Beiträge von AnnaBlume

    Die Antwort: "Liebe?".

    Klingt romantisch aber wenig konkret. Was ist Liebe für dich und warum lohnt es sich für dich an dieser Liebe festzuhalten? Wenn dir das klarer ist, wird dir vielleicht auch klarer, was deine minimalen Bedingungen sind um weiter zu machen. Das ist ganz individuell - es kann dir niemand abnehmen oder vorschreiben.

    Aus eigener Erfahrung weiß ich eins. Wenn dauerhaft die Bedingungen nicht erfüllt sind, die man an eine Beziehung stellt, stirbt auch die größte Liebe.

    Fast bekomme ich das Gefühl, ich bin mit einem Psychopathen verheiratet. Kennt irgendwer so ein Verhalten?

    Ja denn ich war tatsächlich mit einem Psychopathen verheiratet.
    am Tag nachdem wir den Kindern gesagt haben, dass wir uns trennen, veranstaltete er bestens gelaunt ein familienfrühstück. Er machte laut Musik an und fragte in bestem Animateur-Ton ‚hey Kinder- seid ihr auch so gut drauf wie ich?‘. Als ich aus der Szenerie in mein Zimmer floh, schickte er mir meine 6jährige hinterher, die mich fragen sollte, ob ich sie jetzt auch nicht mehr mag, weil ich nicht mit ihr frühstücken will.

    Ja, so verhalten sich Psychopathen. Bitte nach einer etwaigen Trennung Abstand halten, falls es wirklich einer ist. Denn mit denen ist nicht zu spaßen!!!!

    Denn sei dir bewusst, dass sofort was in dir anspringt wenn du irgendwas von ihm siehst.

    Und nun exakt so geschehen. Das ist ein klassischer Rückfall. Alle Kanäle müssen wieder dicht gemacht werden. Und nicht er muss dich blockieren sondern umgekehrt.

    Das bringt doch alles Nix. Lies dir die letzten Einträge durch. Runde um Runde um Runde im Karussell. Ganz schnell raus da!

    Es kann dir wurscht sein was er mit wem konsumiert, wie lange er wach ist und ob er im Moment lieber mit Männlein oder Weiblein paart. Abstand Abstand Abstand und NO contact!

    Ich bin nicht abgereist, weil ich nicht konnte

    Niemals Dinge ankündigen die du nicht machst.
    Er hat offensichtlich überhaupt keine Achtung vor dir und wenn ich ihn innerlich in deiner Beschreibung so breit da sitzen sehe könnte ich gerade verrückt werden!

    Egal wie depressiv ‚gestört‘ oder gar ‚eklig‘ du angeblich gewesen sein sollst. Das hast du nicht verdient. Da gibt es keine Diskussion und die hat mit ihm ja auch offensichtlich keinen Sinn. Plane deine Flucht. Plane sie lautlos und gründlich. Und dann gehst du mit deiner Tochter- die wird doch auch mitkriegen was da läuft. Erklärung braucht der keine. Die kennt er selbst.

    Es ist ein großer Schritt, ja. Aber ein guter Schritt raus aus der Co-Falle. Denn du hältst nicht mehr nach außen die heile Welt aufrecht.
    Welche Eltern verstoßen denn ihre Tochter weil der Ehemann trinkt?

    Oft ist die Reaktion eine Bagatellisierung nach dem Motto ‚dann soll er sich halt zusammenreißen‘. Auch habe ich schon erlebt, dass von der Familie behauptet wird, dass die Ehefrau übertreibt. Und ja es wurde auch schon Schuld auf die Ehefrau geladen- aber ausnahmslos von den Eltern des trinkenden Ehemannes- die haben halt einfach sein Gerede übernommen.

    Trau dich! Schlimmer als du dir gerade ausmalst kann es nicht werden. Und ist doch gut dass die Wohnung deinen Eltern gehört- das sichert dich ab und es ist klar dass er im Zweifel auszieht.

    Ich bin 57 Jahre alt und ich denke zu alt um nochmal alles neu anzufangen.

    Kurze Antwort: Nein!

    Außerdem habe ich Angst vor dem Alleinsein

    Bist du das nicht schon längst?

    Angst davor wie die Kinder reagieren

    Zwischen den Zeilen kann man lesen, dass sie eher gratulieren als die Hände über dem Kopf zusammen schlagen würden.

    Wie die Leute reagieren

    Welche Leute genau???

    Und wo ich hingehen kann

    Und das ist die wichtigste Frage! Denk da mal zuerst drüber nach. Je konkreter ein Gedanke desto besser kann man ihn fühlen.

    Ich sehe es auch in meinen Bildern. Wehmut ist das nicht sondern ein erkennen der Notwendigkeit, diese Verknüpfung ‚Urlaub,Entspannung, Spaß=Alkohol‘ für mich endgültig zu lösen.

    Das positive Image von Alkohol in der Gesellschaft hält sich erstaunlich gut. Beim Tabak ist es relativ gut gelungen, die Substanz aus der ‚cool‘ Ecke zu holen.

    Wir haben als Jugendliche früher alle geraucht- das war Zeichen von Rebellion und erwachsen sein. Heute sehe ich das nicht mehr so oft. Unter den studis rauchen in einer Gruppe vielleicht 2-3. Bei den Freunden meiner Tochter ähnlich.

    Vielleicht gelingt das auch irgendwann mit Alkohol. Dass die Feste meiner Tochter nicht mehr mit Rauschtrinken verbunden sind macht mir Hoffnung. Gerade war sie auf einer Jugendfreizeit und auf Bildern und Videos ist fast gar kein Alkohol zu sehen.
    Ich will niemandem das trinken verbieten, aber dennoch ist es toll, wenn eine Gesellschaft erkennt, dass man auch ohne Alkohol feiern, entspannen und gut essen kann.

    Die Schuld bei der ‚lieblosen‘ Ehefrau suchen ist ja leider ein alter Hut. Lass das nicht an dich ran (macht man doch - weiß ich, aber lass dir da mal von uns deine Wahrnehmung stärken!).
    Du hast also einen konkreten Plan zu gehen und es hängt nur an der Wohnungssuche?

    Warum dann noch mit ihm diskutieren? Trinken tut er eh und das kann er dann bald alleine tun. Hast du schon mal über sowas wie eine Übergangslösung gedacht? Bei Freunden oder Familie unter kommen oder vorübergehend in eine günstige Ferienwohnung ziehen? Was du beschreibst klingt wirklich unerträglich. Rette dich!

    Wobei eine räumliche Trennung natürlich absolut sinnvoll ist, da ja ansonsten das Trauerspiel weitergeht bzw. sich möglicherweise sogar noch verschärft...

    Da ich mich schon sehr oft getrennt habe, kann ich dem nur zustimmen.
    Ich habe es zu schonend versucht- da wurde der Trennungswille nicht ganz ernst genommen. Ich habe mich schriftlich getrennt, das war nicht fair und die Person fühlte sich ungerecht behandelt.

    Bei einer Trennung wurden immer wieder klärende Gespräche verlangt- das hat überhaupt nix gebracht. Einmal blieben wir ‚der Kinder wegen‘ noch eine Weile im selben Haus ‚nestmodell‘ der absolute Horror.

    Die besten Trennungen waren die kurzen.

    Fazit: Plane genau was du vor hast und wie die Trennung verlaufen soll. Führe ein persönliches Gespräch, das kurz gehalten wird und sei nach dem Gespräch erst mal weg.
    Erst mal Funkstille danach- alles andere bringt Nix. Solltest du Eskalation befürchten, sollte wirklich eine neutrale Person dabei sein, die aber nicht diejenige sein sollte, die die Trennung ausspricht.

    So viel vom routinierten Trennungsprofi Anna, die trotz zahlreicher Erfahrung bei jeder Trennung noch Fehler macht.

    Liebe Deli,

    Du schreibst über die Gedanken, die du dir hinsichtlich einer Trennung machst. Du schreibst sehr viel darüber, wie er sich eventuell damit fühlt und wie er reagiert.
    Wie ist denn dein Plan? Du willst erst mal zu deiner Mutter- und dann? Willst du eine Wohnung suchen?

    Plane mal lieber für dich. Seine Reaktion kannst du eh nicht planen. Dann setze dir selbst einen konkreten Termin, an dem du (erstmal) zu deiner Mutter gehst und kurz vorher sagst du ihm Bescheid. Ich halte nix von Übergängen. Hatte ich oft- quälend für beide Seiten. Erst mal Abstand schaffen und nicht lange um den heißen Brei reden. Seine Reaktion ist seine Sache- du bist ja dann schon weg und nicht mehr zuständig.

    Der Mensch der geht ist die allerletzte Person die für Trost sorgen sollte. Da muss er sich anderweitig helfen- er ist erwachsen!

    Herzlich willkommen hier im Forum liebe Deli,

    es wird sich demnächst ein Moderator um dich kümmern aber ich habe eine Frage. Als Alkoholikerin habe ich die Beschreibung deines eigenen Trinkverhaltens und des Effekts deiner Nüchternheit auf dein Seelenleben aufmerksam gelesen und mich gefragt ob du nicht in einer Doppelrolle hier bist. Was heißt eine ‚Flasche am Abend‘ bei deinem eigenen Konsum. Reden wir von einer Flasche Bier oder einer Flasche Wein?

    Solltest du selbst eine Abhängigkeit haben und schon 9 Monate nüchtern sein, gratuliere ich dir herzlich, aber dann musst du dringend Abstand von deinem noch trinkenden Mann nehmen. Da geht es überhaupt nicht um ihn sondern um den Schutz deiner Nüchternheit.
    Sich im Zimmer einsperren ist ja keine Dauerlösung. Aber das weißt du ja.
    Hast du einen konkreten Plan für eine räumliche Trennung?

    Ich bin auch nicht sehr ordentlich. Das hat den Grund dass ich in einem ober peniblen Haushalt aufgewachsen bin. Nie lag was rum, alles war gebügelt, man durfte nichts anfassen damit es nicht verrückt wird.

    Deshalb hasse ich sterile Wohnungen. Wenn es zu ordentlich ist, hab ich das Gefühl ich darf dort nicht atmen. Bei Schränken ist es besonders krass. Ich durfte früher nicht in meinen eigenen Schrank fassen, alles war wie mit Lineal angeordnet, sogar die Unterhosen. Alles wurde mir rausgelegt (ja- auch Socken und Unterhosen). Ich bekomme Panik, wenn ich zusammengelegte Klamotten in Schränken sehe. Ich zerwurschtel meinen Schrank bewusst. Vielleicht damit ich immer weiß dass es meiner ist und ich rein fassen darf.
    Ok ich merke gerade, dass ich echt einen an der Waffel hab, aber hey, schau wie normal deine Frau im Vergleich dazu ist 🤔

    Das freut mich sehr. Ich habe auch erst nach meiner Ehe erfahren was mein Ex alles gemacht hat. Ich kannte ihn auch nie wirklich.
    Das muss sich setzen und ist ein Schock aber wenigstens ist die Sehnsucht weg. Nach was auch- war ja alles Illusion.

    Glückwunsch zur Erkenntnis und viel Gück in der neu gewonnen Freiheit kann ich da nur sagen!