Liebe Alexa, für mich hört sich das an, als würdest du dein inneres Gleichgewicht, dass du dir so mühsam aufgebaut hast, gefährden, wenn du monatelang in die alte Wohnung ziehst.
Wäre es vielleicht möglich in deiner Wohnung zu bleiben und den Hund nur in die alte Wohnung zu bringen, wenn er alleine sein muss? Ihn dann wieder abzuholen und zu dir zu gehen?
Oder könnte er in eine Hunde-Kita 😬 (ist aber wahrscheinlich teuer) oder gibt es Freundinnen, die ihn zeitweise nehmen könnten?
Unterschätze das nicht, was das alles auslösen kann, wenn du wieder in der alten Umgebung bist. Du merkst ja schon beim Schreiben darüber, wie dunkel es sich anfühlt.
Ich bin überrascht, dass du "rundherum verheimlichst" . Nach dieser langen Zeit. Ist es dir peinlich? Oder willst du ihn quasi decken? Ich weiß noch, dass ich bei denjenigen, die das nix angeht, nur gesagt habe, dass mein Mann in Reha ist und ich dazu sonst nichts sagen will. Aber Freunde und Freundinnen wussten das sowieso.
Ja, wenn es es dir den Boden unter den Füßen weg zieht und nicht ihm, dann ist da eine Schieflage. Mir ist das gerade letztens selbst aufgefallen. In den Urlauben habe ich früher gegen Ende oft Angst gehabt: wie wird es Zuhause - wird er abstürzen - wird er diesmal so fest auf knallen, dass xyz... Und ich hab ihn dann am letzten Tag oft gefragt, ob ER denn keine Angst hat, wie es mit ihm weiter geht? Nöö. Stille. Ich: aber du müsstest doch Panik haben, dass du komplett ab rutschst, bla bla bla. Er ganz tiefenentspannt: bringt doch nichts, wenn ich mich verrückt mache. - Tja, und stattdessen hab ich mich verrückt gemacht.
Ich würde auch besorgt sein, wenn mein Mann die Arbeit kündigt. Ich würde denken: du schaffst es doch nur nicht, weil du auf Droge bleibst - die Lösung ist doch nicht zu kündigen, sondern abstinent zu werden.
Erinnert mich daran, wenn ich zu meinem Mann gesagt habe, dass ich so nicht leben kann mit den ständigen Rückfällen bzw. Saufpausen-Stopps. Dann kommt nicht: ich werde mich jetzt in die Trockenarbeit stürzen was das Zeug hält (ich übertreibe). Sondern ein resigniertes, trauriges: dann müssen wir uns trennen. Hat er ja Recht, ist schon klar 😔 . Er verspricht nix, was er nicht halten kann. Und es ist meine eigene Entscheidung wie ich damit umgehe.
Ich weiß nicht wie viel Glitzer nötig ist, um gegen das Graue, Schwere anzukommen? Es ist ein emotionaler Drahtseilakt. Ich versuche das auszublenden, ich lebe mein Leben, sichere mich gut ab, passe sehr auf mich auf und bin gut zu mir selbst. Dazu gehört auch, dass ich mir selbst verzeihe. Solche Sätze wie du sie bei dir findest, würde ich sofort "entlarven" und mich trösten und ich setze dann ein "ich darf" davor: ich darf auch mal was vergessen, ich darf nix kapieren, ich darf blöd aussehen...und trotzdem habe ich mich lieb und bin wertvoll und umso mehr will ich gut zu mir sein! So ungefähr. Vielleicht nicht ganz so pathetisch 😅
Und wenn alle Stricke reißen hast du ja noch deine Hexen-Freundin, die ihre Zauberkräfte loslassen kann...
Alles Liebe, Jump! 🏵️