Beiträge von Perdita

    Hallo zusammen,

    diese Zeilen schreibe ich in diesem Jahr das erste mal ausm Garten. Ich sitze bei meiner Wäsche die zum trocknen hängt, und bewache sie. Seit etwa zehn Tagen zieht eine herrenlose Ziegenherde marodierend durchs Dorf, und verwüstet alle Gärten, wenn sie nicht grad mitten auf der Strasse ein wohlverdientes Nickerchen halten, nachdem sie überall Blumen und Sträucher aufgefressen haben.

    Ich habe inzwischen aufgegeben, sie zu verscheuchen, sie haben schon allen Schaden angerichtet der möglich ist, jetzt können sie wenigstens auch gleich das Gras fressen. Aber nicht meine Wäsche!

    Und nun vom Aussen zum Innen: ich habe mir gestern nach deinem Beitrag nochmal meinen durchgelesen, Opalia , und bin beinahe etwas erschrocken. Das ist ja wirklich ein einziges Müssen in diesem Beitrag, das war mir überhaupt nicht bewusst. Daraufhin habe ich mich unter Beobachtung genommen und gemerkt, das ich allgemein sehr oft Sätze bilde mit "ich muss".

    Ich habe zum Beispiel gestern nicht gedacht: "ich brauche den zweiten Akkuschrauber." sondern "ich muss den zweiten Akkuschrauber holen." und so ging das die ganze Zeit weiter, als ich dann mal drauf geachtet habe. Ich bin noch nicht zu einer abschliessenden Erkenntnis gekommen, ob ich einfach so rede/schreibe/denke, oder ob ich mich innerlich in einem permanenten "müssen" befinde.

    Aber auch wenn es ersteres wäre, würde ich das nicht so optimal finden, weil ich das da nämlich auch denke:

    Wörter können große Macht ausüben, auch für einen selbst.

    Ich hatte das gar nicht aufm Schirm, aber seit du mich darauf aufmerksam gemacht hast, formuliere ich jedes Mal, wenn ich wieder "ich muss..." denke, den Satz um. Einfach mal schauen, ob das was mit mir macht. Danke fürs Aufmerksam machen, und einen schönen Tag wünsche ich noch, dir und euch allen.

    Guten Morgen,

    mir ist bei der Tagesplanung aufgefallen, dass mein privates Winterleben bald vorbei ist, bald muss ich wieder etwas mehr planen als nur den anstehenden Tag. Heute in einem Monat, am 17.März, muss mein Baustellenzimmer fertig sein. Da kommen die Leute für die ich die Scheune in ein Wohnhaus umbaue, für zwei Wochen.

    Morgen kommt die Frau für die wir keinen Aufwand machen sollen, da geh ich gleich das Bett beziehen, einmal schnell durchfeudeln und so, das muss dann reichen. Während ich das tue, muss ich zu einer Entscheidung gelangen, ob das Regal, das ich in die Wand eingelassen habe, indirekte Beleuchtung kriegt oder nicht. Würde schon schick aussehen, stellt dann aber höhere Ansprüche an Sauberkeit. Ein staubiges Regal möchte man ja nicht unbedingt beleuchten...

    Ich muss das jetzt entscheiden, weil ich nach dem Gästezimmer dann die elektrischen Kabel im Baustellenzimmer alle final legen und anschliessen muss, ich komm da nicht mehr ran, wenn die Gipsplatten hingeschraubt sind. Ein Tag mit weitreichenden Entscheidungen!

    Ja, ich geh jetzt mal das Gästezimmer fertig machen, ausm Weg räumen, dann kann ich besser denken.

    Guten Morgen,

    gestern war ich den Luftentfeuchter abholen, und diese Frau die ihn verkauft hat wohnte auf halbem Wege Richtung Thermalbad, da hatten die Andern hier vorgeschlagen, dass wir das doch mit einem Ausflug dahin verbinden könnten. Reflexhaft wollte ich schon erwidern, dass ich zum Thermalbad-Teil nicht mitkomme, aber dann hat dieses Forum leise in mir nachgeklungen und ich dachte: "ach, warum eigentlich nicht?" und bin auch mit.

    Ich war schon ewig nicht mehr in einem Thermalbad, aber was soll man sagen? War schon ganz schön. Vielleicht gehe ich da wieder mal hin.

    Und der Luftentfeuchter ist ganz toll, hat schon mehrere Liter Wasser aus der Luft geholt. Dann kann ich ja jetzt mit der letzten Wand in trockenbauweise anfangen, ohne Sorge zu haben, dass die Gipsplatten Schimmel bekommen könnten.

    Heute ist ein guter Tag!

    Guten Morgen,

    Ich hatte zu Anfang meiner Abstinenz so einen "inneren Antreiber", der einfach keine Ruhe gegeben hat.

    Was machst du denn so zum Spaß? Zum genießerischen Zeitvertreib?

    ich habe die letzten beiden Tage, als ich hektisch hinter dem Sturm her aufräumte, auch über eure Beiträge nachgedacht. Ich stelle die beiden Zitate hier untereinander, weil sie für mich einen Zusammenhang haben. Fühle ich mich getrieben? Schütte ich mich mit Arbeit zu, um nicht darüber nachdenken zu müssen, was ich eigentlich will?

    Ich glaube, so ist es nicht. Ich benutze öfters die Floskel: "weil ich es kann!", für mich ist das aber keine Floskel, sondern mein neues, abstinentes Lebensgefühl. Ich war nicht nur seelisch sondern auch körperlich am Ende, bevor ich in die Klinik ging. Ich kannte meinen Eintrittstermin ca 5 Wochen vorher, und sollte bis dahin moderat weitertrinken. Das "moderat" hatte ich natürlich gestrichen, und mit der Aussicht auf baldige Hilfe sind bei mir alle Schranken gefallen und ich schüttete rein, was nur ging.

    Mein rapider Verfall in diesen 5 Wochen hatte sogar mein vernebeltes Hirn schockiert, das einzige, was ich noch knapp schaffte, war zitternd und elend und unter Übelkeit Nachschub zu besorgen. Ich werde nie vergessen, wie absolut fertig ich war.

    Ich schaue selten zurück, ich hadere nicht mit meiner Vergangenheit, sie ist für mich nur insofern relevant, als das ich weiss, woher ich komme. Und woher mein neues Lebensgefühl kommt, "weil ich es kann!". Inzwischen wache ich morgens auf, und meine Gedanken wandern zur Frage: "und was mache ich heute?" und ich schmiede Pläne für den Tag, die ich dann mehr oder weniger umsetze.

    Und so kann ich auf deine Frage, Thalia1913 , was ich denn so zum Spass mache, antworten, dass das, was ich den ganzen Tag so mache mein genießerischer Zeitvertreib ist. Vom Zeichnen übers Basteln bin ich irgendwie beim Häuser renovieren gelandet, und dieses erschaffen und lernen von Neuem macht mir sehr viel Spass, ich fühle mich da nicht getrieben, und auch zeitlich nicht unter Druck gesetzt.

    Manchmal beinhaltet das körperlich anstrengende Arbeiten, aber auch das mache ich gerne, und weil ich immer körperlich arbeite, bin ich da auch trainiert genug, damit mich das nicht erschöpft. Und wenn ich doch mal sehr Muskelkater habe oder mich erschöpft fühle (wie jetzt, nach dem Sturm-Aufräumen), mach ich auch mal einen Tag Pause, heute zum Beispiel halte ich es wie von Fra80 vorgeschlagen:

    Man darf auch mal gar nichts tun


    Das ist mein Plan für heute. Katzen streicheln, vor dem Kamin sitzen und ein Buch lesen. Vielleicht noch bisschen shoppen gehen im Baumarkt, aber nichts schweres, nur schöne Dinge.

    Euch allen wünsche ich auch ein schönes Wochenende.

    Nun hat sich alles in wohlgefallen aufgelöst. Bin jetzt aus meinem gestressten Panikmodus raus. Der Strom geht wieder, dank der Frau aus den Kleinanzeigen mit dem Luftentfeuchter, sie hatte ebenfalls keinen Strom und hat mir einen Tipp gegeben. Den Luftentfeuchter hole ich erst am Wochenende und das Dach habe ich auch geflickt gekriegt. Die drängendsten Sachen sind getan.

    Die Frau die nächste Woche als Gast kommt meinte, wir sollen keinen Aufwand machen wegen ihr, und ich nehm sie da jetzt einfach beim Wort und mache keinen Aufwand.

    Der Baum eilt nicht, er ist ja nun sowieso schon gefallen, weiter kann er nicht mehr fallen.

    Daß ich das Dach überhaupt reparieren konnte ist neu, und etwas ziemlich seltsames: seit ich nüchtern bin, habe ich plötzlich keine Höhenangst mehr. Vorher hatte ich eine sehr ausgeprägte Höhenangst, auf langen Leitern und aufm Dach rumklettern wäre undenkbar gewesen. Das kann ich mir nicht so wirklich erklären, aber ich nehme es gerne an.

    So. Schön. Bin wieder runtergefahren. Jetzt geh ich erstmal nen Kaffee trinken, die Maschine geht ja nun auch wieder.

    Guten Morgen,

    es ist leider nichts mit Ruhe, ich bin ziemlich gestresst. In meinem Haus gibt es immer noch keinen Strom, ich versuche gerade eines Technikers habhaft zu werden, es ist aber nicht so einfach, weil gestern 16'000 Haushalte ohne Strom waren bin ich wohl nicht die einzige mit Stromproblemen.

    Jetzt muss ich dann gleich aufs Dach, Löcher flicken wo der Sturm Ziegel weggeweht hat, dann muss ich die Motorsäge in die Werkstatt bringen, sie springt nicht an, um den riesigen Baum dann irgendwie kleinzusägen, der an andrer Stelle aufs Dach gekracht ist. Eigentlich hab ich heute auch einen Termin um einen Luftentfeuchter abzuholen, ich muss die Baustelle entfeuchten, ich krieg die "Baufeuchte" nicht raus allein mit lüften, weil es draussen auch so feucht ist.

    Dann hat sich nun auch noch ein Gast für nächste Woche angemeldet, ein Zimmer sauber machen, dafür hab ich grad gar keinen Kopf, ich muss jetzt mal tief durchatmen, eins nach dem andern.

    Hallo zusammen,

    mir geht es gut, ich hatte bis eben keinen Strom/Internet. Das ganze Dorf nicht, es ist ein Sturm hier durchgekommen, hat Dächer abgedeckt und Bäume umgeworfen, und den Strom weg gemacht. Ich wollte eigentlich noch auf eure Beiträge antworten, Nayouk24 und Thalia1913 , aber es ist draussen grad so viel los, ich kann den Blick nicht in Ruhe nach innen wenden. Kommt noch.

    Bis morgen, dann hoffentlich wieder mit mehr Ruhe.

    Guten Morgen,

    heute ist irgendwie alles doof. Eine melancholische Verstimmung. Ich habe bis eben geschrubbt und geputzt, in der Hoffnung, dass in einem sauberen Haus ein aufgeräumter Geist wohnen kann. Jetzt ist einfach alles doof in sauber, auch schön.

    Wenn man der Lage denn unbedingt etwas positives abgewinnen möchte, wozu ich nicht besonders geneigt bin, dann sicher die Tatsache, dass die neuen Verknüpfungen im Hirn schon besser tragen. Die Suchtstimme meldet sich nicht mehr bei jedem Anlass, auch heute nicht. Ich kann einfach so schlecht gelaunt sein, ohne das gleich der Vorschlag kommt was zu trinken.

    Wie so ein normaler, schlecht gelaunter Mensch.

    Dann zieh ich mal weiter meine Runden, schauen, ob es denn irgendwo etwas erbauliches zu tun gibt.

    Hallo zusammen,

    heute gehts mir wieder gut, mein innerliches Unwetter ist vorübergezogen. Das ist jetzt draussen, da schüttet es. Was ich ausnahmsweise sehr gemütlich finde, weil ich gestern alle Arbeiten die trockenes Wetter bevorzugen erledigt habe, Bettwäschen waschen und draussen trocknen, die Lieferung der zweite Hälfte Brennholz von heute auf gestern vorgezogen und schnell noch alles reingeräumt, Müll von der Baustelle zur Entsorgung gebracht usw.

    Heute habe ich frei, heute ruhe ich mich auf meinen Lorbeeren aus und kann ungestört auf meiner Baustelle rumtüdeln.

    Guten Morgen,

    heute bin ich etwas gereizt. Ich ahne auch warum, ich habe eine Email erhalten, mit der Bitte, mich um eine Aufgabe zu kümmern. Ich habe zwar höflich mitgeteilt, dass ich mich nicht drum kümmern werde, aber genervt bin ich trotzdem. Es macht inhaltlich keinen Sinn, dass ausgerechnet ich mich drum kümmern sollte, es ist nur eine lästige Pflicht, die halt jemand erledigen muss.

    Genau genommen, habe ich eigentlich überhaupt nichts mit der Sache zu tun. Weiss auch grad gar nicht, warum mich das so aufregt, ich hab ja abgesagt. Vielleicht wegen der Erwartungshaltung die an mich herangetragen wird? Soll die sich doch drum kümmern. Hrmpf. Ich muss ein bisschen aufpassen, dass ich die Leute nicht einfach anblaffe, lange genug habe ich mir solche Aufgaben ja immer aufbürden lassen.

    Woher sollen die Leute auch wissen, dass bei mir gerade ein Sinneswandel stattfindet. Auf alle Fälle erledige ich die Aufgabe nicht!!

    Hallo zusammen,

    die Heizmatte ist eigentlich für Fussbodenheizung gedacht, ich hab sie jetzt einfach in die Lehmwand eingebaut, als Wandheizung, weil Lehm ja so gute Wärmeeigenschaften hat. Dieses Haus hat keine Heizung, wie so viele Häuser hier ist es gebaut um im Sommer die Hitze abzuhalten, die paar Wochen Winter sitzt man hier einfach aus. Heizt mit einem Feuer im offenen Kamin oder Elektroöfen.

    Dafür bin ich dann doch zu deutsch, diese Ineffizienz lässt mein kleines Herz schaudern. Deswegen versuche ich im Rahmen meiner Möglichkeiten doch etwas effizienter zu heizen, mit Kamineinsatz und Umwandlung von Konvektions- in Strahlungswärme etc. Da steht heute mein grosser Tag an, gestern habe ich die Heizmatte unter Lehm eingeputzt, und nachher bleibt mir nur noch, sie an den Strom anzuschliessen und hoffen, dass es funktioniert.

    Dafür bin ich an anderer Stelle sehr ineffizient, bin gerade in den nächst grösseren Ort gefahren, nur um Tabak zu kaufen. Kein Weg zu weit für Suchtmittelbeschaffung... Wie aktuell einige andere hier möchte auch ich aufhören mit Rauchen, habe es aber noch nicht geschafft. Es ist für mich aber nun langsam an der Zeit, mal einen ernsthaften Versuch zu unternehmen. Die Versuche, so nebenbei aufzuhören sind natürlich gescheitert.

    Gerade ich müsste ja wissen, dass Aufhören bedeutet, es zu lassen! Mein Hirn sucht gerade noch verzweifelt nach Möglichkeiten aufhören zu rauchen ohne, irgendwie? aufhören zu rauchen? Das ist genau so unsinnig wie es klingt, ja. Ich weiss. Deswegen will ich hier auch gar nicht ständig drüber klagen, sondern erst Meldung in dieser Sache geben, wenn ich ins Handeln gekommen bin.

    Aber nun erstmal Wandheizung anschliessen gehen und schauen, was passiert!

    Guten Morgen,

    ach, es ist so toll, was man alles gebacken kriegt, wenn man samstags nicht bis Mittag elend und verkatert im Bett liegt. Bei mir war es auf jeden Fall so, dass ich am Wochenende nochmal eine Schippe zur üblichen täglichen Trinkmenge draufgelegt hatte, einfach weil Wochenende war. Wie bescheuert. Heute Morgen sind die ersten vier Ster Brennholz gekommen und schon eingeräumt, die zweite Hälfte kommt nächste Woche.

    Jetzt werde ich dann gleich die Heizmatte in die Lehmwand einbringen, davor habe ich mich länger gedrückt, auch weil in der Bedienungsanleitung stand, man würde empfehlen das Ding von einem Fachmann anschliessen zu lassen. Naja, hab ein paar youtube-Videos geguckt, bin jetzt auch ein Fachmann!

    Ich kann an einem Samstag einfach so rumgehen, und tun und lassen was mir grad so einfällt, weil ich nicht mehr verkatert bin. Das fällt mir inzwischen nicht mehr täglich ein, aber wenn es mir einfällt, kann ich mich immer noch sehr drüber freuen.

    Ich wünsche euch allen ein schönes Wochenende, nicht verkatert :)

    Guten Morgen

    Selbstwirksamkeit. Liebe Thalia1913 , ich kannte diesen Begriff nicht, habe ihn gestern gegoogelt und festgestellt, dass das ja genau der Name für das ist, was mich zur Zeit umtreibt. Das finde ich ein sehr interessantes Thema, habe mir nun auch zwei längere PDF's ausgedruckt, die ich heute Abend in Ruhe lesen werde.

    Vielleicht kann es auch ein erhellendes Licht auf mein Selbstbewusstsein werfen. Ich dachte immer, ich hätte ein gesundes Selbstbewusstsein, ja, müsste eher aufpassen, dass ich nicht nach oben in die Arroganz kippe. Als ich damals in der Klinik war, attestierten sie mir da jedoch ein wenig ausgeprägtes Selbstbewusstsein, eine Einschätzung, die mich masslos erstaunt hat. Seither lebe ich in einer konstanten Verwirrung, was mein Selbstbewusstsein betrifft, habe ich viel davon? Oder wenig?

    Dieser Unsicherheit stört mich zwar nicht, ich kann ungewissen Zuständen durchaus auch Positives abgewinnen, zwingt es mich doch fortlaufend dazu, genau und aufmerksam hinzuschauen, aber gerade deswegen bin ich immer auf Spurensuche, wie es denn nun um mein Selbstbewusstsein bestellt seie.

    Ich danke Dir auf jeden Fall für diesen Begriff der Selbstwirksamkeit, es ist ein neues Feld, das ich nun durchstreifen werde!

    Dir und euch allen wünsche ich einen schönen Tag.

    Guten Morgen,

    von mir nur ganz kurz, weil ich mir vorgenommen habe, jeden Tag eine Wasserstandsmeldung zu geben. Es ist alles im grünen Bereich, geht mir gut, das Leben plätschert so vor sich hin, ohne erwähnenswerte Ausschläge nach oben oder unten heute.

    Hallo zusammen,

    heute bin ich etwas später dran, musste Sachen erledigen bevor um 12 Uhr alles zumacht über Mittag. Mit meinem neu entdeckten selbständigen Handeln habe ich nun auch Brennholz bestellt. Kommunikation in der Landessprache gehört eigentlich nicht in meine Zuständigkeit, mein Teil ist alles was auf deutsch ist. Aber aus Gründen die hier nichts zur Sache tun ist die Person, die für die Kommunikation in der Landessprache zuständig ist, ebenfalls nicht die Idealbesetzung für diese Rolle, und kommt ihr deswegen nur höchst unwillig bis gar nicht nach.

    Statt wie bisher meine Energie zu verbrauchen immer und immer wieder zu erinnern, dass doch dringend Brennholz bestellt werden muss, habe ich das jetzt einfach selber gemacht. Telefonate in der Landessprache traue ich mir noch nicht zu, deswegen bin ich vorbei gefahren, mit Mimik und Gestik zum Sprechen dazu kann ich mich schon verständigen. Ging gut, die waren total nett, Brennholz wird geliefert!

    Brennholz bestellen ist jetzt nicht so ein Ding, könnte man zurecht einwenden, aber ich bin grad ganz stolz drauf. Selber handeln, nicht mehr die Umstände beklagen. Ich übe weiter!

    Guten Morgen,

    heute werde ich den Beweis meiner Existenz erhalten! Die Stromrechnung ist beinahe fertig auf mich umgeschrieben, im laufe des heutigen Tages wollten sie mir den neuen Vertrag zusenden, auf meinen Namen! Ich werde handlungsfähig in diesem Land, da freu ich mich gerade sehr drüber.

    In einem andern Faden habe ich von Blutabnahme und Blutwerten gelesen, das ist auch etwas, was ich dann machen kann wenn ich in der Heimat bin. Endlich mal "richtig" zum Arzt gehen. Bei meinen kurzen Aufenthalten war ich zwar immer mal, aber bevor man auf irgendwelche Werte und Befunde reagieren konnte, war ich schon wieder weg. Im Sommer kann ich mich dann mal richtig durchchecken lassen, und vorallem auf die Befunde dann reagieren wie der Arzt empfiehlt.

    Stromrechnung, Arztbesuche, alles keine klassischen Themen um sich drüber zu freuen, aber ich habe mich seit meiner Jugend immer irgendwie durchgemogelt und durchgewurschtelt, es ist für mich das erste Mal, dass ich tatsächlich Verantwortung für mein Leben übernehme. Es reicht für eine zufriedene Abstinenz halt wirklich nicht, nur nicht mehr zu trinken.

    Hat bei mir wie immer etwas länger gedauert, bis die Erkenntnis wirklich angekommen ist, aber nun bin ich im grossen und ganzen zuversichtlich, dass der neu eingeschlagene Weg zu einer zufriedenen Abstinenz führen könnte. Selber handlungsfähig zu sein und mich nicht mehr von Umständen abhängig machen scheint mir wichtig zu sein.

    Euch allen einen schönen Tag, für mich gehts jetzt wieder in die Lehmgrube, brauche mehr Lehm!

    Heute gibt es eigentlich überhaupt nichts zu berichten aus meinem kleinen Leben. Es geht mir soweit ganz gut, aber ich habe eben festgestellt, dass ich die Steckdosen vergessen habe! Bzw das Kabel in den Putz zu verlegen. Naja, nicht so schlimm, gibt es an dieser Wand halt keine Steckdosen. Bin jetzt grad dabei, überall die Unterputzdosen anzubringen und Kabel zu verlegen, damit mir das an den andern Wänden nicht auch passiert und ich am Ende gar keine Steckdosen und Lichtschalter mehr habe.

    Bis dahin, ich wünsche euch allen einen schönen Tag.