Beiträge von Engel11

    Guten Morgen,


    Heute sehe ich meinen Partner wieder (er war selbst ein paar Tage verreist) und morgen fliegen wir wie geplant 1 Woche zusammen in Urlaub. Mein ganzes System spielt verrückt. Ich war die letzten Tage ihm gegenüber sehr reserviert und auf Abstand, obwohl alles in mir die Bindung zu ihm sucht. Ich habe große Angst vor dem Urlaub, weil wir uns dann wieder so nah sind.
    Ich möchte nicht mehr, dass Nähe entsteht und trotzdem sind wir dort 24/7 zusammen und es sollte ja ein glücklicher Pärchenurlaub werden.

    Er ist weiterhin lieb und nett und geduldig mir gegenüber auch wenn er merkt, etwas arbeitet in mir und es gibt eine Distanz. Ich habe große Angst vor unserem Zusammentreffen heute Nachmittag. Es fällt mir immer sehr schwer gute Miene zum bösen Spiel zu machen und mein Innenleben zu überspielen. Ich bin keine gute Schauspielerin.

    Gleich meldet sich ein Coach bei mir, die sich mit Co Abhängigkeit und emotionaler Abhängigkeit auskennt. Ich brauche in all dem Unterstützung und Mut.


    Mir ist vom Verstand her sonnenklar, dass nur eine Trennung sinnvoll ist, da er ja sein Leben so weiterführen will und wird und nichts schlimmes daran findet. Wer kann Ausgelassenheit, Spaß, Freude und Lachen auch verteufeln. Ich aber psychisch immer mehr drunter leide und keine gemeinsame Zukunft mit ihm sehe zusammen alt zu werden. Ich kann also zwangsläufig nur die Reißleine ziehen, da ich mir selbst in der Beziehung zu ihm überhaupt nicht mehr gefalle. Ich war mal stabil, strahlend, kraftvoll und gefühlt innerlich frei. Das alles ist in mir verschüttet, ich mag mich selbst nicht mehr.

    Es fällt mir aktuell nur so schwer, die schönen Seiten mit ihm wegzuschieben. Ich habe mich ja bereits schon 5x wegen dem Alkoholthema von ihm getrennt und bin immer eingeknickt, ein 6. mal muss sitzen, sonst verliere ich auch immer mehr den Respekt vor mir und er und mein Umfeld auch vor mir.

    Der Gedanke wieder alleine zu sein und neu anzufangen fühlt sich aktuell beängstigend und trostlos für mich an.

    Lieben Dank für eure Unterstützung und lieben Antworten.


    Es tut mir gut hier zu sein. Tief in mir drin, weiß ich schon lange die „richtige“ Antwort und ärger mich über mich, bei einer der vergangenen 5 Trennungen nicht standhaft geblieben zu sein. Jetzt hänge ich ziemlich tief in der Bindung und emotionalen Abhängigkeit zu ihm drin.

    Wir haben jetzt diese Woche noch einen Urlaub vor uns, der sicher schön werden wird, ich ihn aber nicht richtig genießen werde, weil das Damokle Schwert drüber schwebt. Danach habe ich schon einen Termin bei einem Coach gemacht, die ich bereits kenne. Ich brauche mentale Unterstützung bei der nächsten, hoffentlich endgültigen, Trennung. Das alles wird nicht leicht und einfach für mich werden.

    Aber ja, seine Fahrten und Partys werden weiter in regelmäßigen Abständen stattfinden, wie seit 30 Jahren. Die Termine stehen ja bereits schon fest. Liebe hin oder her, dass ist zu tief mit ihm verwoben. Und durch die Erfahrung mit meinem Vater weiß ich auch, dass man einen Suchtkranken aus seiner Sucht nicht „herauslieben“ kann.

    Das alles tut einfach nur weh…

    Vg, Engel11

    Liebe Solom,


    Ja, mein Partner sagt sehr deutlich, dass er auf seine Aktivitäten mit seinen Jungs nicht verzichten wird. Auf der anderen Seite ist er wirklich nie blöd, gemein, ungeduldig oder gehässig zu mir. Weder nüchtern noch betrunken.

    Ich hatte in den letzten Jahren nie blödes Verhalten von ihm mir gegenüber. Das macht mir alles so schwer. Er ist in der Beziehung zu mir stabil, respektvoll und immer gleichbleibend wertschätzend.

    Aber auch ja, ich kann mir diese sehr regelmäßigen Feiern nicht für Jahre oder für immer vorstellen. Er verliert die Kontrolle über die Menge die er trinkt, wenn er unterwegs ist und dann wird er zu dieser anderen, für mich erbärmlichen, Person. In diesen Augenblicken verliere ich den Respekt vor ihm. Dann ist er nicht mehr der starke Mann für mich.

    Er überschüttet mich mit Liebe. Aber vielleicht ist genau das das Muster, das mich bindet und hält. Ohne die mag ich nicht mehr leben, ich fühle mich von ihm geliebt und wichtig. Ich empfinde immer mehr eine emotionale Abhängigkeit ihm gegenüber. Früher konnte ich Alleinsein genießen jetzt fehlt mir etwas, wenn wir nicht zusammen sind.


    Wenn er weggeht plane ich mittlerweile auch etwas für diesen Zeitraum. Ich würde aber nie von mir aus was am Wochenende planen. Er mag es nicht alleine zu sein und würde sich dann mit seinen Jungs verabreden und auch feiern gehen. Mit den üblichen Folgen. Das lässt mir keine Ruhe.

    Ich gefalle mir selbst in dieser Beziehung immer weniger und habe aber auch Angst wieder alleine zu sein und nie wieder die „schöne“ Seite dieser/seiner Aufmerksamkeit zu bekommen.
    Ich hänge da irgendwie drin und weiß keinen Ausweg bzw. nicht den Mut dafür.

    😔

    Was mich nur wundert. Er streitet ja ein Alkoholproblem kategorisch ab, ist immer die Ruhe selbst, selbstbewusst und hat ja Spaß.

    Um mich bewusst an sich zu binden müsste er sich doch seines Problems bewusst sein. Aber klar, er hat mich 5x zurückgewonnen. Das hat ja funktioniert.


    Ich frage mich halt immer, ob ich mir mehr Mühe geben muss, alles entspannter zu sehen. Die gelassene Partnerin sein, die ihren Partner sein lässt wie er ist und ihm seinen Freiraum gibt. Darf ich Ansprüche an ihn stellen, sich meinetwegen zu verändern? Aber es fühlt sich in mir nicht gut an. Hat er ein Problem oder ist es nur meins. In meinen Kopf kommt keine Ruhe mehr rein.

    Hallo Morgenrot,


    Machen das denn nasse Alkoholiker unbewusst? Dass sie einen brauchen?


    Und ja, ich fühle mich wichtig und habe nun andersherum Angst wieder alleine zu sein. Obwohl ich früher gut und gerne Single war. Ich stecke wohl schon in einer Art Abhängigkeit fest.

    Hallo zusammen,


    Ich habe mir hier etliche Nachrichten durchgelesen und finde mich in so vielen wieder. Ich möchte jetzt selbst etwas loswerden. Wird wohl etwas länger.


    Mein Partner und ich sind in den Fünfzigern, beide kommen aus langjährigen Ehen (geschieden) und sind seit 2,4 Jahren zusammen. Wir wohnen nicht zusammen, da wir jeder noch Kinder bei uns haben und etwas auseinander wohnen.

    Ich habe ihn auf einer Party kennengelernt. Ich nüchtern, da ich fahren musste und er im Laufe des Abends vermehrt alkoholisiert. Irgendetwas hat uns angezogen und es entwickelte sich langsam aber stetig eine Beziehung. Was mir recht schnell auffiel war, dass er recht häufig feuchtfröhlich Party macht, mit seinen verschiedenen Kumpelgruppen. Und das etabliert seit seinen Zwanzigern. Jährlichen Ballerman Trip, Partyboote, Wochenendpartys in verschiedenen Städten, mit männlichem Bekanntenkreis in örtlichen Kneipen, freitags mal raus mit Freunden. In der Woche tageweise ca. 3 x 0,5 Bier ist auch normal für ihn. Bier kann er wie Wasser trinken. Sein ganzes Umfeld ist so gestaltet, dass in regelmäßigen Abständen irgendwas los ist.


    In unseren ersten Monaten fand ich es echt extrem und insgesamt habe ich die Beziehung nun ca. 5x beendet aufgrund dieser Thematik, weil mir das Ganze sehr extrem vorkam bzw. Immer noch vorkommt. Er hat jedesmal sehr um die Beziehung gekämpft (ich würde ihn „erden“ und wäre seine Basis/Säule) und ich bin immer wieder eingeknickt, da auch starke Gefühle für ihn da sind.
    Ich selbst kenne das Thema Alkohol aus meiner Kindheit. Mein Vater war alkoholkrank, wurde im Suff aggro und meine Mutter war aus heutiger Definition Co-abhängig und wir Kinder dann ja wohl auch irgendwie.


    Mein Partner verbindet Alkohol nur mit positiven Dingen, Spaß, Tanzen, Party machen, Verbundenheit mit anderen spüren. Er wird nicht aggressiv. Er kann nicht nachvollziehen, warum ich seinen Konsum problematisch finde, da er als Person dann nicht ausfallend wird. Er geht seinem Job und seinem Alltag nach, erledigt alle Pflichten und ist kein Spiegeltrinker.

    Ich kann es nicht genau erklären, aber ich habe immer wieder einen dicken Knoten im Bauch. Ich würde auch gerne irgendwann mit ihm zusammenziehen (müsste in sein Haus, da er nicht wegziehen will) aber gedanklich und vom Gefühl her, ist mir jetzt schon klar, das werde ich nicht machen. Gefühlt ginge dann eine Falle zu und ich begebe mich in seine Abhängigkeit und hätte keine Möglichkeit für Rückzug mehr, falls er noch mehr weggehen würde und ich dass dann schlucken müsste.

    Mir geht es wie so vielen Angehörigen hier, kann ich meinem Gefühl, das sein Alkoholkonsum problematisch ist vertrauen? Übertreibe ich und bin einfach nur die Spassbremse? Ich hänge nun zu tief in der Bindung zu ihm drin und traue mich nicht ein weiteres Mal die Beziehung zu beenden. Er ist ein lieber, verbindlicher, zuverlässiger, zugewandter, lustiger, charismatischer, aktiver und toller Mensch und Partner.

    Aber ich mache mir sehr viele Gedanken ob das alles so richtig ist. Wenn ich mit ihm zusammen bin ist alles gut und die Gedanken und Missgefühle kommen, wenn wir getrennt unterwegs sind und ich innerlich zur Ruhe komme und alles reflektiere.


    Er ist ein innerlich sehr getriebener Mensch, mag nicht alleine sein, mag keine Stille, macht viel Sport und generell Dinge die Adrenalin und Dopamin ausschütten. Zur Ruhe kommt er wohl nur, wenn wir zusammen sind und ich ihn wie gesagt „erde“. Was sich fast schon langweilig anhört. Action und Party außerhalb und ich bin die Basis zum Aufladen, was mich aber immer mehr Kraft kostet. Wir gehen auch zusammen weg, aber da empfinde ich ihn kontrollierter. Keine Ende findet er, wenn er mit seinen Jungs unterwegs ist. Er trinkt und findet kein Ende. Für mich eine Art von Kontrollverlust. Er fängt an zu lallen und stinkt am nächsten Tag nach Alkohol. Das triggert mich stark und ich finde das alles dann nur erbärmlich. Einen Kater hat er danach nie.


    Ich habe keine Ahnung wie es weitergehen soll. Wir haben schon viele Gespräche deswegen geführt, für ihn steht es nicht zur Diskussion auf seine Partys etc. zu verzichten. Er sieht darin die Lust am Leben auszuleben und das wäre nichts schlimmes. Er will sein Leben auskosten.
    Er meinte sogar mal, ob ich es ihm nicht gönne oder missgünstig sei, weil ich nicht so einen Freundeskreis habe, mit dem ich sowas selbst machen könnte.

    Manchmal mache ich mir Sorgen, dass ich nun selbst in die Co-Abhängigkeit gerutscht bin. Wie komme ich da nur wieder raus? Nüchtern ist er der tollste Partner und diesen Menschen möchte ich nicht verlieren. Ein Dilemma :(.


    Danke für „Zuhören“.