisschen das Gefühl dass um mich rum viele Mauern sind die mich begrenzen. Denk ich an meinen Hund, kommen viele Sorgen und Ängste und es passiert mir oft dass ich mir Schreckenszenarien im Kopf durchspinne. Da muss ich mich wachrufen, und auf das Jetzt konzentrieren. Und so geht es mir wenn ich an meinen Freund denke, und so geht es mir wenn ich daran denke dass ich in die Wohnung muss.

    Weißt du liebe Jump!, das Leben spielt seine eigenen Stückchen. Ich treffe mich zufällig heute in der Früh mit einer lieben Bekannten. Ich bringe ihr heute Fell von meinem Hund und sie knüpft mir daraus ein schönes Halsband. Das tröstet mich. Ich kann nicht sagen wieviel Zeit meiner Hündin noch bleibt. 2 Monate, 8, 5 oder..?

    Ich habe vor kurzem ein Foto von ihr gemacht, auf einer Waldwiese, im Sonnenschein. Und das Foto ist wirklich schön geworden, aber auf dem Foto fehlt ihr das komplette vordere Bein. So als hätte sie nur 3 Beine, oder als hätte man es wegfotogeshoppt. Wirklich merkwürdig. Und ich dachte mir komisch, anscheinend ist sie mit einem Bein bereits in einer anderen Welt.

    Ich bin davon überzeugt dass alle! Tiere (gerade auch "Nutz" Tiere)eine Seele haben. Sie war mir 11 Jahre eine treue Begleiterin, und ich möchte daran glauben dass dieses Leben noch nicht alles war. Ich stell mir ihren Hundehimmel vor wie sie auf blühenden Wiesen läuft, mit ganz vielen jungen Rüden (die liebt sie) herumtollen kann, wer weiß vielleicht spaziert sie dann mit meinem Vater..?

    Aber noch lebt sie, kann sich freuen an kleinen Spaziergängen und Streicheleinheiten. Sie wird gekrault und geknuddelt.

    Ich denk an euch liebe Jump!, liebe Coabhängige.

    Alles Liebe, Alexa

    Hier geht es aber nicht drum wie du deine Partnerinnen gern hattest, sondern um eine dir fremde Frau in einer sehr schwierigen Situation.

    Man kann schon mit einem Vorschlaghammer kommunizieren, muss man aber nicht.

    Livia hat ein ernstes Problem. Gehts jetzt darum, sich lange drüber zu unterhalten, wie schlimm das ist und was sie alles nicht kann, oder gehts da irgendwann auch darum, das zu lösen? Und bis wann soll das denn stattfinden?

    Wie Livia das löst und wann wird die Zeit zeigen.

    So, ich bin jetzt auch hier raus, Livia unsere Geschichten sind sehr verschieden, ich kann dir keinen Rat geben, trotzdem kann ich deine Not spüren,

    Alles Liebe, Alexa