Beiträge von wieweiter

    Es ist eine ganze Zeit vergangen. Vor drei Monaten habe ich einen Mann kennengelernt. Er ist viel jünger als ich aber wir verstehen uns sehr gut. Will sagen, das Leben geht weiter und es gibt immer wieder neue, schöne Beziehungen, wenn man sie zulässt. Ich genieße die Zeit mit ihm, aber ich genieße auch die Zeit alleine. Ich bin bei mir selbst angekommen.

    Trotzdem werde ich XY nicht vergessen.

    Liebe Grüße wieweiter, ja es geht weiter, wenn man es zulässt

    Ich weiß nur, dass die Krankenversicherung nach der Kündigung noch 1 Monat gültig ist. Er ist dann evtl. über das Arbeitsamt krankenversichert, falls ihr die Fristen eingehalten habt oder er ist direkt über die Krankenkasse weiter versichert, das solltet ihr bei der Krankenkasse erfragen. Ich weiß es ist sehr schwer aber wichtig, da mit dem Krankheitsbild eine Menge an Kosten anfallen können.

    Co Abhängigkeit hab ich als Definition so verstanden, dass man seine Sucht deckt und und ihm alle Schwierigkeiten aus dem Weg räumt.

    Ja ich habe ihm auch viele Schwierigkeiten abgenommen, aber weil er nicht mehr in der Lage war es selbst zu tun.

    Die Sucht habe ich nie gedeckt, ich bin damit offen umgegangen und ich habe meine Interessen und Freundschaften halt ohne ihn gepflegt.

    Ja, ich hatte immer die Hoffnung ihn retten zu können und er hat mir oft dafür gedankt, dass ich zu ihm gehalten habe. Trotzdem habe ich sehr unter allem gelitten. Jetzt ist er fast ein Jahr tot und ich frage mich immer noch, ob es gut war ihn fallen zu lassen. Ich denke auch jeder Fall ist anders. Sind Kinder betroffen, ist er gewalttätig. Beziehung scheitern auch ohne Alkohol. Liebt man diesen Menschen immer noch, dann ist es sicher richtig ihn bei der Abstinenz zu unterstützen. Liebt man ihn nicht mehr, ist es wohl besser sich zu trennen.

    Ich nutze eine Freizeit-App für Verabredungen mit Leuten, die gleiche Interessen haben. Konzerte, gemeinsame Kino- und Theaterbesuche, Spieleabende, tanzen gehen , wandern, sporteln oder Stricken und Häkeln bei Kaffee und Kuchen geht dort alles, je nachdem, was man gerne mag. Klar muss sich das erst finden.

    Sowas hab ich auch für mich entdeckt und es ist eine tolle Sache. Ich habe wieder Spass am Leben und mittlerweile genieße ich es auch alleine mit mir zu sein.

    Mein herzliches Beileid, ich kann nachvollziehen wie es Dir geht. Du brauchst Dir keine Schuld geben, ich war auch machtlos. Es wird langsam besser, es ist ja noch ganz frisch. Trauer braucht seine Zeit, mein Partner ist vor 11 Monaten an seiner Sucht verstorben. Ich habe wieder sehr schöne und glückliche Stunden.

    Ich kann gut verstehen wie es Dir geht. Ich kann Dir leider keine Tipps geben, da ich wie Du auch in dieser verzweifelten Situation war. Mein XY ist im Januar verstorben und ich habe, obwohl ich die Situation vorher beenden wollte, furchtbar gelitten. Jetzt geht es mir gut. Das Leben ist wieder schön. Eine Trennung tut immer weh, aber es gibt auch wieder ein neues schönes Leben.

    Ja die Angst vor dem Tod, das ist so ein Thema. Ich bin jetzt 68 und kann Dich gut verstehen. Ich habe das Glück gesund zu sein, jedenfalls soweit ich weiß und ich mich fühle. Ich bin noch sehr aktiv und habe viele schöne soziale Kontakte. Dennoch überkommt mich, wenn ich alleine bin, eine große Traurigkeit. Aber die Angst vor dem Tod ist gewichen. Ich hatte ein gutes Leben und wenn es noch einige Jahre so weiter geht, gut. Wenn nicht, auch gut.

    Ich versuche auch aufzuräumen und Ballast loszuwerden, aber eher aus Angst ich könnte sterben und meinen Kindern das alles zu hinterlassen. Das schaffe ich aber auch nur in kleinen Schritten aber ich bin auf jeden kleinen Schritt stolz.

    Ich wünsche Dir viel Kraft und Zuversicht

    Ich denke es ist auch ein Unterschied, ob man als relativ junger Mensch mit Kindern in einer Beziehung mit einem Alkohlkranken Menschen ist oder wie in meinem Fall mit Ü 60 in einer neuen Beziehung. Es sind andere Erwartungen an das Leben. Jedenfalls war es für mich so.

    Ich hatte nie ein Helfersyndrom und wusste was ich will und was nicht. Ich wollte ihn. Und ja, es hat mich sehr an meine Grenzen gebracht. Und ich war sehr verzweifelt. Ich hatte keine wirkliche Ahnung, was die Sucht für eine Macht hat. Und in seinen nüchternen Phasen war es schön mit ihm. Mir hätte nur nicht trinken gereicht. Aber das ist individuell. Trennungen passieren auch ohne Sucht, wenn es nicht mehr passt. Das ist oft auch ein langer und schmerzlicher Weg.

    Es ist eine sehr sehr harte Entscheidung, und es kann sein dass nix hilft, ich denke auch an wieweiter, ihr Mann ist in der Wohnung verkommen und gestorben.

    Ich habe es nicht fertig gebracht ihn der Obdachlosigkeit zu überlassen, er war einfach schon viel zu krank. Wir hatten zwei Wohnungen und ich habe jeden Tag nach ihm geschaut. Er ist im Krankenhaus verstorben und ich bin dankbar dafür, dass er nicht zuhause gestorben ist.

    Jetzt sind 9 Monate vergangen und ich habe festgestellt, dass es für mich nicht die erhoffte Erleichterung ist, meine Liebe zu ihm war nicht erloschen. Aber ich weiß, dass ich mir nichts vorwerfen brauche. Ich versuche meinen Frieden zu finden.

    Ich denke solange noch Gefühle für den Menschen da sind ist es legitim ihn nicht ganz fallen zu lassen. Heißt aber nicht die eigenen Bedürfnisse zu vernachlässigen.

    Unsere sogedachte heile Familienwelt ist durch seine Krankheit komplett zusammengebrochen: Wer soll sich später um unseren behinderten Sohn kümmern wenn der im Heim untergebracht ist???

    Wer kümmert sich im Alter um den Übriggebliebenen von uns, so wie ich es jetzt bei meinem Vater tue?

    Wie regeln wir unsere Erbangelegenheiten neu, er steht in unserem sogenannten Behinderten-Testament, das wurde notariell aufgesetzt............

    Es gibt keine Familie der wir etwas vererben können, nur ihn....

    Das sind alles Fragen über Fragen....

    Es gibt Familien, die haben ihr einziges Kind aufgrund von Unfall oder anderen Krankheiten verloren und ihren Lebensplan aufgegeben und ändern müssen. Geht es Dir in erster Linie um deinen Sohn oder um deinen Lebensplan, der sich jetzt nicht so erfüllt, wie Du es geplant hast? Nichts für ungut, aber denk mal drüber nach.

    Alkoholabhängikeit ist eine Krankheit. Er muss sich von seinem Arzt krankschreiben lassen. Gegen die fristlose Kündigung muss er Kündigungsklage einlegen. Das Problem ist, dass es dem Süchtigen egal ist. Aber es geht um die Existenz. Es geht um die Krankenversicherung, um das Arbeitslosengeld, das wegen Krankheit nicht gekürzt werden darf. Klar, man soll sich distanzieren und nicht mehr helfen. Aber auch Alkoholkranke haben Rechte, die sie aber aufgrund ihrer Erkrankung nicht einfordern können. Er ist eine Gradwanderung zwischen fallen lassen oder helfen. Was ist richtig? Ich weiß es nicht.

    Ich wünsch Dir alles Gute, bleib trocken. Bei meinem xy war es ähnlich, nur er wurde immer wieder rückfällig und ist im Januar kurz vor seinem 59. Geburtstag verstorben. Mobbing war auch ein Thema. Er war 6 Monate trocken und dann versuchte er eine Wiedereingliederung. Von da an ging es rasant bergab. Das Betriebliche Eingliederungsverfahren war eine Witz. Statt Hilfsangebote wurden nur Ängste erzeugt. Ich will damit nicht die Schuld auf andere verlagern. Es war seine Entscheidung sich zugrunde zu richten.

    Wichtig ist es abstinent zu bleiben und die Leber nicht weiter zu schädigen.

    Oder, ob man ihn nicht gegen seinen Willen ins Krankenhaus hätte bringen müssen? Tausend Gedanken, Fragen, Überlegungen, Tag für Tag und keine Antworten.

    Dieser Gedanke kommt mir auch immer wieder. Hätte ich doch einen Tag früher die Rettung gerufen. Dann denke ich wieder, es hat so kommen sollen, ich hätte nichts anderes tun können und habe keine Schuld.

    Mein Leben jetzt könnte kaum besser sein. Ich habe viele soziale Kontakte, einen neuen Minijob mit genau der Arbeit, die ich so liebe. Vereinsleben und Wandergruppe. Und trotzdem weine ich noch jeden Tag. Ich habe noch nie in meinem Leben so getrauert.

    Du hast nichts falsch gemacht, es lag nicht in Deiner Macht. Es ist schwer zu akzeptieren, dass wir Angehörige nichts tun können, wenn es der Süchtige nicht selbst will. Menschen sterben aus verschiedenen Gründen, es gehört zum Leben.