Beiträge von Silberstreifen

    Ich kann damit nicht leben. Wusste nicht, dass Alkohol die Persönlichkeit verändert.

    Du hörst dich sehr klar an. Das finde ich toll Marilyn!! Ich wusste es auch nicht aber ich muss wirklich sagen, dass ich das Gefühl hatte meinen ExPartner gegen Ende unserer Beziehung nicht mehr richtig zu kennen. Nur ab und zu drückt sein "altes Ich" ein wenig durch. Es ist schlimm jemanden den man liebt auf diese Weise aus den Augen zu verlieren..

    Mein Mann trinkt nur abends, allerdings in der letzten Zeit jeden Abend ca. 3 Liter Bier und manchmal auch noch Schnaps. Am Tage ist er dann unausstehlich. Das bekommen wir mit, wenn er zuhause ist. Wenn er arbeitet, bekomme ich immer nette Nachrichten. Bzw. bekam ich. Seit wir bei einer Paarberatung waren und ich das Thema Alkohol angesprochen habe, ist er auch da unfreundlich. Ist das der Suchtdruck?

    Liebe Marilyn

    Ich weiss nicht ob es der Suchtdruck ist aber es ist sicher eine Art Druck für einen Alkoholiker wenn die Thema Sucht im Mittelpunkt steht. Weil dann muss er ja was ändern - will oder kann er vielleicht aber nicht.... Wir waren sehr lang in einer Paartherapie aber bei einer Suchtberatung. Im Nachhinein denke ich mein ExPartner hat so nur Zeit gewonnen, so dass ich noch länger bei ihm blieb. Wir waren immer gleich weit es hat sich wenig bis gar nichts geändert. Bis sogar die Therapeutin gesagt hat es sei alles gesagt, mehr könne sie nicht machen. Mein Partner war auch teilweise sehr gereizt und verschlossen. Es wurde halt ungemütlich für ihn. Und er wollte ja nicht aufhören zu trinken. Aber ich wollte und konnte so nicht leben. Es kommt darauf an ob DU damit leben kannst. Und wie es DIR dabei geht...

    Aber ich will dass es euch gut geht. (Wäre er ausgezogen, hätte es uns das Leben deutlich einfacher gemacht, die Kinder hätten ihr gewohntes Umfeld nicht verloren und so einiges andere wäre einfacher gewesen) so viel dazu.

    Unglaublich oder? Du musst alles stemmen, zusammen mit den Kindern umziehen, neu starten, alles umschreiben, neu einrichten, Kind/er trösten, begleiten etc. etc. Aber ER will ja, dass es euch gut geht. War bei uns ganz genau so... Ich wünsche auch dir viel Power und viel Kraft und Mut und vorallem Zuversicht...

    Ich weiß nicht was mit mir los ist. Der Verstand sagt mir, er ist erlöst. Aber ich komme nicht darüber weg. Es wird jeden Tag schlimmer. Ich habe noch nie in meinem Leben so um jemanden getrauert.

    Liebe wieweit

    Es tut mir leid, dass die Trauer dich überrennt. Eine Trauerbegleitung oder Gruppe finde ich sind gute Vorschläge. Ich denke, dass es immer wieder diese Auf und Ab gibt, aber irgendwann gibt es sie in kürzeren Abständen. Ich drücke dich.

    Kinder verlieren mit der Trennung vom suchtkranken Elternteil ihre tägliche Angst und Sorge um diesen.

    Sie gewinnen ein Zuhause, in dem die Bewohner und nicht der Alkohol die erste Rolle spielt.

    Liebe MaibisJuni

    Was Schmetterling da schreibt ist ein zentraler Punkt. Meine Tochter macht sich grosse Sorgen um Ihren Papa. Sie wird erst 7. Ich merke wie die Sorge sie beschäftigt und versuche ihr eine möglichst suchtfreie Umgebung zu ermöglichen. Ich bin letzten Herbst mit ihr ausgezogen. Mein ExPartner hadert mit der Trennung, versteht die Welt nicht mehr, ist depressiv. Eigentlich habe ich keine Lust mehr ihm nochmals zu erklären warum ich mich getrennt habe aber vielleicht komme ich nicht drum herum. Er kommt immer wieder auf mich zu und sagt mir wie schlecht es ihm geht seit wir weg sind. Natürlich trinkt er immernoch, hat schon länger eine neue Freundin...

    Ich hoffe ich lehne mich nicht zu sehr aus dem Fenster, aber: ich denke Kinder die in Suchtfamilien aufwachsen sind von Anfang an belastet und das Schlimme ist, sie gewöhnen sich an diese Belastung. (meine Eltern sind beides funktionierende Alkoholiker, sie waren es schon als ich Kind war).

    Ich weiss also wovon ich spreche. Ich drücke dir beide Daumen und wünsche dir viel Zuversicht. Alles Gute für dich.

    Jetzt fühle ich mich dauermüde, rückgratlos, zu leise, irgendwie seltsam unbeteiligt, allzeit bereit, jeden noch so großen Mist zu verzeihen, als wäre ich ein bisschen vertrottelt.

    Mein Freund hat mich zu Jahresbeginn mehrfach beklaut für Schnaps und Drogen, um es hier mal auszusprechen. Ich dachte, jetzt ist aber der Tiefpunkt erreicht, aber Pustekuchen, ich habe ihn nicht für immer rausgeschmissen, wie es angemessen gewesen wäre. Und mich dafür mal wieder vor mir selbst geschämt für meine Inkonsequenz. Irgendwie geht einem das Stoppschild verloren in so einer Beziehung. Du bist nicht allein! Irgendwie schaffen wir es da raus.

    Liebe Elladrei

    Ich spüre mit deinen Worten wirklich, dass ich nicht alleine bin. Super gut beschrieben und ich weiss ganz genau was du meinst. Du sprichst mir aus der Seele. Vielen Dank dafür. Auch mir tut es leid, was du alles erlebst.

    Es ist immer wieder erstaunlich wieviel Hoffnung und Halt mir dieses Forum gibt. Mit ganz kleinen Schritten und Unterstützung schaffen wir das. Ich hatte gestern Abend noch Besuch von einer sehr guten Freundin. Auch das gibt Halt und Zuversicht.

    Ich weiß nicht ob es etwas nützt ihm nochmal klipp und klar zu sagen, dass das kein zweites Mal so laufen wird.

    Jetzt bist du vorbereitet.

    Ich wünsche dir Ruhe und Frieden, alles Liebe, Jump! 🏵️

    Danke liebe Jump

    Ich habe das am Morgen danach und am gleichen Tag am Abend nochmals klipp und klar gesagt. Das muss reichen. Danke dir, heute geht es ein wenig besser mit dem Frieden-schliessen. Auch hab ich noch gestern Abend durchgeboxt , dass unsere Tochter jeweils Anfang Woche (alkoholfreier Tag) bei ihm schläft und nicht gegen Ende Woche wie er das wollte. Ein kleiner Erfolg und Aufsteller :-).

    Wie geht es eigentlich dir Jump? Wie läuft dein Leben, bis du zufrieden?

    Es ist so entwürdigend, wenn die eigenen Grenzen so überrascht werden.

    Zu Deiner Tochter: später wird sie mal verstehen, wie Du reagiert hast!

    Entwürdigend ist ein treffendes Wort. Ich bin immer noch so sauer-auf ihn aber vorallem auf mich. Bin erwachsen, müsste mich ja eigentlich wehren können!! Naja ich werde bestimmt nochmals die Gelegenheit dazu bekommen ;-/ Meiner Tochter habe ich erklärt, dass wenn Mama und Papa nicht mehr zusammen sind sie nicht beieinander schlafen. Mehr wäre denke ich zuviel gewesen. Genau, später wird die das alles besser verstehen. Danke Api

    Hallo Silberstreifen,

    solche Dreistigkeit macht mich immer wieder sprachlos.

    Am besten ist es tatsächlich, dass du die Polizei rufst. Wenn du es jetzt nicht machst wird es sooo immer wieder passieren. Er muss einfach knallhart die Konsequenzen spüren.

    Hab Mut, was anderes wird dir kaum helfen.

    Liebe Grüße Aurora

    Ich befürchte du hast recht liebe Aurora :-/ Danke... ich bemühe mich wirklich. Wo bleibt denn nur der Löwe in mir !!??

    Hallo zusammen

    Ich habe nicht mehr reagiert, die Antworten die ich erhalten habe aber mehrmals durchgelesen, herzlichen Dank. Auch habe ich die letzten Wochen still mitgelesen. Es fehlt mir irgendwie die Energie für alles. Da wir ein gemeinsames Kind haben ist ein gewisser Kontakt mit meinem Partner unumgänglich. Ich versuche diesen auf dem absoluten Minimum zu halten denn vor 2 Wochen ist folgendes passiert. Mitten in der Nacht klopfte es an meinem Fenster. Mein Ex hat dadurch einen Lärm veranstaltet den ich sofort loshaben wollte. Er meinte er hätte kein Geld mehr um nach Hause zu kommen. Ich sagte ihm, dass er hier nicht übernachten könne und ich ihm ein Taxi rufe welches er mir dann im Nachhinein zurückbezahlen soll. Damit die Nachbarn nicht aufmerksam wurden habe ich ihn reingelassen und nochmals gesagt, dass er auf keinen Fall hier schlafen kann. Er meinte er würde nur auf dem Sofa liegen und am Morgen wieder gehen und legte sich während er das sagte aufs Sofa hin. Er wiegt 100 Kilo, ich kann ihn nicht rauskriegen. Versteht mich richtig, ich habe keine Angst vor ihm aber ich habe mich so aufgeregt, dass ich nachher praktisch die ganze Nacht wach war. Ich will das nicht!!! Und er machts trotzdem.

    Am nächsten Tag hab ich ihm klar gemacht, dass er hier nichts zu suchen hat. Er verstand die ganze Aufregung nur teilweise. Am meisten ärgert es mich, dass ich es nicht schaffe mich durchzusetzen. Ich bin seit dieser Nacht wieder völlig durcheinander und komme mir schäbig vor. Wie soll ich mein Kind beschützen wenn ich es nicht mal schaffe einen betrunkenen rauszuwerfen.

    Meine Tochter fand es übrigens toll, dass ihr Vater da war. Sie fand es nicht so toll wie ich mit ihm gesprochen habe am nächsten Morgen. Aber ich hoffe schwer, dass es nicht noch einmal vorkommt.

    Sonst muss ich die Polizei rufen...ob ich das hinkriege ist die zweite Frage. Ich danke euch fürs Lesen...

    Hallo zusammen

    Das mit dem Übernachten haben wir von gestern auf heute so gemacht und es hat gut geklappt. Ich glaube so könnte es funktionieren. Bin erstmal erleichtert.

    Ich hatte eine halbwegs schlaflose Nacht hinter mir. Hatte gestern eine Serie gesehen wo es um ein Paar geht, wo der Mann die Frau mit Liebesentzug bestraft. Der Mann hat kann keine Nähe zulassen wegen dem vielen Streit, sie behauptet der Liebesentzug führt eben genau zum Streit. Bei mir und meinem ExPartner war es ja ähnlich. Ich frage mich jetzt ob ich ihn auch mit Liebesentzug bestraft habe. Tatsächlich war ich nach jedem grossen Rausch sehr kühl und abweisend zu ihm. Wir konnten schlecht über die Vorfälle sprechen, weil er jeweils dicht gemacht hat. Es gab somit keine Aussprachen und auch keine Versöhnung. Wie ist das bei euch? Wann kann man von Liebesentzug sprechen und wann spricht man von einer natürlichen Abwehrhaltung?

    Unsere Tochter wird im Herbst 7 Jahre alt (hatte anfangs ein anderes Alter angegeben, hatte Angst erkannt zu werden).

    Das ist es ja. Könnte klappen mit dem nicht-trinken, vielleicht aber auch nicht. Das ist mir zu unsicher, ich kann mich "eben" leider nicht wirklich auf meinen ExPartner verlassen.

    Ab und an schläft die neue Freundin mit ihren beiden Kindern bei ihm. Ich habe sie kennengelernt und sie scheint mir eine sehr verlässliche Person zu sein. Ev. kann ich es so einrichten, dass unsere Tochter dort übernachtet wenn sie auch dort ist. Sie mag sie sehr gern.

    Ich wollte wissen ob es überhaupt möglich ist von ihm einen abstinenten Tag verlangen kann, ohne dass der Körper rebelliert. Aber du hast recht... das kann mir eigentlich niemand beantworten. Ich werde weiterhin beobachten, in der Nähe bleiben und das Beste daraus machen. Dann muss ich eben meiner Tochter erklären warum sie nicht übernachten kann. Ihm wird das nicht gefallen... er wird sich hintergangen fühlen. Aber ich muss hier Verantwortung übernehmen. Danke dafür....

    Hallo Hartmut

    Ich verstehe nicht ganz, ich denke, dass ich meine Verantwortung wahrnehme. Mein ExPartner kann dies nur zum Teil. Ich habe grosse Angst, dass er seine Verantwortung nicht wahrnimmt wenn er trinkt und unsere Tochter bei ihm ist. Ich rufe da regelmässig an und weiss auch immer wo sie sind. Ich hasse das, aber im Moment fühle ich mich unsicher. Mit "übernachten" habe ich aber keine Kontrolle. Er würde mir sicher nicht sagen, dass er getrunken hätte....

    Der Vater hat ein recht seine Tochter zu sehen. Ich hoffe einfach ich mache keinen Fehler indem ich zu gutgläubig bin. Das macht mich wahnsinnig. Ich frage mich dauernd wie und ob ich das besser handhaben könnte.

    Hallo ihr lieben

    Melde mich auch mal wieder zu Wort. Im Moment beschäftigt mich folgendes: unsere Tochter sieht ihren Papa regelmässig, aber stundenweise weil er gegen Abend anfängt zu trinken, und ich Angst habe die Kleine über Nacht bei ihm zu lassen. Sie wünscht sich aber, dass sie bei ihm übernachten kann.

    Jetzt bräuchte ich mal eure Einschätzung: Kann ich von einem nassen Alkoholiker verlangen, dass er beispielsweise am Samstag und Sonntag nichts trinkt oder wäre das bereits gefährlich für ihn? Ich spreche hier den kalten Entzug an. Ich schätze, dass er so ziemlich jeden Tag trinkt, ungefähr 1 Flasche Wein pro Abend. Er geht immernoch seiner Arbeit nach.

    Stimmungsschwankungen hat er sehr extrem, deswegen entferne ich mich gerade bis ich den Absprung schaffe. Unter der Woche sehen wir uns nicht mehr und das tut mir gut 😌

    Seit längerem hat er jetzt Durchfall.

    Ich habe das auch so gemacht. Abstand gehalten und den Ball flach gehalten.

    Jetzt wo du es sagst: Durchfall hat ihn auch begleitet. Es ist schlimm mitanzusehen, was die Sucht mit einem geliebten Menschen macht. Du kannst aber leider absolut nichts für ihn tun.

    Du wirst den Absprung schaffen. Ich wünsche dir ganz viel Glück und Zuversicht.

    Hallo zusammen,

    Ich habe mal eine Frage ab wann haben sich bei euren Partnern Symptome gezeigt? Also Symptome aufgrund des Alkohols.

    Liebe Grüße

    Liebe Laura

    Mein Expartner und Vater unserer Tochter trinkt schon seit über 20 Jahren. Er ist 42 Jahre jung. Seit ungefähr 2-3 Jahren merke ich ziemlich drastische Veränderungen.

    Er hat starke Stimmungschwankungen. Der gesunde Menschenverstand geht immer mehr Flöte. Er ist mal vernünftig und dann wieder sehr grossspurig unterwegs. Er hat wenig Appetit. Wenn ich mit ihm ein Gespräch führe hat er Mühe mir zu folgen, was früher nie ein Problem war. Wir haben gut miteinander reden können. Jetzt muss ich ihm teilweise Sachen erklären und ihn an Dinge erinnern. Es ist mir ein Rätsel wie er seinen anspruchsvollen Job immer noch meistert.

    Erkennst du teils "Symptome" wieder?

    Hallo Silberstreifen.
    Da hatte ich jetzt wiederum darauf herumzudenken :) Also das Ziel ist das Gleiche: aus dem Vollen schöpfen, gemäß dem, was ich selbst mitbringe. Um mich so zu verhalten, daß ich mich nicht selbst übergehe, oder mich Situationen auszusetzen, die mir Kraft nehmen (- wie in einen vollen Bus zu steigen), muss ich mich kennen, und auch einordnen. Was bedeutet es wenn ich nach der Fahrt im übervollen Bus fix und fertig bin? Bin ich einfach zu sensibel und halte nix aus, oder bin ich introvertiert, und brauche eben was anderes. Die Busfahrt kann ich vielleicht nicht vermeiden, weil mein Ziel fußläufig zu weit weg ist. Statt jetzt zu warten, daß im Bus eine Ruhezone eingerichtet wird, schaffe ich mir meine eigene Rückzugszone. Kopfhörer aufsetzen, Fensterplatz. Vielleicht seh ich was Lustiges auf der Fahrt, oder ich schließe die Augen und höre mein Lieblingslied. Plötzlich wird die Busfahrt zu einer schönen Erinnerung. Dabei dachte ich eigentlich ich mag kein Busfahren. Aber weil ich ein introvertierter Mensch bin, der mehr Energie aus dem Innen als aus dem Außen schöpft, kann ich die Busfahrt für mich umgestalten.
    Also weniger ein Bus, Ja oder Nein, als ein, wie will ich eigentlich Busfahren, wenns halt sein muss.

    Jetzt kommen wir der Sache näher :-). Das ist dann einfach die weiterentwickelte Version, ganz tolle Ideen die du hast Koda. Dann muss man auch nicht so viel mit sich hadern sondern passt sich dem eigenen Wesen ein Stück weit an. Eigentlich geht es wieder ins Gleiche was hier oft diskutiert wird: bei sich bleiben, sich Gutes tun.