Hallo Teaser und Ihr anderen 
Teaser, wenn ich lese was so in Dir vorgeht kann ich nur sagen: Geduld! (...Hab ich aber übrigens auch bitter nötig
). Du bist auf dem besten Weg es zu schaffen, da DU Dir bereits professionelle Hilfe gesucht hast, und Dir werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie DU Dein Denken in den Griff bekommst, wie DU für Dich den richtigen eigenen Weg im Leben, und den nach Deinem wahren Selbst findest.
Und; JA! Es gibt für jeden von uns auf der Welt den richtigen Partner. Zumindest bin ich der felsenfesten Überzeugung davon, seit ich meinen Mann kennen gelernt habe. Wie ich bereits erwähnte ist er trockener Alkoholiker. Er hat in jungen Jahren eine Langzeittherapie gemacht und ist nach elf Monaten wieder schwer Rückfällig geworden.
Damit will ich jetzt niemanden den Mut nehmen, es nicht beim ersten Anlauf schaffen zu können. Er sagt von sich selbst warum er wieder rückfällig wurde, dass er zum ersten damals einfach noch nicht reif genug war um das alles aus der Therapie umzusetzen und zum zweiten, weil er ganz einfach direkt nach der Therapie wieder nach HAuse zurück, zu seinen alkoholkranken Verwandten kam, wieder in den alten Sumpf...
Erst mit 30 Jahren hat er einen zweiten Neuanfang gewagt und es diesesmal auch tatsächlich geschafft.
Er hat mir vieles aus seinem alten Leben erzählt und er selbst behauptet von sich, dass er als neuer Mensch wieder geboren wurde, nachdem er es geschafft hat die neue Thearpie zu machen. Dieses mal weil er auch wirklich BEREIT dazu war. Das ist ein ganz wichtiger Punkt. Es reicht nicht zu sagen, so nun hör ich mit der Sauferei auf, weil das ja alles scheiße ist. Mal sehen was passiert...
Nein. Es ist eine Art Selbstaufgabe, denn es ist einfach so dass man ein neues Leben beginnt.
Mein Mann und ich passen wohl deswegen so gut zusammen und führen desshalb eine so gute Beziehung, weil er ganz genau weiß, wass mir durch meine alkoholkranken Eltern kaputt gemacht und praktisch gestohlen wurde. Auch ICH kenne mein wahres Selbst nicht, kann nicht genau sagen wer ich wirklich bin, was mich ausmacht. Weil alles nur Fassade ist, was ich mein Leben lang aufgebaut habe.
Alles hat sich ums vertuschen, verheimlichen Gedreht. Bloß keine Schwächen zeigen. Immer ein schlechtes Gewissen haben, sich selbst nicht lieben können. Immer nur negative Gedanken haben...
Jetzt gerade am Wochenende hatten wir ein (mal wieder meinerseits sehr tränenreiches...) Gespräch über meine "Marotten".
Meinem Mann viel auf, dass ich in letzter Zeit sehr unaufmerksam bin, dass ich ihm nicht aufmerksam zuhören kann, sondern nebenbei andere Sachen mache, ect.
Dabei kam am Ende heraus, dass ich zu wenig Zeit für mich selbst übrig habe durch die Kinder, Haushalt, meinen Job, die Termine, ect ect... Das ich alles versuch zu überspielen, alles versuche alleine zu machen, mich nicht mal fünf Minuten ruhig hinsetzen kann, weil ich ein schlechtes Gewissen bekommen zu wenig zu leisten.
Im Grunde ist mein Problem, dass ich stets nur versuche Konflikten aus den Weg zu gehen (ich muss alles schaffen, damit sich keiner über mich beschwert) und etwas Anerkennung zu erhaschen (die einzige Form von Zuneigung die ich in meinem Elternhaus je erfahren habe).
Ich manipuliere mich selbst, weil es Gewohnheit ist. Und Gewohnheit ist etwas, was man nicht einfach mal eben abstellen kann, wenn man ein Leben lang so gehandelt hat. Und mein schlechtes Gewissen habe ich eigentlich auch nur aus reiner Gewohnheit. Weil ich es eigentlich seit meiner Kindheit an in nur jeder erdenkbaren Situation eingeredet bekommen habe.
Schlechtes Gewissen wegen schlechter Noten, schlechtes Gewissen wegen besoffener Eltern (weil man sie davon ja nicht abhalten konnte), schlechtes Gewissen, weil man den Eltern Sorgen bereitet hat (und sie sich vielleicht deshalb wieder die Kante gegeben haben). Deswegen habe ich immer versucht alles und jeden von mir Fern zu halten (Schutzfunktion), um gar nicht erst solche Konfliktsituationen zu erschaffen.
Es ist ein Thema, über dass ich bestimmt hunderte von Seiten füllen könnte.
Ich bin mir mittlerweile nicht mehr sicher, ob ich das alleine schaffe, ohne Therapie. Mein Mann hat anderthalb Jahre Therapie hinter sich gebracht um alles aufzuarbeiten, um sich selbst kennen zu lernen. Mit einem 3 stündigen Gespräch zwischen mir und ihm ist es damit nicht bei mir nicht getan. Das habe ich ihm auch erklärt und ich bin froh, dass er für mich da ist und mich unterstützt.
Vielleicht kann er das auch nur so gut, gerade WEIL er durch fast die selbe Hölle gegangen ist wie ich, nur mit dem Unterschied, dass er selbst Alkoholkrank wurde. Ich dagegen nicht....
Allerdings fühlte ich mich nach dem Gespräch leer und ausgesaugt (wir haben bis halb drei heute Morgen gesprochen...). Als ob ich durch einen HAufen Sch... gezogen worden bin und das war heute Morgen auch noch nicht besser, denn er hat mich dazu gebracht so tief in mich zu gehen und so tief in mir zu graben, dass ich mich völlig nackt in der Finsternis wiederfand. Hilflos. Einsam.
Allerdings habe ich festgestellt, dass ich langsam anfange mich selbser zu verstehen, die Gründe zu erkennen warum ich mein eigenes Ich begraben und vergessen habe---- Vielleicht bin ich auf dem richtigen Weg endlich der Mensch zu werden, der ich eigentlich immer sein sollte...
Ich weiß nicht ob ich Dir mit diesen Eindrücken weiter helfen konnte, Teaser, aber sei mir nicht böse wenn nicht. Auch ich habe noch einiges aufzuarbeiten in diesem Leben...
Lieben Gruß an alle, KM