Beiträge von Die Tante Frieda

    Hallo Elly,

    ja, ich nehme aktuell Bedarfsmedikamente im ca. 8 Wochenrhythmus. Es hat sich einfach bewährt. Ich bin angebunden bei meiner Psych und dem HA doc.

    Was sich vorallem schwierig gestaltet, ist die Beziehung zu meinem Mann. Im grunde hat er noch nie zu mir gehalten, ausser ein paar Lippenbekenntnisse.

    Jetzt, wo ich darüber nachdenke, wird mir einfach nur schlecht. Aktuell hockt er in der Werkstatt, gibt sich die Kante. Und redet anschließend über die große Freiheit.

    Ich brauche jetzt gerade einen Moment...

    Hey Nayouk,

    was würde mir heute gut tun...ein Rückzug mit ehrlicher Innenschau. Ich bin grad so durcheinander, weil sich mal wieder altbekannte Baustellen auftun und ich am liebsten alles hinschmeissen würde (Beziehung, Haus etc.)

    Aber okay, was tut mir gut: schwimmen gehen, die Arbeit positiv besetzen, Zeit mit den Tieren, meine Beziehung schonmal nicht...sowas eben..

    Hallo in die Runde...

    nun ist 1 Monat vergangen & es geht mir weitgehend gut. Weitgehend deshalb weil mich mit schöner Regelmäßigkeit meine Depression heimsucht. Nun habe ich schon mein Leben lang mit Depressionen zu kämpfen - also, wir kennen uns. Inzwischen habe ich Strategien, sie in Schach zu halten, aber wenn sich die trüben Tage aneinander reihen, greife ich zum Notfallmedikament. (Manchmal reicht auch 1 kg Käsekuchen) Die Frage, ob ich Alkoholikerin wurde wegen meiner Depressionen stellt sich eigentlich schon längst nicht mehr. Klar ist nämlich, dass sie sich durch den Alk verschlimmert hat. Damit muss ich jetzt leben, die guten Tage überwiegen ja immerhin.

    Die Frage, die mich seit ewigen Zeiten umtreibt, ist "Zufriedenheit". Grundsätzlich bin ich schon zufrieden, weil ich nicht trinke. Ich gehe offener auf Menschen zu,ich habe Hoffnung,, lebe gesünder, bin klarer in meinem Handeln. Alles prima soweit. Die andere Seite ist: ich bin empfindlicher (Geräusche, Gerüche, Gefühle), manchmal auch getriebener. Da ist einfach diese innerliche Unruhe. Wie bändigt ihr eure inneren Dämonen?

    Ich habe gestern verschiedene Dienstgänge durch die Stadt zu Fuß erledigt & kam an einer gut besuchten Musikkneipe vorbei. Die Party war in vollem Gange & zack - da war es:rolleyes:: dieses leise aber ziepende Bedauern...gsd wurde kein Saufdruck daraus. Ich konnte mir dieses Bedauern gut anschauen und ziehen lassen. Allerdings fiel mir ein, dass ich mich vor beiden Rückfällen häufiger in ein Verlust-Gefühl begab & mich darin regelrecht verlor. Oder es zumindest als etwas sah, was "man" mir vorenthält. Und dann kam mitunter eine schon fast kleinkindliche Wut auf, als würde man einer Dreijährigen das Eis verweigern. Schön nass. Na jedenfalls war dieses Bedauern gestern nur ein kurzer Impuls und schnell erledigt. Die Auseinandersetzung damit geht bis heute...

    Ich glaube, ich habe mich in all den Jahren noch nicht so intensiv mit meiner Suchterkrankung auseinander gesetzt wie jetzt. Ich bin froh, dieses Forum gefunden zu haben & es ist fester Bestandteil meiner täglichen Routine, hier herein zu schauen, zu lesen, zu reflektieren. Danke, dass es euch gibt!<3

    Jetzt wollte ich vorhin hoch motiviert ins home office starten & nun haben wir eine Großstörung in der EDV. Jammerschade.:mrgreen:

    Das gute Leben #1

    Tag 15 und ich fühle mich endlich auch mental entgiftet. Zwar fange ich von vorn an aber nicht bei Null. Ich bin froh um die abstinenten Zeiten der letzten 5 Jahre, an denen ich trotz depressiver Phasen das gute Leben entdeckt habe. Heute werde ich den Samstag geniessen. Und den Herbst.. Eine Riesenrunde mit den Hunden drehen, vielleicht Pilze finden. Den Ofen anschmeissen, die Kirche im Dorf lassen, Käsekuchen essen, putzen auf morgen verschieben, mit Freunden Musik machen, mich darüber freuen, keinen Rasem zu mähen, weils regenet :) Es wird ein guter Tag!

    Liebe Schmidtty,

    ich finde es wichtig einen Gang runter zu schalten - um deiner Abstinenz und Gesundheit willen. Das Gefühl mit dem schlechten Gewissen kenne ich verdammt gut. Auch ist es so, dass ich vorallem im Job ganz oft 200 % gebe, weil ich mir einbilde, meinen "Makel" (suchkrank) ausgleichen zu müssen, obwohl niemand etwas davon weiß. Leistung und ein vollkommen überzogener Anspruch an mich selbst & schon stolpere ich in eine Abwärtsspirale.

    Ich übe in kleinen Schritten. Z.B. schreie ich nicht mehr gleich "Hier!", wenn andere wieder delegieren wollen. Ich mache auch wenn es geht keine Überstunden mehr oder nehme mir Arbeit mit nach Hause etc. Vielleicht kannst du erstmal für einen bestimmten Zeitraum deinen Stundenumfang ganz offiziell reduzieren?

    Ob du jemandem in der Firma von deiner Thematik erzählen sollst, musst du selbst herausfinden. Es kommt glaub ich wirklich auf den Laden an...und ob du es aushalten kannst, event. anhand deiner Problematik bewertet zu werden und nicht an dem wer du noch bist und was du kannst/ leistest.

    Lieben Gruß

    Kam da nicht auch schon das Gefühl auf, dass es so viel anderes im Leben gibt?

    Guten Morgen,

    seit ich 2019 bewusst abstinent weiterleben wollte, hat sich nahezu alles zum Positiven geändert. Plötzlich waren - überspitzt gesagt - 9 von 10 Problemen nicht länger der Mühe wert & der Rest ließ sich auch irgendwie lösen. Fast schon erschreckend;).

    Erschreckend ist aber auch, dass jeder Rückfall alle guten Dinge, zumindest für diese Zeit, nahezu vollständig ausradiert.

    Ich hab mein Leben ziemlich umgekrempelt & tue es weiterhin, mit mal mehr oder weniger Erfolg. Ich habe Hobbies reaktiviert bzw. entdeckt, ich ernähre mich (meist) gesund, ich mache Sport (schleift gerade...), ich pflege meine guten Sozialkontakte, obwohl ich berufsbedingt genug Menschen um die Ohren habe. ...all diese Dinge konnte & kann ich nass niemals umsetzen, weil das ganze Leben dann auf standby läuft. Dabei ist es großartig, auch wenns mal doof läuft. Daran will ich mich täglich erinnern. Eigentlich ist dieses gute Leben einen eigenen Faden wert.

    Nun gilt es allerdings die Fallstricke rechtzeitig zu erkennen & vorallem genau anzuschauen...davon lauern leider einige bei mir.

    Viele Grüße

    Nun ist Tag 8 angebrochen und ich fühle mich gut. Nicht euphorisch, stark, frei, toll usw. ...nein, einfach gut: ausgeruht, zufrieden, stabil, hoffnungsvoll & dankbar. Dankbar auch, weil ich nochmal glimpflich davon gekommen bin, was den Entzug angeht. Aber auch, dass ich während dieser Tage keinen Sch*** gebaut habe.

    Das mit der Euphorie ist ja so eine Sache. Meine beiden vergangenen Versuche in ein abstinentes Leben waren begleitet von einem regelrechten Höhenflug - ist das wohl der berühmte Trockenrausch? Ich fühlte mich unangreifbar & sicher. Ich war dermaßen beflügelt, dass ich mir selbst gegenüber wohl ziemlich abgehoben und überheblich begegnet bin. Gegen Euphorie ist ja erstmal nichts einzuwenden, den daraus entstehenden Übermut allerdings kann ich mir einfach nicht leisten - jedenfalls nicht auf meiner Reise in ein abstinentes Leben.

    Ich wollte ja über dieses Hintertürchen nachdenken und muss mir eingestehen, dass ich es von Anfang an eingebaut hatte. Autsch. So wie beim ersten Mal, nur das es mir da noch nicht bewusst war. Mein Gerede von "leichtsinnig" und "habs schleifen lassen" - bullshit! Ich wollte es wissen. Ich stellte mir vor, dass ich eines schönen Tages - wenn ich nur lang genug trocken lebte - wieder kontrolliert trinken könnte. (Als hätte ich es je gekonnt). Was meines Wissens nach nicht ein einziger Alkoholiker geschafft hat, sollte nun ausgerechnet ich - die personifizierte Suchtpersönlichkeit - hinbekommen. Ganz schön vermessen.

    Nun brauchte es seit 2019 zwei Rückfälle um nicht nur zu "wissen", dass ich nie wieder trinken darf, sondern es auch langsam zu verstehen. Wenn ich weiterleben und meinen Verstand behalten will, dann nur noch abstinent. Bisher hat mir dieser Gedanke Angst gemacht, inzwischen freue ich mich darauf, wenngleich ich großen Respekt habe. Ich möchte mir wieder selber trauen!

    Okay. Aktuell mache ich mir viele Gedanken rund um meinen Rückfall, werde diese alsbald hier aufschreiben. Also ist einfach weiterschreiben dieser "Faden", ja? Ich bin nicht so die Labertasche, würden allerdings meine Gedanken hier stehen, stünde die Festplatte in Flammen.

    Ich verabschiede mich für heute, denn eigentlich stehe ich gern früh auf und höre den Waldtieren zu :)

    Allen einen schönen Abend - schön, dass ich hier sein darf!<3

    Sie hätte sich gewünscht, ich würde in eine 3wöchige, qualifizierte Entgiftung gehen...das wollte ich nicht. Sie hat ganz sicher auch damit recht, dass meine Gesundheit vor der Arbeit steht. Wäre ich nicht in der Probezeit, hätte ich es vielleicht sogar gemacht. Ich bin im Kontakt mit ihr, so wie vereinbart und es geht mir täglich besser. Ich kann schlafen (ohne), gut essen, mich entspannen und gehe arbeiten. Langsam finde ich meine Balance wieder. Und ja, ich weiß-ich bin noch nicht entgiftet, aber mein geregelter Alltag tut mir gut. Leider hatte ich nicht den Mut, gestern in meine SHG zu gehen und über den Rückfall zu sprechen. Ich fühle mich dort nicht wohl, obwohl ich durch sie immerhin eine 1,5jährige Trinkpause hatte. (Bevor du fragst:|..)

    Hallo Nayouk,

    ich hab das geschrieben, bevor ich die Regeln gelesen habe. Also die waren meine 1. SHG und einfach eine großartige Gruppe, liegt ja immer an den Menschen selbst, wie die Gruppe funktioniert. Bei den anderen zuletzt war es eher so ein Kaffeekränzchen und hatte kaum mit unserem Thema zu tun. Jemand dort sagte auch, sie habe keine Lust mehr, die ganze Zeit über Alkoholthemen zu sprechen, sie hätte sich daran abgearbeitet. So war dann auch die Grundstimmung und alle sind sich dauernd ins Wort gefallen. Aber ja, bei den anderen redet einer und es wird erstmal zugehört. Der nächste (es muss nur sprechen wer will)kann sich darauf beziehen oder nicht....

    Viele Grüße

    Sie hat mich gründlich gecheckt und mir eine Schlaftablette mitgegeben (die ich dann doch nicht brauchte). Hab sie heute nochmals aufgesucht zur Sicherheit und die nächsten Tage telefonieren nochmal. Ich bin ja vor ca. 6 Monaten zum großen check gewesen und da wundert man sich ja schon, was der Körper alles wegsteckt, weil wirklich alles tiptop war. Ansonsten war sie natürlich wenig begeistert....

    Hallo Hartmut,

    ich hab gerade mal richtig die Regeln durchgelesen und die Sache mit dem kalten Entzug und nichts darüber erzählen entdeckt-sorry!

    Nachdem sich sämtliche vermeintlichen Gründe -Druckabbau, Stress, Auszeit etc. als schöner Selbstbesch*...* verabschiedet hatten, kam ein kleines Hintertürchen zum Vorschein mit weit geöffneter Tür und lud zum Gelage. Nun frage ich mich, war die schon die ganze Zeit da oder hab ich sie zwischendurch eingebaut. Ich muss da noch gründlich drüber nachdenken. Ich habs schleifen lassen und bin leichtsinnig geworden. Dieses "Nee, Schnapspralinen gehen ja gar nicht, aber ne eingelegte Bratwurst in Biersoße kann jetzt nicht so schlimm sein." Zum Beispiel. Obwohl ichs besser weiß. Und dann ist da noch die Erkenntnis durchgesickert, dass ich vielleicht viele Trink- bzw. Konsumpausen hatte, aber noch nie richtig nüchtern war. Wenn es nicht Suff oder Drogen waren, dann halt Sport, Geldausgeben, Netflixen...es gibt immer etwas, das man exzessiv betreiben kann als Ersatz. Wieder so eine Baustelle. Dieser Rückfall hat mir nochmal deutlich und in konzentrierter Form meinen 1. in Erinnerung gerufen und der war heftig und dauerte länger. Dabei wurde das Leben so gut dazwischen. Ich möchte keine Runde mehr drehen, diese Rennstrecke ist kaputt & vielleicht wäre die nächste auch die letzte. Es reicht.

    Ich fahre morgen zum Doc.

    Das Lesen und Lauschen hier bei Euch erdet mich gerade gewaltig & dafür bin ich Euch dankbar!<3

    Beim letzten Mal hab ich meine Ärztin ins Boot geholt und warm entzogen, da ging es mir aber deutlich schlechter. Jetzt aktuell werde ich sicher ein paar Schlafprobleme haben. Ansonsten keine körperlichen Beschwerden.

    Ich will dieses Zeug einfach nicht mehr anrühren, habe heute mit meinem Mann alle Reste und Leergut entsorgt-mein Männe zieht gottseidank mit.

    Ich werde mich aber genau beobachten.

    Guten Abend in die Runde,

    ich bin Alkohlikerin mit 16monatiger Abstinenz und hatte diese Woche einen amtlichen Rückfall. Ich habe mich ein paar Tage so richtig ausgeschossen, bin jetzt den 1. Tag wieder abstinent und will es vorallem wieder sein. Körperlich geht es mir gut, psychisch bin ich doch ziemlich angeschlagen. Meine Hausärztin kennt meine Suchterkrankung. Ich werde den Rückfall nächste Woche in meiner SHG auf den Tisch packen und mich aber parallel noch nach einer anderen umsehen. So richtig zufrieden war ich da nicht, ich bin wohl eher der AA Typ. Aber grundsätzlich haben mich die Gruppen trocken gelegt! Ein weiterer Anker ist meine Verhaltenstherapie und mein Netzwerk aus guten, nüchternen Freunden. Ich hoffe, ich kann hier etwas mit meinen Erfahrungen beisteuern.

    Ich wünsche allen noch einen schönen Restabend!