Beiträge von Jump!

    Liebe Stern, ich habe deine Beiträge sehr geschätzt und sehr wertvoll erlebt!! Vor allem deine Art Dinge immer wieder zu hinterfragen und unbeeinflusst deine eigene Sicht darzulegen.

    Ich freue mich, dass du weiter als Userin hier bist.

    Herzichen Dank für deine Moderation 👑

    Hmmm 🤔, ich wollte schon vorgestern schreiben...dachte komm' lass' es, aber das Thema fuchst mich irgendwie.

    Ich konnte mir auch jahrelang gar nicht vorstellen auf Alkohol zu "verzichten". Das gehörte für mich von klein auf dazu. Ich war keine Alkoholikerin, aber hatte sicher ein nasses Denken (😬 oder gibt's das nicht???).

    Nach der ersten Reha meines Mannes habe ich dann aber ihm zuliebe Zuhause und in seinem Beisein nichts Alkoholisches mehr getrunken. Es war auch nichts da. Ich habe versucht es mir nicht anmerken zu lassen, aber es hat mich geärgert. Für mich war das schon auch eine Umstellung, die ich als Verzicht empfunden hatte. Aber mir war klar es muss sein.

    In der zweiten Reha (Suchtklinik) wurde mir im Angehörigen-Seminar vorgeworfen es sei Ausdruck von Co-Abhängigkeit, dass ich wegen ihm selbst nichts trinke. Er sei doch süchtig und nicht ich.

    Zur Krönung war am Ende des Seminars noch ein Paar aus einer SH-Gruppe "aufgetreten": sie (Alkoholikerin) hat beteuert, dass es ihr gar nichts aus mache, dass ihr Mann manchmal Zuhause Wein trinke und den auch im Keller lagere - und sie war schon 20 Jahre trocken.

    Jedenfalls habe ich aber weiterhin Zuhause alles alkoholfrei gehalten. Aber es vermisst. Und das, obwohl ich ja immer wieder hautnah erlebt habe, was Alkohol anrichtet!

    Erst als ich dabei war, als mein Mann im kalten Entzug einen epileptischen Anfall hatte - erst dann ist es mir wirklich klar geworden wie riskant und lebensbedrohlich das alles ist. Vorher wusste ich es im Kopf, aber dann habe ich es gespürt, es ist mir durch Mark und Bein gefahren. Und ab dann, wollte ich selbst keinen Alkohol mehr trinken, hatte Ekel entwickelt. Kein Gefühl mehr von: wegen dir kann ich nicht. Sondern nee, ich will nicht! Und ich sehe wie lebenswichtig das ist.

    Was ich sagen will: nur weil es bei dir jetzt klick gemacht hat, muss es bei deiner Frau nicht genauso sein. Auch wenn hier alle mit dem Finger auf sie zeigen - ich kann sie verstehen. (Ich habe aber auch nicht alle Beiträge gelesen, also vielleicht gab es da auch was, was ich nicht auf dem Schirm habe). Auch für mich als Ehefrau war es ein Prozess an den Punkt zu kommen die Abstinenz zu akzeptieren. Muss ich zugeben.

    Ich hoffe du findest deinen Weg,

    Jump! 🏵️

    Liebe Alexa, für mich hört sich das an, als würdest du dein inneres Gleichgewicht, dass du dir so mühsam aufgebaut hast, gefährden, wenn du monatelang in die alte Wohnung ziehst.

    Wäre es vielleicht möglich in deiner Wohnung zu bleiben und den Hund nur in die alte Wohnung zu bringen, wenn er alleine sein muss? Ihn dann wieder abzuholen und zu dir zu gehen?

    Oder könnte er in eine Hunde-Kita 😬 (ist aber wahrscheinlich teuer) oder gibt es Freundinnen, die ihn zeitweise nehmen könnten?

    Unterschätze das nicht, was das alles auslösen kann, wenn du wieder in der alten Umgebung bist. Du merkst ja schon beim Schreiben darüber, wie dunkel es sich anfühlt.

    Ich bin überrascht, dass du "rundherum verheimlichst" . Nach dieser langen Zeit. Ist es dir peinlich? Oder willst du ihn quasi decken? Ich weiß noch, dass ich bei denjenigen, die das nix angeht, nur gesagt habe, dass mein Mann in Reha ist und ich dazu sonst nichts sagen will. Aber Freunde und Freundinnen wussten das sowieso.

    Ja, wenn es es dir den Boden unter den Füßen weg zieht und nicht ihm, dann ist da eine Schieflage. Mir ist das gerade letztens selbst aufgefallen. In den Urlauben habe ich früher gegen Ende oft Angst gehabt: wie wird es Zuhause - wird er abstürzen - wird er diesmal so fest auf knallen, dass xyz... Und ich hab ihn dann am letzten Tag oft gefragt, ob ER denn keine Angst hat, wie es mit ihm weiter geht? Nöö. Stille. Ich: aber du müsstest doch Panik haben, dass du komplett ab rutschst, bla bla bla. Er ganz tiefenentspannt: bringt doch nichts, wenn ich mich verrückt mache. - Tja, und stattdessen hab ich mich verrückt gemacht.

    Ich würde auch besorgt sein, wenn mein Mann die Arbeit kündigt. Ich würde denken: du schaffst es doch nur nicht, weil du auf Droge bleibst - die Lösung ist doch nicht zu kündigen, sondern abstinent zu werden.

    Erinnert mich daran, wenn ich zu meinem Mann gesagt habe, dass ich so nicht leben kann mit den ständigen Rückfällen bzw. Saufpausen-Stopps. Dann kommt nicht: ich werde mich jetzt in die Trockenarbeit stürzen was das Zeug hält (ich übertreibe). Sondern ein resigniertes, trauriges: dann müssen wir uns trennen. Hat er ja Recht, ist schon klar 😔 . Er verspricht nix, was er nicht halten kann. Und es ist meine eigene Entscheidung wie ich damit umgehe.

    Ich weiß nicht wie viel Glitzer nötig ist, um gegen das Graue, Schwere anzukommen? Es ist ein emotionaler Drahtseilakt. Ich versuche das auszublenden, ich lebe mein Leben, sichere mich gut ab, passe sehr auf mich auf und bin gut zu mir selbst. Dazu gehört auch, dass ich mir selbst verzeihe. Solche Sätze wie du sie bei dir findest, würde ich sofort "entlarven" und mich trösten und ich setze dann ein "ich darf" davor: ich darf auch mal was vergessen, ich darf nix kapieren, ich darf blöd aussehen...und trotzdem habe ich mich lieb und bin wertvoll und umso mehr will ich gut zu mir sein! So ungefähr. Vielleicht nicht ganz so pathetisch 😅

    Und wenn alle Stricke reißen hast du ja noch deine Hexen-Freundin, die ihre Zauberkräfte loslassen kann...

    Alles Liebe, Jump! 🏵️

    Liebe Alexa, ganz lieben Dank!

    Ich denke auch oft an dich und frage mich wie es bei dir läuft. Dann denke ich: okay, Geduld, irgendwann wird sie sich bestimmt melden...

    Du hattest ja zuletzt geschrieben, dass du "später" schreibst wie gut es dir geht, so viel besser als früher.... Jetzt ist ja schon ziemlich viel "später" 😂

    Ja, der 15. Entzug, also qualifiziert und dann auch mit Reha, das ist viel. Aber immerhin bleibt er am Ball. Als mein Mann nach dem letzten Entzug zu seinem (auf Sucht spezialisierten) Arzt ist, hat er sich geschämt und dachte: jetzt hat er bestimmt die Nase voll von mir. Aber gar nicht. Dieser hat sich viel Zeit genommen und meinte tatsächlich: wir hören erst auf, wenn der Deckel zu ist 😳 .

    Ich denke an vieles, was du geschrieben hast. Der "erlaubnisgebende Gedanke", die "Überidentifikation". Und auch dieses Gefühl, nachdem der Partner entgiftet ist: "da ist er wieder, mein ruhiger, schöner Buddha".

    Wie ein Phönix aus der Asche kommt mir das dann vor. Es löst aber keinerlei Euphorie bei mir aus, sondern nur noch ein vorsichtiges: schaun wir mal. Und ich passe auf mein eigenes Leben zu führen.

    Jetzt gerade bereite ich mich auf den Frühling vor 🌷, ich habe Balkonkästen und Erde gekauft, denn ich will hier ein grünes Dschungelparadies wachsen lassen. Ich freue mich so sehr darauf wieder draußen sein zu können.

    Liebe Grüße, Jump! 🏵️

    Jetzt überlege ich seit gestern was ich mal schreiben könnte... Bei mir passiert zum Glück gerade nichts Spektakuläres. Ja, es geht mir gut. Ich übe mich darin nichts Festhalten zu wollen und in der Gegenwart zu leben.

    Vorgestern bin ich von einer Wander-Woche zurück gekommen. Zusammen mit meinem Mann. Seit der Entgiftung ist er nüchtern, jedenfalls in meiner Gegenwart. Wir hatten eine harmonische, schöne Zeit. Und ich weiß wie trügerisch das ist.

    Er weiß, dass wir uns nicht mehr sehen, sobald er wieder trinkt. Meine eigene Wohnung gibt mir diese Freiheit den Kontakt sofort abbrechen zu können. Das ist so wichtig. Früher habe ich mich so ausgeliefert gefühlt. So als ob eine Schlinge sich immer mehr zu zieht. Jetzt habe ich meinen eigenen Frei-Raum.

    Eigentlich wäre ich jetzt in der Lebensphase, in der ich es ruhig angehen lassen könnte...die Schäfchen sozusagen im Trockenen. Tja, das kann ich knicken. Ich schaue nun in alle Richtungen. Ich weiß noch nicht wie es weiter geht. Manchmal finde ich das spannend und manchmal einfach anstrengend. Aber in jedem Fall bin ich sehr nah bei mir selbst.

    Also unter "Liebesentzug" verstehe ich ein strafendes, manipulatives, Macht-ausübendes Verhalten. Das ist für mich etwas völlig anderes, als wenn ich einfach sauer bin oder angeekelt. Das sind ja dann echte Gefühle. Und keine "eingesetzten".

    Es kann natürlich auch anders sein und eben als Druckmittel benutzt werden, aber so habe ich dich nicht verstanden. In dem Fall wäre es für mich dann typisch co. Mit der Illusion irgendwas damit bewirken zu können.

    Diese bleierne Leere, die innere Erschöpfung und Starre kenne ich von früher nur zu gut. Das hat mir alle Kraft geraubt mich zu bewegen.

    Bei mir kam dann der Punkt an dem ich mir nur noch gesagt habe: Gefühl aus, Kopf an! Handeln. Sofort. Wohnung suchen. Mechanisch alles organisieren.

    Alles andere ist verrückt. Denn es ändert sich nichts, wenn ich nichts verändere.

    Jump! 🏵️

    habe ich bis jetzt noch nicht einen einzigen depressiven Menschen kennengelernt bei dem die eigene Hilflosigkeit nicht erlernt war.

    Solche Generalisierungen finde ich unpassend. Für Verhaltenstherapeuten ist alles "erlernt", für Tiefenpsychologen ist es Ausdruck eines inneren Konflikts. Und die ganz Schlauen reden vom bio-psycho-sozialen Modell, sozusagen die All-inklusive-Variante. Hier im Forum irgendwelche Analysen und Zuschreibungen zu Leuten zu machen, die wir nicht mal kennen, finde ich schwierig.

    Und Depression trifft nicht nur "theoretisch" jeden, sondern das ist tatsächlich so. Klar finde ich bei jedem immer einen Hintergrund. Der Konstruktivismus lässt grüßen.

    Ich selbst kann jedenfalls am meisten hier für mich raus ziehen, wenn Leute von sich selbst sprechen. Das lässt mir auch die Luft zu entscheiden was für mich passt und was nicht. Ich lese so oft "du musst", "du solltest", "wenn ich an deiner Stelle wäre, dann würde ich...". Unsinn! Wenn du an meiner Stelle wärst mit meiner eigenen Geschichte und meinen Prägungen, dann würdest du es so machen wie ich, denn dann wärst du ja nicht du...🙃

    Ja, bei Leuten mit Kindern, da verstehe ich das eher mit den Aufforderungen. Aber selbst da kann ich mir vorstellen, dass ein Bericht eines EKA mehr bewirkt, als alle Apelle.

    Aber ich schweife ab.

    Liebe wieweiter, ich verstehe deine Wut und deine Fragen. Ich habe den Eindruck, dass in punkto Sucht und Depressionen in den letzten Jahren ein großer Wandel statt gefunden hat. Während es bei meinem Mann vor 15 Jahren noch ein Frevel war, neben der Sucht auch Depressionen anzusprechen und das ständig abgetan wurde mit: "wenn du auf hörst zu saufen, dann gehen die weg" oder auch eine medikamentöse Behandlung abschätzig als "Pille statt Pulle" abgetan würde - ist es in der letzten Reha und Entgiftung ins komplette Gegenteil gerutscht. Mein Mann hat berichtet, dass den Leuten eine Depression fast schon "aufgezwungen" wurde. Aber jedenfalls gab es hier sehr viel Hilfestellung und spezielle Therapien, auch in der Suchtklinik. Es gibt auch Psychiater, die sich mit Sucht auskennen. Und vor allem war es das Suchthilfezentrum, dass dann die entsprechenden passenden Stellen (Ärzte, Sucht-Reha mit angeschlossener Psychosomatik) empfehlen konnte.

    Ich kann mir vorstellen, dass eine Depression eine Suchtentwicklung befördern kann. Aber wenn der Schalter gekippt ist, dann ist Sucht Sucht, egal wieso, weshalb, warum.

    Quäl dich nicht so sehr mit hätte und wäre... Er ist an seiner schweren Krankheit verstorben. Niemand konnte ihm helfen. Die Profis genausowenig wie du. Hier hat niemand Schuld. Auch nicht dein xy.

    Ich wünsche dir, dass du deinen Frieden findest.

    Alles Liebe, Jump! 🏵️

    Liebe wieweiter, ich verstehe so gut wie wichtig es ist, dass er in Würde gehen konnte und in der Klinik so liebevoll und respektvoll behandelt wurde. Nach all dem was du erlebt und gesehen hattest.

    Ich wünsche dir sehr, dass auch du nun deinen Frieden findest.

    Hallo wieweiter,

    Schreiben werde ich nicht mehr,

    weshalb begrenzt du dich jetzt selbst? Wenn du das Bedürfnis hast zu schreiben, dann schreib'. Wenn nicht, nicht.

    Wenn was verdreht wird, dann musst du dich auch nicht unbedingt erklären. Solange es für dich selbst stimmt ist es doch gut. Unabhängig zu sein (im Gegenteil von Co-abhängig) bedeutet für mich auch, dass ich es nicht allen recht machen muss, dass ich nicht von allen die Zustimmung brauche.

    Als ich neu hier um Forum war und auch noch sehr lange Zeit danach, hat mich auch vieles was mir geschrieben wurde sehr getroffen. Und glaub' mir, ich hab schon viel Kritik einstecken müssen. Manches konnte ich sofort annehmen, manches verspätet, manches gar nicht. Immer habe ich mich mit den Antworten intensiv auseinander gesetzt. Heute kann ich sehr gut bei mir selbst bleiben. Das liegt daran, dass ich innerlich viel stabiler geworden bin. Anfangs war ich so verletztlich und auch so "verwundet" durch den ganzen Stress, den ich erlebt hatte. Ich hatte gar nicht diesen inneren Puffer, um mit Konfrontation gut umzugehen. Wollte ja auch so gerne in dieses Forum "aufgenommen" und respektiert werden.

    Ich erlebe dich durchaus als starke, eigenständige Frau. Ich habe mich daher über deine letzte Antwort gewundert. Immer auf der Suche nach der großen Liebe? Ich wünsche dir, dass du nun bei dir selbst an kommst. Dich selbst liebst und dir genug bist.

    Während dein xy im Koma liegt und vermutlich entweder stirbt oder ein Pflegefall wird (also ich hab natürlich keine Ahnung, ich entnehme das deinen Schilderungen) stelle ich mir vor, dass durch die Konfrontation mit dem Tod viele Fragen auftauchen, wieso, was wenn, hätte... Gleichzeitig kommst du mir vor wie ein pragmatischer Mensch. Es ist wie es ist. Und jetzt Fokus voll auf dich.

    Du wirst wahrscheinlich denken: na toll, das will ich doch. Aber organisatorisch geht das nicht. Und damit dreht sich alles wieder in Kreis. Glaubst du, du kommst nur als Witwe aus der Nummer raus? Zerrissen zwischen Trauer und Erleichterung.

    Was sich gut anhört ist deine eigene Wohnung, deine Spaziergänge, Freundinnen, Kammerkonzert. In diese Richtung geht es. Auch im Kopf. Was will ich für mich? Wie komme ich da hin?

    Wenn ich dir das schreibe, dann schreibe ich das auch für mich selbst.

    Alles Liebe, Jump! 🏵️

    Och, ich finde Bullterrier werden oft überbewertet 😜. Dazu habe ich eine Geschichte:

    Im Haus hatte ich einen Nachbarn, der hatte einen Bullterrier. Und unsere Kater sind immer schön über dessen Grundstück spaziert. Eines Tages kam der Nachbar panisch rüber gerannt: unser Hund hat eure Katz' erwischt! Er habe nur das Geschrei gehört, ein Kneul von Terrier und Kater gesehen...dann sei der Kater geflüchtet, aber bestimmt schwer verletzt.

    Ich natürlich komplett am Nervenzusammenbruch, gesucht und gesucht, keine Chance. Irgendwann nach Stunden kam er heim. Blutüberströmt. Da er komplett schneeweiß war, war das sehr eindrucksvoll. Sofort zum Tier-Notarzt gefahren. Der hat untersucht und untersucht...und irgendwann gesagt: der hat nix! Der Hund muss kommen. Das ganze Blut muss von ihm sein! 😳 😜

    Was war ich stolz auf meinen kleinen Kampf-Kater!

    Also. Was ich damit sagen will: vielleicht schaffst du es, das Bild vom festgebissenen Bullterrier durch einen Kater zu ersetzen. Denn Katzen machen das super: sie kommen und gehen wie sie wollen. Sie können Fauchen und Kratzen, aber auch Schmusen und Schnurren. Sie sind vollkommen unbestechlich und können nicht erzogen werden. Sind ganz bei sich selbst! Quasi absolt non-co.

    Durch deine Wohnung hast du die Freiheit Nähe und Distanz zu regulieren, so wie es dir selbst gut tut. Du schreibst leider kaum was dazu wie es dir geht. Also unabhängig von der Sucht-Problematik. Oder nimmt diese wieder so viel Raum ein? Ich hatte den Eindruck du bist weniger hier unterwegs - und dachte das ist gut. Andere Themen sind präsenter für dich. Nicht?

    Ich finde nicht, dass du "schwarz" siehst, wenn dein Partner kämpft, sondern realistisch. Ich verstehe total was du damit meinst, dass du seine Kämpfe "würdigen" willst. Aber sein Gegner ist zu stark und zuzusehen tut weh. Welche "guten Mächte" hier am Werk sein sollen ist mir ein Rätsel. Die einzige gute Macht heißt "Entgiftung" und Kapitulation.

    Wenn du vom Ausgeliefert-Sein sprichst, dann muss ich an die "Über-Identifikation" denken, von der du mal gesprochen hast. Dieser Begriff hat mir sehr geholfen. Es hört sich für mich an, als seien deine Grenzen wieder aufgeweicht?

    Wieder mehr zu dir selbst finden. Deine Grenze spüren. Bei dir bleiben. Das wünsche ich dir. Und ganz viel innere Katze!

    Alles Liebe, von Jump! 🏵️ (die von dieser Selbsthilfe-Gruppe Resonanz erwartet, Erfahrungsaustausch, auch ein Finger-Zeig!, - aber kein mit-dem-Finger-auf-mich-zeigen...all das, um meine eigene Position zu finden, zu überdenken, zu kräftigen, zu hinterfragen und meinen Weg zu gehen...)

    Ja, wieweiter, Kochrezepte können einfach nur Rezepte sein - oder eben auch ein Akt der Selbstfürsorge. Und so hatte ich es gemeint 😌.

    Sich auch für sich alleine die "Mühe" machen frisch und gut zu kochen. Sich selbst und die eigene Gesundheit wichtig zu nehmen. Sich überlegen worauf ich Lust habe. Was mir "schmeckt". Bewusst zu genießen. Zu riechen. Bei mir zu sein.

    Eigentlich dachte ich, dass ich das ja schon immer so mache. Die erste Zeit in meiner Wohnung hatte ich dann aber tatsächlich erst mal Anlaufschwierigkeiten beim Kochen. Ganz ungewohnt. Fing schon beim Einkaufen an, weil ich meinen Bauernstand vermisst hatte und ratlos vor dem schlabberigen Supermarkt-Gemüse stand. Dann nicht das gewohnte Zubehör. Die Arbeitsplatte zu niedrig. Bla bla bla...alles schien es mir "unmöglich" zu machen gut kochen zu können.

    Jetzt ist es besser. Als ich das erste Mal gemütlich mit Musik vor mich hin geschnippelt habe, da wusste ich, ich bin jetzt angekommen.

    Spaziergänge sind auch total meins. Die kalte Luft macht den Kopf frei. Das Laufen erdet, die Natur um mich herum. Am Anfang in meiner Wohnung bin ich jeden Morgen erst mal früh zum Bäcker Brötchen holen, mich bewegen, die Geister der Nacht vertreiben.

    Jetzt kann ich mich vergnüglich im Bett einkuscheln, meinen Kaffee genießen, lesen, raus gucken. Ich muss nix mehr vertreiben. Schlafe auch sehr gut.

    Manchmal denke ich, ich müsste aktiver sein. Vielleicht melde ich mich hier im Sportverein an, ich sollte was für meinen Rücken machen. Der Gedanke dann eine feste "Verpflichtung" zu haben, schreckt mich aber immer ab. Ich verstehe immer gar nicht wie hier so viele so dermaßen viel auf die Reihe kriegen. Ich komme ja oft nicht mal mehr zum Zeitung lesen. Wahrscheinlich verbringe ich zu viel Zeit hier um Forum 😜

    Hallo wieweiter, ich weiß nicht wie die Situation jetzt für dich aussieht? Deshalb ist es echt ein bisschen schwer was zu schreiben, weil es ganz unpassend erscheinen könnte.

    Aber wir sind ja alle für uns selbst hier und ich sage mal was ich für mich so gedacht habe, als du geschrieben hast "er kämpft um sein Leben".

    Ich habe mich gefragt ob wirklich ER kämpft oder die Maschinen und Ärzte. Und ob das noch ein "Leben" ist. Ich kann es nur von dem her beurteilen wie ich es bei meinem Mann wahr nehme. Und da ist es kein "Leben" mehr. Mehr so ein qualvolles dahin vegetieren. Und von dem was du schreibst ist es bei deinem xy ja noch deutlich schlimmer.

    Jemand hat hier mal geschrieben, dass Alkoholismus eine Krankheit ist, die zum Tod führt. Im Grunde wie Depression, wie Magersucht, wie Krebs. Natürlich nicht zwangsläufig und hier sind so viele tolle Beispiele von Alkoholikern, die es geschafft haben die Krankheit zu stoppen. Aber ungebremst ist das die natürliche Folge. Und wir Angehörige können nix machen.

    Weißt du, wenn ich ehrlich bin, dann muss ich zugeben, dass ich früher, als ich noch mit meinem Mann zusammen gewohnt habe, dass ich damals manchmal dachte: wäre besser du stirbst. Das ist schlimm sowas zu denken. Ich hab ihn sogar schon angeschrien: wenn du dich sowieso stückchenweise umbringst, dann geh' gefälligst raus und spring' von der nächsten Brücke! Dann bin ich wenigstens frei. Das war auch so ein Moment an dem ich ganz klar gespürt habe: ich muss hier raus - das ist komplett irre von mir. Ich hatte so eine mörderische Wut.

    Trotzdem würde ich in Trauer versinken, wenn er dann tatsächlich stirbt. Und manchmal denke ich dennoch es wäre vielleicht das Beste. Verrückt. Wobei ich durch den räumlichen Abstand jetzt wirklich eine gute Distanz habe und emotional sehr! viel distanzierter bin. Das macht schon viel aus. Also jetzt spüre ich diese Wut nicht mehr, sondern schaue wie von Außen drauf.

    Das sind alles so Gedanken, die bei mir hoch kommen, wenn ich deine Beiträge lese...

    Alles Liebe, Jump! 🏵️

    Wieweiter, falls du das liest, ich finde es schade dass du deinen Faden geschlossen hast.

    Wenn ich hier eins gelernt habe, dann dass "Fokus auf mich" auch bedeutet hier am Ball zu bleiben. Auch wenn ich mich manchmal über Beiträge ärgere. Denn ich bin mir selbst so wichtig, dass ich ganz "egostisch" trotzdem dasjenige mitnehmen will, was mir hier weiter hilft. Und das ist ganz viel!

    Ich denke an dich und würde gerne noch ein bisschen was da lassen... vielleicht später 🏵️