Beiträge von Jana

    ruf doch für ihn an und mach einen Besichtigungstermin.

    Ich hätte das auch so gesagt spontan - jetzt ohne zum co-abhängigen Verhalten ermuntern zu wollen, würde ich sagen, in diesem Fall, heiligt der Zweck die Mittel. Diesen Termin zu vereinbaren könnte für dich eine Chance sein bleiben zu können, also vielleicht magst nochmal drüber nachdenken....

    Ist es noch Selbsthilfe oder eine wissenschaftliche Beratung?

    Die Wissenschaft sollte uns ja dabei unterstützen, Erkenntnisse für uns selbst abzuleiten. Solange dies gelingt und der Schwerpunkt immer noch im Erfahrungsaustausch liegt, kann die Wissenschaft eine kleine, aber wertvolle Unterstützung für die Selbsthilfe sein.

    Liebe Jump,

    ja, da hat Momo wirklich einen tollen Artikel empfohlen. Danke, dass du ihn so schön für alle aufbereitet und zusammengefasst hast!

    Und deshalb meinte ich in einem meiner vorherigen Beiträge auch, dass die Diagnose von Persönlichkeitsstörungen unbedingt dem Fachmann/der Fachfrau überlassen werden sollte, da es hier laienhaft viel zu schnell Zuordnungen zu einer Persönlichkeitsstörung gibt und ich aus meiner Erfahrung sagen kann, dass man in den seltensten Fällen tatsächlich zu einer Persönlichkeitsstörung kommt in der Diagnose, da hier sehr sehr vieles zutreffen muss.

    In einer co-abhängigkeit zu stecken löst auf jeden Fall eine Stressreaktion aus, manchmal sogar eine sehr heftige und/oder chronsiche und viele von uns haben wohl auch a) b) c) d) alles durch, zumindest kann ich das für mich so bestätigen. Weil, was man in vielen Beiträgen sieht, hier viele co-abhängige echt taffe Personen sind, die eben versuchen Problemlösestrategien zu finden. Was ja ein gutes Zeichen ist, da man nicht in der Situation verharrt, sondern versucht, sie zu lösen und sich oft dennoch im Kreis dreht. Auch das kann ich natürlich in erster Linie für mich selbst sagen.

    Ich habe in den letzten 3 jahren auf jeden Fall a) b) c) d) durch und als ich es endlich geschafft hatte, mich auf b) einzugrooven und es geschafft habe, auch ohne Trennung auf Distanz zu gehen und mein eigenes Ding zu machen, hat mein Mann seinen legendären Abgang gemacht, bei dem mir unterstellt wurde fremdgegangen zu sein. Deshalb war sein Abgang für mich ein ziemlich heftiger Knall, da es mir gerade recht gut ging. a) c) und d) haben ihm wohl besser gefallen. Die ersten 12 Jahre unserer Beziehung gab es dieses Problem nicht. Aber ich bin viel zu lange in der Beziehung geblieben in der Hoffnung, dass es wieder so wird wie in diesen Jahren.

    Alles Liebe

    Jana

    Auch gerade der Gedanke, wenn er mich richtig lieben würde, dann, etc.

    Genau! Und ich merke, dass ich die Beiträge der ehemaligen Alkoholiker förmlich aufsauge, weil es mir insbesondere hilft zu verstehen, dass all das, was passiert ist, rein GAR NIX mit mir zu tun hat. Sondern, dass die Dynamik nicht funktionieren KANN, solange Alkohol im Spiel ist. Und, dass es definitiv nicht meine Schuld ist, dass meine Ehe zerbrochen ist, sondern die Sucht der Auslöser war.

    Liebe Mare,

    ich lese auch immer hier mit und, wenn whitewolf bei dir nachfragt, hoffe ich immer sehr, dass was Positives kommt. Das mit den anderen Frauen und dem Bäcker ist doch mal ein guter Anfang. Gönne dir mehr kleine Auszeiten für dich, das muss ja nichts Großes sein, aber schon so kleine Inseln im Alltag können einem über den Tag helfen. Du bist in einer sehr schwierigen Situation, jeder versteht das hier, wenn sich Dinge wiederholen und, dass sich bei dir aufgrund der Erkrankung deines Mannes grade auch nicht viel bewegen kann. Schreib es dir dennoch von der Seele, wenn es dir gut tut und hab im Hinterkopf, dass es hier viele Menschen gibt, die dir nur das Allerbeste wünschen. Ich ebenso!

    Alles Liebe

    Jana

    Leider ist auch trotz ICD die Zuordnung zu Krankheitsbildern weit weniger eindeutig und einfach, als du es darstellst Jana.

    Ja, das ist richtig, aber ich wollte nicht mit der vollständigen Erläuterung den Rahmen sprengen bzw wäre das auch gar nicht möglich. Deshalb habe ich es vereinfacht dargestellt. Mir war es nur wichtig, zu sagen, dass die Diagnose einer Persönlichkeitsstörung zu komplex ist als dass sie von jemandem gestellt werden könnte, der es nicht gelernt hat.

    Ich habe nachgedacht und ich bin überzeugt, dass Co-Abhängigkeit KEINE Persönlichkeitsstörung ist.

    Mein Beitrag wird vielleicht jetzt ein bissel technisch:

    Ob etwas eine Persönlichkeitsstörung ist, hat weniger mit Überzeugungen oder mit Meinungen zu tun, sondern ist diagnostisch ganz klar einordenbar. Es gibt ja über den ICD10 oder DSM4 ganz klare Diagnoserichtlinien. Bedeutet: Co Abhängigkeit KANN auf eine Persönlichkeitsstörung hinweisen, MUSS es aber nicht. Und um das Herauszufinden wendet die Fachfrau oder der Fachmann die Diagnosekriterien an. Am ehesten kann darauf die Diagnose des ICD10 F60.7 angewandt werden - die abhängige Persönlichkeitsstörung. Allerdings müssen hier sehr viele Kriterien passen und auch in entsprechender Ausprägung vorhanden sein, damit es wirklich als pathologisch eingestuft wird und nur dann kann eine Persönlichkeitsstörung tatsächlich diagnostiziert werden. Es gibt ja nicht nur die Persönlichkeitsstörung, sondern auch zB Züge und Persönlichkeitsstrukturen, was noch keiner Störung entsprechen muss. Zb die abhängige Persönlichkeitsstruktur ist in uns Menschen sehr unterschiedlich ausgeprägt. Bis zu einem gewissen Grad sind wir alle dependent und haben abhängige Züge, wir existieren ja nicht unabhängig voneinander und je mehr Emotion im Spiel ist umso "abhängiger" fühlen wir uns von der jeweiligen Person. Sonst gäbe es ja auch keinen Liebeskummer oder Verlustschmerz. Aber diese abhängigen Strukturen können krankhaft sein, dann spricht man von einer Persönlichkeitsstörung. Aber diese Diagnose sollte dem Fachmann/der Fachfrau überlassen werden. Es geht sowohl um die Anzahl der Kriterien als auch um deren Ausprägung, Zusammenstellung, Situationsbedingtheit, Generalisierbarkeit, Häufigkeit des Auftretens,...

    Ein gutes Beispiel für das schnelle und laienhafte Einordnen einer Persönlichkeitsstruktur als Störung ist Narzissmus. Ist in aktuell in aller Munde. Wenn alle Menschen eine narzisstische Persönlichkeitsstörung hätten, denen das von irgendwem unterstellt wird, sähe es auf der Welt noch düsterer aus als sie eh schon ist. Aber sehr viele Menschen haben einzelne Merkmale des Narzissmus in ihrer Persönlichkeitsstruktur, die meisten entsprechen aber zum Glück nicht der pathologischen Störung. Aber viele fühlen sich schnell zum Diagnostiker berufen.

    Ich wollte eigentlich eh nichts dazu sagen, aber die Finger haben zu sehr gejuckt ;)

    Ich hoffe sehr auf Einsicht, es ist sehr viel kaputt gegangen bei mir innerlich, habe es meinen Mann auch gestern gesagt..

    Verstehe ich, aber nach Einsicht schaut es mal nicht aus. Klingt mehr nach einem vertrösten, dass er mit zur Gruppe geht, also mehr danach, dass er den Anschein erweckt, er tut eh was, damit er dich wieder beruhigt. Und dann alles wieder weiter laufen kann wie bisher.

    Ich weiß, das mit der letzten Wohnung hat nicht geklappt, das tut mir auch sehr leid, aber bist du da noch dran oder ist deine Hoffnung auf Einsicht so groß, dass du dieses Projekt auf Eis gelegt hast?

    Das Schuljahr hat gerade erst begonnen, dh es wäre schon eine arg lange Zeit, die du da noch durchhalten würdest. Ob das gut für dich und das Kind ist, ist die Frage. Ich selbst wurde in der Grundschule mitten im SChuljahr herausgerissen. Ich erinnere mich noch gut daran, weil es mich echt geärgert hat, aber ich erinnere mich auch, dass die Umgewöhnung nur ein paar Tage gedauert hat und dann war es wieder ok. Allerdings ist das natürlich schon ein paar Jährchen her ;)

    Kann mir halt auch wenig vorstellen, dass das besser wird - laut Berichten von sehr vielen hier wirds tendenziell eher schlechter...

    Dieses Zuschauen bei der Selbstzerstörung, zerstört ja auch etwas in einem selbst. Das mit den gelblichen Augen und dem Bauch kenne ich auch von meinem Mann. Er hatte zudem Gichtanfälle und hat immer behauptet, das komme nicht vom Alkohol. Da tatsächlich das Bier sehr kritisch ist bei Gicht, stieg er dann halt auf Wein um. Ich hätte da jedes Mal durchdrehen können. Dann noch die Fettleber, der hohe Blutdruck, der hohe Cholesterinspiegel, mich hat das in den Wahnsinn getrieben, dass er das nicht einsehen wollte mit dem Alkohol. Jetzt durch dieses Forum bin ich natürlich auch klüger und weiß jetzt, dass all das Reden, Betteln und Flehen nach Veränderung völlig sinnlos war, ebenso wie die ständigen Diskussionen...

    Alles Liebe

    Jana

    Liebe Mo,

    Das scheint eine ziemliche Zwickmühle zu sein, insbesondere mit dem gemeinsamen Geschäft. Das Zurückziehen innerhalb der Beziehung scheint auch schwierig zu sein, da der einzige Rückzugsort für die das Zimmer deiner Tochter zu sein scheint. Dass Lösungen schwierig sind, verstehe ich, aber hast du für den Notfall, also dass es noch schlimmer wird oder für dich unerträglich wird, einen Plan B. Hast du dich da mal anwaltlich beraten lassen? Mit schnürt es da schon beim Lesen alles zu, da man den Eindruck hat, dass du so gefangen bist in deiner Situation. Und es kann ja nicht sein, dass du für immer bleiben musst, egal wie schlimm es noch wird...

    Tut mir jedenfalls sehr leid und ich hoffe, es geht dir bald besser und/oder du findest für dich doch noch Lösungen!

    Herzliche Grüße

    Jana