Beiträge von AnnaBlume

    Den Wert, schöne Erfahrungen für sich selbst zu machen, kann man gar nicht hoch genug schätzen.

    Das müssen keine großen Sachen sein. Eine kleine Wanderung in der Nähe- vielleicht sogar mit Übernachtung irgendwo (wenn überhaupt) kann schon Wunder wirken.
    Oft ist man so im Hamsterrad und in diesem ständigen ‚Hab Acht‘ gefangen, dass man gar nicht mehr über den Tellerrand schaut.

    Aber auf einem Berg oder von mir aus auch Hügel zu stehen, den man selbst erklommen hat, weitet den Blick- auch nach innen.
    Und nicht ein ‚ich mach das jetzt um Abstand von ihm zu kriegen‘ sondern ein ‚ich mach das jetzt für mich und es wird schön, ist für dich.

    Du kannst ihn nicht ändern aber deine Haltung!

    Ich verstehe deinen inneren Widerstand, alleine zu fahren. Aber ein ‚es geht nicht‘ und ‚zu gefährlich‘ kann man mal hinterfragen.

    In welcher Situation genau würde dich ein ständig trinkender Mann vor Gefahren im Urlaub bewahren? Umgekehrt: Kann es nicht sogar zu gefährlichen Situationen kommen, wenn er sich so wie du beschreibst besoffen aufführt?

    Wir überschätzen den ‚Nutzen‘ von männlicher Reisebegleitung oft enorm. Ich hatte auch Sorge vor meiner ersten Reise alleine, dass irgendwas unsicherer oder beschwerlicher ist. Null! Ob wild campen, nackt baden am einsamen Strand, schwere Bergtoren in den Alpen usw. ausnahmslos nie wäre es mit Mann sicherer und schon gar nicht einfacher gewesen.

    Aber vielleicht ist so eine Fernreise wirklich erst mal heftig. Dann schieß das Geld in den Wind, storniere die große Reise, aber nutze die Zeit für dich ganz alleine! Geh raus in die Natur, weg von ihm, weg vom Putzen.

    Urlaub in der Nähe kann man sehr billig machen. Verliere nicht viele Worte, nur dass du Zeit für dich brauchst. Verschwinde von der Bildfläche und tu dir was gutes. Was du richtig gerne tust. Gibt es da was?

    Liebe Aniva,
    mein erster Impuls war, warum musst du stornieren? Fahr doch alleine! Da schlägst du mehrere Fliegen mit einer Klappe. Du kannst testen, wie es ohne ihn ist- wenn du ihn verlässt, willst du ja sicher auch noch in den Urlaub fahren.

    Er hat Zeit, nachzudenken und eventuell zu handeln.

    Wenn du wieder kommst und er hat durchgesoffen und Chaos gemacht, fällt dir die Entscheidung auch leichter.

    So ein Urlaub alleine kann eine wunderbare Reise zu sich selbst sein. Nur Mut!

    Ich habe am Anfang die strikte Ablehnung von alkoholfreien Alternativen auch nicht verstanden. Ich war so stolz, dass ich schon seit Wochen alkoholfreies Bier statt bisher das ‚richtige‘ trank und wurde richtig wütend, als mir hier keiner dafür auf die Schulter klopfte.

    Ich dachte ‚ihr könnt gerne päpstlicher sein als der Papst- ich komme so gut klar‘. ABER das Ersatzbier hielt mich in alten Verhaltensmustern! Ich prostete wie immer, soff mit den gleichen Leuten und war sogar stolz, wenn keiner merkte, dass ich nüchtern war.

    Wenn ich damit nicht aufgehört hätte, würde ich 100% heute wieder trinken. Das Ziel ist nicht, den 16:00 Uhr Sekt auf 0% umzustellen, sonder radikal das Verhalten zu ändern!

    Erst mal heißt das Orte und Getränke zu meiden, die man mit Alkohol verbindet. Risikominimierung heißt das. Wirkt erst mal wie trister Verzicht, entpuppt sich aber mit der Zeit als recht spannender Weg zu einer völlig neuen Freizeitgestaltung.

    Anstrengend ist das, aber es lohnt sich so sehr!

    Ich hatte auch große Angst, Freunde zu verlieren und zu vereinsamen. Die echten Freunde sind aber geblieben, Saufkumpane waren schnell weg.

    Ich habe eine ganz neue Spezies entdeckt: Menschen, die am Wochenende auch vormittags so fit sind, dass sie Dinge unternehmen können. Die hab ich früher schlicht nicht gesehen.

    Bei dir scheint ja diese 17:00 Regel ziemlich hartnäckig zu sein. Mach doch um 17:00 was anderes schönes, auf das du dich freust. Der 17:00 Uhr Tee oder die 17:00 Uhr Meditation oder wilder der 17:00 Uhr Tanz zu lauter Musik im Wohnzimmer. Fühl dich frei- Hauptsache ohne Alkohol.

    Ich mache inzwischen fast jeden Abend Yoga. Dabei denke ich nicht an Alkohol und tue gleichzeitig was für mich.

    Leute. Ich habe es getan

    Super! Aber jetzt schütze dich. Tausche die Schlösser aus, sei wachsam ob er irgendwo lauert, wechsle das Handy und vor allem den Vertrag! Ich weiß von was ich rede. Einen Menschen mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung verlässt man nicht einfach. Auch wenn er sich jetzt kooperativ zeigt, sei auf alles gefasst und schütze dich!!!! Wenn er noch Sachen holen will, dann sei nicht alleine. Man unterschätzt diese Typen.

    Für mich wird Alkohol zu wenig als Droge behandelt. Der gehört so zum Alltag, als wäre nix dabei.

    Das finde ich auch verrückt. Wenn jemand sagt „ich brauche jeden Tag mein Feierabendbier“ findet das keiner komisch. Würde er sagen „ohne Joint kann ich nicht gut einschlafen“ oder krasser „ohne Speed kann ich nicht feiern“ wird das völlig anders bewertet. Diese Verharmlosung der Droge Alkohol ist echt heftig!

    Obwohl ich zählen bei vielen Dingen sehr hilfreich finde (z.B. bei Atemübungen), habe ich nie die Tage gezählt.
    Da man ja, wenn man ein Datum hat, in Tage oder von mir aus in Stunden hochrechnen kann, würde ich das Tagezählen nicht überbewerten, verstehe aber sehr gut, was Hartmut meint.

    So lange man das Gefühl hat etwas ‚Durchzuziehen‘ und ‚stark zu bleiben‘, muss man sich noch sehr anstrengen. Irgendwann ist völlig klar, dass Alkohol-Verzicht der völlig falsche Begriff ist, weil man ja auf nichts verzichten muss, sondern einfach was schädliches weglässt.

    Nehmt den Druck aus Weihnachten raus. Wenn es für euch vom Glauben her eine Bedeutung hat, dann geht in die Kirche zu einem schönen Gottesdienst. Ansonsten ist es ein Tag wie jeder andere. Oft glaubt man man müsse es für irgendjemanden schön machen (der demente Vater), meistens sind es aber die eigenen Erwartungen die runtergeschraubt werden können.
    Ignoriert es ein bisschen, lasst die Schwermut und diese bekloppte Besinnlichkeit einfach weg. Das macht nur unglücklich.

    Ich habe mich jahrelang total gestresst damit. Perfektes Essen, perfekte Geschenke, perfekter Baum. Ich habe mich schick gemacht und jedes Weihnachten fragte meine Mutter ob ich mich noch umziehen will, Die Schwester war ab 18:00 besoffen und heulte, die Kinder waren nach der Bescherung sowieso mit ihren Geschenken beschäftigt. Ich hätte das alles auch entspannter haben können.

    Wer in aller Welt hat fest gelegt, dass alle am 24.12. mit leuchtenden Augen ihre Familien ganz doll lieb haben müssen, egal wie kacke die Situation ist? NÖ!

    Ich glaube den Zeitpunkt an dem ich wirklich ‚trocken‘ war, kann ich nur in der Rückschau festmachen. Ich lebte abstinent und hatte immer noch im Hinterkopf, irgendwann alles ‚wie früher‘ mitmachen zu können. Die gleichen Feste, die gleichen Leute, ja vielleicht irgendwann die gleichen Kneipen.

    Allmählich veränderte sich das. Mir ging der Sinn abhanden, mich zwischen trinkende Menschen zu setzen, zu verfolgen wie die Gespräche immer blöder werden und dann zu spät ins Bett zu gehen.

    Was ist an Kneipen schön, wenn man den Alkohol weg lässt? Was kann man nach 22 Uhr noch auf einer Geburtstagsfeier erleben, wenn man nicht trinkt?

    Das Interesse ist anders geworden. Ich treffe immer noch super gerne Menschen. Aber eben Tags zu netten Aktivitäten oder einfach auf einen Kaffee.

    Es war kein einzelner Moment an dem sich quasi ein Schalter umlegte und ich trocken wurde, sondern irgendwann war es einfach so geworden. Es ist für mich ganz persönlich ein innerer Zustand. Abstinent leben ist eine Verhaltensweise, die Voraussetzung dafür ist, trocken zu werden.

    Was würde die Tablette denn wegnehmen? Den Rausch? Dann sind alkoholische Getränke einfach nicht lecker für mich. Mit Rausch kann ich mir nicht vorstellen, wie man ein ‚nochmal-Gefühl‘ durch eine Pille verhindern soll.

    Unabhängig davon möchte ich nicht mehr berauscht sein. In meinen jetzt 1 1/2 Jahren ohne Alkohol habe ich zu schätzen gelernt, stets einen klaren Kopf zu haben. Gute Gefühle werden nachhaltiger und schlechte Gefühle werden auch nicht schlimmer- auch wenn man zu nassen Zeiten glaubt, Alkohol hilft dagegen.

    Ich erlebe gerade die schwerste Krise meines Lebebs und bin froh dass ich dabei nüchtern bin. Alkohol würde wirklich nichts besser machen- auch nicht mit ‚Pille danach‘.

    Für den ein oder anderen hört sich das vielleicht fies an aber für mich sehe ich es als Rettung

    Das hört sich ganz und gar nicht fies an. Was du beschreibst klingt alles andere als nach einem Mann, der dich in irgendeiner Weise weiter bringt. Warum warst du pflegebedürftig? Kann es sein, dass diese Bedürftigkeit zu eurer Beziehung dazu gehörte und jetzt wo du wieder alleine laufen kannst, passt das nicht mehr??

    60 Kilo- Hut ab!!! Hat er dich bei der Gewichtsreduktion unterstützt? Ich hab da so einen Verdacht.

    Es ist nicht so, dass ich mich total abgekoppelt habe, es gibt einige Freunde, auch Gruppen

    Ach dann bin ich beruhigt. Dann brauchst du ja ‚nur‘ Geduld mit dir selbst. Das ist schwer ich weiß. Dabei hilft mir persönlich Yoga.
    Weil ich es im Schlafanzug machen kann und am Anfang 10-15 min reichen um dieses gute Gefühl von ‚ich hab was für mich aktiv getan‘ zu bekommen.

    Am Anfang war alles bei mir auch zäh. Dann kam der Aufbruch. Dauerte aber.

    Liebe Bergdohle ,

    ich habe immer voll in Jobs gearbeitet, die im Allgemeinen als anspruchsvoll gelten. Aber das was ich bei weitem am krassesten fand war die Elternzeit. Was Menschen täglich leisten, die mehrere Kinder versorgen und einen Haushalt schmeißen wird komplett unterschätzt.

    Wer das geschafft hat wuppt auch ganz andere Jobs und das kann dir keiner nehmen!

    Nur Mut- du kannst viel mehr als du denkst.

    . Es kam dann der Ekel vor mir selber noch dazu.

    Den hatte ich auch. Aber ist nicht wenigstens der besser, jetzt wo du nicht mehr trinkst?

    Ich kann dir als tip für den niedrigschwelligen Einstieg in soziale Kontakte Lauftreffs empfehlen. Die gibt es überall, die Gruppen wechseln und man kann mit Mitläufern sprechen, muss aber nicht. Beides findet niemand komisch.

    Außerdem gibt es alle Leistungsklassen so dass du nicht mal besonders sportlich sein musst. Und gegen Depressionen hilft es auch, ist gut für Herz Kreislauf und die Figur!

    Also win, win, win, win, win.

    Und wenn du Sport blöd findest gibt es in jeder Stadt auch kreative Angebote wie siebdruck oder Sushi rollen.

    Und bei allem kann man den anderen zuhören und muss nix. Und es ist alles nicht gleich verpflichtend.

    Das hast du schön geschrieben. Natürlich sollten Ehepartner an einem Strang ziehen, aber das klappt oft gerade in solchen Stresssituationen nicht. Es spricht also für euch beide als Partner, dass das so gut läuft.

    Ihr macht das echt richtig gut, auch wenn es sich manchmal bestimmt anders anfühlt, weil eben die Situation schwer auszuhalten ist.