Danke Zabou, da les ich so viele Ähnlichkeiten.
Beiträge von marsi
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Nein, er scannt dich ununterbrochen, ob du es wirklich ernst meinst mit dem Auszug. Ihm kommt gerade seine Co abhanden, oh weh.
Ich kann dir nicht sagen ob tatsächlich solche Gedanken dahinter stecken bei ihm. Er hat letzte Woche auch 4x mitbekommen dass ich zu Wohnungsbesichtigungen gefahren bin.
Er meinte selbst dass er einsieht es wirklich übertrieben zu haben und sich zu sicher war ich würde niemals gehen und wir würden für immer zusammen bleiben.
Teilweise hatte ich auch schon den Gedanken dass er ….ich nenn das jetzt mal „die Reise der Einsicht“…aktuell ganz am Anfang steht. Und ich ihm damit ja schon Monate Vorraus bin, da ich mich schon seit Monaten intensiv informiere und auch den Schritt zu einer Selbsthilfegruppe gewagt habe. -
Ich habe ja schon erwähnt dass er seit ca 1 Woche Bescheid weiß dass ich mich nach Wohnungen umsehe und nicht mehr so weiter machen kann.
Er trinkt nie zu Hause. Er geht dazu immer in Lokale. Ich nenne das meist dass er ein „Gesellschaftstrinker“ ist.
Seit er nun Bescheid weiß gab es sehr viele Gespräche, und sehr viele Tränen auf beiden Seiten.Er ist seitdem nicht mehr weg gewesen. Hat gesagt ich sei ihm wichtiger wie jedes Lokal. Er hat mich quasi gar nicht mehr aus den Augen gelassen und versucht mir damit zu zeigen dass er’s ernst meint.
Ich musste aber an mir selbst nun feststellen dass die Zweifel, ob das alles so anhält, doch auch schon groß sind. Es ist eine innerliche Angespanntheit und Angst da dass das jetzt anfangs vielleicht so klappt und sich dann doch wieder alte Muster einschleichen werden.Ich habe auch Selbethilfegruppen und Beratungsstellen angesprochen. Bin mir aber unsicher ob es bei ihm einfach nur eine Riesen große Scham ist dort hinzugehen, oder ob doch keine vollständige Einsicht da ist.
Er ist mir unglaublich wichtig und ich liebe ihn auch noch. Aber den Verfall und das Wesen wenn er betrunken ist hasse ich, und es verletzt mich zutiefst das anschauen zu müssen.
sonst weiß ich immer ganz klar was ich will, wo ich Grenzen setzen muss und wie weit ich etwas zulasse. Aber bei dem ganzen Thema und unserer Beziehung fällt es mir wahnsinnig schwer weil so viele Gefühle mit im Spiel sind. -
Ich glaube nicht, dass dieses alleine sein gemeint war. Ich habe ja auch alles allein erledigt, würde mich sogar als alleinerziehend definieren.
so geht es mir auch, und empfinde es genauso.
Wenn ich ganz für mich alleine bin ist es teilweise befreiend. Klar denkt man auch viel nach aber es ist auch eine Art Erleichterung dabei da ich nicht immer unter Strom stehe nach dem Motto „was passiert als Nächstes“.
Natürlich gibt es auch Phasen in denen ich weine und mir den Kopf zerbreche über die allgemeine Situation, und über das was alles passiert ist und ob es eine Chance gibt dass es sich ändert.
Es ist wie allgemein ein hin und hergerissen sein.
Manchmal fehlt er mir auch und das obwohl wir zusammen wohnen. Dann gibts Situationen wo er da ist, und ich mir aber insgeheim wünsche dass er weg wäre und mich in Ruhe lässt. Kann das gar nicht richtig erklären. -
Ich danke euch allen für die vielen Antworten und ehrlichen Empfindungen und Erfahrungen.
Ich bin letztens in der Gruppe gefragt worden ob ich Angst hätte alleine zu sein. Das kann ich sehr klar mit einem deutlichen Nein beantworten. Ich war in den letzten Jahren und Monaten sehr viel alleine, habe alles alleine geregelt und organisiert. Aber natürlich macht einem dann die finanzielle Situation etwas Sorgen da ja die Mietpreise gewaltig hoch sind, und ich zudem natürlich einiges an Möbel etc. bräuchte. Wobei ich auch sagen muss dass so ein gewisser „scheissegal“ Gedanke auch dabei ist, und ich mir dachte es geht immer irgendwie weiter.
Eine sehr gute Freundin (die schon lange sagt ich solle gehen), kennt die aktuelle Situation und meinte nun ich solle still beobachten ob seine Versprechen eingehalten werden, aber mich zeitgleich nicht darauf verlassen und mich weiterhin nach Wohnungen umsehen. Auf so etwas wäre ich von selbst gar nicht gekommen weil es irgendwie ein Gefühl von „hintergehen“ in mir auslöst, aber auf der anderen Seite denk ich mittlerweile dass es eventuell eine gute Strategie ist um nicht wieder feststellen zu müssen dass man wieder mal enttäuscht wird und somit mehr Zeit hat um ggf eine gute bezahlbare Wohnung zu finden.
„den persönlichen Tiefpunkt“ zu erleben kennt man sonst nur von den Suchtbetroffenen, und ich finde es interessant dass das hier jetzt auch geschrieben wurde in Bezug auf einen selbst als Angehörige. Wahrscheinlich brauchen das tatsächlich beide Seiten um aus dem Suchtsystem (egal ob Alkoholkranker oder Co-Abhängiger) ausbrechen zu können. Danke für diese Sichtweise, und danke nochmal für die neuen Denkanstöße. -
Ich danke dir für deine ehrliche Antwort
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Danke für deine Antwort.
In meinem Kopf herrschen grad ebenfalls solche Gedanken. Grad auf Bezug der Gruppe. Ich denke auch oft wenn er einsichtig wäre würde er sich selbst um Gruppen und Hilfe kümmern, oder zumindest um Rat fragen ob ich etwas kenne das ihm helfen könnte.
Wir hatten jetzt zwar sehr viele offene Gespräche….vermutlich so offen und ehrlich wie nie davor…aber dennoch ist sehr viel Vertrauen zerstört worden und ich fühl mich richtig leer und energielos. Zeitgleich aber hin und hergerissen.Das ist grad wie ein Zustand in dem man einfach aufgibt und sich selbst vor noch mehr Schmerz und Leid schützt. Ich kann das gar nicht richtig beschreiben, und finde es auch traurig dass ich so angespannt und zeitgleich „kalt“ reagiere.
Wenn ich das mit dem Kampf und den Hoffnungen der letzten Jahre vergleiche dann ist es aktuell das Gegenteil und eigentlich etwas das ich so von mir nicht kenne. Aber ich habe einfach keine Kraft mehr darum zu kämpfen und bin wie leer gesaugt im Moment. Das ist leider die traurige Wahrheit
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Hallo,
Bin neu hier und Partnerin eines Alkoholkranken.
Wir sind seit 11 Jahren ein Paar und seit 7 wohnen wir zusammen. Getrunken hat er eigentlich schon immer. Unter der Woche hielt es sich in Grenzen und am Wochenende dann Vollgas gegeben.
Ich hab mir lange selbst eingeredet dass irgendwann von selbst ruhiger werden würde und von selbst die Lust verlieren wird. Man wird ja älter usw.Letztes Jahr wurde er mit Alkohol am Steuer erwischt und ihm wurde der Führerschein entzogen. Es ging ihm auch wirklich richtig schlecht mit dieser Situation.
Ich hingegen hab es innerlich als Chance gesehen dass er nun endlich mal „wachgerüttelt“ wird und aufhört zu trinken. Leider war das jedoch ein Irrglaube. Er steckte sehr viel Energie in Informationssuche wie er bei Abstinenznachweisen Tricksen und bescheissen kann. Und seit dem Tag der MPU verging nun kein einziger Tag an dem er nicht getrunken hat.
Auch früher gab es schon eine Menge Streit….wirklich teilweise hässliche Streitigkeiten…wenn er besoffen nach Hause kam.
Und seit ich dabei zugesehen habe wie er vor allem nicht Abstinenz blieb während dem Jahr ohne Führerschein und was er betreibt seit dem Tag der MPU, ging in mir immer mehr der ganzen Hoffnungen, Wünsche und Träume von einem nüchternen Leben kaputt.Hab mich sehr intensiv mit dem Thema Alkoholismus und auch Co-Abhängigkeit auseinandergesetzt in den letzten 12 Monaten. Seit ca. 3 Monaten besuche ich sogar 1x wöchentlich eine Selbsthilfegruppe in der beide Parteien anwesend sind.
Vor 2 Wochen jedoch konnte ich nicht mehr, hab versucht mit ihm zu reden als er nüchtern war. Natürlich wurde alles geblockt und irgendwann war er sehr genervt. Es fielen dann seinerseits Aussagen die ich zwar schon oft gehört habe aber mir in diesem Moment wie einen Schlag versetzt haben in dem ich verstanden habe dass es so nicht weitergehen kann und ich einfach völlig energielos bin. So viele Jahre habe ich für etwas gekämpft das er so nicht wahr genommen hat und als selbstverständlich angesehen hat.
Seitdem bin ich auf Wohnungssuche.Er hat das nun mitbekommen dass ich vor habe auszuziehen und plötzlich geht er nirgends mehr hin, weint sehr viel, entschuldigt sich, und bettelt förmlich dass ich bitte bleiben soll.
In mir drin ist allerdings eine wahnsinnige Angst und Unsicherheit was ist wenn ich nachgebe. Ich habe große Angst davor dass es evtl ein paar Wochen gut geht und sich dann wieder alte Muster einschleichen. Er mich dann überhaupt nicht mehr ernst nimmt und sozusagen unterbewusst denkt er hätte gewonnen. Ich liebe ihn immer noch sehr, aber ich will und kann einfach nicht mehr dabei zusehen wie er sich selbst zerstört. Ich bin hin und hergerissen was das richtige Handeln von meiner Seite ist.
Gestern sagte bzw fragte er mehr oder weniger ob er mitkommen soll in die Selbsthilfegruppe. Ich bin mir aber nicht sicher ob er das nur tun würde damit ich sozusagen beruhigt bin, oder ob bei ihm doch endlich ein Umdenken statt findet.
Hat jemand ähnliches durchlebt oder kann mir einen Rat geben was Richtig oder „Falsch“ ist?
GrußMarsi