Beiträge von AnnaBlume

    Ich habe am Anfang die strikte Ablehnung von alkoholfreien Alternativen auch nicht verstanden. Ich war so stolz, dass ich schon seit Wochen alkoholfreies Bier statt bisher das ‚richtige‘ trank und wurde richtig wütend, als mir hier keiner dafür auf die Schulter klopfte.

    Ich dachte ‚ihr könnt gerne päpstlicher sein als der Papst- ich komme so gut klar‘. ABER das Ersatzbier hielt mich in alten Verhaltensmustern! Ich prostete wie immer, soff mit den gleichen Leuten und war sogar stolz, wenn keiner merkte, dass ich nüchtern war.

    Wenn ich damit nicht aufgehört hätte, würde ich 100% heute wieder trinken. Das Ziel ist nicht, den 16:00 Uhr Sekt auf 0% umzustellen, sonder radikal das Verhalten zu ändern!

    Erst mal heißt das Orte und Getränke zu meiden, die man mit Alkohol verbindet. Risikominimierung heißt das. Wirkt erst mal wie trister Verzicht, entpuppt sich aber mit der Zeit als recht spannender Weg zu einer völlig neuen Freizeitgestaltung.

    Anstrengend ist das, aber es lohnt sich so sehr!

    Ich hatte auch große Angst, Freunde zu verlieren und zu vereinsamen. Die echten Freunde sind aber geblieben, Saufkumpane waren schnell weg.

    Ich habe eine ganz neue Spezies entdeckt: Menschen, die am Wochenende auch vormittags so fit sind, dass sie Dinge unternehmen können. Die hab ich früher schlicht nicht gesehen.

    Bei dir scheint ja diese 17:00 Regel ziemlich hartnäckig zu sein. Mach doch um 17:00 was anderes schönes, auf das du dich freust. Der 17:00 Uhr Tee oder die 17:00 Uhr Meditation oder wilder der 17:00 Uhr Tanz zu lauter Musik im Wohnzimmer. Fühl dich frei- Hauptsache ohne Alkohol.

    Ich mache inzwischen fast jeden Abend Yoga. Dabei denke ich nicht an Alkohol und tue gleichzeitig was für mich.

    Leute. Ich habe es getan

    Super! Aber jetzt schütze dich. Tausche die Schlösser aus, sei wachsam ob er irgendwo lauert, wechsle das Handy und vor allem den Vertrag! Ich weiß von was ich rede. Einen Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung verlässt man nicht einfach. Auch wenn er sich jetzt kooperativ zeigt, sei auf alles gefasst und schütze dich!!!! Wenn er noch Sachen holen will, dann sei nicht alleine. Man unterschätzt diese Typen.

    Für mich wird Alkohol zu wenig als Droge behandelt. Der gehört so zum Alltag, als wäre nix dabei.

    Das finde ich auch verrückt. Wenn jemand sagt „ich brauche jeden Tag mein Feierabendbier“ findet das keiner komisch. Würde er sagen „ohne Joint kann ich nicht gut einschlafen“ oder krasser „ohne Speed kann ich nicht feiern“ wird das völlig anders bewertet. Diese Verharmlosung der Droge Alkohol ist echt heftig!

    Obwohl ich zählen bei vielen Dingen sehr hilfreich finde (z.B. bei Atemübungen), habe ich nie die Tage gezählt.
    Da man ja, wenn man ein Datum hat, in Tage oder von mir aus in Stunden hochrechnen kann, würde ich das Tagezählen nicht überbewerten, verstehe aber sehr gut, was Hartmut meint.

    So lange man das Gefühl hat etwas ‚Durchzuziehen‘ und ‚stark zu bleiben‘, muss man sich noch sehr anstrengen. Irgendwann ist völlig klar, dass Alkohol-Verzicht der völlig falsche Begriff ist, weil man ja auf nichts verzichten muss, sondern einfach was schädliches weglässt.

    Nehmt den Druck aus Weihnachten raus. Wenn es für euch vom Glauben her eine Bedeutung hat, dann geht in die Kirche zu einem schönen Gottesdienst. Ansonsten ist es ein Tag wie jeder andere. Oft glaubt man man müsse es für irgendjemanden schön machen (der demente Vater), meistens sind es aber die eigenen Erwartungen die runtergeschraubt werden können.
    Ignoriert es ein bisschen, lasst die Schwermut und diese bekloppte Besinnlichkeit einfach weg. Das macht nur unglücklich.

    Ich habe mich jahrelang total gestresst damit. Perfektes Essen, perfekte Geschenke, perfekter Baum. Ich habe mich schick gemacht und jedes Weihnachten fragte meine Mutter ob ich mich noch umziehen will, Die Schwester war ab 18:00 besoffen und heulte, die Kinder waren nach der Bescherung sowieso mit ihren Geschenken beschäftigt. Ich hätte das alles auch entspannter haben können.

    Wer in aller Welt hat fest gelegt, dass alle am 24.12. mit leuchtenden Augen ihre Familien ganz doll lieb haben müssen, egal wie kacke die Situation ist? NÖ!

    Ich glaube den Zeitpunkt an dem ich wirklich ‚trocken‘ war, kann ich nur in der Rückschau festmachen. Ich lebte abstinent und hatte immer noch im Hinterkopf, irgendwann alles ‚wie früher‘ mitmachen zu können. Die gleichen Feste, die gleichen Leute, ja vielleicht irgendwann die gleichen Kneipen.

    Allmählich veränderte sich das. Mir ging der Sinn abhanden, mich zwischen trinkende Menschen zu setzen, zu verfolgen wie die Gespräche immer blöder werden und dann zu spät ins Bett zu gehen.

    Was ist an Kneipen schön, wenn man den Alkohol weg lässt? Was kann man nach 22 Uhr noch auf einer Geburtstagsfeier erleben, wenn man nicht trinkt?

    Das Interesse ist anders geworden. Ich treffe immer noch super gerne Menschen. Aber eben Tags zu netten Aktivitäten oder einfach auf einen Kaffee.

    Es war kein einzelner Moment an dem sich quasi ein Schalter umlegte und ich trocken wurde, sondern irgendwann war es einfach so geworden. Es ist für mich ganz persönlich ein innerer Zustand. Abstinent leben ist eine Verhaltensweise, die Voraussetzung dafür ist, trocken zu werden.

    Was würde die Tablette denn wegnehmen? Den Rausch? Dann sind alkoholische Getränke einfach nicht lecker für mich. Mit Rausch kann ich mir nicht vorstellen, wie man ein ‚nochmal-Gefühl‘ durch eine Pille verhindern soll.

    Unabhängig davon möchte ich nicht mehr berauscht sein. In meinen jetzt 1 1/2 Jahren ohne Alkohol habe ich zu schätzen gelernt, stets einen klaren Kopf zu haben. Gute Gefühle werden nachhaltiger und schlechte Gefühle werden auch nicht schlimmer- auch wenn man zu nassen Zeiten glaubt, Alkohol hilft dagegen.

    Ich erlebe gerade die schwerste Krise meines Lebebs und bin froh dass ich dabei nüchtern bin. Alkohol würde wirklich nichts besser machen- auch nicht mit ‚Pille danach‘.

    Für den ein oder anderen hört sich das vielleicht fies an aber für mich sehe ich es als Rettung

    Das hört sich ganz und gar nicht fies an. Was du beschreibst klingt alles andere als nach einem Mann, der dich in irgendeiner Weise weiter bringt. Warum warst du pflegebedürftig? Kann es sein, dass diese Bedürftigkeit zu eurer Beziehung dazu gehörte und jetzt wo du wieder alleine laufen kannst, passt das nicht mehr??

    60 Kilo- Hut ab!!! Hat er dich bei der Gewichtsreduktion unterstützt? Ich hab da so einen Verdacht.

    Es ist nicht so, dass ich mich total abgekoppelt habe, es gibt einige Freunde, auch Gruppen

    Ach dann bin ich beruhigt. Dann brauchst du ja ‚nur‘ Geduld mit dir selbst. Das ist schwer ich weiß. Dabei hilft mir persönlich Yoga.
    Weil ich es im Schlafanzug machen kann und am Anfang 10-15 min reichen um dieses gute Gefühl von ‚ich hab was für mich aktiv getan‘ zu bekommen.

    Am Anfang war alles bei mir auch zäh. Dann kam der Aufbruch. Dauerte aber.

    Liebe Bergdohle ,

    ich habe immer voll in Jobs gearbeitet, die im Allgemeinen als anspruchsvoll gelten. Aber das was ich bei weitem am krassesten fand war die Elternzeit. Was Menschen täglich leisten, die mehrere Kinder versorgen und einen Haushalt schmeißen wird komplett unterschätzt.

    Wer das geschafft hat wuppt auch ganz andere Jobs und das kann dir keiner nehmen!

    Nur Mut- du kannst viel mehr als du denkst.

    . Es kam dann der Ekel vor mir selber noch dazu.

    Den hatte ich auch. Aber ist nicht wenigstens der besser, jetzt wo du nicht mehr trinkst?

    Ich kann dir als tip für den niedrigschwelligen Einstieg in soziale Kontakte Lauftreffs empfehlen. Die gibt es überall, die Gruppen wechseln und man kann mit Mitläufern sprechen, muss aber nicht. Beides findet niemand komisch.

    Außerdem gibt es alle Leistungsklassen so dass du nicht mal besonders sportlich sein musst. Und gegen Depressionen hilft es auch, ist gut für Herz Kreislauf und die Figur!

    Also win, win, win, win, win.

    Und wenn du Sport blöd findest gibt es in jeder Stadt auch kreative Angebote wie siebdruck oder Sushi rollen.

    Und bei allem kann man den anderen zuhören und muss nix. Und es ist alles nicht gleich verpflichtend.

    Das hast du schön geschrieben. Natürlich sollten Ehepartner an einem Strang ziehen, aber das klappt oft gerade in solchen Stresssituationen nicht. Es spricht also für euch beide als Partner, dass das so gut läuft.

    Ihr macht das echt richtig gut, auch wenn es sich manchmal bestimmt anders anfühlt, weil eben die Situation schwer auszuhalten ist.

    Liebes Forum,

    Du bist längst zu meinem persönlichen Tagebuch geworden und der Grund warum ich jetzt fast 1 1/2 Jahre trocken bin und sehr zufrieden damit.

    Ich bin immer wieder erstaunt, wie wertschätzend und differenziert die Beiträge sind. Das ist einerseits ein Verdienst unserer Moderatoren aber auch ein Beweis dafür, dass die Asso-Schublade uns absolut nicht gerecht wird.

    Danke an euch alle und allen voran an Alex07 ❤️

    Ich bin ja in ähnlicher Lage, ohne das jetzt vertiefen zu wollen, aber in die Obdachlosigkeit werde ich mein Kind auch nicht ohne weiteres laufen lassen.

    Sie bei mir nicht aufzunehmen und ihr nicht dauernd Geld zuzuschieben ist eine Sache, aber ihr bewusst keine Wohnung zu finanzieren brächte ich auch nicht übers Herz zumal das Leben für junge Frauen auf der Straße permanente Angst und Übergriffe bedeutet. Abgrenzung hin oder her, aber niemand schaut seinem Kind beim Sterben zu ohne Helfen zu wollen.
    Vielleicht widerspreche ich damit einem anderen früheren Post von mir, aber wenn ich es zu Ende denke, brächte ich das einfach nicht übers Herz.

    Unabhängig von der Sucht. Es geht dir ohne ihn offenbar besser und der Status als Alleinerziehende schreckt dich nicht ab.

    Alles gute Voraussetzungen für ein Happy End- für dich! Mit oder ohne ihn entscheidest du ganz frei.

    Denk mal eine Scheidung durch. Wer zieht aus? Wie regelt ihr das mit den Kindern? Bist du berufstätig?

    Es ist machbar- wenn du es wirklich willst. Fühl in dich rein, mach dir die Zeit alleine mit den Kindern schön und sei bereit.

    Du musst ja nicht alles hoppladihopp entscheiden, aber eigentlich lese ich dich so, dass du bereit bist.

    Ich hab ein wenig die Gerüchteküche für mich arbeiten lassen. Hab es einigen erzählt und wer fragt warum ich nicht trinke, bekommt die korrekte Antwort (passiert sehr selten).

    Deshalb weiß es inzwischen jeder in meinem Umfeld und das ist auch gut so.
    Nur beruflich hab ich (noch) nix gesagt, weil das sensibler ist. Da dort nicht getrunken wird muss ich nix erklären. Aber wenn ich so weit bin möchte ich gerade da eigentlich öffentlich über meine Sucht sprechen, aber da bin ich noch nicht so weit.

    er aus derPrivat- Klinik kam sagter er dass er ja nicht sooo schlimm dran wäre wie die Älteren da

    Das ist ein Klassiker- dachte ich am Anfang auch. Aber Alkoholiker ist Alkoholiker.

    Was tust du gerade für dich? Hast du ein Hobby? Ich häkle ab Herbst z.B. immer viel- mir hilft diese Regelmäßigkeit und dass dabei was tolles entsteht.
    Was tut dir gut?