Hallo,
Ich bin Pingu und Ich lese hier nun schon seit ein paar Tagen mit und habe jetzt den Mut gefunden, mich hier anzumelden.
Ich bin Tochter einer ehemaligen alkoholabhänigen Mutter und seit ich 15 bin, bin ich mit meinem Freund zusammen, der eigentlich seit Beginn unserer Beziehung schon ein Alkoholproblem hat.
Er und ich kommen aus ähnlichen Verhältnissen nur haben wir beide quasi unterschiedliche Richtungen eingeschlagen.
Ich habe immer mal wieder über meine Probleme mit seinem Konsum gesprochen und dann schraubt er es eine Weile runter, aber wir sind eigentlich immer wieder am gleichen Punkt.
Wir sind dieses Jahr zusammen gezogen, weil ich es mir gewünscht habe und wir bereits seit über 10 Jahren ein Paar sind. Und seitdem sehe, höre und rieche ich, dass er fast täglich Bier trinkt.
Es ist nur Bier und manche Tage sind es nur 2 Stück, sagt er mir dann und dass er ja nicht aggressiv wird. Naja er wurde schon verbal ausfallend.. es belastet mich zunehmend.
Letzte Woche war er wegen einer Erkältung krankgeschrieben und ich dachte dann "schön, so kann er dann ja nichts trinken, denn wir haben kein Bier hier". Dienstag kam ich nach einem langen anstrengenden Tag nach Hause. Und er wirkte betrunken. Ich fragte ihn, ob er Tabletten bekommen habe, die ihn so machen. Eigentlich eher im Spaß. Nach ca 20 min berichtete er von sich aus, dass er beim Saubermachen der Wohnung wohl etwas mit dem Bier übertrieben hätte.. Den Tag vorher habe er auch eins getrunken, aber morgen könne er ja nicht, weil ich da im Homeoffice arbeite. Ich sagte ihm dann, dass ich nicht seine Kontrolleurin bin und musste das erstmal verarbeiten.
Er arbeitet auf dem Bau und sagte, dass er den Kasten Bier aus dem Transporter geholt hat. "Schließlich hat er den bezahlt und sein Kollege soll das nicht trinken, wenn er alleine ist." Er trinkt nun schon mittags auf der Arbeit Bier.
Mittwoch also zu Hause gearbeitet und ich dachte mir ok, ich fahre jetzt zu meiner Mutter und rede mit ihr darüber und genieße dort ein Bad und dann werde ich ja sehen, ob er nach dem Gespräch gestern, die 2 Stunden nutzen würde. Hat er natürlich. War nur ein Bier und ich übertreibe jetzt total, bide mir was ein usw. Er reagierte sehr aggressiv. Er schlief auf der Couch und versuchte mir ein schlechtes Gewissen zu machen.
Donnerstag blieb ich länger bei der Arbeit und fing auch früher an, weil ich ihn nicht sehen konnte. Freitag auch. Samstag haben wir geredet und für ihn scheint wieder alles gut zu sein. "Er weiß, dass er ein Problem hat, aber er braucht Zeit um auch was zu ändern" und ich weiß nicht, warum ich mir noch länger was versuche vorzumachen. Ich weiß doch eigentlich, dass es für mich nicht länger tragbar ist.
Danke fürs Mitlesen bis hierhin und
Liebe Grüße Pingu