Puh, ich kann gar nicht richtig sagen wie es mir geht Momo.
Ich habe jetzt die dritte Nacht in meiner neuen Wohnung verbracht.
Befreit fühle ich mich jedenfalls nicht. Aber das liegt natürlich daran, dass mein Mann ja nun schon seit 4 Wochen in der Reha ist und ich dadurch schon zur Ruhe gekommen war. Da ist jetzt nicht dieser Knalleffekt: oh, endlich Ruhe. Wie es gewesen wäre, wenn ich im Juli ausgezogen wäre, als ich total am Ende war.
Samstag ging es mir richtig schlecht abends. Solange ich noch geschäftig rumgewuselt bin ging es noch. Aber sobald ich mich dann abends hin gesetzt habe, ging das heulende Elend los. Was mach' ich hier? Bin ich verrückt geworden, mein tolles Haus gegen eine Mietwohnung einzutauschen? Ich habe mich gefühlt wie fremdplatziert. Und wollte mit jeder Faser meines Körpers nur wieder nach Hause.
Nachts bin ich dann um 5 Uhr mit rasenden Kopfschmerzen aufgewacht. Toll, Migräne. Und ich hatte die Tabletten vergessen einzupacken. Mittags kam meine Schwester und da musste ich erst mal los heulen. Sie hatte ein kleines Geschenk dabei und eine Karte: Wer los lässt, hat beide Hände frei. Aber ich will doch gar nicht los lassen!
Wir sind dann Zuhause die Tabletten holen und noch ein paar andere Sachen. Meine Kater sind mir freudig entgegen gelaufen. Das war auch nochmal schwer. Aber dann hat der Schmerz endlich nach gelassen. Wir haben in meiner neuen Küche gesessen, Tee getrunken. Und langsam ist Ruhe eingekehrt in mir.
Gestern war ich arbeiten. Und es war toll so schnell dort zu sein. Und abends noch mit Leuten weg, die ich eigentlich kaum kenne, aber es war ein superschöner Abend mit tollen Gesprächen. Auch das ein großer Vorteil der Wohnung, denn ich bin nun in der Stadt, kann viel leichter überall hin. Gestern Abend bin ich dann eigentlich ganz erfüllt hier angekommen.
Heute habe ich frei. Jetzt gerade fühle ich mich wohl. Das ist aber sehr wackelig. Kann jeden Moment kippen. Ich muss mich halt erst noch einleben. Das wird dauern. Ich habe 25 Jahre mit meinem Mann zusammen gelebt. Die letzten 20 Jahre im eigenen Haus. Klar ist das jetzt neu und komisch und eine riesige Umstellung. Zeitweise kommt die schiere Panik in mir auf.
Trotzdem weiß ich, dass es die richtige Entscheidung war und ist. Die einzig sinnvolle.