Ich muss gerade daran denken, dass die Söhne meines Ex-Partners damals, als sie noch klein waren, sehr genau wahrgenommen haben, dass der Papa zu viel trinkt. Sie haben sich z.B. amüsiert, wenn er mal wieder auf dem Klo eingeschlafen ist. Natürlich konnten sie mit dem Begriff Sucht noch nichts anfangen und es damit so nicht benennen. Heute sind beide Mitte 20. Sie sprechen darüber, dass sie das alles nicht so lustig fanden. Insbesondere die Erinnerung daran, dass sie sich auf ihren Vater einfach nicht verlassen konnten. Das begleitet die beiden jungen Männer bis heute. Es ist ja auch noch schlimmer geworden. Einer von den beiden Söhnen hat auch eine Suchterkrankung. Ich bin so stolz auf ihn, dass er erfolgreich eine Therapie gemacht hat und nun sehr konsequent abstinent ist. Er spricht aktuell nicht mal mit seinem Vater. Er hadert so sehr damit, dass sein er die Sucht so beharrlich leugnet.
Beide machen sich solche Gedanken, dass auch meine Tochter das mitmachen mußte.
Was will ich damit sagen: Kinder kriegen sehr viel mit! Wir können sie schützen, dass sie dem Alkohol und seinen Folgen für die Familie nicht dauerhaft ausgesetzt sind.
Es gehört Mut dazu, den Schritt zu gehen. Oft ist die Entscheidung mit großen (Zukunfts-)Ängsten und Sorgen verbunden. Aber es lohnt sich. Ich sehe es an meiner Tochter. Wir sind jetzt über 1/2 Jahr alleine und ich nehme wahr, dass sie viel entspannter ist und sogar etwas selbstbewußter. Das macht mich sehr stolz und bestätigt mich, dass die Entscheidung zur Trennung richtig war.