foxi58 - Betroffenes Elternteil, auf der Suche nach dem Umgang mit dem Trinken ihres (mittlerweile erwachsenen) Kindes

  • Besser und auch sicherer wäre es, der Sohn würde sich selbst bei den zuständigen Fachleuten erkundigen, wenn es ihm ernst ist, zuallererst bei der Suchtberatung.

    Das ist nicht Aufgabe seiner Frau oder seiner Eltern!

    Rennschnecke , heute hat eine Bekannte bei einem Telefonat gesagt dass falls unser Sohn sich für einen Entzug entscheiden würde dass er kein Geld bekommt, weder vom Jobcenter und auch kein Bürgergeld.....wovon sollen denn in der Situation Miete und was gezahlt werden??????? Dann ist ein solcher Weg ja gar nicht möglich........

  • Ich hatte Rennschnecke schon geschrieben, eine Bekannte sagte heute am Telefon selbst wenn unser Sohn sich für einen Entzug entscheiden würde bekommt er nirgendwoher Geld, kein ALG und kein Bürgergeld......wovon soll denn so jemand leben bis er einen Platz irgendwo bekommt.....das geht doch alles gar nicht.....

    Ich weiß das ich mich mit sowas nicht beschäftigen soll aber das hat mich wirklich aus der Bahn geworfen als sie das sagte....dann kann er niemals einen Entzug angehen wenn das stimmt........aufgrund seiner Arbeitslosigkeit....

  • Hallo foxi

    Ist dein Sohn gegen die Kündigung vorgegangen?

    Mein Mann wurde damals fristlos gekündigt. Ihm wurde geraten zu klagen. Danach wurde es in eine ordentliche Kündigung umgewandelt, er bekam noch 6 Monate vollen Lohn, machte eine Entgiftung und Langzeittherapie. Während der Langzeit hat er aber, wenn ich mich richtig erinnere ALG 1 bekommen, als der Gehaltsbezug endete. Dein Sohn muss sich beraten lassen, vielleicht auch anwaltlich.

    Lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hallo foxi

    Ist dein Sohn gegen die Kündigung vorgegangen?

    Mein Mann wurde damals fristlos gekündigt. Ihm wurde geraten zu klagen. Danach wurde es in eine ordentliche Kündigung umgewandelt, er bekam noch 6 Monate vollen Lohn, machte eine Entgiftung und Langzeittherapie. Während der Langzeit hat er aber, wenn ich mich richtig erinnere ALG 1 bekommen, als der Gehaltsbezug endete. Dein Sohn muss sich beraten lassen, vielleicht auch anwaltlich.

    Lg Morgenrot

    Morgenrot , Er ist soweit ich weiß nicht dagegen vorgegangen, er hatte schon vorher 2 Abmahnungen vorher und daher........ich weiß nur dass er jetzt 3 Monate Sperre hat, ich habe ja den Kontakt abgebrochen zu ihm........er wurde ja wegen seinem Alkoholkonsum gekündigt weil er nur noch ausfiel deswegen.....aber nach 3 Monaten müsste er ja ALG bekommen

  • Alkoholabhängikeit ist eine Krankheit. Er muss sich von seinem Arzt krankschreiben lassen. Gegen die fristlose Kündigung muss er Kündigungsklage einlegen. Das Problem ist, dass es dem Süchtigen egal ist. Aber es geht um die Existenz. Es geht um die Krankenversicherung, um das Arbeitslosengeld, das wegen Krankheit nicht gekürzt werden darf. Klar, man soll sich distanzieren und nicht mehr helfen. Aber auch Alkoholkranke haben Rechte, die sie aber aufgrund ihrer Erkrankung nicht einfordern können. Er ist eine Gradwanderung zwischen fallen lassen oder helfen. Was ist richtig? Ich weiß es nicht.

  • Was ist richtig? Ich weiß es nicht.

    ich habe damals "eingegriffen" weil es eben auch mich betroffen hätte, und weil die ganze Vorgehensweise vom Betrieb her auch nicht ganz astrein war. Er hatte einen guten Anwalt, den übrigens die Rechtsschutzversicherung übernommen hat. Dieser Anwalt hat sich eingehend bei mir über Alkoholismus informiert, und hat auf Grund dessen sogar noch eine Abfindung herausgeholt.

    Ich will dich wirklich nicht zum eingreifen animieren, ich weiß auch nicht, ob es richtig ist, wenn ich dir dass alles schreibe. Ich wollte nur, dass du weißt, es gibt Möglichkeiten.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • eine Bekannte sagte heute am Telefon selbst wenn unser Sohn sich für einen Entzug entscheiden würde bekommt er nirgendwoher Geld, kein ALG und kein Bürgergeld......wovon soll denn so jemand leben bis er einen Platz irgendwo bekommt.....das geht doch alles gar nicht.....

    ich kann nur vermuten, dass sich diese Aussage auf die von dir erwähnte dreimonatige Sperrfrist nach der fristlosen Kündigung bezieht, Foxi.

    Damit kenne ich mich überhaupt nicht aus. Aber bestimmt die professionelle Suchtberatung für Angehörige. Die kann Dich auch bei der schwierigen Abwägung zwischen nochmaligem Hilfeversuch oder Nichthandeln unterstützen.

    Dein Sohn ist doch nicht der erste und nicht der letzte, der wegen Saufens und mangelnder Krankheitseinsicht seinen Job (und seine Wohnung) verliert.

    Es kann eine Chance für ihn bedeuten, endlich aufzuwachen, aber er kann auch erst mal noch weiter abstürzen, die Gefahr ist leider real.

    Da fällt mir ein: Mein suchtkrankes Geschwister hat seinerzeit sogar seine sichere Lebensstellung gekündigt, um aus einer für ihn unerträglichen Situation am Arbeitsplatz zu fliehen. Als Angehörige standen wir damals hilflos davor, das Geschwister war ja schon volljährig.

    Würde ich mit meinem heutigen Wissen und Selbstbewusstsein trotzdem irgendwie noch einzugreifen versuchen, um die Kündigung rückgängig machen zu können? Ich weiß es nicht ...Hätte es etwas an der Sucht ( und der da auch noch mangelnden Krankheitseinsicht meines Geschwisters geändert? Ich vermute eher nicht...

    In der stationären und ambulanten Reha habe ich übrigens Leute mit und ohne Job getroffen, auch Rentner und Frührentner, manche waren zum xten Mal in Reha, hatten zig Entzüge hinter sich, es gab sogar vereinzelt Leute, die eigentlich vorrangig im europäischen Ausland lebten und arbeiteten und es wie auch immer geschafft hatten, hier in der Heimat eine Reha zu bekommen. Die hohe Rückfallquote ist bekannt.

    Ich kann Dir gerade guten Gewissens nur zur Suchtberatung raten, Foxi ...

  • Morgenrot , wieweiter @ Rennschnecke, er ist gekündigt worden laut seiner Ehefrau weil er kleine Wodka Flaschen versteckt hatte auf der Arbeit, da gibts nichts anwaltlich zu regeln...und er hatte vorher 2 Abmahnungen deswegen......

    Ich will jetzt keinen Schritt zurück, er hat noch seine Frau mit der er bis Ende November die Wohnung teilt....... da muss die sich kümmern oder????? Er ist 31, da kann ich mich jetzt nicht melden........ich habe denen den Kontakt abgesagt....

    und ich weiß nicht ob eine Suchtberatung für mich was bringt, ausserdem dauert das da ewig mit einem Termin........da muss er doch eigentlich hin......

  • Guten Morgen foxi58,

    ich lese hier seit deinem 1. Tag mit und habe mich zurückgehalten. Du bist Mutter und ich Ehefrau eines Alkoholikers. Ich glaube eine Mutter kann sich einfacher distanzieren, ist aber emotionaler viel mehr verstrickt als eine Partnerin.

    Es war schwierig mit zu lesen, wie du dich gegrämt hast und immer wieder hin- und hergewangt bist, aber so ist der Prozess.

    Ich finde es klasse, wo du jetzt stehst. Und du bleibst dort, auch wenn es nun um die Existenz deines Sohnes geht. Ich finde das vollkommen richtig. Morgenrot musste handeln, weil es auch ihre Existenz betraf, du musst das nicht. Und ganz ehrlich? Er hatte bereits mehrere Abmahnungen bekommen, was muss noch passieren? Die Chancen waren da. Vielleicht ist das der Punkt, wo er den Absprung schafft.

    Du musst stark bleiben. Er ist erwachsen und es betrifft nicht dich. Sonst hat er keinen Grund etwas zu ändern.

    Mein Noch-Mann ist auch gekündigt zum Jahresende. Er versteckt sich und zahlt keinen Kindesunterhalt. Er wird auch nicht beim Arbeitsamt gewesen sein und somit eine 3- monatige Sperre bekommen. Ich bin also indirekt davon betroffen. Ich muss mit meinem Einkommen mich und meine beiden Kinder durchkriegen.

    Aber es ist trotzdem sein Problem. Er muss Kindesunterhalt zahlen, wie er das macht….. seine Sache.

    Ich schicke dir Kraft und Durchhaltevermögen.

    LG ☀️

  • Hallo Foxi,

    das hört sich doch schon besser an.

    Genau, er ist alt genug, er muss selbst für sich aktiv werden, die Ehefrau ihre eigene Co-Abhängigkeit angehen und Du Deine.

    Hast Du nicht mal geschrieben, dass Du immer schon ein starkes Helfersyndrom hattest und auch einen helfenden Beruf?

    Das ist ja kein unabwendbares Schicksal, daran lässt sich ja arbeiten, um die eigentlich positive Eigenschaft ( andere sind Dir nicht egal) auf ein für alle gesundes Maß zu begrenzen.

    Hattest Du schon mal psychologische Unterstützung? Wenn ungesunde Muster so stark sind, kann das wirklich hilfreich sein.

    und ich weiß nicht ob eine Suchtberatung für mich was bringt, ausserdem dauert das da ewig mit einem Termin........da muss er doch eigentlich hin......

    Er auch, für sich, aber Suchtberatungen haben auch spezielle Angebote für Angehörige - nicht, um beim "Retten" des Süchtigen zu unterstützen, sondern die Angehörigen beim Stoppen ihrer Co-Abhängigkeit.

    Da kannst Du auch so manche Frage fachkundig beantwortet bekommen, die Dich gerade in Bezug auf ihn umtreibt - aber immer mit dem Fokus zurück auf Dich.

    Ja, Wartezeiten gehören dazu, aber nicht ewig, und es sollte kein Grund sein, nicht jede Hilfe anzunehmen, die sich möglicherweise bietet.

    Immer noch besser als Stillstand. Aber ich habe den Eindruck, bei Dir bewegt sich gerade was.

    Und nun muss ich mich mal wieder auf meine eigene Selbsthilfe konzentrieren....

  • Sonnenschein CoA , danke für deine Worte.das tut mir leid mit deinem Mann....Ich glaube die Sperre hat man immer wenn man fristlos gekündigt wird, so ist meine Info........Es geht mir zur zeit nicht gut mit diesen Entscheidungen, aber ich kann momentan nicht anders als ihn fernzuhalten.......Ich geh sonst daran wirklich zugrunde, unsere Familie ist auseinandergefallen durch diese Scheiss Sauferei und ich leide sehr.....Auch Zukunftsorientiert gedacht wird es schwer für uns: Wer kümmert sich um unseren behinderten Sohn wenn wir nicht mehr sind, das sind alles soche Fragen....Aber ich versuche weiter mich zu schützen.

    das Kopfkino ist für mich das Schlimmste und ich bekomm es nicht gut abgestellt.....

    Viele Grüße und danke an dich

  • Rennschnecke , ich weiß das zu schätzen dass du mir so hilfst, vielen Dank.....Ich habe eine Therapeutin, die ist zwar nicht auf Sucht spezialisiert aber das Thema abgrenzen bespreche ich diese Woche mit ihr......

    Und ich habe gerade bei der Suchtberatung angerufen........

    Einmal editiert, zuletzt von foxi58 (14. Oktober 2025 um 15:46)

  • Klasse, Foxi, Schritt für Schritt!

    Ich bin sehr verzweifelt weil ich mich so hundmiserabel fühle und meinen Kopf kaum abschalten kann, ich hoffe es bringt mir etwas mit der Suchtberatung...meine Gefühle werden natürlich dadurch nicht besser und meine Angst um ihn.....aber ich hoffe ich bekomm einen Termin, es ginge wohl auch telefonisch aber ich finde ja Präsenz besser........

  • Liebe Foxi, das wünsche ich dir, dass durch ein PräsenzTermin du neue Erkenntnisse, Kraft u Ideen zur Selbstfürsorge bekommst… vielleicht sogar dahingehend, dass du in deiner Zukunftsorge um euren dauerhaft hilfsbedürftigen Sohn neue Impulse bekommst…?!?

    I hope so…👍👍👍🙏🙏🙏

    Liebe Grüße, Simsalabim

  • Mir hat bei größeren, nicht einfach zu lösenden Problemen immer der Gedanke geholfen (und tut es noch heute), dass ich mich selbst kümmere, dass es besser werden kann, dass ich nicht im Leid verharre.

    Das ist ein Prozess. Auch die Suchtberatung hat keinen Zauberstab. Aber sie kann wie dieses Forum ein hilfreicher Puzzlestein in Deinem Selbsthilfesystem sein. Fokus: Was kannst DU tun, damit es DIR besser geht? Kurz- und langfristig? Erst dann kannst Du für andere da sein.

    Wartezeiten sind auch nicht, wenn es nicht gerade um einen entzündeten Blinddarm geht, verschenkte Zeit.

    Dieses Forum zum Beispiel ist rund um die Uhr da, unermesslich reich an Erfahrungen und persönlichen Entwicklungen, die Du hier nachlesen kannst.

    Ich habe zum Beispiel am Anfang, weil mir ihre Beiträge als Moderatorin so viel gaben, den Faden von Aurora verschlungen (obwohl ich ja nicht wegen meiner Co-Anteile hergekommen war).

    Einen schönen Tag!

  • Liebe foxi,

    Ich bin sehr verzweifelt weil ich mich so hundmiserabel fühle und meinen Kopf kaum abschalten kann

    Das kann ich gut nachvollziehen. Mir hat in solchen Extremsituationen das Reden darüber geholfen. Darum finde ich es auch gut, dass du hier immer wieder schreibst. Auch wenn du gefühlt nichts merkst, sortiert sich langsam was.

    Hast du schonmal bei der Telefonseelsorge angerufen? Dort wird dir zugehört. Das kann wirklich hilfreich sein. Und du brauchst keinen Termin. Es kann nur sein, dass du es öfter probieren musst weil die Leitungen besetzt sind. Und es ist völlig anonym, das hilft auch, sich zu öffnen, sich zu trauen zu reden.

    Ich schick dir gute Gedanken und Energie...

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

  • Danke Rennschnecke , ich finde auch das Forum hier sehr bereichernd, ich habe auch oft das Bedürfnis zu reden um Klarheit zu bekommen und mich zu unterstützen........danke euch allen

  • Liebe foxi,

    Das kann ich gut nachvollziehen. Mir hat in solchen Extremsituationen das Reden darüber geholfen. Darum finde ich es auch gut, dass du hier immer wieder schreibst. Auch wenn du gefühlt nichts merkst, sortiert sich langsam was.

    Hast du schonmal bei der Telefonseelsorge angerufen? Dort wird dir zugehört. Das kann wirklich hilfreich sein. Und du brauchst keinen Termin. Es kann nur sein, dass du es öfter probieren musst weil die Leitungen besetzt sind. Und es ist völlig anonym, das hilft auch, sich zu öffnen, sich zu trauen zu reden.

    Ich schick dir gute Gedanken und Energie...

    Liebe Grüße Aurora

    Hallo Aurora , mir geht es wie dir. gestern war ich bei einer Freundin die schon viele Tiefschläge erlebt hat, allein den Verlust von 2 Ehemännern durch Krebs....und die trotzdem lebensfroh ist. Ich möchte da auch gern hinkommen trotz einer schlimmen Situation nicht so verzweifelt zu sein.......Ich habe sehr mit meiner Angst zu kämpfen ihm irgendwo zu begegnen und dann sofort zu heulen oder ich stecke am Abend alle Telefone aus dass mich keiner kontaktieren kann aus Angstn dass irgendwer für ihn anruft mit einer schlimmen Nachricht....Und am Morgen wache ich schon mit Herzrasen auf, obwohl dann nach Messung mein Blutdruck recht normal ist. Über Tag geht es etwas besser und ich versuche die Gedanken an ihn wegzudrängen...vielleicht bastel ich mir auch viel zu viel im Kopf zusammen.....

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