Hallo zusammen,
diese Zeilen schreibe ich in diesem Jahr das erste mal ausm Garten. Ich sitze bei meiner Wäsche die zum trocknen hängt, und bewache sie. Seit etwa zehn Tagen zieht eine herrenlose Ziegenherde marodierend durchs Dorf, und verwüstet alle Gärten, wenn sie nicht grad mitten auf der Strasse ein wohlverdientes Nickerchen halten, nachdem sie überall Blumen und Sträucher aufgefressen haben.
Ich habe inzwischen aufgegeben, sie zu verscheuchen, sie haben schon allen Schaden angerichtet der möglich ist, jetzt können sie wenigstens auch gleich das Gras fressen. Aber nicht meine Wäsche!
Und nun vom Aussen zum Innen: ich habe mir gestern nach deinem Beitrag nochmal meinen durchgelesen, Opalia , und bin beinahe etwas erschrocken. Das ist ja wirklich ein einziges Müssen in diesem Beitrag, das war mir überhaupt nicht bewusst. Daraufhin habe ich mich unter Beobachtung genommen und gemerkt, das ich allgemein sehr oft Sätze bilde mit "ich muss".
Ich habe zum Beispiel gestern nicht gedacht: "ich brauche den zweiten Akkuschrauber." sondern "ich muss den zweiten Akkuschrauber holen." und so ging das die ganze Zeit weiter, als ich dann mal drauf geachtet habe. Ich bin noch nicht zu einer abschliessenden Erkenntnis gekommen, ob ich einfach so rede/schreibe/denke, oder ob ich mich innerlich in einem permanenten "müssen" befinde.
Aber auch wenn es ersteres wäre, würde ich das nicht so optimal finden, weil ich das da nämlich auch denke:
Wörter können große Macht ausüben, auch für einen selbst.
Ich hatte das gar nicht aufm Schirm, aber seit du mich darauf aufmerksam gemacht hast, formuliere ich jedes Mal, wenn ich wieder "ich muss..." denke, den Satz um. Einfach mal schauen, ob das was mit mir macht. Danke fürs Aufmerksam machen, und einen schönen Tag wünsche ich noch, dir und euch allen.