Wenn man sich trennt muss man sich vor niemanden rechtfertigen. Wir sind ja nicht mehr in der Ära der schuldhaften Scheidung. Ihr trennt euch und fertig. Aber in ein anderes Dorf zu ziehen halte ich für eine gute Idee. Ich drücke die Daumen für die Wohnungssuche.
Beiträge von AnnaBlume
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Wer oder was kann ihn überzeugen?
Wo kann ich Menschen zum Reden finden?
Nur er selbst kann den Karren wenden. Leider kannst für ihn gar nichts tun. Nur für dich.
Ich habe schon von Selbsthilfegruppen für Eltern süchtiger Kinder gehört- das gibt es vielleicht auch in deiner Gegend.
Wenn ich selbst richtig hart verzweifelt war habe ich im Notfall mit der Telefonseelsorge gesprochen. An einem absoluten Tiefpunkt in meinem Leben, wo ich mich selbst niemandem mehr zumuten wollte, war das meine Rettung. Ungeschönt alle Ängste und fürchterlichsten Gedanken einer völlig fremden Frau erzählen tat mir unendlich gut. Ich bin dieser fremden Person tief dankbar.
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Ich war auch klassische Rauschtrinkerin. In der Jugend jedes Wochenende mit Vollrausch und Filmriss - das war in meiner Bubble absolut normal. Im Studium genauso- da kam der Donnerstag noch dazu (kleiner Freitag). Außer in Schwangerschaft und Stillzeit ging das immer so weiter bis es schleichend auch unter der Woche mehr wurde. Mal hier ein Glas Wein abends zum Buch- mal da ein Feierabendbier.
Mir war klar, dass es missbräuchlich und zu viel war, aber als Alkoholikerin sah ich mich lange nicht - ich wollte es nicht sehen.Im Grunde war ich schon Wochen nüchtern und schrieb hier zum ersten Mal ‚Ich bin Alkoholikerin‘ und so richtig überzeugt war ich da immer noch nicht. Bis ich hier von den anderen las, die auch nicht schon morgens tranken, Pausen machen konnten, keine körperlichen Entzugssymptome wie Zittern hatten. Nur eben keine Kontrolle. Genau so wenig wie ich.
Da wurde mir klar: Du bist waschechte, stinknormale Alkoholikerin- Du hast die Kurve nochmal gekriegt bevor der körperliche Verfall einsetzt oder ein schlimmer Unfall passiert. Sei dankbar und bewahre diese Nüchternheit wie einen Schatz.
Inzwischen ist es Alltag- hin und wieder hab ich aber sauf-Träume, die super realistisch sind und ich bin immer froh wenn ich aufwache und realisiere, dass es nur ein Traum war.
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Weil meine Tochter auch sagte. "Mama so viel hat sich jetzt nicht verändert, der Papa ist eh meistens unten."
Und es soll sich ja was verändern. Hoffentlich findest du eine Wohnung. Das wäre ein Neuanfang und du könntest es dir schön machen.
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Wo ist er jetzt? Kannst du dich da raus nehmen? Warum musstest du ihn holen?
Ich frage das nicht böse, sondern im Hinblick auf Abstand. Du kannst nicht beeinflussen was er tut sondern nur was es mit dir macht.
Aus eigener Erfahrung weiß ich, wie schwer es ist innerlich die Verantwortung los zu lassen, aber alles andere macht dich kaputt und bringt ihn auch nicht weiter.Wenn du wieder Luft hast sprich mit jemandem. Das sind traumatische Erlebnisse die du als Mama verarbeiten musst.
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Es ist eine schwierige Situation, zwar offiziell ‚getrennt‘ zu sein, aber so nah beieinander.
Man trennt sich vor allem räumlich um eben NICHT mehr zu sehen, ob der Partner säuft, saugt, mit Frauen flirtet oder mit den Kindern kuschelt. Das gehört jetzt in sein Leben.
Ich hoffe sehr, dass es zu einer wirklich räumlichen Trennung kommt um erst mal den Druck rauszunehmen.Jeder von euch beiden kann dann unbeobachtet vom anderen einen Alltag finden und auch den Kindern eine möglichst gute Basis bieten (eben jetzt auf zwei Inseln).
Schafft bitte bitte Abstand! Das ist nicht gesund was da gerade passiert.
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Oh Gott. Schlimmer Schreck. Du hast es richtig gesagt- er hat sich Hilfe geholt, er will leben. Ich drücke dir und deinem Sohn die Daumen, dass ihm geholfen werden kann. Hoffentlich kannst du dich etwas ausruhen von dem Schreck und mit jemandem reden. Tatsächlich weiß ich wie du dich gerade fühlst- denk bei aller Sorge auch an dich und nimm dir auch seelischen Beistand. Es ist die Hölle für eine Mama, wenn das Kind nahe an den Suizid kommt. Ich fühle mit dir.
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Du könntest z.B. auf der Arbeit gehen bevor es ‚feucht fröhlich‘ (kein günstiger Begriff übrigens) wird. Oder du könntest Familientreffen, die ganz klar auf ein Besäufnis raus laufen einfach meiden.
Ich habe z.B. ein sehr enges Verhältnis zu meiner Schwester und es erschien mir unmöglich nach kurzer Abstinenz ihre Geburtstagsfeier abzusagen. Ich wusste dass dort unglaublich viel gesoffen wird.Am Ende entschied ich mich dafür, mittags kurz auf einen Kaffee und Geschenkübergabe zu kommen und die Party nicht zu besuchen.
Auch wenn man ‚hart‘ bleibt- die Konfrontation mit Alkohol macht was mit einem und wenn es irgendwie geht, solltest du dem aus dem Weg gehen.
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Ich verstehe dein Wut und Verzweiflung 100%. Wüte, brülle, lass es raus.
Irgendwann muss aber dann (nicht sofort) der Punkt kommen, wo du inne hältst und für dich darüber nachdenkst, wie es jetzt weiter geht.Eure Wohnsituation habe ich nicht so recht kapiert. Ihr wohnt getrennt im selben Haus? Und er holt dann Sachen?
Ich halte Nix von solchen halben räumlichen Trennungen- schon gar nicht ‚der Kinder wegen‘. Außer man merkt irgendwann, dass man nur noch freundschaftlich empfindet und alles läuft konfliktlos- ich vermute das ist sehr selten der Fall.
Kann jemand von euch ausziehen? So richtig meine ich?
Gibt es auch etwas, dass du gut an der Trennung finden kannst? Und wenn es nur ist, dass du jetzt ganz klar den Tisch alleine abräumst und sich niemand auf dem Klo rumdrückt um nicht zu helfen?
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Ich kann diese Angst, dass ohne dich jetzt ‚alles gut‘ wird völlig nachvollziehen.
Als ich mich von meinem wirklich fiesen Exmann getrennt habe und er gleich mit der Neuen und meinen Kindern in den Urlaub fuhr, hatte ich auch Angst, dass sie jetzt den schönen Familienurlaub haben, den ich mir immer gewünscht habe.
Gemein war das- denn es hätte ja meine Situation nicht verbessert - aber so sind wir Menschen manchmal.Wie wäre es, wenn du dir klar machst, dass diese Gefühle völlig verständlich aber nicht hilfreich sind?
Du hast ‚gemeckert‘ weil du unzufrieden warst. Hättest du alles still so machen sollen wie er das mag, damit alles so bleibt wie es ist? Vielleicht hat er den Schritt gemacht, den du noch nicht bereit warst zu gehen.Er will jetzt Kontakt zu den Kindern- also wäre es für die Kinder essentiell, dass er dabei nüchtern ist.
Der kleine Stich bei diesem Gedanken darf sein. Lass ihn los, versuche dein Leben ohne ihn schön zu machen und wer weiß- vielleicht kommt eines Tages jemand, bei dem es nicht so viel ‚zu meckern‘ gibt oder der immerhin zuhört, welchen Inhalt das ‚meckern‘ hatte, denn ich gehe nicht davon aus, dass es wirklich MÄH war 😇.
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Ich kenne die Hintergründe nicht, aber ich habe mich mal nach kürzester Zeit von einem Partner getrennt, weil er mein Trinken zu sehr kritisierte. Ihm zu Liebe das Trinken einschränken kam überhaupt nicht in Frage, so entschied ich mich für den Alkohol und gegen ihn.
Bei dir handelt es sich ja um eine längere Beziehung und es ist nicht vergleichbar, aber in Ruhe weiter saufen können, ist für einen Alkoholiker ein sehr starkes Motiv!
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Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich zwar glaubte, die Einsamkeit die oft da war, durch Alkohol zu lindern. Aber das Gegenteil war der Fall. Alkohol macht die Einsamkeit und auch das Gefühl von Überforderung, das du mit deinem Garten beschreibst, schlimmer.
Mir hat auch ein fester Tagesablauf und/oder Wochenplan geholfen. Ein Kaffee im Bett am Morgen. Montags Yoga, dienstags laufen, mittwochs Einkaufen usw.
Irgendwann ging diese Einsamkeit ganz weg und Zeit alleine finde ich inzwischen wichtig und kann sie genießen.
Ich drücke weiter die Daumen!
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Ich habe eine Frage, die ich vielleicht in einem älteren Post von dir finden könnte, aber ich stelle sie mal direkt: Gibt es einen Grund warum ihr das Trennungsjahr in einer Wohnung vollzieht?
Ich frage mich das, weil ich das mit meinem Exmann auch gemacht habe und es war wirklich die Hölle. Gerade unter den gegebenen Umständen stelle ich mir das psychisch total belastend vor.
Sie scheint ja wirklich in einem sehr schlechten Zustand zu sein und nicht in der Lage auszuziehen. Gibt es äußere Zwänge für dein Bleiben?
Bei mir war es damals das Haus. Es gehörte mir und ich wollte nicht, dass er da mit den Kindern wohnt und ich es weiter finanziere.Aus heutiger Sicht war das ein Fehler. Das Trennungsjahr unter einem Dach hat bei mir und den Kindern großen psychischen Schaden hinterlassen.
Vielleicht steckt hinter deinem Zynismus genau ein solches Leid. Dann wünsche ich dir von ganzem Herzen einen Weg da raus. Und deiner Frau wünsche ich auch, dass sie in all ihrem Elend nicht auch noch deine Verachtung ertragen muss- die empfindet sie sicher für sich selbst genug.
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Schlimm was du da erleben musstest. Wirklich schlimm. Gut dass es vorbei ist.
Gestalte so viel um wie es geht, damit dein Wohnraum wirklich zu deinem wird und er nicht noch in allen Ecken sitzt.
Trauern ist wichtig und gut, aber vergiss nicht, dass das nicht nur ein Ende sondern vor allem ein Anfang ist! -
Ich lese hier oft von ‚von vorne anfangen‘ oder eben ‚bei 0‘.
Aber vorne oder ‚0‘ ist doch die Geburt. Da kommt man nicht zurück nur weil ein Partner geht oder man einen Job verliert.Ich vermute für die meisten Alkoholiker hier hat sich das Leben, nach dem Beschluss wirklich nüchtern zu sein (und seiner Umsetzung) mehr oder weniger dramatisch verändert.
Freundschaften, Beziehungen, Gewohnheiten, Wohnsituation- alles wird auf den Prüfstand gestellt und der neuen Lebenssituation angepasst.
Ich sehe das eher als eine neue Richtung einschlagen, als bei ‚0‘ anfangen. Der vorherige Weg wird ja nicht gelöscht. Für uns Alkoholiker sogar gut so- denn dann wissen wir immer, wie es eben NICHT funktioniert.
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Das Gespräch wirkt für mich etwas unklar. Er ist Alkoholiker und du willst, so lange er noch trinkt, nicht mit ihm Leben. Punkt.
Natürlich kommen da übliche Vorwürfe und Gehampel, aber so lange das nur dazu dient, weiter saufen zu können, musst du das nicht für voll nehmen.
Geh mal weg von ihm zu dir und deinen Kindern. Was könnt ihr mal schönes ohne ihn tun um zu spüren, dass ihr auch ohne ihn Familie sein könnt.
Ich weiß nicht wie alt deine Kinder sind, aber ein kleiner gemeinsamer Ausflug in einen Tierpark oder schönen Spielplatz richtet den Fokus weg von ihm auf euch. Wenn du es auch erst mal nur als räumliche Trennung siehst, öffne den Blick dafür, dass es auch zu dritt schön sein kann.
Nach meiner Trennung war das ein wichtiger Schritt- mich und meine Kinder als vollständige Familie zu begreifen, die niemanden sonst braucht.
Sollte das Wunder geschehen und er die Kurve noch kriegt, ist es auch für ihn schön, wenn da schon ein funktionierendes Gefüge ist und er nur seinen Platz darin finden muss und wenn nicht, geht es auch ohne ihn.
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Hab ihn jetzt blockiert
Gute Entscheidung. Wenn es dich so belastet, dann geh diesen letzten Schritt. Dann werden auch die Gedanken an ihn weniger.
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Sei offen und ehrlich zu den Hilfen! Ich höre raus, dass du ihn immer noch ‚schützt‘- aus Angst oder noch festhängender Loyalität kann ich nicht beurteilen. Die Hilfe ist für dein Kind da und damit auch für dich. Sie werden dich bei einer Trennung unterstützen. Ich lese da keine Liebe mehr raus nur Angst und Sorge etwas falsch zu machen. Lass dir bitte wirklich helfen und nimm keine Rücksicht mehr auf ihn.
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Ich vermute, dass viele ältere Ärzte da irgendwie andere Maßstäbe anlegen- vielleicht weil viele sonst selbst erkennen müssten, dass sie über ‚zeitweise problematisch‘ längst raus sind.
Diese Bagatellisierung habe ich bei einem Radiologen erlebt. Nach einem CT mit deutlich sichtbarer Fettleber, knuffte mich der Arzt kumpelhaft in die Seite und sagte schmunzelnd ‚na, gelebt haben wir gut‘.
Damals war ich heilfroh nicht ‚erwischt‘ worden zu sein, weil ich pitschnass war.Irgendwie fehlt das Kapitel Alkoholsucht in der Ausbildung für Ärzte- obwohl die Krankheit doch weiß Gott nicht selten und schon gar nicht harmlos ist!